LOGIN„Großartig. Außerdem haben wir die Person hier, von der du sagtest, dass du sie brauchst, Vaerith. Ich war noch nie so neugierig …“ Ich legte den Kopf schief. Wovon sprachen sie? Die Männer grinsten einander an. Ein weiterer Mann trat hinter Raelor, nachdem dieser ihn gerufen hatte.„Er ist der königliche Inneneinstatter, mein Gebieter. Du kannst mit ihm besprechen, was dir vorschwebt.“„Mhmm. Aber nicht ich werde mich um den Umbau kümmern, Raelor. Wir wissen alle, dass Frauen ein besseres Händchen für die Einrichtung haben. Ich schätze dieses feine Gespür, mit dem sie alles stimmig wirken lassen.“„Hä …?“ Raelor lachte leise über meinen Gesichtsausdruck.„Verstehst du es nicht, Luna? Alpha Vaerith überlässt dir die Neugestaltung des Stolzes unseres Rudels!“ Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Niemals würde er mir so etwas anvertrauen.„Das ist … das ist wirklich aufmerksam!“„… Luna?“, fragte der Einrichter leise mitten in unser Gespräch hinein. Wir lach
Oryndor erwiderte meine Umarmung so fest, dass ich dachte, meine Knochen würden knacken. Er klopfte mir auf die Schulter.„Ich würde niemals eine so wertvolle und besondere Freundschaft aufs Spiel setzen. Ich wäre ein Narr – und ich bin kein Narr.“„Wir werden wieder gemeinsam durch die Wälder streifen. So wie wir es versprochen haben“, fügte er hinzu. Da musste ich über das ganze Gesicht strahlen. Plötzlich kamen all die alten Erinnerungen zurück – wie wir Zeit miteinander verbrachten, als ich noch keine Ahnung hatte, dass er ein Wolf war oder wer er wirklich war. Unsere Freundschaft war etwas Besonderes, ganz gleich, wie oft ich das auch betonte. Diese Erinnerungen würde ich für immer bewahren.Nachdem wir uns voneinander gelöst hatten, trat Vaerith hinter mich. Auch die beiden Männer umarmten sich und klopften einander auf den Rücken. Ich war beruhigt bei dem Gedanken, dass sie sich nie wieder um meinetwillen streiten würden.„Du hast meine volle Unterstützung, Al
Die Kämpfe waren zwar vorbei, doch die Lage war noch längst nicht geklärt.Überall nahmen Diebstahl, Betrug und Glücksspiel zu; die Menschen hatten ihr Zuhause, ihren Besitz und ihre Liebsten verloren und kämpften ums Überleben. Bei einer Bevölkerung von über zwanzigtausend Mitgliedern brauchte das Rudel einen besseren Weg, um allen durch die Trauer zu helfen. Festliche Aktivitäten lenkten stets ein wenig vom Verlust ab.Ein paar Ankündigungen unsererseits würden sicher helfen, dachte ich.„Ähm … hallo.“ Vaerith und ich saßen auf dem zerstörten Balkon am Gemeinschaftsflur und besprachen unsere Pläne, als Oryndor auf uns zukam. Es war ein heller, klarer Tag, die Sonne schien. Anderthalb Tage waren vergangen, seit sich die Lage beruhigt hatte. Wir versuchten immer noch, die Scherben aufzusammeln und alles wieder in Ordnung zu bringen.„Hallo, Oryndor! Komm doch zu uns!“ Ich winkte ihn zu uns herüber.„Ja. Danke.“ Ich war mir nicht sicher, warum er sich mir gegenüber so förmlich verhielt
Das Licht war ins Rudel zurückgekehrt.„Alpha Vaerith … Alpha Vaerith ist zurück! Er hat uns nie im Stich gelassen! Er könnte uns niemals im Stich lassen!“, sagte eine Mutter zu ihrem kleinen Sohn; ihre Stimme klang voller Freude. Vaerith, Oryndor und ich sahen sie an.„Ihr seid mein Volk. Ich bereue nur eines: dass ich euch nicht von Anfang an beschützen konnte. Ich weiß, dass du deinen Gefährten verloren hast, weil ich nicht stark genug war. Aber …“„Alpha Vaerith! Wovon reden Sie da?!“ Die Mutter zitterte, als sie ihr Kleinkind zu ihm emporhob. „Dieses Kind lebt … dank Ihnen! Wir Frauen leben alle dank Ihnen, Eure Hoheit!“Bei ihren Worten traten mir Tränen in die Augen. Oryndor zog mich sofort an sich, und ich weinte heftig an seiner Brust.Wir gingen zurück zum Palast. Es fühlte sich seltsam an, fast fremd.„Vaerith …? Vaerith, bist du das?!“ Der beliebte Beta des Rudels kam herbeigelaufen. Vaerith riss die Augen auf. Er ließ alles fallen, was er in den Händen hielt, und eilte au
Unterdessen waren Vaerith und Oryndor ihren eigenen Weg gegangen. Ihr Ziel war es, die Festung zu stürmen, solange die Lage noch unübersichtlich war. Noch hatte niemand Alarm geschlagen.„Geben wir unseren Leuten jetzt das Signal?“, fragte Oryndor.Vaerith holte die Signalpistole hervor und nickte. Oryndor hielt sich die Ohren zu, wie er es immer tat. Vaerith feuerte. Die Leuchtkugel schoss in die Höhe und zerplatzte hoch am Himmel.Unmittelbar darauf brach Chaos aus.Genau deshalb wirkte Zephyros so unsicher. Er hatte gerade die übelste Wirkung des Krauts zu spüren bekommen. Draußen konnte er absolut nichts erkennen.Vaerith und Oryndor stürmten direkt auf die Festung zu. Alphas verschiedener Rudel und ihre Krieger eilten herbei, um ihren Anführer zu schützen, der sich noch immer wie ein Feigling im Zelt versteckte.Mehr als hundert Werwölfe stürmten auf sie zu. Oryndor beobachtete, wie Vaerith kämpfte. Das war eine Klasse für sich. Schnell, wild, jede Bewegung flüssig und darauf aus
Wir atmeten beide schwer in unseren jeweiligen Gestalten. Er war noch immer ein Wolf. Ich steckte in meiner Hybridform fest. Das Adrenalin von jenem Tritt in den Bauch ließ endlich nach. Ich sah an mir herab. Meine Kleidung war zerfetzt, meine Ausrüstung unbrauchbar und hing nur noch in Fetzen an mir. Heilender Nebel stieg von meiner Haut auf.„Du bist zu stark“, sagte Dravok, während er sich in einen Menschen zurückverwandelte.„Ich bin schließlich die Alpha. Die Tochter von Vaelor Virellion …“, antwortete ich leise und beobachtete, wie sich die Wunden fast so schnell schlossen, wie sie entstanden waren.„Pass auf, Nyra. Er versucht, dich zu verunsichern und aus dem Konzept zu bringen.“„Ich weiß genau, was er tut, Vaelyra. Halt mich einfach stabil.“„Immer …“Ich ließ die leeren Schwertscheiden und den Ledergürtel zu Boden fallen. Mit den Dolchen in den Händen verwandelte auch ich mich vollständig in einen Menschen zurück.„Hast du denn gar kein Erbarme
Nein … so hätte nichts davon laufen sollen. Ich brannte vor Verlangen nach Gerechtigkeit, doch es gab niemanden mehr auf meiner Seite. Es war nur noch ich – meine eigene Stärke und gleichzeitig meine größte Schwäche. Es musste einen Weg geben, ihn zu Fall zu bringen. Es musste einfach. Zephyros
Der Donner krachte nieder, als würde der Himmel auseinanderreißen. Jeder Donnerschlag erschütterte mich bis in die Knochen, und ich zitterte wie Espenlaub. Beta Dravok – der ruhigste und gefassteste Mann, den ich kannte – klang vollkommen aufgelöst, als seine Stimme mich durch die Gedankenverbindu
Vaerith DER ABEND ZUVOR Ich konnte meine Geduld kaum noch bewahren. Noch ein einziges Wort von den Ältesten, und ich schwöre, ich hätte den ganzen verdammten Tisch umgeworfen. Kaum war die Rudelversammlung zu Ende, schob ich meinen Stuhl zurück und ging direkt in mein Zimmer. Sie hatten die Vers
Nyra Der Bass der Musik dröhnte bereits in meiner Brust, noch bevor wir überhaupt in die Nähe kamen. Mitten in Las Vegas, wo Menschen und Werwölfe sich vermischten, als wäre es das Normalste der Welt, hatte sich die ganze Stadt versammelt, um das zu feiern, was das Partyereignis des Jahres sein mu







