MasukDie Grenzlande rochen anders als Ashwood, irgendwie schärfer — Kiefer und Frost statt der warmen Eiche und des Holzrauchs, an den ich gewöhnt war — und ich hielt Mias kleine Hand etwas fester, während unsere Begleitung uns durch den letzten Waldstreifen zum Heilerposten an der Grenze zu Frostmoon führte.
Drei Tage auf der Straße hatten uns alle erschöpft. Mia hatte in der ersten Nacht leise geweint, weil sie dachte, ich schlafe und würde es nicht hören, und ich lag wach in der Dunkelheit unseres gemeinsamen Zeltes mit einer Traurigkeit, für die kein Raum war; jemand musste stark genug für uns beide sein, und das konnte kaum ein fünfjähriges Kind sein, das gerade das einzige Zuhause verlassen hatte, das es je gekannt hatte. Ältester Voss hatte uns zwei Krieger für die Reise gestellt, junge Männer, höflich und umsichtig, aber offensichtlich unsicher, wie man mit einer Luna umgeht, die keine Luna mehr war, und ich saß die meiste Zeit der Fahrt in einer Stille, die weniger nach Frieden klang als nach jener Müdigkeit, die entsteht, wenn man all seinen Mut aufgebraucht hat, nur um die eigene Freiheit zu überleben.
Rosalind hatte mir vor der Abreise einen gefalteten Brief und einen Beutel mit Kräutern und Salben in die Hand gedrückt, von denen sie bestand, dass ich sie brauchen würde. „Eine alte Freundin leitet den Heilerposten an der Grenze“, hatte sie gesagt, die Augen so feucht, wie ich sie nie zuvor bei ihr gesehen hatte. „Iris wird sich um euch kümmern, bis du wieder auf den Beinen bist. Und Elena.“ Sie hatte meine Hände dann fest gepackt, ihre alten Finger überraschend kräftig. „Was immer du da draußen findest, wie weit dieses neue Leben dich auch trägt — du wirst immer ein Zuhause in meiner Hütte haben, wann immer du es brauchst. Verstehst du mich?“
Ich hatte verstanden. Und als ihre kleine Steinhütte hinter dem Baumbestand verschwand, wusste ich auch, dass ein Teil des Lebens, das ich verließ, nie wiederkommen würde — egal, wie viele Türen mir offenblieben.
Der Posten wurde gegen Mittag sichtbar: ein Haufen niedriger Fachwerkhäuser um eine zentrale Heilerhalle, Rauch stieg aus mehreren Schornsteinen, und das ganze Dorf summte vor geschäftiger Ruhe, wie es Orte tun, die dafür da sind, Menschen zu helfen, statt über sie zu herrschen. Eine Frau trat heraus, noch ehe wir ganz abgestiegen waren, silbernes Haar, scharfer Blick, die Hände an einer Schürze abwischend, auf der getrocknete Kräuter hafteten.
„Dann bist du wohl Rosalinds Mädchen“, sagte sie und musterte mich mit einem prüfenden Blick, der mich scharf an die Frau erinnerte, die mich geschickt hatte. „Ich bin Iris. Ich leite diesen Ort, so gut er ist. Komm rein, komm rein — ihr seht beide aus, als wärt ihr halb tot, und das Kleine könnte eine richtige Mahlzeit und ein Bett gebrauchen, das nicht aus Dreck und Reue besteht.“
Ich mochte sie sofort, auf die unkomplizierte Art, wie man Menschen mag, die nicht erst eine Erklärung verlangen, bevor sie Freundlichkeit zeigen. Mia, erschöpft bis zur Schüchternheit, ließ sich hereinführen und bekam eine Schüssel mit etwas Warmem und Duftendem; zum ersten Mal seit Tagen atmete ich richtig aus.
Gegen Abend, als Mia endlich in einem kleinen Raum neben der großen Heilerhalle schlief, hörte ich draußen erhobene Stimmen — Kriegerstimmen — und trat in den Hof. Eine kleine Abordnung von Frostmoon-Wölfen war angekommen, ihr grau-silbernes Wappen war auch im schwindenden Licht unverkennbar, und in ihrer Mitte stand ein Mann, den ich nicht vorgestellt bekommen musste, um zu verstehen, wer er war.
Er war groß in jener Art, die einen Raum um ihn herum neu ordnen lässt, ohne dass er es zu versuchen scheint; dunkles Haar kurz geschnitten, eine Narbe schnitt durch eine Augenbraue und hätte rau aussehen müssen, tat es aber nicht — sie machte ihn eher sorgfältig zusammengesetzt. Er trug keine Krone, kein offensichtliches Rangzeichen außer der Ehrerbietung der Krieger an seiner Seite, doch ich war mit Alphas aufgewachsen und drei Jahre mit einem verheiratet gewesen; ich erkannte die besondere Autorität an seiner Haltung, mühelos und unbestreitbar.
„Alpha Frost“, sagte Iris, einen Schritt vor, mit jener leichten Vertrautheit, die zeigte, dass sie den Mann oft traf. „Was verschafft uns die Ehre eines persönlichen Besuchs? Normalerweise schickst du Callum, wenn du prüfen willst, ob ich hier noch lebe.“
„Callum ist mit den östlichen Patrouillen beschäftigt“, sagte Kieran Frost, seine Stimme tief und ruhig, sie trug über den Hof hinweg. Sein Blick glitt an Iris vorbei zu mir, und ich spürte sein Augenmerk wie ein Gewicht, direkt und ungewohnt; nicht der abgelenkte, flüchtige Blick, den Damian mir so oft gegeben hatte, sondern etwas Fokussiertes, Neugieriges, Ganzes. „Und ich hörte, wir bekämen eine neue Heilerin. Mit einer ziemlichen Geschichte.“
„Nachrichten reisen schnell“, sagte ich, bevor ich es verhindern konnte, und etwas wie ein Lächeln zuckte über sein Gesicht.
„Dass eine Luna die Prüfung des Mondes überlebte, nachdem man ihr zweiundzwanzig Jahre lang gesagt hat, ihr Wolf sei schwach, verbreitet sich schneller als vieles andere“, erwiderte er. „Ich glaube, wir kennen uns noch nicht. Elena, nicht wahr?“
„Elena“, bestätigte ich. „Luna passt wohl nicht mehr so recht.“
„Nein“, stimmte er zu, und in der Art, wie er es sagte, lag weder Mitleid noch Geringschätzung — nur die nüchterne Feststellung eines Fakts, ohne Spektakel. Das tröstete mich auf seltsame Weise mehr als jede Sympathie, die ich seit meinem Weggang aus Ashwood empfangen hatte. „Ich nehme an, das war deine Wahl, was es anders macht als die meisten Verluste.“
Ich musterte ihn, versuchte herauszufinden, ob das Freundlichkeit war oder die schonungslose Ehrlichkeit eines Mannes, der ein Rudel führt. „War es“, sagte ich. „Zugeben muss ich, die Wahl war leichter als das Danach.“
„Meistens ist das so.“ Er sah kurz zur Heilerhalle hinter mir und zurück, etwas Nachdenkliches legte sich in seinen Blick. „Ich werde nicht so tun, als sei das nur ein Höflichkeitsbesuch, Elena. Du hast sicher gehört, dass Frostmoons Grenzen seit dem Rückzug von Ashwood vermehrt Abtrünnigenaktivität sehen.“
Mir zog sich der Magen zusammen. „Gerüchte hatte ich gehört. Ich wusste nicht, dass es schon so weit hierher reicht.“
„Doch“, sagte er, „und ich fürchte, es wird schlimmer werden.“ Er hielt meinen Blick, ohne Hast, und es lag nichts Leichtfertiges in seiner Art, mich zu mustern — nur das gemessene Abwägen eines Mannes, der genau bemisst, wie viel Wahrheit er einer Fremden zumuten sollte. „Ich werde dich nicht beleidigen, indem ich so tue, als verstünde ich nicht, wer du bist oder warum diese Abtrünnigen nun ein Gebiet kreisend besuchen, das sie früher nie interessierte. Die Moonfire-Linie ist in Frostmoon kein Mythos. Meine Familie hat alte Verbindungen dazu, die ich dir erklären kann, wenn du nicht mehr ganz so erschöpft bist. Zunächst: Du bist auf Frostmoon-Land willkommen, und du hast unseren Schutz, so lange du ihn brauchst.“
Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Drei Jahre war ich mit einem Mann verheiratet gewesen, der mir kaum Aufmerksamkeit schenkte, geschweige Schutz, und hier bot mir ein Fremder — ein Alpha ohne jede Verpflichtung mir gegenüber — beides innerhalb weniger Minuten an.
„Danke“, brachte ich schließlich hervor. „Das ist großzügiger, als ich erwartet hatte.“
Sein Ausdruck wurde an den Rändern weicher. „Du hast eine Prüfung überlebt, bei der die letzte Luna vor drei Generationen den Tod fand, und das in derselben Woche, in der du entdeckt hast, dass dein ganzes Leben auf einer Lüge beruhte, die du nie gewählt hast. Großzügig zu sein, ist das Mindeste, was man dir jetzt schuldet, Elena. Ruh dich aus heute. Wir sprechen, wenn du bereit bist.“
Er wandte sich zum Gehen, seine Krieger folgten ihm, und ich stand im dunkler werdenden Hof und sah ihm nach, während etwas Unbekanntes in meiner Brust sich regte — noch kein Hoffen, nicht genau das, aber etwas in dessen Nähe, etwas, das ich mir seit langer Zeit nicht mehr erlaubt hatte zu fühlen.
Ich blieb länger als beabsichtigt stehen und drehte das Eigene der letzten Minuten in meinem Kopf. In drei Ehejahren hatte Damian mir selten einen Satz seiner ungeteilten Aufmerksamkeit geschenkt; Kieran Frost hatte mir in einem einzigen Gespräch die Art von konzentriertem Blick gegeben, nach der ich jahrelang vergeblich gesehnt hatte. Das sollte nichts bedeuten, sagte ich mir; ein Mann kann einfach höflich sein, die Bedeutung einer seltenen Blutlinie kennen und ihren Schutz anbieten. Doch ein kleiner, störrischer Teil von mir, der seit drei Jahren nach genau dieser Art von Aufmerksamkeit hungerte, ließ den Moment nicht so leicht los.
Mia schlief drinnen, sicher in einem fremden Bett, und der Anhänger war unter meinen Kleidern noch warm auf dem Brustbein. Ich fragte mich, nicht zum ersten Mal seit der Prüfung, ob dieses Leben hier jemals weniger wie geliehener Boden und mehr wie etwas fühlen würde, das ich einfach mein nennen durfte.
Iris packte meinen Arm, sobald die Frostmoon-Gruppe außer Hörweite war; ihr Blick war scharf und plötzlich dringlich. „Du solltest das wissen, bevor du dich richtig niederlässt“, sagte sie leise und schnell. „Eine meiner Kundschafterinnen kam eine Stunde vor eurer Ankunft zurück — schwer verletzt, kaum bei Bewusstsein. Sie verfolgte Abtrünnigenbewegungen nahe dem westlichen Kontrollpunkt, derselben Fraktion, die sich von Ashwood zurückgezogen hat. Bevor sie das Bewusstsein verlor, sagte sie etwas, das ich Alpha Frost noch nicht melden konnte.“
„Was sagte sie?“ Mein Puls beschleunigte sich. Alte Instinkte witterten Unheil, noch ehe ich die Nachricht ganz hörte.
Iris’ Miene war im Dämmerlicht ernst. „Sie sagte, die Abtrünnigen ziehen sich keineswegs zurück. Sie haben ihre Kräfte geteilt: die Hälfte kreist weit, sucht ruhig und heimlich Ort für Ort die Grenzdörfer ab, ohne eine offene Auseinandersetzung zu suchen. Sie sagten, sie jagten nicht länger nach Land, Elena. Sie jagten gezielt nach dir, und die Kundschafterin meinte, bevor sie das Bewusstsein verlor, die Anführer wüssten schon genau, zu welchem Außenposten man dich geschickt hat.“
Die Wärme, die ich vorhin noch gespürt hatte, verflüchtigte sich; stattdessen kroch die kalte, vertraute Furcht hoch. „Wie sollten sie das wissen? Ich habe meine Entscheidung erst vor drei Tagen getroffen.“
Iris’ Gesicht verfinsterte sich. „Das ist das Schlimmste daran“, sagte sie. „Es bedeutet, jemand aus Ashwood hat ihnen Bescheid gegeben. Und Elena, wer immer diese Auskunft weitergab, tat es, noch bevor du das Rudelhaus verlassen hattest.“
Ich blieb reglos im abkühlenden Dunkel stehen; die Tageswärme zog aus der Luft mitsamt der letzten Reste irgendeiner Sicherheit. Nur wenige Menschen hatten vor meiner Abreise von meinem Ziel gewusst: Ältester Voss; die zwei Krieger, die mich begleitet hatten — denen ich blind vertraute; Rosalind, der ich mein Leben anvertrauen würde; Damian.
Und Seraphina, die in den letzten Tagen so nah an Damian gestanden hatte, dass sie alles hätte mitbekommen können.
„Ich muss mit Alpha Frost sprechen“, sagte ich, meine Stimme fester als der Knoten in meinem Magen. „Heute Nacht, wenn er mich sieht. Wer auch immer diese Abtrünnigen führt, hat uns bereits zwei Tage Vorsprung, und wenn ein Verräter in Ashwood ihnen Informationen liefert, Iris — dann ist das nicht mehr nur mein Problem.“
Ich folgte Rosalind zurück in den gesicherten Raum, in dem das Archiv nun verwahrt wurde, mein Herz noch immer schneller schlagend von der Dringlichkeit in ihrer Stimme, und fand dort, auf einem langen Holztisch ausgebreitet, ein einzelnes, besonders altes Dokument, dessen Ränder bereits brüchig geworden waren.Kieran folgte uns dicht, hatte offenbar bemerkt, wie abrupt Rosalind den Garten verlassen hatte, und sein Gesicht trug dieselbe wache Besorgnis, die ich in mir selbst spürte, während wir gemeinsam den kleinen Raum betraten, dessen Regale sich bereits unter dem Gewicht der frisch gesicherten Dokumente zu biegen begannen.„Hier," sagte Rosalind, deutete auf eine Karte, die weit älter wirkte als alle anderen, die wir bisher gefunden hatten, ihre Tinte stellenweise kaum noch zu entziffern. „Das stammt nicht von der Hand selbst. Dieses Dokument ist viel älter, Elena, geschrieben, soweit ich die alten Schriftzeichen deuten kann, mindestens zweihundert Jahre vor seiner Geburt. Es sche
Ich blickte auf das Pergament in meiner Hand, und der Name, der dort in verblasster, aber deutlich lesbarer Tinte stand, ließ mich den Blick sofort zu Rosalind heben, meine Stimme kaum mehr als ein ungläubiges Flüstern.Die Kammer um uns herum schien für einen Moment vollständig stillzustehen, selbst die Krieger, die noch immer Schriftrollen aus den Regalen trugen, verlangsamten ihre Bewegungen, als hätten sie gespürt, dass etwas Bedeutsames gerade geschah, etwas, das weit über die praktischen Notwendigkeiten unserer Flucht aus diesem verfluchten Ort hinausging.„Rosalind," las ich laut vor, „geboren in das Haus der Heiler unserer Linie, sechste Tochter einer Familie, die sich der Bewahrung alten Wissens verschrieben hatte, lange bevor der Verrat am Silberhof geschah."Rosalind sagte lange Zeit nichts, ihr Gesicht im flackernden Fackellicht erstarrt, und als sie schließlich sprach, war ihre Stimme so lei
Die Kammer unter dem Altarstein war kleiner, als ich erwartet hatte, kaum größer als Rosalinds Hütte, doch jede Wand war von Regalen bedeckt, vollgestopft mit vergilbten Schriftrollen und ledergebundenen Büchern, die alle denselben feinen Staub des Vergessens trugen.Eine einzelne Fackel, die einer der Krieger entzündet hatte, warf flackerndes Licht über die engen Steinwände, und der Geruch von altem Papier und abgestandener Luft hing so schwer in diesem Raum, dass ich beim Eintreten unwillkürlich den Atem anhielt. Es fühlte sich an, als würde ich eine Gruft betreten, nicht ein Archiv, ein Ort, an dem ein Mann ein ganzes Leben voller Geheimnisse begraben hatte, in der Hoffnung, dass niemand sie jemals finden würde.Ich kniete mich vor das oberste Dokument, das der Krieger entdeckt hatte, ein einzelnes Blatt Pergament, das sorgfältig auf einem kleinen Steinpult lag, als hätte jemand es dort bewusst für den nächsten Besucher hinterlassen. Mein eigener Name stand oben in einer eleganten,
Die Frau, die man aus dem westlichen Käfig geführt hatte, war alt, älter noch als Rosalind, ihr Haar vollständig weiß, ihr Gesicht von tiefen Falten durchzogen, doch ihre Augen, als sie mich erblickte, weiteten sich mit einer Erkennung, die mich sofort erstarren ließ.Sie stand gestützt zwischen zwei Kriegern, kaum in der Lage, sich selbst auf den Beinen zu halten, ihre Kleidung zerrissen und schmutzig von wer weiß wie vielen Wochen der Gefangenschaft, und doch strahlte etwas in ihrer Haltung eine Würde aus, die selbst diese Umstände nicht vollständig zu brechen vermocht hatten. Ich näherte mich langsam, plötzlich unsicher, was mich erwartete, während jeder Schritt mich näher an eine Wahrheit brachte, von der ich nicht wusste, ob ich bereit war, sie zu hören.„Es ist wahr," flüsterte sie, ihre Stimme brüchig vor Erschöpfung und etwas, das verdächtig nach unterdr
Ich sah es geschehen, als wäre die Zeit selbst zäher geworden, jeder Herzschlag gedehnt zu einer Ewigkeit, während die Fäden aus dunklem, hungrigem Licht sich von mir lösten und stattdessen auf Kieran zurasten, der gerade mit gesenktem Kopf über den Altarstein sprang, um mich zu erreichen.In jenem einen, endlosen Augenblick sah ich alles gleichzeitig, den Hand mit erhobenem Amulett, Damian, der sich weiter entfernt durch die letzten Reihen der gebundenen Wölfe kämpfte, Rosalind, die sich mühsam aufrichtete, und Kieran, dessen Körper sich bereits mitten im Sprung befand, unfähig, seine eigene Bahn noch zu ändern.„Kieran!" Der Schrei riss sich aus meiner Kehle, roh und verzweifelt, doch es war bereits zu spät, die Fäden erreichten ihn im selben Augenblick, in dem seine Pfoten den Stein berührten, und sein Körper erstarrte mitten im Sprung, als hätte ihn eine unsichtbare Faust gep
Das Licht, das aus mir hervorbrach, war heißer als alles, was ich je zuvor gespürt hatte, heißer als in jener Lichtung, heißer als während der Prüfung unter dem Blutmond, und für einen Herzschlag lang sah ich überhaupt nichts mehr außer diesem weißen, brennenden Schein, der die ganze Ruine zu verschlucken schien.Ich spürte, wie etwas Uraltes in mir erwachte, etwas, das keine Rücksicht mehr auf Vorsicht oder Zurückhaltung nahm, als hätte jede Woche der Übung, jede Stunde bei Freya, jede mühsam erlernte Kontrolle in diesem einen Augenblick ihre eigentliche Bestimmung gefunden. Es war nicht mehr die zögernde, unsichere Kraft, die ich während der Prüfung entdeckt hatte. Es war etwas Vollständiges, etwas, das endlich wusste, wofür es geboren worden war.Als meine Sicht zurückkehrte, lagen drei der gebundenen Wölfe, die mich festgehalten hatten, bewusstlos am Boden, ihr Griff endlich gelöst, und ich taumelte vorwärts, jeder Muskel in meinem Körper zitternd vor Erschöpfung und einer Kraft,







