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Bonuskapitel 1: Schrott und Setzlinge

Auteur: Azilla
last update Date de publication: 2026-05-21 23:12:30

Drei Wochen waren vergangen, seit der Himmel aufgerissen war.

Sektor 4 war nicht mehr wiederzuerkennen. Die erdrückenden, rostigen Wände der Slums standen noch, aber die ständige Dunkelheit war verschwunden. Stattdessen brannte die Sonne unerbittlich auf die Berge aus Metall, Kabeln und Beton herab. Der Gestank nach Ozon war dem Geruch von heißem Staub und – wenn man genau roch – feuchter, umgegrabener Erde gewichen.

Ich wischte mir den Schweiß mit dem Handrücken von der Stirn und klappte mei
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  • Das Alpha-Protokoll    Epilog: Die Narben der Dissonanz

    Drei Wochen später roch die Unterstadt nicht mehr nur nach altem Kupfer und Verzweiflung. Es gab eine neue Note in der feuchten Luft: den Geruch von frischem Holz und heißem Schweiß. Die Überlebenden aus Sektor Sieben und die Ausgestoßenen der Tiefe hatten begonnen, zusammenzuarbeiten. Wo einst Misstrauen herrschte, wurden nun gemeinsam Barrikaden repariert und Wasseraufbereitungsanlagen der alten Konsortiums-Technik in Betrieb genommen. Raven Carter saß an einem zerkratzten Eisentisch im hintersten Eck der Taverne Zum Rostigen Anker. Sein rechter Arm lag in einer dichten, schützenden Schlinge. Die Haut darunter war von feinen, sternenförmigen Narben überzogen – ein bleibendes Souvenir des Azilla-Handschuhs, das bei jedem Wetterwechsel leise pochte. Er spürte, wie die gewohnte Dissonanz des Tals verschwunden war. Das Lied der Welt, Eloras goldenes Bewusstsein, summte wieder in einem ruhigen, ungestörten Takt. Die Tür der Taverne schwang auf und Vesper trat ein.

  • Das Alpha-Protokoll    Kapitel 17: Der Schnitt durch die Realität

    Der alte Turmplatz war nicht mehr wiederzuerkennen. Die Ruinen waren überzogen mit schwarzen, pulsierenden Adern, die sich tief in den Boden gruben, wie die Wurzeln eines Krebsgeschwürs. In der Mitte stand die Alpha-Königin. Sie hatte beide Hände tief in den Fels unter dem zerstörten Fundament gerammt. Rote Energiewellen pulsierten in konzentrischen Kreisen von ihr weg, während sie versuchte, das schlafende, goldene Bewusstsein von Elora aus dem Kern zu reißen. Raven trat auf den Platz. Sein Schritt war lautlos, doch die Präsenz von Projekt Azilla an seinem rechten Arm war für die Königin nicht zu übersehen. Die violette Antimaterie Membran sang ein leises, vernichtendes Lied. Die Königin riss die Hände aus dem Stein. Der Boden bebte. Sie drehte sich langsam zu ihm um, und das Lächeln auf ihrem monströsen Gesicht war voll von gnadenloser Arroganz. „Der Sucher“, schnurrte sie, und ihre Stimme ließ den Regen um sie herum verdampfen. „Du trägst das Spielzeug der

  • Das Alpha-Protokoll    Kapitel 16: Das Heulen der Verräterin

    Vesper traf auf die vorderste Linie der Hybriden wie ein Kometeneinschlag. Sie bremste ihren Lauf nicht ab, sondern warf sich mit der gesamten kinetischen Masse ihres Körpers und ihres Titanarms in die dicht gedrängte Masse aus Fleisch und rotem Licht. Knochen knackten, Panzerungen barsten. Die ersten drei Bestien wurden förmlich durch die Luft geschleudert und rissen weitere ihrer Artgenossen mit sich zu Boden. Doch die Schockwirkung währte nur kurz. Die Hybriden, angetrieben vom unerbittlichen Willen der Alpha-Königin, formierten sich blitzschnell neu. Ein Dutzend Kreaturen sprang gleichzeitig auf sie zu, die Kiefer weit aufgerissen, die Krallen gebleckt. Vesper tanzte. Es war ein blutiger, brutaler Tanz, geboren in den Schatten der Unterstadt und perfektioniert durch den unbedingten Willen zu überleben. Ihre Klinge blitzte im grauen Morgenlicht auf, durchschnitt Kehlen und durchstieß hydraulische Gelenke. Ihr Titanarm fungierte als undurchdringlicher Schild un

  • Das Alpha-Protokoll    Kapitel 15: Der Marsch in den Abgrund

    Der Rückweg durch Aegis-Null war kein Kampf. Die verbleibenden Verteidigungsdrohnen wichen zurück, sobald sie die Signatur von Projekt Azilla registrierten. Die Maschine, die einst das Ende der Welt bedeuten sollte, war nun das einzige, was zwischen Novus Aetheria und dem Untergang stand. Als sich das gewaltige Außenschott der Anlage wieder öffnete, schlug ihnen der Sturm der Todeszone entgegen. Der Crawler stand noch immer dort, bedeckt von schwarzem Staub, bereit für die Rückkehr. Auf der Fahrt zurück in das Tal sprach keiner der beiden viel. Raven konzentrierte sich darauf, die Energie in seinem rechten Arm im Gleichgewicht zu halten. Jedes Mal, wenn sein Puls in die Höhe schoss, spürte er, wie die Antimaterie-Membran hungrig an den Rändern seines Bewusstseins kratzte. Es war ein ständiger Kampf um Kontrolle. Als sie den Rand des Tals erreichten, hatte der Regen aufgehört, doch ein dicker, unnatürlicher Nebel lag über den Wäldern. Es roch nach verbranntem Ho

  • Das Alpha-Protokoll    Kapitel 14: Der Preis der Reinheit

    Ravens Hand schwebte über dem fließenden, sternenklaren Obsidian des Handschuhs. Das leise Summen der Antimaterie-Eindämmung war fast wie ein Gesang, ein betörendes Versprechen von absoluter Macht und sofortiger Erlösung. Ein Knopfdruck, ein mentaler Befehl, und die Alpha-Königin wäre nicht mehr als ein dunkler Fleck in der Geschichte von Novus Aetheria. Aber er sah Vesper an. Er sah die Kratzer auf ihrer Panzerung, das flackernde Rot in ihren Augen, das gegen ihre eigene Natur ankämpfte, und den unbändigen Mut einer Frau, die bereit war, für eine Welt zu sterben, die sie immer wie eine Ausgestoßene behandelt hatte. Raven senkte die Hand. Er ballte sie zur Faust. „Ich habe nicht die halbe Unterstadt auseinandergenommen und den Tod in Sektor Sieben riskiert, um hier unten den einfachen Ausweg zu wählen“, sagte er, und seine Stimme war so kalt und hart wie das Eis der Todeszone draußen. Vesper riss die Augen auf. „Bist du wahnsinnig? Carter, das ist unsere einz

  • Das Alpha-Protokoll    Kapitel 13: Das Vermächtnis von Azilla

    Der Raum, der sich hinter dem nächsten Schott verbarg, war von einer völlig anderen Natur als die kalten, kriegerischen Korridore. Es war eine gewaltige, halbkugelförmige Kammer, ausgekleidet mit weißem, makellosem Material, das sanft von innen heraus leuchtete. In der Mitte der Kammer stand ein Podest aus schwarzem Onyx. Darauf ruhte das Projekt Azilla. Es war keine Kanone. Es war keine Bombe. Es sah auf den ersten Blick aus wie ein kunstvoll gefertigter Handschuh aus flüssigem Sternenlicht und Obsidian. Die Oberfläche des Metalls war nicht starr; sie bewegte sich leicht, als würde das Objekt atmen. Raven trat langsam auf das Podest zu. Die Luft hier war eiskalt und roch nach reinem Ozon. „Das ist sie“, flüsterte er ehrfürchtig. „Eine Waffe aus purer Antimaterie und nanokinetischen Membranen. Die Architekten haben sie entworfen, um die Geometrie der Realität selbst zu schneiden. Sie braucht keinen Webstuhl. Sie braucht nur den Willen ihres Trägers.“ Vesp

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