LOGIN*Drei Jahre lang half ich Jason Carter, seinen Hockeytraum zu verwirklichen.* Dann, in der Nacht, als er seinen Profivertrag unterschrieb, demütigte er mich vor der ganzen Universität und ging mit einer Reicheren, Schöneren, Nützlicheren. Ich hätte weitermachen sollen. Stattdessen machte ich einen Deal mit dem Mann, den Jason am meisten hasst. *Ryder Kingsley.* Der eiskalte Kapitän der Uni-Mannschaft. Gnadenlos. Arrogant. Und der Einzige, der mir helfen kann, Jason alles zu nehmen, was ihm wichtig ist. Unsere Abmachung ist einfach: Fake-Dates, inszenierte Küsse und genug öffentliche Zuneigung, um meinen Ex in den Wahnsinn zu treiben. Doch Rache ist nie einfach. Je länger ich mit Ryder zusammen bin, desto mehr erkenne ich, dass der Mann mit den eisblauen Augen selbst von Dämonen gejagt wird und dass unser Spiel längst nicht mehr nur um Jason geht. Denn eine verschüttete Wahrheit verbindet unsere Familien. Eine Wahrheit, die alles zerstören kann, was wir aufgebaut haben. Und plötzlich weiß ich nicht mehr, wer der Feind ist und wer der Einzige, der mich retten kann.
View MoreKapitel 92: Saal 87 Ryder nahm mir die Karte aus der Hand. Es war keine Bewegung, die ich erwartet hatte. Nicht nach dieser Nacht. Nicht nach diesem Gespräch. Er nahm die Karte so, wie jemand ein Beweisstück nimmt, ruhig, mit zwei Fingern an der Kante, und hielt sie unter die Lampe. Er stand so eine Minute. Dann ging er in den Flur, wo seine Jacke hing, und zog die Brieftasche heraus. Er kam zurück, setzte sich mir gegenüber und legte etwas auf den Tisch. Es war klein und aus Karton. Ein Streichholzbüchlein. Halbes Format, an der Seite abgerissen, so dass vom Namen nur der letzte Buchstabe stand. Es war nicht das ganze Büchlein, nur das untere Eck. Die Streichhölzer waren weggebrochen, und die Rückseite war von etwas Glattem, Abgeriebenem bedeckt. „Dreh es um", sagte er. Ich drehte es um. Auf der Rückseite prangte ein eingedrückter Kr
Ich hielt beide Karten in der Hand und sah sie unter der Lampe an. Sie waren gelblich geworden, an den Rändern weich, an den Ecken abgestoßen, an der Mitte gefaltet, so wie Papier faltet, wenn man es in einer Tasche trägt, ohne es zu benutzen. Beide trugen denselben Kinonamen in derselben kleinen Schrift. Beide trugen dasselbe Datum. Beide trugen dieselbe Reihe. Ich legte sie nebeneinander auf den Tisch. Ich setzte mich nicht. Und dann fragte ich ihn. Nicht wie ich es mir in den letzten Minuten überlegt hatte. Nicht wie eine Person mit Anstand. „Wurdest du bezahlt, um mich zu finden?" Ryder stand am Tisch gegenüber. Er sah nicht auf die Karten. Er sah mich an. „Ja", sagte er. Ich nahm mir einen Moment, in dem ich nichts tat. Es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte gedacht, dass es mich umwerfen würde. Ich hatte ge
Die Nachricht hatte keine Worte.Sie hatte nur ein Bild.Ich hielt das Handy mit beiden Händen, die kalt waren, und sah es an, lange, ohne es zu berühren. Die Bushaltestelle war verlassen. Der Wind trug ein Blatt von der Bank, ließ es über den Asphalt kriechen und liegen.Das Bild zeigte einen Tisch.Auf dem Tisch stand eine Tasse, halb leer. Daneben lag eine Zeitung, gefaltet, der Stapel nicht ordentlich, wie es aussah, wenn jemand sie beim Lesen zusammendrückt und danach nie wieder glatt bekommt. Hinter der Tasse ragte der Fuß eines Stuhls hervor. Rechts ein Fenster. Und in der Glasscheibe des Fensters, halb im Licht, halb im Schatten, spiegelte sich ein Gesicht.Ich sah das Gesicht an.Ich erkannte das Gesicht.Es war dasselbe Gesicht wie im Umschlag. Dieselbe halbe Bestimmtheit um die Kiefer, dieselben Augen, die zu viel sahen und zu wenig zeigten. Es war das Gesicht aus dem Türrahmen des Zimmers, in dem me
Marlowe hielt am Straßenrand, nicht vor einer Adresse und nicht vor einem Haus. Ich sah durch die Scheibe. Es war eine Bushaltestelle, mit einer überdachten Bank, zwei Müllbehältern und einem Fahrplan, der hinter Glas klebte und dessen Kanten sich lösten. Gegenüber stand ein Kiosk, der gerade schloss. Weiter vorn brannte Straßenlaterne für Straßenlaterne auf, als hätte jemand von oben an einem Schalter gedreht. „Hier?", fragte ich. „Hier", sagte Marlowe. Sie sah in den Rückspiegel, nicht mich, sondern die Straße hinter uns, und dann wandte sie sich halb zu mir. „Ihre Mutter hat ausgesagt. Die Vorwürfe lauten Urkundenfälschung und Betrug. Die Ermittlung zum Tod von Jason Carter Senior wird nicht gegen sie weitergeführt." Ich sah sie an. „Sie hat ihn nicht getötet", sagte ich. „Sie hat ihn sterben lassen", sagte Marlowe. „Das ist im Strafrecht etwas anderes." Sie legte e






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