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last update 게시일: 2026-09-10 17:41:41

KAPITEL DREI

LIANAs Perspektive

„Herzlichen Glückwunsch, Miss Liana. Sie sind in der fünften Schwangerschaftswoche.“

Ich spürte, wie meine Welt zusammenbrach, als ich die Wahrheit schwarz auf weiß vor mir sah. Der Befund zitterte in meiner Hand. Die Worte waren klar. Die Wahrheit noch klarer.

Fünf Wochen.

Genau fünf Wochen seit jener Nacht, als er in mein Zimmer kam. Die Nacht, in der ich ihn hereinließ. Die Nacht, in der ich zuließ, dass er mich für sich beanspruchte, mich zerbrach, mich ruinierte.

Killian Wolfe.

Mein Stiefbruder.

Mein Erster. Mein Einziger.

Der Mann, von dem ich nicht aufhören konnte zu träumen. Nach dem ich mich unaufhörlich sehnte. Der Mann, der mich berührt hatte, als gehörte ich ihm, und mir zugeflüstert hatte, dass ich ihm gehörte. Der Mann, der mich bis zum Rand füllte, in mir kam, mich die ganze Nacht lang festhielt – und dann verschwand.

Und nun hatte er etwas in mir zurückgelassen.

Einen Teil von sich.

Lebendig.

Wachsend.

Meine Knie gaben nach, sobald ich die Arztpraxis verließ. Mein Körper zitterte nicht, weil ich Angst hatte. Er zitterte, weil ich ihn immer noch spüren konnte. Den Klang meines Namens aus seinem Mund, als er kam. Er hatte mich auf die schönste Art und Weise gebrochen. Und nun hatte er mir ein Geheimnis hinterlassen, das ich nicht lange verbergen konnte.

Was würde ich meiner Stiefmutter sagen? Meinem Vater? Dass ich von seinem Stiefsohn schwanger war? Dass ich nicht aufhören konnte, an das Gefühl zu denken, wie sein Schwanz in mich stieß und mich für sich beanspruchte, als wäre ich eine Obsession, die er nicht loslassen wollte?

Meine Hände umklammerten den Bericht fest. Ich presste ihn an meine Brust, als könnte ich mein Herz mit nur einem Stück Papier zusammenhalten.

Ich ging nicht sofort nach Hause. Ich brauchte Zeit. Ich brauchte Abstand. Ich musste mich noch ein kleines bisschen länger selbst belügen. Aber schließlich kehrte ich doch nach Hause zurück.

Und da zerbrach wieder alles.

In dem Moment, als ich die Tür öffnete, hörte ich Gelächter. Fröhliches und unbeschwertes Gelächter. Das Lachen meiner Stiefmutter. Das tiefe Lachen meines Vaters. Die Stimme einer anderen Frau, die ich nicht erkannte. Dann ein Geräusch, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Killian.

Ich ging tiefer ins Haus hinein, und da sah ich sie.

Killian saß neben einer wunderschönen Frau. Seine Hand ruhte leicht auf ihrem Rücken. Sie sah perfekt aus. Sehr stilvoll. Genau die Art von Frau, die jemand wie er heiraten würde. Ihr Ring funkelte so hell, dass sich mein Magen zusammenzog.

Meine Stiefmutter strahlte und freute sich sichtlich für ihren Sohn, während mein Vater stolz aussah.

Und da stand ich.

Schwanger, allein und ungebeten.

„Liana“, sagte Mutter. Sie lächelte breit, als wäre dies der schönste Tag ihres Lebens. „Du kommst gerade rechtzeitig. Wir haben die tollsten Neuigkeiten.“

Ich konnte kein Wort herausbringen.

Mein Blick war ausschließlich auf Killian gerichtet.

Er zuckte nicht mit der Wimper. Er blinzelte nicht einmal. Er tat so, als würde er mich nicht kennen.

„Killian heiratet“, sagte Mutter. Ihre Stimme klang viel zu fröhlich. Viel zu beschwingt. „Mit Cynthia. Ist sie nicht einfach wunderschön?“

Meine Kehle brannte und mein Herz zerbrach in tausend Stücke.

Ich wollte schreien.

Aber ich konnte mich nicht bewegen. Ich konnte ihn nur anstarren. Mein Herz hämmerte wie wild.

Er würde heiraten?

Wow … Einfach nur wow.

Er hatte nicht angerufen. Nicht ein einziges Mal. Nicht nach dieser Nacht. Nicht, nachdem er mich ruiniert hatte.

Ich hatte gewartet. Jede einzelne Nacht. Ich wartete auf eine Nachricht. Einen Anruf. Ein Klopfen. Irgendetwas.

Aber ich bekam nichts.

Jetzt war ich schwanger mit seinem Kind, und er heiratete eine andere?

Ich konnte weder lachen noch weinen. Ich starrte ihn nur ungläubig an.

Cynthia wandte sich mir zu und lächelte mich dann lieb an.

„Bist du Liana?“, fragte sie, und ich nickte. „Du bist so süß.“

Ich zwang mich zu einem Lächeln. Sie wusste es nicht.

Sie wusste nicht, dass er noch vor fünf Wochen meinen Namen gestöhnt hatte, während er sich mit der Faust um sich selbst schlang. Sie wusste nicht, dass er tief zwischen meinen Schenkeln vergraben gewesen war und darüber gestöhnt hatte, wie eng ich war. Sie wusste nicht, dass sein Samen sich immer wieder in mir ergossen hatte, bis nichts mehr übrig war. Und sie wusste ganz sicher nicht, dass ich jetzt sein Baby in meinem Leib trug.

„Herzlichen Glückwunsch …“, flüsterte ich. „Das ist … das sind wundervolle Neuigkeiten.“

Killians Blick huschte zu mir. Nur für eine Sekunde. Ich warf ihm einen letzten Blick zu und ging davon.

„Liana?“, rief Mutter leise. „Willst du nicht bleiben? Wir wollten gerade einen kleinen Kuchen anschneiden, um zu feiern. Komm doch zu uns, mein Schatz.“

Ich drehte mich zu ihr um, ein schwaches Lächeln auf den Lippen.

„Ich bin … wirklich müde, Mama“, sagte ich sanft. „Ich habe letzte Nacht nicht viel geschlafen. Ich möchte mich nur ein bisschen hinlegen.“

„Oh … natürlich“, sagte sie schnell. „Geh und ruh dich aus. Wir heben dir ein Stück auf.“

Ich nickte und zwang meine Beine, weiterzugehen.

Und als ich in meinem Zimmer ankam … ließ ich mich auf das Bett fallen und fing an zu weinen.

An diesem Tag schloss ich mich in meinem Zimmer ein und weinte.

Dann, nachts, als alle schon schliefen, hörte ich ein Klopfen an meiner Tür. Ich wusste, wer es sein könnte, also antwortete ich nicht.

Ich wollte seine Stimme nicht noch einmal hören. Ich wollte den Mann nicht sehen, der mir nichts versprochen hatte und es dennoch geschafft hatte, mich in allen Bereichen zu zerstören.

„Liana“, sagte er.

Ich schwieg.

„Mach die Tür auf.“

„Hau ab!“, fuhr ich ihn wütend an. Ich wollte nicht, dass er den Schmerz in meiner Stimme hörte.

„Ich brauche dich, Liana. Bitte … bevor ich noch völlig den Verstand verliere“, sagte er, und seine Stimme zitterte vor Verzweiflung.

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