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llyanas Tochter

Penulis: Fàvy Hartwell
last update Tanggal publikasi: 2026-10-03 14:52:00

Die Frau, die man aus dem westlichen Käfig geführt hatte, war alt, älter noch als Rosalind, ihr Haar vollständig weiß, ihr Gesicht von tiefen Falten durchzogen, doch ihre Augen, als sie mich erblickte, weiteten sich mit einer Erkennung, die mich sofort erstarren ließ.

Sie stand gestützt zwischen zwei Kriegern, kaum in der Lage, sich selbst auf den Beinen zu halten, ihre Kleidung zerrissen und schmutzig von wer weiß wie vielen Wochen der Gefang

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  • DER MOND, DEN ER NIE WOLLTE   Die Sonnwendlinie

    Ich folgte Rosalind zurück in den gesicherten Raum, in dem das Archiv nun verwahrt wurde, mein Herz noch immer schneller schlagend von der Dringlichkeit in ihrer Stimme, und fand dort, auf einem langen Holztisch ausgebreitet, ein einzelnes, besonders altes Dokument, dessen Ränder bereits brüchig geworden waren.Kieran folgte uns dicht, hatte offenbar bemerkt, wie abrupt Rosalind den Garten verlassen hatte, und sein Gesicht trug dieselbe wache Besorgnis, die ich in mir selbst spürte, während wir gemeinsam den kleinen Raum betraten, dessen Regale sich bereits unter dem Gewicht der frisch gesicherten Dokumente zu biegen begannen.„Hier," sagte Rosalind, deutete auf eine Karte, die weit älter wirkte als alle anderen, die wir bisher gefunden hatten, ihre Tinte stellenweise kaum noch zu entziffern. „Das stammt nicht von der Hand selbst. Dieses Dokument ist viel älter, Elena, geschrieben, soweit ich die alten Schriftzeichen deuten kann, mindestens zweihundert Jahre vor seiner Geburt. Es sche

  • DER MOND, DEN ER NIE WOLLTE   Rosalinds Geheimnis

    Ich blickte auf das Pergament in meiner Hand, und der Name, der dort in verblasster, aber deutlich lesbarer Tinte stand, ließ mich den Blick sofort zu Rosalind heben, meine Stimme kaum mehr als ein ungläubiges Flüstern.Die Kammer um uns herum schien für einen Moment vollständig stillzustehen, selbst die Krieger, die noch immer Schriftrollen aus den Regalen trugen, verlangsamten ihre Bewegungen, als hätten sie gespürt, dass etwas Bedeutsames gerade geschah, etwas, das weit über die praktischen Notwendigkeiten unserer Flucht aus diesem verfluchten Ort hinausging.„Rosalind," las ich laut vor, „geboren in das Haus der Heiler unserer Linie, sechste Tochter einer Familie, die sich der Bewahrung alten Wissens verschrieben hatte, lange bevor der Verrat am Silberhof geschah."Rosalind sagte lange Zeit nichts, ihr Gesicht im flackernden Fackellicht erstarrt, und als sie schließlich sprach, war ihre Stimme so lei

  • DER MOND, DEN ER NIE WOLLTE   Das Geständnis des Hand

    Die Kammer unter dem Altarstein war kleiner, als ich erwartet hatte, kaum größer als Rosalinds Hütte, doch jede Wand war von Regalen bedeckt, vollgestopft mit vergilbten Schriftrollen und ledergebundenen Büchern, die alle denselben feinen Staub des Vergessens trugen.Eine einzelne Fackel, die einer der Krieger entzündet hatte, warf flackerndes Licht über die engen Steinwände, und der Geruch von altem Papier und abgestandener Luft hing so schwer in diesem Raum, dass ich beim Eintreten unwillkürlich den Atem anhielt. Es fühlte sich an, als würde ich eine Gruft betreten, nicht ein Archiv, ein Ort, an dem ein Mann ein ganzes Leben voller Geheimnisse begraben hatte, in der Hoffnung, dass niemand sie jemals finden würde.Ich kniete mich vor das oberste Dokument, das der Krieger entdeckt hatte, ein einzelnes Blatt Pergament, das sorgfältig auf einem kleinen Steinpult lag, als hätte jemand es dort bewusst für den nächsten Besucher hinterlassen. Mein eigener Name stand oben in einer eleganten,

  • DER MOND, DEN ER NIE WOLLTE   llyanas Tochter

    Die Frau, die man aus dem westlichen Käfig geführt hatte, war alt, älter noch als Rosalind, ihr Haar vollständig weiß, ihr Gesicht von tiefen Falten durchzogen, doch ihre Augen, als sie mich erblickte, weiteten sich mit einer Erkennung, die mich sofort erstarren ließ.Sie stand gestützt zwischen zwei Kriegern, kaum in der Lage, sich selbst auf den Beinen zu halten, ihre Kleidung zerrissen und schmutzig von wer weiß wie vielen Wochen der Gefangenschaft, und doch strahlte etwas in ihrer Haltung eine Würde aus, die selbst diese Umstände nicht vollständig zu brechen vermocht hatten. Ich näherte mich langsam, plötzlich unsicher, was mich erwartete, während jeder Schritt mich näher an eine Wahrheit brachte, von der ich nicht wusste, ob ich bereit war, sie zu hören.„Es ist wahr," flüsterte sie, ihre Stimme brüchig vor Erschöpfung und etwas, das verdächtig nach unterdr

  • DER MOND, DEN ER NIE WOLLTE   Der zerbrochene Anker

    Ich sah es geschehen, als wäre die Zeit selbst zäher geworden, jeder Herzschlag gedehnt zu einer Ewigkeit, während die Fäden aus dunklem, hungrigem Licht sich von mir lösten und stattdessen auf Kieran zurasten, der gerade mit gesenktem Kopf über den Altarstein sprang, um mich zu erreichen.In jenem einen, endlosen Augenblick sah ich alles gleichzeitig, den Hand mit erhobenem Amulett, Damian, der sich weiter entfernt durch die letzten Reihen der gebundenen Wölfe kämpfte, Rosalind, die sich mühsam aufrichtete, und Kieran, dessen Körper sich bereits mitten im Sprung befand, unfähig, seine eigene Bahn noch zu ändern.„Kieran!" Der Schrei riss sich aus meiner Kehle, roh und verzweifelt, doch es war bereits zu spät, die Fäden erreichten ihn im selben Augenblick, in dem seine Pfoten den Stein berührten, und sein Körper erstarrte mitten im Sprung, als hätte ihn eine unsichtbare Faust gep

  • DER MOND, DEN ER NIE WOLLTE   Das Amulett, das brach

    Das Licht, das aus mir hervorbrach, war heißer als alles, was ich je zuvor gespürt hatte, heißer als in jener Lichtung, heißer als während der Prüfung unter dem Blutmond, und für einen Herzschlag lang sah ich überhaupt nichts mehr außer diesem weißen, brennenden Schein, der die ganze Ruine zu verschlucken schien.Ich spürte, wie etwas Uraltes in mir erwachte, etwas, das keine Rücksicht mehr auf Vorsicht oder Zurückhaltung nahm, als hätte jede Woche der Übung, jede Stunde bei Freya, jede mühsam erlernte Kontrolle in diesem einen Augenblick ihre eigentliche Bestimmung gefunden. Es war nicht mehr die zögernde, unsichere Kraft, die ich während der Prüfung entdeckt hatte. Es war etwas Vollständiges, etwas, das endlich wusste, wofür es geboren worden war.Als meine Sicht zurückkehrte, lagen drei der gebundenen Wölfe, die mich festgehalten hatten, bewusstlos am Boden, ihr Griff endlich gelöst, und ich taumelte vorwärts, jeder Muskel in meinem Körper zitternd vor Erschöpfung und einer Kraft,

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