Mag-log inELISE
Ich blieb einen Moment stehen, starrte auf das verbrannte Stück Papier und sagte mir, dass ich einfach weiter in mein Zimmer gehen sollte. Was auch immer passiert war, ging Chloe etwas an. Ich sollte mich da nicht einmischen.
Aber irgendetwas ließ mich nicht gehen. Ich stieß ihre Tür ein wenig weiter auf und sah nach links und rechts. Niemand beobachtete mich, also trat ich ein.
Zum Glück war sie nicht in ihrem Zimmer, und die Lampe auf ihrem Schreibtisch brannte noch. Ich kniete mich neben den Papierkorb und hob vorsichtig das verbrannte Papier heraus.
Meine Hände begannen zu zittern, als ich den Teil des Briefkopfes sah, der die Flammen überstanden hatte.
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Mein Herz sank.
Ich faltete das, was noch übrig war, auseinander.
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Der Rest war verschwunden, aber ich hatte genug gesehen. Das war mein Brief. Der Brief, nach dem ich jeden einzelnen Tag auf dem Tisch im Flur gesehen hatte, der Brief, auf den ich die ganze Woche gewartet hatte.
Ich saß noch immer auf dem Boden, das verkohlte Papier in den Händen, als ich Schritte hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah Chloe im Türrahmen stehen, die Arme verschränkt, während ihr Gesicht bereits einen kalten und gemeinen Ausdruck annahm.
„Das gehört mir“, sagte sie. „Du durchsuchst nicht meine Sachen.“
„Das ist mein Brief“, antwortete ich. Meine Stimme zitterte, obwohl ich versuchte, sie ruhig zu halten. „Von der Agentur. Du hast ihn verbrannt. Warum würdest du das tun?“
„Ich weiß nicht, wovon du redest.“
Sie durchquerte mit drei schnellen Schritten den Raum und stürzte sich auf das Papier. Ich riss es zurück. Diese eine Bewegung reichte aus, um sie noch wütender zu machen.
Sie stieß mich heftig. Meine Schulter prallte mit einem scharfen Schmerz gegen die Kante ihres Schreibtisches.
„Du glaubst wirklich, dieser Brief würde dein Leben verändern? Gib ihn her!“, fauchte sie und packte mein Handgelenk so fest, dass ihre Fingernägel sich in meine Haut bohrten.
Ich drehte mich, um mich loszureißen, aber sie verstärkte nur ihren Griff und riss mich nach vorn. Das Papier riss in meiner Hand noch weiter ein.
„Du kleine Diebin“, zischte sie mit leiser, bösartiger Stimme. „Du glaubst, du kannst einfach in mein Zimmer kommen und dir nehmen, was du willst? Du bist so erbärmlich, Elise. Du träumst immer davon, dass es dir einmal besser geht. Tust immer so, als würdest du irgendwohin kommen. Sieh dich an, du gehörst in den Slum.“
Ich riss mich los, stolperte und fiel, und genau in diesem Moment bekam sie ihre Gelegenheit und packte eine Handvoll meiner Haare.
„Lass mich los!“, schrie ich vor Schmerz, aber sie zog noch stärker daran und zerrte mich seitwärts über den Boden. Der Schmerz schoss durch meine Kopfhaut, meine Augen brannten von den Tränen, und irgendetwas in mir riss einfach.
Ich schaffte es, so schnell wie möglich wieder aufzustehen, und schwang meine freie Hand, diejenige, in der ich das Papier nicht hielt, und schlug ihr so fest ich konnte ins Gesicht. Das Geräusch war lauter, als ich erwartet hatte.
Chloes Kopf ruckte zur Seite. Für den Bruchteil einer Sekunde sah sie fassungslos aus. Dann überflutete pure Wut ihr Gesicht.
Sie zog wieder an meinen Haaren, noch stärker, und zwang meinen Kopf nach hinten, sodass ich zu ihr aufsehen musste. Ich schlug ein zweites Mal zu, diesmal auf die andere Wange. Der Schlag hinterließ einen leuchtend roten Abdruck.
Sie schrie, kurz und schrill, mehr aus Wut als vor Schmerz, und stieß mich so heftig, dass ich zu Boden stürzte, während der verbliebene Fetzen Papier noch immer zerknüllt in meiner Faust lag.
Wir atmeten beide schwer und sahen uns voller Wut an, als plötzlich die Stimme von Tante Rose aus dem Türrahmen kam.
„Was um alles in der Welt geht hier vor?“ Sie sah von mir zu Chloe. Dann fiel ihr Blick auf ihre Tochter. „Chloe?“
Chloe richtete sich sofort auf, strich ihr Shirt glatt, und ihre Augen wurden bereits feucht. „Sie hat mein Zimmer durchsucht“, sagte sie mit einer Stimme, die gerade genug zitterte, um verletzt zu klingen. „Ich habe sie dabei erwischt, wie sie etwas von meinem Schreibtisch gestohlen hat, und dann hat sie mich angegriffen. Sie hat mich geschlagen, Mom. Schau.“
Sie drehte ihre Wange so, dass der rote Abdruck deutlich zu sehen war.
Ich rappelte mich auf, mein Herz raste, ich atmete schwer, und meine Haare fielen mir ins Gesicht. Der zerrissene Brief lag noch immer in meiner Hand.
„Das stimmt nicht. Das ist mein Brief. Von der Agentur. Sie hat ihn verbrannt, Tante Rose. Schau, ich…“
„Ich muss mir gar nichts ansehen.“ Tante Roses Stimme war flach und endgültig. Sie trat vollständig in den Raum und sah mich mit einer Kälte an, bei der sich mein Magen zusammenzog.
„Du hast meine Tochter mit deinen schmutzigen Händen angefasst?“
„Sie hat mich an den Haaren gezogen…“
„Genug.“ Das Wort fiel wie eine Tür, die mit einem Knall zugeschlagen wurde.
„Was hast du im Zimmer meiner Tochter zu suchen gehabt?“
„Ich bin wegen meines Briefes gekommen.“
„Und das gab dir das Recht, meine Tochter anzufassen?“
„Nein! Sie hat mich zuerst gepackt!“
„Es ist mir egal, wer wen zuerst gepackt hat.“
Mir blieb der Mund offen stehen.
Rose wandte sich Chloe zu.
„Bist du verletzt?“
Chloe schüttelte dramatisch den Kopf. „Meine Wange tut weh.“
Ich starrte sie an. Rose wandte sich wieder mir zu.
„Entschuldige dich.“
Mein Herz sank. Tränen traten mir in die Augen.
„Was?“
Liebe Leserinnen und Leser, vielen Dank, dass ihr euch für DER MANN, DEN ICH IN MEINEN TRÄUMEN SEHE entschieden habt. Ich verspreche euch, diese Geschichte hat gerade erst begonnen. Es gibt Geheimnisse, die gelüftet werden müssen, Herzen, die gebrochen werden, unerwartete Wendungen und eine Liebesgeschichte, die Zeit brauchen wird, um sich zu entfalten. Also habt bitte etwas Geduld mit mir und lasst die Geschichte sich so entwickeln, wie sie es soll. Und bitte seid keine stillen Leser! Teilt eure Gedanken, Theorien, Lieblingsmomente und Reaktionen in den Kommentaren. Eure Kommentare und eure Unterstützung bedeuten mir sehr viel und motivieren mich, weiterzuschreiben. Bleibt bei Elise und Alex. Ich verspreche euch, diese Reise wird sich lohnen. Alles Liebe, Princessa
ALEXDas Restaurant, das meine Mutter ausgesucht hatte, lag in einem ruhigen Viertel der Hauptstadt. Es war modern, sauber und teuer. Das weiche Licht ließ den Ort warm und privat wirken. Die Tische standen weit auseinander, sodass jeder genug Privatsphäre hatte.Chloe saß mir gegenüber, mit demselben Selbstbewusstsein wie beim Empfang. Sie bestellte Wein, ohne auch nur einen Blick in die Karte zu werfen.Sie lächelte und lachte an den richtigen Stellen. Sie fragte nach meiner Firma in New York und schien wirklich interessiert. Es war offensichtlich, dass sie sich vorher gut vorbereitet hatte.„Es muss seltsam sein“, sagte Chloe und ließ ihr Glas langsam zwischen den Fingern kreisen. „Du führst zwei völlig verschiedene Leben. In New York bist du Geschäftsmann. Hier bist du der Prinz, und eines Tages wirst du König.“ Sie sagte es mit einem Lächeln. „Hast du manchmal das Gefühl, nicht zu wissen, welches davon wirklich du bist?“„Manchmal“, gab ich zu. „Ich habe mir mein Leben in New Yor
ELISEDas Haus fühlte sich anders an, nachdem Tante Rose und Chloe zum Abendessen aufgebrochen waren. Es war ruhiger, und normalerweise hätte mich das gefreut. Aber bevor sie gegangen waren, hatte Chloe dafür gesorgt, dass ich ganz genau wusste, wohin sie ging.Sie brauchte über eine Stunde, um sich fertig zu machen. Sie probierte acht verschiedene Kleider an, bevor sie sich endlich für das rote entschied. Jedes Mal, wenn sie an mir vorbeiging, lag dieses selbstgefällige Lächeln auf ihrem Gesicht.„Weißt du, mit wem ich heute Abend essen gehe?“, fragte sie, während ich bügelte. Ich sah nicht auf.„Mit dem Kronprinzen.“Ich hielt eine Weile inne. Chloe lachte leise.„Ja. Ich, beim Abendessen mit dem Kronprinzen, während du hier Wäsche bügelst.“Ich sagte nichts und bügelte weiter. Sie kam näher und sah mich lächelnd an. „Keine Sorge, Elise. Du kannst ruhig weiter von solchen Dingen träumen.“ Sie nahm ihre Handtasche vom Tisch. „Während du träumst, handle ich.“Dann ging sie davon und sa
Mein Vater blieb noch sechs weitere Tage im Krankenhaus, bevor die Ärzte schließlich zustimmten, ihn zu entlassen, und sie mahnten ihn, wie wichtig Ruhe sei. Also stellte Mama im Palast eine private Pflegerin ein, die alle paar Stunden nach ihm sah. Er sah inzwischen besser aus, die Farbe war in sein Gesicht zurückgekehrt, und ein Teil seiner alten Schärfe blitzte wieder in seinen Augen auf. Doch die Worte des Arztes hingen schwer im Raum, jedes Mal, wenn einer von uns ihn zu lange ansah. Wochen, nicht Monate.Meine Mutter hatte die ganze Woche kaum geschlafen. Ich sah es an den feinen Linien um ihre Augen und daran, wie ihre Hände leicht zitterten, wenn sie dachte, niemand würde hinsehen. Als sie mich eines Abends bat, mich zu ihr ins Arbeitszimmer zu setzen, nur wir beide, wusste ich daher schon, dass es kein lockeres Gespräch werden würde.„Alex“, sagte sie, und sie schlug nicht den leichten Ton an, den sie sonst hatte, „wir haben keine Zeit mehr für diese Suche von dir. Ich weiß,
Die Fahrt zum Krankenhaus kam mir länger vor, als sie sein sollte. Meine Mutter saß neben mir auf der Rückbank und hielt meine Hand so fest, dass es fast wehtat. Ihr Blick war auf nichts gerichtet, und ihre Lippen bewegten sich ab und zu in kleinen, stummen Gebeten, die ich so tat, als würde ich sie nicht bemerken.„Beim Abendessen ging es ihm noch gut“, sagte sie immer wieder, mehr zu sich selbst als zu mir. „Es ging ihm gut. Er hat nur gesagt, dass er ein Engegefühl in der Brust hat, und dann ist er im Flur zusammengebrochen, direkt vor einem Angestellten.“Ich sagte nichts. Ich traute meiner Stimme nicht zu, nicht zu zittern, wenn ich den Mund aufmachte, also drückte ich nur ihre Hand.Als wir bei der Königlichen Klinik ankamen, hatte man meinen Vater schon in den Operationssaal gebracht. Ein Arzt empfing uns in einem privaten Warteraum. Er wirkte ruhig, aber gerade das machte mir noch mehr Sorgen.„Ihr Vater hatte einen schweren Herzstillstand“, sagte er. „Wir haben ihn vorerst st
ALEX’ SICHTIch wollte mich gerade in Bewegung setzen, als mein Handy klingelte. Ich warf einen Blick darauf, um zu sehen, wer anrief.„Alex, wo bist du?“, drang die Stimme meiner Mama aus dem Hörer.Sie hatte wohl bemerkt, dass ich fehlte, und machte sich Sorgen. Also ließ ich die Angelegenheit, um die ich mich eigentlich kümmern wollte, liegen und ging zurück in den Ballsaal.Meine Mutter hatte beide Feiern selbst geplant, und sie hatte keinen Hehl aus dem wahren Grund dahinter gemacht.„Ein paar nette junge Frauen, Alex“, hatte sie an dem Tag gesagt, als ich ankam, in dem leichten, vorsichtigen Ton, den sie immer anschlug, wenn sie etwas wollte, ohne zu drängen. „Kein Druck. Nur … Möglichkeiten. Dein Vater möchte bis zum Ende der Saison einen Namen. Es schadet nicht, wenigstens zu wissen, wer da draußen ist.“Der große Galaabend unten war ihre Idee gewesen, eine Gelegenheit, den Palast mit der Hälfte der besten Familien des Königreichs zu füllen, unter dem Vorwand, die Stimmung wäh
ELISEAls ich mich umdrehte, stand die Eventkoordinatorin hinter mir. Ihre Augen wanderten schnell zwischen den vieren und meinem roten Gesicht hin und her.„Miss Moreau“, sagte sie, ihre Stimme war ruhig, aber in ihrem Blick lag etwas Ernstes. „Auf ein Wort, bitte.“„Gibt es ein Problem?“, fragte Chloe, plötzlich wieder ganz süß. Die Veränderung in ihrer Stimme drehte mir den Magen um.„Überhaupt nicht“, erwiderte die Koordinatorin.Ihre Hand lag sanft auf meiner Schulter, als sie mich von der Säule und den Orangenbäumen wegführte.„Ich muss sie mir nur kurz ausleihen.“Chloe lächelte. „Natürlich.“Ich sah nicht zurück, als die Koordinatorin mich fortführte. Aber ich konnte sie immer noch lachen hören. Meine Wangen brannten noch mehr.Ich hielt den Blick gesenkt, bis wir durch die Glastüren in den ruhigen Flur traten. Die Koordinatorin ging noch ein paar Schritte, dann blieb sie endlich stehen und drehte sich um.„Ich weiß nicht, worum es da gerade ging“, sagte sie, „aber ich mache d







