Share

Chapter 10

Author: Edith Tay
last update publish date: 2026-09-03 17:39:52

„Ja, Alpha Nidoran“, sagte er.

Seine Stimme – vertraut, dunkel und auf ihre Weise befehlend – ließ meine Haut kribbeln. Mein Atem stockte in der Kehle. Zum ersten Mal sah ich ihn richtig im Licht. Sein Haar war ein sattdunkles Braun, die Augen ein stürmisches Grau, das mich scheinbar direkt zu durchschauen schien, scharf, berechnend. Aus der Nähe waren seine Züge unbestreitbar markant. Da lag eine Stärke in ihm, die Art, die aus Jahren des Trainings, der Erfahrung, aus Kämpfen geboren war, die
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Die Hexe

    Weit weg vom Rudel hielt Daniel sein Pferd vor einem kleinen Haus an, das tief im Wald verborgen lag. Auf den ersten Blick wirkte es leer und vergessen, mit alten Mauern und geschlossenen Fenstern.Aber Daniel wusste es besser.Er stieg ab und näherte sich ohne Zögern. Drinnen war die Luft dämmrig und schwer vom Duft brennender Kräuter. Eine einzelne Laterne flackerte auf einem Holztisch. Eine Frau stand in der Nähe des Feuers, von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet. Ihre Kapuze bedeckte den größten Teil ihres Gesichts und verbarg ihren Ausdruck.„Du bist spät“, sagte sie leise.Daniel grinste, als er die Tür hinter sich schloss. „Die Dinge entwickeln sich schneller als erwartet.“Sie drehte sich dann zu ihm um, gerade weit genug, dass er den scharfen Glanz ihrer Augen unter der Kapuze sehen konnte. „Und Lucy?“ fragte sie. „Wie hält sie sich?“ Daniel lachte — ein tiefes, amüsiertes Geräusch, das durch das kleine Haus hallte. „Perfekt“, sagte er. „Sogar besser als gut, eigentlich.“

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Ich will, dass du leidest

    Kapitel 24Mein Herz sank.Jede Lüge, die ich so sorgfältig aufgeschichtet hatte. Jedes Risiko, das ich eingegangen war. Jeder Moment, den ich überlebt hatte, indem ich schneller dachte als alle anderen — alles fühlte sich jetzt nutzlos an.Die Frau des Betas wusste es.Und sie war nicht zufällig hier.Meine Finger krallten sich in die Laken unter mir, die Nägel gruben sich in den Stoff, während ich mich zwang, ruhig zu bleiben. Panik würde mich nicht retten. Das hatte sie nie getan.Ihr Lächeln wich nicht. Es war die Art von Lächeln, die jemand trug, der gelernt hatte, still zu leiden und auf der anderen Seite davon geschärft hervorgekommen war.Sie hatte es ertragen.Und jetzt war sie hier, um einzufordern.Ich schluckte schwer, meine Kehle eng. „Wie viel hast du gehört?“ fragte ich leise.Sie kicherte leise und schüttelte den Kopf. „Genug“, sagte sie. „Mehr als genug.“Mein Blick sank für einen kurzen Moment auf den Boden, bevor er wieder zu ihrem Gesicht aufstieg. Es hatte keinen

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Falls der Alpha davon erfährt

    Die Heilerin sprach nicht sofort.Sie starrte mich nur an, als würde ich Unsinn aus dem Mund plappern, die Brauen zusammengezogen, die Lippen zu einer dünnen Linie zusammengepresst, als würde sie etwas zusammensetzen, das nicht ganz passte.Ich konnte es spüren — sie glaubte mir nicht.„Warum hast du es dem Alpha nicht gesagt?“ fragte sie schließlich. Die Frage traf mich härter, als ich erwartet hatte.Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen. Ich öffnete den Mund, aber nichts kam heraus. Der Raum fühlte sich zu klein an. Meine Sicht verschwamm und alles, was ich sehen konnte, waren schwarze Punkte, die vor meinen Augen schwammen.„Ich—“ Meine Stimme brach.Das Gewicht von allem stürzte auf einmal auf mich herab — die Lügen über Lügen, die Angst, die Erschöpfung. Meine Knie wurden schwach, und ich wäre beinahe gestürzt, als ich versuchte, mich aufzurichten.Die Heilerin bewegte sich schnell und stützte mich, bevor ich völlig zusammenbrechen konnte. „Ganz ruhig“, murmelte sie und fü

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Fehlgeburt

    „Was ist los, Luna?“ fragte die Heilerin sanft.Zu sanft.Meine Kehle zog sich zusammen. „W-was meinen Sie?“ fragte ich, meine Stimme zitterte trotz meiner Bemühung, sie stabil zu halten.Ihre Augen verließen mein Gesicht nicht. Nicht einmal, als sie die Hand hob.„Ihr Atem ist unregelmäßig“, sagte sie leise. „Ihr Puls rast. Sie sind blass. Und Sie zittern.“Als wäre es ein Stichwort, verriet mich mein Körper erneut. Ein heftiges Zittern lief durch meine Arme und ließ meine Finger zittern.„Ich bin nur nervös“, platzte es aus mir heraus. „Das ist alles.“Ihr Blick huschte zu meinem Bauch.Dann legte sie die Hand auf meinen Bauch.Ich zuckte so heftig zusammen, dass ich beinahe vom Tisch fiel.Ihre Berührung war präzise. Absichtlich.Dann weiteten sich ihre Augen vor Unglauben.Ich hörte auf zu atmen.Der Raum schien zu kippen, meine Sicht verengte sich, der Klang floss ab, bis ich nur noch meinen Herzschlag hören konnte, der so schnell pochte. Meine Wölfin drückte sich gegen meine Rip

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   Der Heiler

    Denk nach, Lucy. Komm schon—denk nach.Ich versuchte es.Aber da war nichts.Mein Verstand war völlig leer, ausgehöhlt von Angst. Keine clevere Ausrede mehr. Nichts, das Nidoran dazu bringen könnte, seine Meinung zu ändern. Mir waren die Lügen ausgegangen. Die Zeit war abgelaufen.Was soll ich tun?Dann traf es mich.Rennen.Renn, Lucy. Das ist deine Chance.Mein Körper reagierte, bevor die Angst ihn aufhalten konnte. Ich drehte mich scharf um, die Füße schon bereit zu rennen, ich stieß mich ab, um den ersten Schritt zu machen—Aber ich kam nicht weit.Nidorans Hand schloss sich um meine Handgelenke, stark und unnachgiebig.Ich keuchte, die Kraft zog mich zu ihm zurück, meine Flucht wurde mir entrissen, bevor sie überhaupt beginnen konnte.Ich versuchte, mich wegzuziehen.Ich versuchte es wirklich.Sein Griff wurde sofort fester, unnachgiebig, eine Erinnerung an den Stärkeunterschied zwischen uns. Alpha-Stärke. Autorität, gehüllt in Muskeln und Befehl. Meine Knochen und meine Wölfin p

  • DIE VERSKLAVTE OMEGA   „Es ist Zeit, nachzudenken.“

    In dem Moment, als ich sie sah, erstarrte mein Körper.Nein.Meine Brust zog sich zusammen, der Atem wurde langsam flach, während Panik so schnell durch mich schoss, dass ich beinahe taumelte. Meine Finger krallten sich in den Stoff meines Kleides, als könnte das Festhalten mich irgendwie davor bewahren zu fallen.Sie ist hier.Die Heilerin war hier, um das Baby zu überprüfen.Sucys Lüge legte sich wie eine Schlinge um meine Kehle und zog sich mit jedem Schritt enger, den die Heilerin tiefer ins Rudel tat. Wenn sie mich untersuchte, auch nur kurz, würde alles enden. Sie würde keine Erklärungen brauchen. Sie würde keine Zeit brauchen.Wenn sie mich berührt, ist es vorbei.Nur eine Hand, eine sorgfältige Untersuchung, und die Wahrheit kommt heraus.Die Luna ist nicht schwanger.Die Luna ist eine Betrügerin.Ich machte einen unsicheren Schritt zurück.Dann noch einen.Mein Körper bewegte sich, bevor mein Verstand aufholen konnte, meine Instinkte schrien mir zu, zu rennen. Zu verschwinden

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status