LOGIN
Autor-POV
„Ihre Ergebnisse sind positiv, Frau Evans. Sie sind in der 6. Woche.“
Diese Worte des Arztes fühlten sich an wie ein Traum. Drei ganze Jahre lang hatte Claire mit der stillen Scham gelebt, dass ihr Körper kaputt sei.
Jeden einzelnen Monat brachte ein weiterer negativer Test, eine weitere Nacht, in der sie still im Bad weinte, während Scott sich im Bett von ihr abwandte, angewidert von dem Gewicht, das sie nicht abnehmen konnte, egal wie wenig sie aß.
Doch als sie das weiße Papierblatt in den Händen hielt, rollte eine Träne reiner Freude über ihre Wangen. Die schwachen rosa Linien bewiesen, dass alles gut werden würde. Claire drückte das Papier an ihre Brust und stellte sich bereits Scotts Gesicht vor, wenn sie es ihm heute Abend zu ihrem 3.
Hochzeitstag überreichte.
„Vielen, vielen Dank, Doktor!“ piepste Claire und wischte sich die Augen, während sie aufstand, um ihre Handtasche zu nehmen.
„Nehmen Sie es langsam auf den Treppen, Claire“, fügte Dr. Evans hinzu und tippte mit warmem Lächeln den Kugelschreiber auf seinen Schreibtisch. „Und grüßen Sie Scott von mir. Es war schön, seinen kleinen Jungen und sein Mädchen zu treffen, als er sie letzten Monat zur Untersuchung gebracht hat. Er wirkte wie ein so hingebungsvoller Vater.“
Ein kalter, erdrückender Schauer lief Claire den Rücken hinunter und fror ihre Füße auf dem Linoleumboden fest.
Ihre Hand stoppte wenige Zentimeter vor der Türklinke, das geschäftige Geräusch des Klinikflurs verblasste zu einem tiefen, furchteinflößenden Summen.
„Was… was haben Sie gerade gesagt?“ Claire drehte sich langsam um, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern.
Dr. Evans blinzelte und sah verwirrt über ihre plötzliche Reaktion. „Oh, ich meinte nur, es war schön, Scott letzten Monat zu sehen. Er kam mit Leo und Maya. Ein Junge um die 5 und ein kleines Mädchen um die 3. Ich dachte, er hilft aus, während Sie beschäftigt sind.“
Ihr Herz schlug so heftig gegen die Rippen, dass sie kaum atmen konnte. Leo und Maya. Claire kannte diese Namen.
Sie kannte diese Kinder. Es waren die Kinder ihrer besten Freundin Amber. Die Kinder, auf die Claire aufgepasst hatte.
Die Kinder, für die sie die letzten 5 Jahre Kleidung und Geburtstagsspielzeug gekauft hatte.
Amber hatte ihr immer erzählt, dass ihr Vater ein Militärauftragnehmer im Ausland sei, ein geheimer Ehemann, der auf unbestimmte Zeit im Einsatz sei und nicht da sein könne. Warum sollte Scott Ambers Kinder zum Arzt bringen?
„Richtig.“ Claire zwang ihre Lippen zu einem engen, hohlen Lächeln, obwohl ihre Knie in der übergroßen Jeans zitterten. „Er… er hat nur einer Freundin geholfen. Danke, Doktor.“
Claire stolperte förmlich aus dem Büro, das silberne Ultraschallpapier zitterte heftig in ihrem Griff.
Er war nur ein guter Freund zu Amber, versuchte sie sich einzureden, als sie in die helle Nachmittagssonne trat. Amber hat sonst niemanden hier. Scott hat ihnen nur eine Mitfahrgelegenheit gegeben.
Doch als sie ihr Auto aufschloss, bildete sich ein schrecklicher Knoten in ihrer Magengrube. Eine stille, unheimliche Stimme im Hinterkopf flüsterte, dass jedes Stück ihres Lebens auf einer Lüge aufgebaut war.
„Nein!“ keuchte Claire und schlug mit den Händen gegen das Lenkrad, während die Worte des Arztes in ihrem Kopf widerhallten.
Leo und Maya. Das waren die Kinder ihrer besten Freundin Amber… die, auf die Claire aufgepasst, die sie gekleidet und geliebt hatte. Die beiläufige Bemerkung von Dr. Evans hatte nicht nur einen Zweifelssamen gepflanzt; sie hatte eine Bombe in ihrer Brust detonieren lassen.
Mit zitternden Händen steckte sie den Schlüssel ins Zündschloss und legte den Gang ein. Sie brauchte keine Beruhigung.
Sie brauchte Antworten. Sie raste durch die schmiedeeisernen Tore des Oakridge-Anwesens, die Augen fixiert auf den schlanken silbernen Umschlag auf dem Beifahrersitz… ihre Ultraschallergebnisse und vielleicht ihren letzten Faden Hoffnung.
Sie fuhr direkt ins Gelände, und wie üblich war Amber im Haus. Ja, sie hatte Amber als nichts anderes als eine Schwester betrachtet, und deshalb war sie im Haus sehr frei, kam wann und wie sie wollte.
Sie fuhr auf die Kopfsteinpflaster-Auffahrt und parkte direkt hinter Ambers hochwertigem Mercedes-SUV. Claire stieg aus, den Umschlag fest umklammert, doch als ihr Blick über die beiden Fahrzeuge glitt, erfasste ein scharfer Schauer ihren Rücken.
Es waren nicht nur dasselbe seltene obsidianschwarze Modell… die Nummernschilder waren praktisch identisch. Claires Schild lautete AML-259. Ambers lautete AML-299.
Amber hatte immer behauptet, ihr schwer fassbarer, jetsetzender Ehemann habe ihr das Auto gekauft.
Die schreckliche Realität traf Claire wie eine eisige Welle: Scott hatte ihr nicht nur ein Auto gekauft; er hatte am selben Tag beim selben Händler zwei identische Luxusfahrzeuge gekauft.
Sie ging hinein und fand Scott, Amber und seine Mutter Victoria beim Tee mit den zwei kleinen Kindern – und im selben Augenblick glitt ihr der Brief aus den Händen.
Sie war immer so hineingelaufen, aber es war ihr nie so bewusst geworden wie jetzt. Es schien, als hätte der Moment, in dem der Arzt diese Aussagen machte, ihr Gehirn und ihren Geist für verschiedene
Möglichkeiten und die Realität dessen, was vor sich ging, geöffnet. Amber drehte sich zu ihr um und schenkte ihr ein halbherziges Lächeln, während Scott sie nicht einmal wahrnahm, genau wie sonst auch.
Dann stand Victoria auf, kam mit dem Teekessel auf sie zu und drückte ihn ihr entgegen. „Bring mehr Tee für die Kinder.“
„Was?“ In diesem Moment hatte Claire nicht die richtigen Worte, und selbst Victoria war überrascht.
„Hast du gerade frech zu mir gesprochen?“ fragte Victoria wütend, genau wie immer
Dann traf sie die Wahrheit wie ein Schlag. Die Geschenke, die sie über die Jahre liebevoll für die Kinder von Ambers geheimem Ehemann gekauft hatte, waren in Wahrheit für Scotts geheime Familie.
Claire bewegte sich keinen Zentimeter in Richtung Küche.
Sie stand wie erstarrt im Torbogen des opulenten Wohnzimmers und nahm die Szene in sich auf: Scott, ihre Schwiegermutter Victoria und Amber saßen gemeinsam um den Marmor-Couchtisch wie eine bilderbuchmäßige Familie, während Leo und Maya auf dem Teppich spielten.
„Hast du mich gehört, Mädchen? Geh und mach mehr Tee!“ forderte Victoria, ihre Stimme durchzogen von ihrer üblichen aristokratischen Verachtung.
Amber lachte leise und stellte ihre Teetasse ab. „Ach, lass sie, Victoria.
Scott und ich haben gerade die Nachricht bekommen, dass Miller Holdings unseren Firmenpitch angenommen hat! Das verdient eine Feier.“
„Unseren Pitch?“ Claires Stimme schnitt messerscharf und zitternd durch den Raum. „Du meinst meinen Pitch, Amber? Das technische Framework, an dem ich sechs Monate lang gearbeitet habe, während Scott behauptete, er kümmere sich um die Betriebsabläufe?“
Scott wirkte zunächst bedroht, wurde aber sofort kühner, als er aufstand. „Ich sehe, du benimmst dich so komisch. Ja, sie hat sich versprochen. Sie hat nur gesagt ‚wir haben den Vertrag‘, ist das schlimm? Ich dachte, du siehst deine Freundin als Familie. War ihre Aussage falsch?“ griff Scott kalt an.
„Was meinst du mit ‚war ihre Aussage falsch‘?
Verstehst du nicht? Sie ist nur meine Freundin. Und doch sieht es so aus, als lebte ich in ihrem Schatten. Amber, was hast du bei Dr. Evans im Krankenhaus gemacht? Und warum warst du mit Scott dort?“
Claires Frage ging direkt an Amber, deren Besteck ihr sofort aus den Händen glitt.
Victoria erkannte die Situation, zog die Kinder in ihr Spielzimmer, schloss die Tür und kehrte ins Wohnzimmer zurück. Amber blieb still.
Sie wusste nicht, was sie tun sollte, aber ihnen war klar, dass alles zusammengestoßen war, und jetzt mussten sie einen Ausweg finden.
„Was? Was meinst du? Kann ich meine Kinder nicht zur Untersuchung ins Krankenhaus bringen?“ griff sie an.
„Du verstehst es nicht. Kannst du deine Kinder nicht ohne meinen Mann zur Untersuchung ins Krankenhaus bringen?“
Bevor sie ein weiteres Wort sagen konnte, war Victoria schnell und schlug ihr ins Gesicht, während sie sich die Wange hielt.
„Victoria!“ zischte sie.
Jetzt brauchte niemand Claire mehr etwas zu erklären, bevor sie genau verstand, was vor sich ging. Sie war die ganze Zeit blind für die Wahrheit gewesen.
„Ja, ja, und was dann, hm? Du hast die Wahrheit herausgefunden, und was dann?“ knurrte Victoria.
Im selben Moment wusste Scott, dass es Zeit war, ihren Zug zu machen.
Sie hatten sich auf diesen Tag vorbereitet, den Tag, an dem sie Claire endlich aus ihrem Leben werfen konnten. Und endlich hatte sie ihnen den einen Vertrag verschafft, der sie für Jahre als Millionäre über Wasser halten konnte, da es sich um einen Milliarden-Dollar-Vertrag handelte.
Scott stand langsam auf und stieß sie rückwärts, während Claire taumelte, völlig sprachlos, die Kehle trocken vom vielen Luftschnappen und zu schockiert, um den Mund zu halten.
„Du fetter Narr“, begann er, jedes Wort begleitet von einem Stoß seiner Finger gegen ihre Schulter. „Du nutzlose, aufgeblähte Hausdienerin“, schlug er zurück. „Du bist zu nichts zu gebrauchen.
Und ich bin es leid, und es war höchste Zeit, dass du es herausfindest. Du warst nur eine Plage in meinem Leben, und jetzt kannst du gehen. Ich bin für immer fertig mit dir.“
Autor-POVIn diesem Moment wischte sich Claire die Augen und stieß Ryan langsam von sich.„Warum tust du das, Miller?“ fragte Claire kalt, die Augen voller Misstrauen. „An der Uni waren wir Rivalen. Du hast mich wie deine größte Bedrohung behandelt.“Ryan grinste spöttisch, seine grauen Augen bohrten sich in ihre. „Du warst meine Bedrohung. Ich habe dich nicht aus Mitleid aus dem Sturm geholt, Claire. Einem Genie zuzusehen, wie es von einem Parasiten wie Scott Evans ausgenommen wird, ist eine Beleidigung für mich.“„Ich brauche keinen Retter“, schnappte sie.„Ich biete keinen Retter an“, beugte sich Ryan vor, seine Stimme dunkel und samtig. „Ich biete eine Waffe an.“Claire konnte nicht anders, als noch intensiver über die Rache nachzudenken, die in ihr aufstieg.„Danke“, sagte sie. „Ich werde sie nicht entkommen lassen. Nach allem, was sie mir angetan haben, werden sie nicht so einfach davonkommen. Sie werden dafür büßen. Ich werde für mein Kind kämpfen. Ich werde für alles kämpfen,
Autor-POV„Oh mein Gott!“ stotterte sie und stürzte zum Parfüm. Alles, was sie in die Hand nahm, rief Erinnerungen wach.„Wow, ich wusste gar nicht, dass du dasselbe Parfüm benutzt wie ich“, erinnerte sie sich, wie sie Amber an einem zufälligen Tag gefragt hatte, als sie Geschenke zu Ambers Haus gebracht hatte, um den zweiten Geburtstag eines ihrer Kinder zu feiern.„Oh ja, ich liebe, wie gut du riechst, und ich habe tatsächlich dasselbe gekauft. Lass mich ganz ehrlich zu dir sein: Mein Mann hat es mir gekauft. Ich habe ihm erzählt, wie schön du riechst, und er meinte, er würde es lieben, wenn ich auch so schön riechen würde wie du. Das war’s.“Die Erinnerungen fühlten sich an wie Messerstiche in Claires Herz. Sie griff sich ins Haar und zog daran – nicht, weil sie es ausreißen wollte, sondern weil es der einzige Weg war, den Schmerz in ihrem Herzen zu unterdrücken. Dann ging sie zu ihren Designermänteln, streichelte jeden einzelnen und blieb bei dem roten stehen, nahm ihn heraus – u
Autoren-POVSeine Worte trafen Claire mitten ins Herz, das laut zu hämmern begann. Claire konnte ihren eigenen Ohren nicht trauen. Sie drehte sich zu Victoria und sah dieses böse Lächeln in ihrem Gesicht, dann zu Amber, die dasselbe trug. Sie hatte mitten unter Teufeln gelebt und es nie gemerkt.„Was hast du gerade gesagt? Du bist fertig mit mir, Scott? Du bist fertig mit mir nach all diesen Jahren? Ich habe dir mein Leben gegeben. Ich bin wegen dir zu diesem fetten Narren geworden, und du stößt mich weg? Wenn es nicht um mich gewesen wäre, hättest du nichts davon schaffen können. Alles, was du heute besitzt, verdankst du mir!“ schrie Claire so laut, wie ihre Stimme es zuließ.Scott gab nur sein böses Lachen von sich, bevor er sich zu Amber umdrehte, sie an der Taille packte und fest an sich zog – etwas, das er nie mit Claire getan hatte.„Ja. Ich bin fertig mit dir. Ich brauche dich nicht mehr. Ich brauche Amber an meiner Seite. Sie ist meine Frau. Du warst nur eine Schachfigur in
Autor-POV„Ihre Ergebnisse sind positiv, Frau Evans. Sie sind in der 6. Woche.“Diese Worte des Arztes fühlten sich an wie ein Traum. Drei ganze Jahre lang hatte Claire mit der stillen Scham gelebt, dass ihr Körper kaputt sei. Jeden einzelnen Monat brachte ein weiterer negativer Test, eine weitere Nacht, in der sie still im Bad weinte, während Scott sich im Bett von ihr abwandte, angewidert von dem Gewicht, das sie nicht abnehmen konnte, egal wie wenig sie aß.Doch als sie das weiße Papierblatt in den Händen hielt, rollte eine Träne reiner Freude über ihre Wangen. Die schwachen rosa Linien bewiesen, dass alles gut werden würde. Claire drückte das Papier an ihre Brust und stellte sich bereits Scotts Gesicht vor, wenn sie es ihm heute Abend zu ihrem 3. Hochzeitstag überreichte.„Vielen, vielen Dank, Doktor!“ piepste Claire und wischte sich die Augen, während sie aufstand, um ihre Handtasche zu nehmen.„Nehmen Sie es langsam auf den Treppen, Claire“, fügte Dr. Evans hinzu und tippte mi







