LOGINAutor-POV
„Oh mein Gott!“ stotterte sie und stürzte zum Parfüm. Alles, was sie in die Hand nahm, rief Erinnerungen wach.
„Wow, ich wusste gar nicht, dass du dasselbe Parfüm benutzt wie ich“, erinnerte sie sich, wie sie Amber an einem zufälligen Tag gefragt hatte, als sie Geschenke zu Ambers Haus gebracht hatte, um den zweiten Geburtstag eines ihrer Kinder zu feiern.
„Oh ja, ich liebe, wie gut du riechst, und ich habe tatsächlich dasselbe gekauft. Lass mich ganz ehrlich zu dir sein: Mein Mann hat es mir gekauft. Ich habe ihm erzählt, wie schön du riechst, und er meinte, er würde es lieben, wenn ich auch so schön riechen würde wie du. Das war’s.“
Die Erinnerungen fühlten sich an wie Messerstiche in Claires Herz. Sie griff sich ins Haar und zog daran – nicht, weil sie es ausreißen wollte, sondern weil es der einzige Weg war, den Schmerz in ihrem Herzen zu unterdrücken.
Dann ging sie zu ihren Designermänteln, streichelte jeden einzelnen und blieb bei dem roten stehen, nahm ihn heraus – und da war er… genau der rote Mantel, der eben noch auf dem Esstisch gelegen hatte und Amber gehörte.
Amber? Victoria hatte ihn für Claire gekauft, also bedeutete das klar, dass sie ihn auch für Amber gekauft hatte.
„Oh mein Gott, oh mein Gott! Bedeutet das, dass sogar das Familienerbstück, von dem Victoria behauptet hatte, sie hätte es verloren, die ganze Zeit bei Amber war? Amber hat die ganze Zeit als die wahre Herrin des Hauses gelebt, und ich war nichts weiter als eine Dienerin“, murmelte Claire bitter, die Hände zitterten nervös, während sie versuchte, alles zurückzukämpfen.
„Wohin soll ich mich wenden? Wohin soll ich gehen? Wenn ich hier weggehe, habe ich nirgendwo hin.“
Ihre Worte strömten unaufhörlich heraus, Tränen flossen unkontrollierbar.
Claire war in völlige Verzweiflung über ihre isolierte Lage gestürzt.
Sie konnte sich erinnern, wie sie vor fünf Jahren während des Studiums von ihrer Familie weggelaufen war, weil ihr Vater Scott abgelehnt hatte.
Sie hatte ihren Status, den Schutz ihrer Familie und ihr Erbe aufgegeben, um Scotts Geschäft von Grund auf aufzubauen, in dem Glauben, dass ihre Familie sie nie wieder aufnehmen würde, nachdem sie sich ihnen widersetzt hatte.
„Ich habe alles für ihn getan. Ich habe alles für ihn getan, und das ist, was er mir angetan hat. Ich habe meine Familie verloren, und ich kann nicht einmal zu ihnen zurücklaufen, und das ist, was er mir angetan hat. Er wird bezahlen. Er wird für alles bezahlen“,
Claires Worte waren so bitter, wie sie nur sein konnten. „Ich kann nicht zulassen, dass er mich so rauswirft.“
Sie schleppte ihre Taschen die Treppe hinunter, nur um zu sehen, dass Scott bereits Putzutensilien genau dort vorbereitet hatte, wo sie geblutet und den Teppich befleckt hatte.
Victoria zerrte sie hart nach vorne.
„Mach das alles sauber!“ spuckte sie und drückte Claire den Mopp in die Hand.
Claire hatte genug. Sie warf ihn sofort weg, ohne Rücksicht darauf, wen er traf, ging auf Scott zu, hob die Hand und schlug ihm heftig ins Gesicht. Nichts befriedigte sie mehr als das, was sie gerade getan hatte.
„Wie kannst du es wagen, Scott Evans! Wie kannst du es wagen, mir in die Augen zu schauen und mich nach fünf langen Jahren zu betrügen! Du warst nichts! Ihr alle wart nichts ohne mich!“ begann sie. „Jeder von euch wird dafür bezahlen! Mich zu täuschen, mich zu vergiften, mich in einen fetten Narren zu verwandeln, wie ihr gesagt habt! Ihr werdet für jede einzelne Sache bezahlen, die ihr mir gestohlen habt!“
Bevor sie ihren Satz beenden konnte, hatte Victoria sie bereits gepackt und zurückgezerrt, während Amber sie hinausschob und Scott den Umschlag trug, den sie ihm gebracht hatte, als sie sie alle gemeinsam hinausdrängten.
„Raus! Ich will dich nicht zurück, und ich will dich nirgendwo in meinem Leben sehen, sonst sorge ich dafür, dass du dich selbst hasst!“ schwor ihr Scott, während Claire am Boden lag und immer noch blutete.
Der Regen prasselte auf jeden Teil von ihr, aber er fühlte sich wie nichts an im Vergleich zu dem Herzschmerz, den sie empfand. Sie sagte kein weiteres Wort zu ihnen und schleppte stattdessen ihre Tasche, während sie zusah, wie sie die Tür vor ihrer Nase abschlossen.
Sie taumelte die Auffahrt des Anwesens hinunter in den eisigen, dunklen Sturm, blutete aus, war bis auf die Knochen durchnässt und trug den doppelten Schmerz, ihr Baby und ihr gesamtes Leben verloren zu haben.
Ihre Beine versagten in der Nähe der Haupttore. Das überwältigende körperliche Trauma und der qualvolle Schmerz in ihrem Schoß zogen sie schließlich unter, und sie brach auf dem nassen Asphalt zusammen, ihr Blickfeld versank in völliger Dunkelheit.
Zwei Strahlen stechender LED-Scheinwerfer schnitten durch den sintflutartigen Regen.
Ein mitternachts-obsidianer Maybach Exelero glitt lautlos bis auf wenige Zentimeter an ihren gefallenen Körper heran.
Die hintere Beifahrertür schwang auf, und eine hochgewachsene Gestalt trat in den Sturm hinaus. Ryan Miller… CEO von Miller Holdings und der gefürchtetste Finanzier der Hauptstadt… zögerte nicht. Er ignorierte den Regen, der seinen Savile-Row-Anzug ruinierte, seine scharfen, sturmgrauen Augen verengten sich, als er Claires bewusstlose Gestalt fixierte.
Ohne ein Wort hob er ihren zerbrechlichen, durchnässten Körper in die Arme, wickelte seinen schweren Kaschmirmantel um sie, um sie vor der eisigen Kälte zu schützen, und trug sie in die warme, lederduftende Zuflucht seines Fahrzeugs.
Als er auf ihr blasses, tränenüberströmtes Gesicht hinabblickte, brannten seine grauen Augen vor dunkler, tödlicher Wut.
„Die Blutuntersuchung bestätigt, was wir befürchtet haben, Herr Miller“, sagte Dr. Hayes mit knapper, schwerer Stimme, während er vom leuchtenden Monitor zurücktrat. „Sie ist nicht einfach wegen schwerer Erschöpfung und Unterkühlung zusammengebrochen. Ihr System war über 30 Monate hinweg mit toxischen Mengen synthetischer Steroide überschwemmt… eine absichtliche, langsam wirkende Dosis, die darauf abzielte, ihren Stoffwechsel und ihr Fortpflanzungssystem zu zerstören.“
Aus dem hohen Ledersessel in der Nähe des bodentiefen Fensters rührte Ryan Miller keinen Muskel, aber seine scharfen grauen Augen verdunkelten sich zu etwas furchterregend Tödlichem.
„Und die Blutung?“
„Eine akute, traumatische Fehlgeburt“, antwortete der Arzt leise und blickte zu der stillen Gestalt auf dem plüschweißen Krankenhausbett. „Sie war ungefähr sechs Wochen weit.
Das körperliche Trauma ihres Zusammenbruchs in Kombination mit der chemischen Überlastung… es gab keine Chance, dass die Schwangerschaft überleben konnte.
Und außerdem wird es große Schwierigkeiten geben, falls sie erneut schwanger werden will. Ihr Körper ist zerstört.
Sie braucht intensive Pflege.“
Alle Worte des Arztes störten Ryan nicht, denn er wusste bereits alles darüber. Als er sie in seinem Auto getragen hatte, zugesehen hatte, wie schwach sie war und wie sie unaufhörlich nach ihrem Baby gerufen hatte, hatte es ihn verletzt. Aber der Arzt war noch nicht fertig.
„Sie spielen ein gefährliches Spiel, indem Sie sie unter Ihrem eigenen Namen in einen privaten VIP-Trakt bringen, Ryan“, fügte Dr. Vance hinzu und justierte sorgfältig die intravenöse Leitung, die die Entgiftungsflüssigkeit in ihren Arm leitete. „Wenn Scott Evans oder seine Familie herausfindet, dass sie hier ist…“
„Scott Evans ist ein toter Mann, der es nur noch nicht begriffen hat“, unterbrach Ryan, sein tiefer Ton so scharf, dass er die Luft im Raum erstarren ließ.
Er erhob sich aus dem Sessel, seinen maßgeschneiderten Anzugmantel über einen Stuhl geworfen, die Ärmel seines weißen Hemdes bis zu den Unterarmen hochgekrempelt, und trat näher an das Bett.
„Er hat drei Jahre lang ihren Körper vergiftet, während er ihr geistiges Eigentum gestohlen hat, um es meinem Vorstand zu präsentieren? Er glaubt, er habe heute eine kaputte Närrin weggeworfen. Er hat keine Ahnung, was er gerade begonnen hat.“
Auf dem Bett flatterten Claires Wimpern auf. Das klinische Summen des Herzmonitors war das Erste, was ihre Ohren traf, gefolgt sofort von einer kalten, hohlen Leere tief in ihrem Schoß.
„Fass mich nicht an!“ keuchte Claire, die Augen schossen in roher Panik auf, als sie versuchte, sich aufzurichten, aber der unerträgliche Riss in ihrem Unterleib zwang sie mit einem erstickten Schrei zurück gegen das Seidenkissen.
„Ruhig. Du bist in Sicherheit, Claire. Du bist in der VIP-Suite von St. Jude’s“, schnitt eine tiefe, unglaublich geerdete Stimme durch ihre Panik.
Claire drehte den Kopf hektisch, ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen wie ein gefangener Vogel.
Direkt neben ihrem Bett stand ein großer, imposanter Mann mit scharfen Zügen und grauen Augen, die vor intensiver Konzentration brannten.
Sie erkannte ihn sofort aus Wirtschaftsmagazinen: Ryan Miller, der rücksichtslose Milliardärs-CEO von Miller Holdings.
Er streckte die Hand aus – nicht um sie zu berühren oder in ihren Raum einzudringen, sondern um behutsam ein warmes Glas Wasser auf den Nachttisch neben sie zu stellen.
„Mein… mein Baby“, würgte Claire heraus, ihre zitternden Hände flogen zu ihrem flachen, blutunterlaufenen Bauch.
Die schreckliche Erinnerung an den Regen, die qualvollen Krämpfe auf dem Teppich und das dunkelrote Blut, das sich auf ihrer Kleidung sammelte, kam mit übelkeitserregender Klarheit zurück. Ihre Kehle schnürte sich zu, als Tränen ihre Augen überfluteten.
„Wo ist mein Baby? Bitte sag mir, dass es meinem Baby gut geht.“
Ryans Kiefer spannte sich so fest an, dass ein Muskel entlang seines Jochbeins zuckte. Für einen Mann, der Vorstandsräume beherrschte und Milliarden kontrollierte, sah er völlig aus der Fassung durch den reinen, zerschmetternden Herzschmerz in ihrer Stimme.
Er beugte sich leicht vor, seine Stimme sank zu einem weichen, wilden Flüstern.
„Es tut mir leid, Claire“, sagte er und reichte ihr ein feines Leinen-Taschentuch. „Sie haben dir das angetan, aber ich schwöre bei meinem Leben, sie werden für jede einzelne Träne zur Rechenschaft gezogen“, versprach er in der Hoffnung, dass seine Worte den Schmerz unterdrücken könnten, obwohl er wusste, dass sie nichts dergleichen bewirken würden.
„Warum sagst du mir, dass es dir leidtut? Ich stelle dir eine einfache Frage. Was ist mit meinem Baby passiert?“ fragte sie, diesmal wanderte ihr Blick von Ryan zu Dr. Vance.
Dr. Vance wusste, dass dies eine Situation war, in der er keine Wahl hatte, als einzugreifen.
„Es tut mir leid“, bestätigte Dr. Vance sanft. „Sie haben eine traumatische Fehlgeburt aufgrund extremer körperlicher Belastung erlitten, und Ihr Körper war drei Jahre lang vergiftet worden.
Dass Sie schwanger geworden sind, war eine 50/50-Chance. Es war ohnehin nicht dazu bestimmt, zu bleiben“, sagte er.
Sofort schlossen sich Claires Augen, und sie sank zurück.
„Ich habe mein Baby verloren. Ich habe sie verloren. Ich habe… ich habe mein Baby verloren“, zitterte sie.
Ryan wusste, dass er keine Wahl hatte, als sie zu trösten.
„Es tut mir leid, dass sie dir das angetan haben. Sie werden alle bezahlen.“
Autor-POVIn diesem Moment wischte sich Claire die Augen und stieß Ryan langsam von sich.„Warum tust du das, Miller?“ fragte Claire kalt, die Augen voller Misstrauen. „An der Uni waren wir Rivalen. Du hast mich wie deine größte Bedrohung behandelt.“Ryan grinste spöttisch, seine grauen Augen bohrten sich in ihre. „Du warst meine Bedrohung. Ich habe dich nicht aus Mitleid aus dem Sturm geholt, Claire. Einem Genie zuzusehen, wie es von einem Parasiten wie Scott Evans ausgenommen wird, ist eine Beleidigung für mich.“„Ich brauche keinen Retter“, schnappte sie.„Ich biete keinen Retter an“, beugte sich Ryan vor, seine Stimme dunkel und samtig. „Ich biete eine Waffe an.“Claire konnte nicht anders, als noch intensiver über die Rache nachzudenken, die in ihr aufstieg.„Danke“, sagte sie. „Ich werde sie nicht entkommen lassen. Nach allem, was sie mir angetan haben, werden sie nicht so einfach davonkommen. Sie werden dafür büßen. Ich werde für mein Kind kämpfen. Ich werde für alles kämpfen,
Autor-POV„Oh mein Gott!“ stotterte sie und stürzte zum Parfüm. Alles, was sie in die Hand nahm, rief Erinnerungen wach.„Wow, ich wusste gar nicht, dass du dasselbe Parfüm benutzt wie ich“, erinnerte sie sich, wie sie Amber an einem zufälligen Tag gefragt hatte, als sie Geschenke zu Ambers Haus gebracht hatte, um den zweiten Geburtstag eines ihrer Kinder zu feiern.„Oh ja, ich liebe, wie gut du riechst, und ich habe tatsächlich dasselbe gekauft. Lass mich ganz ehrlich zu dir sein: Mein Mann hat es mir gekauft. Ich habe ihm erzählt, wie schön du riechst, und er meinte, er würde es lieben, wenn ich auch so schön riechen würde wie du. Das war’s.“Die Erinnerungen fühlten sich an wie Messerstiche in Claires Herz. Sie griff sich ins Haar und zog daran – nicht, weil sie es ausreißen wollte, sondern weil es der einzige Weg war, den Schmerz in ihrem Herzen zu unterdrücken. Dann ging sie zu ihren Designermänteln, streichelte jeden einzelnen und blieb bei dem roten stehen, nahm ihn heraus – u
Autoren-POVSeine Worte trafen Claire mitten ins Herz, das laut zu hämmern begann. Claire konnte ihren eigenen Ohren nicht trauen. Sie drehte sich zu Victoria und sah dieses böse Lächeln in ihrem Gesicht, dann zu Amber, die dasselbe trug. Sie hatte mitten unter Teufeln gelebt und es nie gemerkt.„Was hast du gerade gesagt? Du bist fertig mit mir, Scott? Du bist fertig mit mir nach all diesen Jahren? Ich habe dir mein Leben gegeben. Ich bin wegen dir zu diesem fetten Narren geworden, und du stößt mich weg? Wenn es nicht um mich gewesen wäre, hättest du nichts davon schaffen können. Alles, was du heute besitzt, verdankst du mir!“ schrie Claire so laut, wie ihre Stimme es zuließ.Scott gab nur sein böses Lachen von sich, bevor er sich zu Amber umdrehte, sie an der Taille packte und fest an sich zog – etwas, das er nie mit Claire getan hatte.„Ja. Ich bin fertig mit dir. Ich brauche dich nicht mehr. Ich brauche Amber an meiner Seite. Sie ist meine Frau. Du warst nur eine Schachfigur in
Autor-POV„Ihre Ergebnisse sind positiv, Frau Evans. Sie sind in der 6. Woche.“Diese Worte des Arztes fühlten sich an wie ein Traum. Drei ganze Jahre lang hatte Claire mit der stillen Scham gelebt, dass ihr Körper kaputt sei. Jeden einzelnen Monat brachte ein weiterer negativer Test, eine weitere Nacht, in der sie still im Bad weinte, während Scott sich im Bett von ihr abwandte, angewidert von dem Gewicht, das sie nicht abnehmen konnte, egal wie wenig sie aß.Doch als sie das weiße Papierblatt in den Händen hielt, rollte eine Träne reiner Freude über ihre Wangen. Die schwachen rosa Linien bewiesen, dass alles gut werden würde. Claire drückte das Papier an ihre Brust und stellte sich bereits Scotts Gesicht vor, wenn sie es ihm heute Abend zu ihrem 3. Hochzeitstag überreichte.„Vielen, vielen Dank, Doktor!“ piepste Claire und wischte sich die Augen, während sie aufstand, um ihre Handtasche zu nehmen.„Nehmen Sie es langsam auf den Treppen, Claire“, fügte Dr. Evans hinzu und tippte mi







