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KAPITEL 3: Der Preis der Freiheit

Autor: Pearl's pen
last update Fecha de publicación: 2026-09-03 19:47:02

Jasmines POV

„Wo genau hat eine kleine Maus wie du so viel Käse gefunden?“ Drax lehnte sich in seinem Stuhl zurück und stochere sich mit einem schmutzigen Fingernagel in den Zähnen.

Er war ein massiger, vernarbter Klotz von einem Mann, und sein schäbiges Büro roch nach Zigarrenrauch und dem verdächtigen Hauch von altem Blut.

Er starrte auf die dicken Geldbündel hinunter, die ich gerade auf seinen vernarbten Schreibtisch geklatscht hatte. Das Geld, das ich genau vor zwei Wochen von diesem furchterregenden Fremden, Glenn, gestohlen hatte.

Ich hielt mein Gesicht vollkommen ausdruckslos, verschränkte die Arme vor der Brust und versteckte so das Zittern meiner Hände.

„Es ist egal, woher ich das Geld habe, Drax. Solange ich die Schulden bezahle, die meine Mutter bei dir hatte, sollte es dir egal sein, ob es vom Himmel gefallen ist.“

Drax schnaubte, beugte sich vor und griff mit seinen dicken Fingern nach den Bündeln, blätterte rasch durch die Scheine. Er hatte keinen Geldzähler, aber er brauchte auch keinen. Seine gierigen Augen erfassten jeden einzelnen Dollar.

„Nur so dahergeredet, Trivett“, brummte er. „Leute, die plötzlich an großes Geld kommen, haben meistens wütende Leute hinter sich her. Und ich mag keine wütenden Leute, die an meiner Tür klopfen.“

„Niemand sucht nach mir“, log ich.

Er war mit dem Zählen fertig, zog ein zerknittertes Kassenbuch aus der Schreibtischschublade und kritzelte etwas mit einem abgestumpften Bleistift hinein. Er rechnete kurz im Kopf, die Lippen bewegten sich lautlos. „In Ordnung. Das deckt einen massiven Teil der Hauptsumme ab. Wenn du so weitermachst, brauchst du für den Rest nur noch ein paar Wochen.“

Erleichterung überkam mich in einer Welle. Nach Jahren, in denen ich unter den Fehlern meiner toten Mutter erstickt war, konnte ich endlich Licht am Ende des Tunnels sehen.

„Den Rest habe ich bald“, sagte ich, drehte mich auf dem Absatz um und wartete nicht auf eine Antwort. Ich schob einfach die Tür auf und trat hinaus in die düsteren Gassen von Cresthaven.

In dem Moment, als die Tür hinter mir ins Schloss fiel, sackten meine Schultern nach vorne. Ich stieß einen zitternden Atemzug aus, wickelte meine dünne Jacke fester um den Körper und machte mich auf den Weg nach Hause. Dabei huschten meine Augen zu jedem Schatten, jeder Gasse und jedem geparkten Auto.

Ich war äußerst vorsichtig. Seit diesem verrückten Zusammenstoß mit diesem unheimlichen Typen waren Zea und ich draußen besonders umsichtig. Ich fühlte mich wie ein wandelndes Ziel.

Eine plötzliche Welle von Übelkeit traf mich so heftig, dass mir die Sicht verschwamm. Ich stolperte, drückte eine Hand gegen eine kalte Ziegelmauer, um mich zu stabilisieren, während mein Magen einen gewaltsamen Salto machte. Mir ging es seit Tagen nicht gut… ich war ständig erschöpft, meine Brüste schmerzten, und mein Magen fühlte sich an, als wäre er permanent verknotet.

Ich wischte mir einen Schimmer kalten Schweißes von der Stirn. Ich brauchte Medizin und spürte den starken Drang, in einer Apotheke anzuhalten und etwas zu holen, nur um den Magen zu beruhigen, damit ich funktionieren konnte. Ich zwang mich weiterzugehen, schob den Schmerz beiseite und steuerte auf das neongrüne Kreuz einer Apotheke zwei Blocks weiter zu.

Ich erreichte die Glastüren und streckte die Hand aus, um sie aufzudrücken, doch plötzlich erstarrte ich.

Die Haare in meinem Nacken stellten sich auf, als Paranoia meine Adern überflutete. Meine Hand umklammerte den Türgriff fester, und ich drehte langsam den Kopf, die Augen den Straßen entlang huschend.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite lehnte ein Mann in einem dunklen Hoodie an einer verrosteten Straßenlaterne. Er rauchte eine Zigarette, doch sein Kopf war direkt zu mir geneigt, und er starrte. War er ein Enforcer? Hatte Glenn mich gefunden?

Das silberne Amulett, das an meinem Schlüsselbein ruhte, hielt meine Wölfin in einem schmerzhaften, quälenden Nichts eingeschlossen. Ich war völlig blind und hatte keine gesteigerten Sinne. Ich war nur ein schwaches, verwundbares Omega-Mädchen.

Die Angst siegte. Ich ließ die Apothekentür stehen, steckte die Hände in die Taschen und ging weiter, beschleunigte meinen Schritt. Ich schaute nicht zurück, nahm aber einen verschlungenen, komplizierten Weg, schnitt durch Gassen, bog im Zickzack durch einen überfüllten Freiluftmarkt und kletterte über einen rostigen Maschendrahtzaun, bis ich absolut sicher war, dass mir niemand folgte.

Als ich endlich die heruntergekommene, enge Wohnung erreichte, die ich mit Zea teilte, war ich völlig erschöpft. Ich schlüpfte hinein, verriegelte den Türriegel, warf die Kette vor und sackte gegen die Tür. Die Wohnung war leer… Zea war auch unterwegs gewesen.

Ich stöhnte, streifte die Jacke ab, trat die Schuhe aus und schleppte meinen schmerzenden Körper zum Bett, wo ich mich mit dem Gesicht voran auf die Matratze fallen ließ. Ich schloss die Augen und versuchte verzweifelt, etwas Schlaf zu finden.

Ich wusste nicht, wie lange ich weg war, doch das laute Rasseln am Türgriff riss mich wach.

Ich setzte mich mit hämmerndem Herzen auf, bis ich Zeas vertraute Stimme hörte, die über ihre Schlüssel fluchte. Sie stürmte in die Wohnung, das rötliche Haar vom Wind zerzaust, stilvoll, aber zutiefst gestresst aussehend. Sie sah mich auf dem Bett sitzen, und ihre kühnen braunen Augen weiteten sich.

„Jas! Wo zum Teufel warst du?“ verlangte sie und warf ihre Handtasche auf die Küchenzeile. „Wann bist du rausgeschlichen?“

„Ich war bei Drax“, sagte ich und rieb mir den Schlaf aus den Augen.

„Bist du verrückt?“ Zea marschierte herüber und stemmte die Hände in die Hüften. „Wir hatten vereinbart, uns bedeckt zu halten!“

„Zea, es sind schon zwei Wochen, dass wir uns wie Ratten verstecken“, betonte ich und fuhr mir mit einer Hand durch mein zerzaustes dunkles Haar. „Ich kann mein Leben nicht einfach pausieren. Die Zinsen haben sich angehäuft.“

„Du solltest nicht draußen sein!“ widersprach sie, die Stimme vor beschützendem Ärger lauter werdend. „Ich kann mich unter die Leute mischen. Ich habe nichts getan. Du warst diejenige, die im Bett dieses unheimlichen Fremden gelandet ist! Du hast seine Geldbörse gestohlen! Du stehst da draußen massiv im Nachteil. Wenn er jemanden sucht, dann dich.“

Ich zuckte zusammen, wusste, dass sie recht hatte, blieb aber standhaft. „Wenn ich dem Kredithai heute nicht die Rate gebracht hätte, hätte Drax morgen diese Tür eingetreten. Das hätte ernsthaften Ärger bedeutet. Echten, gewalttätigen Ärger.“

Zea öffnete den Mund, um wieder zu schreien, seufzte dann aber, die Schultern sackten nach unten. Sie fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. „Wie viel hast du ihm gegeben?“

„Alles“, sagte ich leise. „Die ganze Geldbörse. Ich habe nur noch ein paar Wochen Raten übrig, Zea. Ich bin fast frei.“

Zeas Ausdruck wurde sofort weicher. Sie kam herüber, setzte sich neben mich aufs Bett und legte einen Arm um meine Schultern. „Okay“, murmelte sie und legte den Kopf an meinen. „Okay. Das ist riesig, Jas. Du bist diesem abscheulichen Schuldenberg fast entkommen. Nur… bitte schleich dich nicht noch einmal ohne mich zu informieren raus.“

„Ich verspreche es“, flüsterte ich.

Wir ruhten in dem tröstlichen Gedanken, dass mein Albtraum bald vorbei war, doch meine Nacht war alles andere als friedlich.

Später am Abend brachte Zea einen Typen von der Bar mit nach Hause. Das war ein regelmäßiges Vorkommnis, also sammelte ich leise meine Decken und zog mich in die kleine, enge Ecke im Wohnzimmer zurück, wohin ich jede Nacht ging, wenn sie Gesellschaft hatte.

Ich rollte mich auf der dünnen Bodenmatratze zusammen, zog das Kissen über den Kopf, doch es half nicht. Die Wohnungswände waren papierdünn.

Ich lag im Dunkeln und war gezwungen, dem lauten Quietschen der Bettfedern, den keuchenden Stöhnen, dem schmutzigen Gerede und den schweren Grunzlauten zuzuhören, während Zea den Typen fickte, den sie heute mitgebracht hatte.

Normalerweise rollte ich nur mit den Augen und versuchte, es zu ignorieren, doch heute nacht bewirkten die Geräusche etwas Seltsames bei mir. Mein Körper fühlte sich überempfindlich an, eine heiße, schwere Hitze flutete meine Haut.

Ohne meine Erlaubnis drifteten meine Gedanken von der engen Wohnung weg und zogen mich zurück in diese luxuriöse Suite im Elysian Moor. Ich erinnerte mich an Glenns dunkle, leuchtende Augen und daran, wie sich seine großen Hände über meine nackte Haut geschoben hatten.

Ich biss mir auf die Lippe.

Auch wenn ich dagegen ankämpfen wollte, auch wenn er ein unheimlicher Fremder war, der mich im Grunde erpresst hatte – ich fühlte mich unglaublich geil, wenn ich daran dachte. Es war ohne den Schatten eines Zweifels der beste Sex meines gesamten Lebens gewesen. Er hatte mich auf Weisen berührt, die mich Dinge fühlen ließen, von denen ich nicht einmal gewusst hatte, dass sie existierten.

Mein Atem wurde flach, und meine Hand glitt langsam unter die Decken, wanderte über meinen Bauch und strich am Rand meiner Unterwäsche entlang.

Ich begann, mich zu berühren, während mein Geist die Bilder von jener Nacht heraufbeschwor – doch dann grub sich das silberne Amulett scharf in meine Brust, als ich mich bewegte.

Der Schmerz riss mich in die Realität zurück. Ich keuchte auf und riss die Hand weg, als hätte ich mich verbrannt. Ich schalt mich hart, zwang die Augen auf und starrte in die Dunkelheit.

„Hör auf damit“, flüsterte ich mir selbst heftig zu. „Er ist ein Monster. Du bist nur gestresst. Schlaf.“

Ich zwang mich aufzuhören, wälzte mich hin und her, bis die Erschöpfung mich endlich hinunterzog.

Am nächsten Morgen war meine Übelkeit völlig unerträglich geworden, und es war nicht mehr nur Übelkeit.

Ich wachte auf, und das Zimmer drehte sich gewaltsam um mich. Kaum schaffte ich es ins Badezimmer, bevor ich alles aus meinem leeren Magen in die Toilette erbrach. Der Schwindel war so heftig, dass ich nicht mehr gerade stehen konnte.

Zea fand mich auf den kalten Badezimmerfliesen sitzend, blass und zitternd, und stellte keine Fragen. Sie griff einfach meinen Mantel und zwang mich, ins Krankenhaus zu gehen.

Jetzt saß ich in einem weißen Wartezimmer und wartete ängstlich, nachdem eine Reihe von Bluttests und eine körperliche Untersuchung hinter mir lagen.

Ich saß auf einem unbequemen Plastikstuhl, tippte unruhig mit dem Fuß auf den Boden, während Zea bei der Arbeit war und mich völlig allein mit meinen rasenden Gedanken zurückließ.

Was, wenn ich eine schreckliche Krankheit hatte? Was, wenn meine unterdrückte Wölfin endlich an dem Amulett starb und meinen menschlichen Körper mit hinunterzog?

„Jasmine Trivett?“

Ich zuckte zusammen, als eine Krankenschwester in blauer Berufskleidung mich heranwinkte. Ich stand auf wackligen Beinen auf und folgte ihr einen langen Flur entlang in einen kleinen, hell erleuchteten Untersuchungsraum.

Einen Moment später trat der Arzt ein, einen Manilakordner in den Händen. Er lächelte mich sanft an und setzte sich auf einen rollenden Hocker.

„Nun, Jasmine“, sagte der Arzt ruhig und freundlich. „Wir haben Ihre Testergebnisse zurück. Die gute Nachricht ist: Sie sind nicht krank. Es gibt keine Infektion, und Ihre Vitalwerte sind relativ stark.“

Ich stieß einen massiven Atemzug aus, von dem ich nicht gewusst hatte, dass ich ihn angehalten hatte. „Danke der Mondgöttin. Warum habe ich dann seit Tagen erbrochen? Der Schwindel…“

Der Arzt öffnete den Ordner, blickte auf die Papiere darin und lächelte sanft und beruhigend.

„Das sind vollkommen normale Symptome“, enthüllte er und sah in meine weit aufgerissenen, verängstigten Augen. „Jasmine… Sie sind schwanger…“

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