Die Gezeiten Rebellen Band 5: Die Armada der Wolken

Die Gezeiten Rebellen Band 5: Die Armada der Wolken

last updateLast Updated : 2026-05-10
By:  AzillaUpdated just now
Language: Deutsch
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Der Ozean ist frei, doch der Himmel brennt. Sechs Monate nach dem Fall der imperialen Marine wähnen sich Kian, Talisa, Silas und Captain Vane auf der Schwarzen Muräne in Sicherheit. Doch Admiralin Valerius hat den Ozean längst aufgegeben: Das Imperium erhebt sich in gigantischen, stählernen Himmels-Dreadnoughts in die Wolken, um die Welt von oben zu unterjochen. Als ein vernichtender Bombenangriff die Rebellen zwingt, mit ihrem Schiff tief unter das Wasser zu fliehen, beginnt ein beklemmender Überlebenskampf gegen den Druck der Tiefe und uralte Seeungeheuer. Ihre einzige Hoffnung finden sie in einer versunkenen Tempelruine der allerersten Leviathan-Reiter. Mit purer Magie, genialer Ingenieurskunst und dem tollkühnsten Plan, den Captain Vane je ersonnen hat, beschließt die Crew, sich nicht mehr zu verstecken. Sie kapern den imperialen Himmels-Dreadnought Ikarus. Ein atemloser Kampf über den Wolken entbrennt, der Kian an die absoluten Grenzen seiner Leviathan-Kräfte zwingt. Aus Gezeiten-Rebellen müssen Himmelspiraten werden, um die gnadenlose Armada der Wolken aufzuhalten.

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Chapter 1

Kapitel 1: Der Tod kommt von oben

Es war ein perfekter Tag auf dem freien Ozean. Sechs Monate waren vergangen, seit das 

Welten-Herz den stählernen Griff des Imperiums um die Meere zerschmettert hatte. Die 

Schwarze Muräne glitt mit geblähten Segeln durch azurblaues Wasser, begleitet von einer 

Schule Delfine, die fröhlich um den Bug tanzten. 

Kian stand am Steuerrad, die warme Sonne auf seiner gebräunten Haut. Er trug ein lockeres, 

weißes Hemd, und die saphirblauen Schuppen an seinem Hals glänzten wie polierte 

Edelsteine. Mit einer beiläufigen Handbewegung lenkte er eine winzige Strömung so, dass 

die Delfine noch ein wenig höher springen konnten. Talisa saß rittlings auf der Reling neben 

ihm, schälte entspannt einen Apfel mit einem ihrer furchterregenden imperialen Dolche und 

warf Kian hin und wieder ein Stückchen zu. 

Es war fast schon unheimlich friedlich. 

„Weißt du“, sagte Talisa und kaute auf einem Stück Apfel, „ich hätte nie gedacht, dass mir 

mal langweilig wird. Keine Kopfgeldjäger, keine feindlichen Fregatten... Vane hat gestern 

sogar angefangen, Socken zu stricken, weil er nicht wusste, wohin mit seinen Händen.“ 

Kian lachte leise und legte einen Arm um ihre Hüfte. „Beschwer dich nicht. Silas hat im 

Frachtraum endlich die Ruhe, seine Kaffeemaschine zu perfektionieren. Und wir... wir 

können einfach mal durchatmen.“ 

Doch der Ozean hatte andere Pläne. 

Der Wind, der die Segel sanft gefüllt hatte, starb abrupt ab. Ein tiefer, unnatürlicher Schatten 

fiel über das Deck der Schwarzen Muräne. Es war, als hätte sich eine dichte, pechschwarze 

Wolke direkt vor die Sonne geschoben. Aber es gab keine Wolken am Himmel. 

Kian blinzelte und sah nach oben. Sein Lächeln gefror. „Talisa“, flüsterte er. „Das ist keine 

Wolke.“ 

Über ihnen, so gigantisch, dass es fast den gesamten Himmel ausfüllte, schwebte ein Monster 

aus dunklem Metall. Es hatte nicht die Form eines Schiffes, sondern glich einem gewaltigen, 

gepanzerten Zeppelin, getragen von massiven, surrenden Rotoren und dampfenden Schloten, 

die dicken, schwarzen Rauch in die Atmosphäre spien. An der Unterseite des stählernen 

Ungetüms prangte ein vertrautes Wappen in strahlendem Rot und Gold: Das Zeichen der 

imperialen Admiralin Valerius. 

„Bei allen Geistern der Tiefe“, fluchte Talisa. Der Apfel fiel aus ihrer Hand ins Wasser. Sie 

zog augenblicklich beide Dolche. „Sie sind nicht ertrunken. Sie sind geflogen!“ 

„ALARMMMM!“, brüllte Captain Vane, der förmlich aus seiner Kabine stürzte, ein 

unfertiges Stück Strickzeug noch an seinem Ärmel hängend. „Gefechtsstationen! Silas! 

Beweg deinen Hintern hier hoch!“ 

Silas stolperte aus der Luke, völlig ölverschmiert. Er starrte in den Himmel, und sein Mund 

klappte auf. „Das... das ist aerodynamisch unmöglich! Das Ding muss zehntausend Tonnen 

wiegen! Wie bleibt das in der Luft?!“ 

Ein ohrenbetäubendes Heulen zerriss die Luft. Aus dem Bauch der fliegenden Festung 

öffneten sich gewaltige Luken. Es regnete nicht Wasser. Es regnete glühendes Eisen. 

Dutzende von massiven, speerartigen Harpunen schossen auf das Wasser hinab. Eine von 

ihnen bohrte sich mit einem gewaltigen Krachen nur drei Meter von der Muräne entfernt ins 

Meer und riss eine haushohe Fontäne auf. Die Druckwelle ließ das Knochenschiff gefährlich 

zur Seite kippen. 

„Sie zielen auf unseren Rumpf!“, schrie Vane und riss das Steuerrad herum, doch ohne Wind 

bewegte sich das Schiff quälend langsam. 

„Ich übernehme das!“, rief Kian. Er riss die Arme hoch und konzentrierte sich. Das Meer war 

sein Element. Er zog hunderte Gallonen Wasser aus dem Ozean und formte einen gewaltigen, 

rotierenden Wasserschild über dem Deck des Schiffes. Zwei weitere Harpunen krachten in 

den Schild. Das Wasser zischte und dampfte, bremste die Geschosse aber gerade genug ab, 

dass sie wirkungslos an Deck polterten, statt den Rumpf zu durchschlagen. 

Doch das imperiale Luftschiff war zu weit oben. Kian ballte die Fäuste und versuchte, eine 

Wasserpeitsche nach oben zu schießen, um die Rotoren des Luftschiffs zu treffen, aber die 

Schwerkraft war gnadenlos. Nach fünfzig Metern zerfiel sein Wasserstrahl zu harmlosem 

Regen. 

„Meine Magie reicht nicht so hoch!“, rief Kian verzweifelt. „Ich kann sie nicht treffen! Sie 

sind außer Reichweite!“ 

Über ein dröhnendes, knisterndes Megafon hallte eine Stimme aus den Wolken herab. Es war 

nicht die von Admiralin Valerius, sondern eine kalte, mechanische Frauenstimme. „An das 

Rebellenschiff Schwarze Muräne. Hier spricht der Himmels-Dreadnought ‚Ikarus‘. Der 

Ozean gehört der Vergangenheit an. Die Zukunft liegt im Himmel. Ergebt euch, oder werdet 

auf den Grund des Meeres geschickt.“ 

Die Luken am Bauch des Luftschiffs öffneten sich weiter. Etwas Großes, Schweres wurde in 

Position geschoben. Es war keine Harpune. Es sah aus wie eine gigantische Bombe, deren 

Spitze in einem unheilvollen Blau leuchtete. 

„Wir sitzen fest!“, brüllte Talisa. „Vane, wir müssen hier weg, sonst blasen sie uns in 

Stücke!“

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