ANMELDENEin Dark-Fantasy-Thriller von Azilla Erschienen im AzillaMedia Verlag Wenn die Realität eine Lüge ist, wird dein eigenes Blut zur gefährlichsten Waffe. In den vom Neonlicht zerschnittenen Schatten der Metropole gibt es nur Jäger und Monster. Kael ist die tödlichste Waffe des Ordens – ein Elite-Kämpfer, abgerichtet, um die übermächtigen Vampir-Clans zu vernichten. Doch als er in einen tödlichen Hinterhalt gerät, ist es ausgerechnet die unnahbare Vampir-Aristokratin Seraphina, die ihm das Leben rettet. Durch ein verbotenes, uraltes Blutband kettet sie ihr Schicksal unwiderruflich an seins. Plötzlich ist der beste Jäger der Stadt selbst die Beute. Vom Orden als Verräter gejagt und von den Clans als Abscheulichkeit verflucht, tauchen Kael und Seraphina in den gnadenlosen Untergrund ab. Dort, in den verborgenen Winkeln der Welt, entdecken sie zusammen mit dem jungen Technik-Genie Finn eine Wahrheit, die alles infrage stellt: Der endlose Krieg zwischen Menschen und Vampiren ist nur eine blutige, künstliche Inszenierung. Die wahre Macht ruht tief unter den Fundamenten der Stadt – ein kosmisches Archiv, dessen verborgener Quelltext die Realität selbst kontrolliert. Während fanatische Rebellen und machthungrige Tyrannen versuchen, diese absolute Macht an sich zu reißen, eskaliert die Jagd. Kael und Seraphina müssen eine fatale Entscheidung treffen: Fliehen sie weiter vor ihren Schöpfern, oder entfesseln sie das volle Potenzial ihres verbotenen Bandes, um das alte System in Schutt und Asche zu legen? Als sich die Grenzen zwischen Wissenschaft, Magie und den Naturgesetzen auflösen, steht mehr als nur ihre Menschlichkeit auf dem Spiel. Denn wer den Code der Welt umschreibt, weckt Mächte, die besser für immer vergessen geblieben wären...
Mehr anzeigenDer Regen fiel wie ein grauer Schleier über das alte Industrieviertel, doch Kael spürte die Kälte schon lange nicht mehr. Geduckt auf dem rostigen Feuerfluchtauftritt eines verlassenen Lagerhauses, verschmolz er vollkommen mit der Dunkelheit.
Unten in der Gasse war die Falle bereit. Ein unsichtbares Netz aus hochkonzentriertem Silberstaub und versteckten UV-Lichtschranken, platziert mit einer Präzision, die keinen Fehler erlaubte.
Ein leises Knistern ertönte in seinem Ohrstecker. „Die Sensoren schlagen aus, Kael“, erklang Bettys Stimme über den abhörsicheren Funkkanal. Sie war die Einzige im Hauptquartier des Ordens, deren Urteil er blind vertraute. „Sie ist im Anflug. Keine Begleitung. Sie bewegt sich völlig lautlos... fast schon arrogant.“
„Verstanden“, murmelte Kael leise und entsicherte seine Waffe. Das kühle Metall fühlte sich vertraut an. Für ihn war die Welt da draußen – die Lichter der Stadt, der Lärm der ahnungslosen Menschen – nur eine Illusion. Ein kontrolliertes System aus blinden Schachfiguren. Er war hier, um die Fehler in diesem System auszulöschen.
Ein Schatten löste sich aus dem Nebel am Ende der Gasse.
Kael hielt den Atem an. Durch das Fadenkreuz seines Visiers sah er sie. Seraphina. Sie entsprach in keiner Weise den wilden, blutrünstigen Bestien, die er in den letzten Jahren zur Strecke gebracht hatte. Sie trug einen eleganten, dunklen Mantel, ihre Bewegungen waren so fließend und makellos, dass sie beinahe unnatürlich wirkten. Jeder ihrer Schritte war absolut lautlos.
Sie trat in die Mitte der Gasse. Genau dorthin, wo Kael sie haben wollte.
Er drückte den Auslöser in seiner linken Hand.
Mit einem scharfen Zischen schossen die versteckten UV-Projektoren aus den Wänden und tauchten die Gasse in ein gleißendes, tödliches Licht. Gleichzeitig regnete der feine Silberstaub wie ein schimmerndes Netz auf sie herab – eine Kombination, die selbst einen älteren Vampir sofort in brennende Agonie stürzen sollte.
Kael sprang von der Feuerleiter, den Lauf seiner Waffe direkt auf ihr Herz gerichtet, bereit, den finalen Schuss abzugeben.
Doch der Schuss fiel nicht.
Kael erstarrte, als seine Stiefel das nasse Pflaster berührten. Seraphina schrie nicht auf. Sie krümmte sich nicht vor Schmerz. Stattdessen stand sie völlig reglos im gleißenden Licht der UV-Strahlen. Der Silberstaub legte sich auf die Schultern ihres Mantels, ohne ihre Haut zu versengen.
Langsam, fast gelangweilt, hob sie eine Hand und fing ein paar der schimmernden Partikel aus der Luft auf.
Dann hob sie den Blick. Ihre Augen trafen Kaels – und in ihnen lag kein Zorn, sondern eine tiefe, aufrichtige Faszination. Es war der Blick eines Raubtiers, das ein völlig neues Spielzeug entdeckt hatte.
„Ein Käfig aus Silberstaub und fokussiertem Ultraviolett“, brach ihre Stimme die gespannte Stille der Gasse. Ihr Tonfall war weich, beinahe melodisch, aber mit einem Unterton von uralter Macht, die Kael das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ein leichtes, anerkennendes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. „Wie erfrischend. Du bist nicht wie die anderen blinden Drohnen deines Ordens, oder? Du denkst tatsächlich selbst.“
Kael umklammerte seine Waffe fester. Das war unmöglich. Niemand überlebte diese Konzentration an Silber. Sein Verstand, darauf trainiert, jedes Szenario zu berechnen, fand keine logische Erklärung.
„Wer bist du?“, presste er hervor, die Waffe keinen Millimeter senkend.
Sie machte einen langsamen Schritt auf ihn zu, völlig unbeeindruckt von der tödlichen Mündung, die auf ihre Brust zielte. „Ich bin diejenige, die dir gerade das Leben rettet, Jäger.“
Bevor Kael antworten konnte, erhellte ein dumpfes Krachen die Nacht. Ein Teil der alten Ziegelmauer am Ende der Gasse explodierte in einer Wolke aus Staub und Splittern.
„Sieh an“, flüsterte Seraphina, ohne den Blick von Kael abzuwenden, während schwer bewaffnete Gestalten durch die Bresche in die Gasse stürmten. „Die eigentliche Party beginnt gerade erst.“
Jahrhunderte waren vergangen, seit die letzten Erinnerungen an die Zeit der silbernen Fäden im Staub der Geschichte verweht waren. Die Welt war zu einem Ort der unaufgeregten Ordnung geworden. Kargstein war längst ein vergessenes Dorf, ein Ort, an dem die Menschen in einem Rhythmus lebten, der nicht mehr von den großen Fragen der Existenz, sondern von den Zyklen der Jahreszeiten diktiert wurde. Die Archive waren leer, die Legenden verblasst, und die Menschheit hatte den Frieden einer Existenz gefunden, die nichts mehr beweisen musste.Doch die Zeit ist kein gerader Pfad. In der abgelegenen Region der nördlichen Ausläufer, dort, wo die Berge in die unendlichen Ebenen übergingen, geschah etwas, das die Statik dieser vergessenen Ära erschütterte.Ein junger Hirte, dessen Herde sich bei einem plötzlichen Schneesturm in eine vergessene Schlucht verirrt hatte, fand beim Suchen seiner Tiere eine Stelle, an der die Felswand nicht aus Granit, sondern aus einem metallisch schimmernden Material
Jahrhunderte waren vergangen, seit die letzten Spuren des „Elara-Glanzes“ im Boden von Kargstein versickert waren. Das Dorf war längst zu einem Mythos geworden, einem Ort, den man in den Liedern der Wanderer als „Tal des Atems“ bezeichnete, doch niemand wusste mehr, wo genau es lag. Die Welt außerhalb hatte sich erneut gewandelt. Es war eine Ära der sanften, technologischen Einfachheit, in der die Menschen gelernt hatten, die Natur nicht mehr als Gegner zu sehen, sondern als ein komplexes, lebendiges System, in das man sich einfügen musste. Es gab keine Türme mehr, keine Resonanz-Kammern, keine Suche nach dem letzten Geheimnis des Universums. Die Menschheit war erwachsen geworden, nicht durch das Wissen, das sie erworben hatte, sondern durch das Wissen, das sie bereitwillig wieder abgegeben hatte. In einer dieser fernen Zukunftstage grub ein junger Astronom, der nach Anzeichen für die Bewegung der Kontinente suchte, in einer abgelegenen Gebirgsregion – dort, wo einst die nördlichen A
Die Jahre nach Lioras Tod legten sich wie eine sanfte, perlmuttene Schicht über Kargstein. Der Schmerz über das tragische Ende der Liebe zwischen Kael und Liora war nicht verschwunden, doch er hatte sich in eine melodiöse Melancholie verwandelt, die den Alltag des Dorfes durchdrang. Man sprach nicht mehr über das Warum, man akzeptierte das Wie. Die Menschen hatten verstanden, dass das Leben kein mathematisches Problem war, das man durch logische Entscheidungen oder den Verzicht auf Leid lösen konnte. Es war ein Geflecht, in dem Fäden zerrissen wurden, nur um an anderer Stelle wieder – wenn auch mit einem Knoten – zusammengefügt zu werden. Joren, der nun das hohe Alter erreicht hatte, in dem die Grenze zwischen Gestern und Morgen zu verschwimmen begann, verbrachte seine Tage damit, das Erbe der Stille zu hüten. Er sah, wie die Kinder, die Liora beim Summen beobachtet hatten, nun selbst zu Erwachsenen wurden, die ihre eigenen Wege suchten. Es gab keine Rebellion mehr, keine Suche nach
Während in Kargstein die Stille zur Lebensgrundlage geworden war, pulsierte an den Rändern der bewohnten Täler ein anderes Leben. In den Ruinen der alten Grenzregionen, dort, wo die Architektur der Architekten noch immer wie klaffende Wunden in der Landschaft aus der Erde ragte, lebte eine Gemeinschaft, die sich nicht mit der Bescheidenheit der Kargsteiner abfinden wollte. Sie waren die Nachfahren jener, die nach dem Zusammenbruch des großen Archivs nicht in den „Schlaf der Stille“ gefallen waren, sondern in einen Zustand rastloser Suche. Unter ihnen lebte Kael, ein junger Mann mit einer Begabung, die in dieser neuen Welt als gefährliche Anomalie galt: Er konnte die verbliebenen, mikroskopisch feinen Spuren der silbernen Fäden hören – ein tiefes, resonantes Summen, das wie eine alte, vergessene Melodie in seinem Bewusstsein vibrierte. Kael verbrachte seine Nächte damit, den Klängen der Erde zu folgen. In einer Welt, die gelernt hatte, das Wunder als Gefahr zu betrachten, war Kael ein
Die Kälte des Gletschers war kein bloßer atmosphärischer Zustand; sie war ein physikalischer Druck, der die Luft um Elara herum zu erstarren schien. Doch in dem Moment, als ihre bloße Haut das Eis direkt über dem irisierenden Gefäß berührte, geschah etwas Unmögliches. Die Kälte wich nicht etwa eine
Sie bewegten sich schnell und lautlos durch das Labyrinth aus dunklen Seitenstraßen. Der Regen war zu einem eisigen Schauer herangewachsen, der die Neonlichter der Stadt auf dem nassen Asphalt spiegelte. Kael führte die Gruppe an, den verängstigten Dieb – der sich stotternd als Finn vorgestellt hat
Der Staub der Explosion brannte in Kaels Lungen. Aus der klaffenden Lücke im Mauerwerk stolperte ein junger, völlig verdreckter Mann, der sich panisch eine schwere, mit Eisen beschlagene Kiste an die Brust presste. Dicht hinter ihm stürmte ein halbes Dutzend schwer bewaffneter Rebellen in die Gasse
Der Regen fiel wie ein grauer Schleier über das alte Industrieviertel, doch Kael spürte die Kälte schon lange nicht mehr. Geduckt auf dem rostigen Feuerfluchtauftritt eines verlassenen Lagerhauses, verschmolz er vollkommen mit der Dunkelheit.Unten in der Gasse war die Falle bereit. Ein unsichtbare












Rezensionen