Mag-log in„Wie kann jemand wie sie das Licht in meinem düsteren Leben sein, wenn sie doch selbst nichts als Dunkelheit in sich trägt?“** Um einen verheerenden Krieg zu beenden, wird die Elfenprinzessin **Ivia Lockwood** zu einer politischen Ehe mit dem Mann gezwungen, der alles verabscheut, wofür sie steht. Prinz **Orion Stallion** sieht in ihr keine Braut – sondern eine magische Bedrohung. An dem Tag, an dem Ivia das Eiserne Königreich betritt, wird sie zu einer Gefangenen, auch wenn niemand es ausspricht. Jede ihrer Bewegungen wird von **Alexander Thames** überwacht, einem uralten Vampir, der durch einen Blutseid an die Krone gebunden ist und Orions Befehlen bedingungslos gehorchen muss … selbst wenn das bedeutet, Ivia in dem Moment zu töten, in dem sie zur Gefahr wird. Seit Jahrhunderten lebt Alexander als Waffe ohne eigenen Willen. Doch je länger er die sanftmütige Prinzessin bewacht, desto unmöglicher wird es, die Wärme zu verdrängen, die sie in seinem gefrorenen Herzen entfacht. Was als gnadenlose Überwachung beginnt, entwickelt sich zu einer verbotenen Obsession, die sie beide ins Verderben stürzen könnte. Als tödliche Intrigen ans Licht kommen und eine uralte Prophezeiung wieder erwacht, entdeckt Ivia eine Verschwörung, die beide Königreiche erneut in den Krieg stürzen könnte. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, müssen sie alles riskieren – während Feinde in jedem Schatten lauern und ein Blutseid jeden Akt des Ungehorsams grausam bestraft. Denn sie zu lieben wird ihn seine Ewigkeit kosten. Und ihn zu retten könnte sie das Leben kosten. In einer Welt, in der Liebe verboten ist, Monster Kronen tragen und das Schicksal mit Blut geschrieben wird, könnte ihre Entscheidung füreinander zwei zerbrochene Königreiche heilen … oder sie der ewigen Nacht ausliefern.
view more/IVIA/
Ich ballte die Fäuste, als die Kutsche auf dem Weg leicht über einen Stein holperte. Ich war nun schon drei Tage unterwegs und hatte den Duft feuchter Erde und blühenden Jasmins des Ewigen Waldes hinter mir gelassen, um in ein trostloses, abscheuliches Königreich zu reisen, in dem ich absolut nicht sein wollte.Ich strich den Rock meines Brautkleids glatt. Er war aus feinster Elfenseide gefertigt und tiefviolett gefärbt, doch nichts daran bereitete mir Freude. Ich hatte mir meine Hochzeit immer als ein glückliches Ereignis vorgestellt, so wie jeder andere auch.
„Dann bin ich wohl eine Ausnahme“, murmelte ich vor mich hin und lachte trocken, während ich die Tränen unterdrückte, die mir in die Augen stiegen.Meine Mutter hatte gesagt, diese Verbindung würde unser Volk retten. Sie nannte es einen Friedensvertrag. Für mich fühlte es sich an, als würde man mich an einen Wolf verkaufen, nur damit er nicht mehr vor unserer Tür schnaubte.
Die Kutsche hielt an. Die Tür wurde von einer Wache in dunkler Plattenrüstung aufgerissen; der Mann blickte grimmig drein. Er bot mir keine Hand an. Er trat lediglich zur Seite und hob das Kinn – ein stummer Befehl, mich zu bewegen.
Ich stieg aus und blickte nach oben. Die Zitadelle war gewaltig hoch und groß. Ich sah mich um, konnte aber weit und breit keinen einzigen Baum entdecken.
*Keine singenden Ranken, kein leuchtendes Moos*, dachte ich. Ich wusste, dass es schwer werden würde, mich an eine derart feindselige und düstere Umgebung anzupassen, doch ich hatte keine Wahl. Das war meine Pflicht als Prinzessin.„Prinzessin Ivia“, dröhnte eine Stimme.
Ich blickte in Richtung der Großen Halle. Prinz Orion Stallion stand oben auf der Treppe. Er war ein breitschultriger Mann; seine Brust war mit Orden bedeckt, und er trug einen schweren Pelzumhang. Als ich auf ihn zuging, hämmerte mein Herz gegen meine Rippen, doch ich bewahrte einen möglichst regungslosen Gesichtsausdruck.Als ich oben ankam, griff er nicht nach meiner Hand. Er sah mir nicht einmal ins Gesicht. Sein Blick haftete auf den schwach grün leuchtenden Adern an meinen Handgelenken – den Zeichen meiner lebenswebenden Magie. Er betrachtete sie mit purer Abscheu.
„Du bist kleiner, als die Berichte vermuten ließen“, sagte Orion. Ich konnte nicht genau sagen, was an seiner Art zu sprechen nicht stimmte, aber ich war mir sicher, dass er mich nicht mochte.
Er trat näher, und ich sah die wulstigen Narben, die seine Halsseite hinaufkrochen und unter seinem Kragen verschwanden. „Als ich das letzte Mal deinesgleichen sah, schrien sie, während sie das Lager meines Vaters bis auf die Grundmauern niederbrannten. Es ist ärgerlich, dich zu sehen.“
„Ich bin hier, um Frieden zu schließen, Hoheit“, sagte ich. Meine Stimme war fest, auch wenn es mir bei seinem Anblick kalt über den Rücken lief.
„Du bist hier, weil deinem König die Pfeile ausgegangen sind“, fuhr er mich an. Er drehte mir den Rücken zu und deutete in die Schatten der Halle. „Alexander. Komm her.“
Die Schatten schienen sich von der Wand zu lösen. Ein Mann trat vor, wenngleich „Mann“ sich wie das falsche Wort anfühlte. Er war groß und trug eine schwarze Tunika mit hohem Kragen sowie Lederkleidung. Seine Haut hatte die Farbe von Mondlicht auf einem Grabstein. Seine Augen waren von einem flachen, bodenlosen Schwarz, und er bewegte sich mit einer unnatürlichen Regungslosigkeit.
„Knie nieder“, befahl Orion.
Alexander zögerte nicht. Er ging auf ein Knie, doch sein Blick wich nicht von meinem. Seine Augen waren kalt. Leer. „Das ist dein Schatten, Ivia“, sagte Orion, und seine Stimme hallte so laut wider, dass die umstehenden Wachen und Höflinge es hören konnten. „Von diesem Augenblick an bis zu unserem Hochzeitstag ist er dein Leibwächter. Doch machen wir uns über seine wahre Aufgabe keine Illusionen.“Orion trat auf Alexander zu und legte eine schwere Hand auf dessen Schulter.
„Alexander ist an mein Blut gebunden. Er fühlt, was ich fühle. Er gehorcht jedem meiner Befehle.“ Orion sah mich an, während ein grausames Lächeln seine Lippen verzog. „Alexander, vernimm meinen Befehl. Du wirst jeden Herzschlag dieses Mädchens überwachen. Wenn sie lügt, sagst du es mir. Wenn sie auch nur einen einzigen Faden Magie zu weben versucht, hältst du sie auf. Und in der Sekunde, in der sie eine Bedrohung für dieses Königreich oder für mich darstellt, wirst du ihr die Kehle herausreißen. Verstanden?“Ein tiefes, kehliges Stöhnen drang aus Alexanders Kehle. Entsetzt beobachtete ich, wie sich die Adern an seinem Hals tiefschwarz verfärbten, als wären sie gequetscht. Seine Muskeln zuckten, und er krallte die Finger so fest in seine Oberschenkel, dass das Leder knarrte. Er wirkte, als würde er von innen heraus einen Stromschlag erleiden. Ich brauchte keinen weiteren Blick, um zu wissen, dass er ein Vampir war. Seine Haut war viel zu blass, seine Augen wirkten unnatürlich, und für einen kurzen Augenblick hatte ich seine Fangzähne gesehen.
„Ich … verstehe“, krächzte Alexander. Die Worte klangen, als hätten sie ihn seine Seele gekostet.
„Gut“, sagte Orion und tätschelte ihn, als wäre er ein treuer Jagdhund. „Bring sie auf ihr Zimmer. Schließ die Tür ab. Sie darf es nicht ohne meine ausdrückliche Erlaubnis verlassen.“
Orion ging davon, ohne sich noch einmal umzusehen. Die Höflinge folgten ihm, tuschelten und warfen der Prinzessin – der „Zauberin“ – verstohlene Blicke zu. Ich blieb mit dem Monster in der kalten Halle zurück. Alexander erhob sich langsam. Er war viel größer als ich.
Er sagte kein Wort. Er deutete lediglich auf den langen, dunklen Korridor.Wir gingen schweigend. Die Zitadelle war ein Labyrinth aus unzähligen Biegungen, Treppen und schmalen Fenstern. Jeder Wächter, an dem wir vorbeikamen, straffte seine Haltung, sobald er Alexander sah. Sie zeigten nicht nur Respekt; sie hatten Angst.
Wir erreichten eine Holztür am Ende eines abgelegenen Flügels. Vor ihr standen zwei Wachen. Alexander sah sie an, und sie schoben augenblicklich den Riegel der Tür zurück.
Er trat zuerst ein und ließ den Blick durch den Raum schweifen. Er war prächtig, schätze ich. Es gab ein gewaltiges Bett mit schweren Vorhängen, einen kalten, verwaisten Kamin und einen Balkon, von dem aus man in die Tiefe auf die zerklüfteten Felsen blicken konnte. Doch es gab keine Teppiche, keine Pflanzen, und die Fenster waren mit Eisenstäben vergittert.
Ich ging in die Mitte des Zimmers und drehte mich zu ihm um. „Werde ich denn überhaupt keine Privatsphäre haben?“Alexander starrte mich an. Er blinzelte nicht einmal. „Ich habe den Befehl, ständig in deiner Nähe zu bleiben, Prinzessin. Deine Privatsphäre ist dem Prinzen gleichgültig.“
Seine Stimme klang überraschend sanft, doch sie war frei von jeder Regung. Es war, als hätte man es mit einer sprechenden Statue zu tun.
„Und du wirst es wirklich tun?“, fragte ich mit leicht zitternder Stimme. „Du wirst mich töten, sobald er es befiehlt?“ Alexander machte einen Schritt auf mich zu. Er bewegte sich so schnell, dass ich seine Schritte gar nicht wahrnahm. Plötzlich stand er nur noch wenige Zentimeter vor mir. Er beugte sich herab, und seine Augen bohrten sich in die meinen. „Ich habe keine Wahl“, flüsterte er. „Der Eid ist kein bloßer Vorschlag.“Er wandte sich ab, ging in die Ecke des Zimmers und stellte sich neben die Tür. Er setzte sich nicht. Er stand einfach nur da, die Arme vor der Brust verschränkt, den Blick fest auf mich gerichtet.
In diesem Moment begriff ich, dass er nicht bloß ein Wächter war. Er glich einer antiken Uhr, die die Sekunden bis zu dem Augenblick herunterzählte, an dem er gezwungen sein würde, mein Leben zu beenden.
Ich ging zum Bett und setzte mich auf den Rand der harten Matratze. Die Seide meines Kleides raschelte in der Stille des Raumes. Ich wollte weinen. Ich wollte nach meiner Mutter rufen oder nach den sonnendurchfluteten Gärten meiner Heimat. Doch ich wusste, dass Alexander meinen Puls genau beobachtete. Zeigte ich zu viel Schwäche, würde er es melden. Zeigte ich zu viel Zorn, könnte er das als Bedrohung auffassen.Ich legte mich zurück und starrte zur steinernen Decke hinauf. Die schwere Tür hinter Alexander ächzte, als die Wachen draußen den Riegel vorschoben.
Ich war eine Prinzessin des Ewigen Waldes, eine Weberin des Lebens. Doch während sich die Schatten des Eisernen Königreichs über den Boden ausbreiteten, kannte ich die Wahrheit. Ich war eine Gefangene im Brautkleid, und mein Henker stand anderthalb Meter entfernt und wartete darauf, dass ich einen Fehler machte./ALEXANDER/Das Grollen aus dem Osten schwoll zu einem Brüllen an und der Boden unter den fünf ältesten Bäumen erzitterte. Ich hielt die Hände flach auf dem Moos neben Ivias Fingern. Das grüne Netz flackerte und suchte Halt in den tiefen Wurzeln. Ivia keuchte. Blut tropfte von ihrem Kinn auf das leuchtende Moos und wurde sofort aufgenommen. Ihr Körper zitterte unter der Anstrengung. Der sterbliche Körper in mir schrie nach Luft und Kraft die nicht mehr kamen. Der Eid in der Brust brannte heiß und die Stimme wurde klarer. Gehorche. Kehre zurück. Der Dienst wartet. Töte die Elfe und der Schmerz endet. Ich drängte die Stimme zurück und konzentrierte mich auf das Grün das zwischen unseren Händen floss. Die Bäume antworteten mit einem tiefen Rauschen das durch die Kronen lief und die Blätter erzittern ließ. Neue Adern aus Licht liefen über die Rinden und verbanden die fünf Stämme fester. Doch der Druck von Osten wuchs mit jeder Sekunde. Die Nachtwachen stellten sich in einem weiten Ring
/ALEXANDER/Die inneren Haine empfingen uns mit dem Geruch von Rauch und Blut und dem leisen Stöhnen der Verletzten. Ich trug Ivia die letzten Schritte bis zu der großen Lichtung wo die Überlebenden sich gesammelt hatten. Provisorische Lager aus Decken und Fellen lagen unter den alten Bäumen. Elfen und einige Menschen aus den Grenziedlungen bewegten sich zwischen den Verwundeten. Das grüne Leuchten der Lebensweber flackerte schwach an mehreren Stellen doch es reichte nicht für alle. Ich legte Ivia auf eine ausgebreitete Decke. Ihr Gesicht war aschfahl. Der Atem ging flach und unregelmäßig. Blut war an ihren Schläfen und am Kinn getrocknet. Ich kniete mich neben sie und prüfte den Puls am Handgelenk. Er war da. Schwach. Hartnäckig. Der sterbliche Körper in mir schrie nach Ruhe und Wasser und dem Ende des Schmerzes in Arm und Rücken. Der Eid flüsterte darunter und suchte nach Schwäche. Gehorche. Kehre zurück. Der Dienst ist nicht beendet. Ich ignorierte die Stimme und rief nach Wasse
/ALEXANDER/Die Rufe der Nachtwachen kamen näher und mischten sich mit dem knistern den Feuer aus dem Osten. Ich trug Ivia weiter den Pfad hinab. Ihr Körper war leicht und kalt in meinen Armen. Der Atem ging flach gegen meine Brust. Blut von ihren Wunden und den meinen tropfte auf die Wurzeln und hinterließ eine dunkle Spur. Der sterbliche Körper protestierte mit jedem Schritt. Die Lungen brannten. Die Muskeln zitterten. Der Eid in der Brust flüsterte unablässig und suchte nach Rissen in meinem Willen. Gehorche. Kehre zurück. Töte die Bedrohung und der Schmerz endet. Ich drängte die Stimme zurück und ging weiter. Die Bäume um uns wurden älter und dichter. Die Luft roch nach feuchter Erde und Harz und dem schwachen grünen Leuchten das noch in Ivia war und in den Boden floss. Die Wurzeln hoben sich und ebneten den Weg so gut sie konnten. Irgendwo tiefer antworteten die ältesten Stämme mit einem langsamen Rauschen das wie ein collective Atem klang. Ivia öffnete die Augen. Die smaragdg
/ALEXANDER/Der Kreis riss endgültig und die Gestalt trat vollends ein. Der Geruch von altem Blut wurde erdrückend und füllte die Lichtung der alten Steine wie ein dichter Schleier. Die Schatten folgten durch den Riss und bildeten einen engen Ring um uns. Ivia kniete hinter mir und keuchte. Das letzte grüne Leuchten an ihren Händen flackerte wie eine sterbende Flamme. Blut lief aus ihrer Nase und tropfte auf die Monolithe. Ich stellte mich zwischen sie und die Figur mit Orions Gesicht. Der Arm brannte von den Wunden. Der sterbliche Körper schrie nach Kraft die nicht mehr unendlich war. Der Eid in meiner Brust pochte heiß und die Stimme flüsterte klarer als seit Jahren. Gehorche. Töte die Bedrohung. Kehre zurück in den Dienst. Ich biss die Zähne zusammen bis ich eigenes Blut schmeckte und drängte die Stimme zurück. Die Figur lächelte mit dem zu breiten Mund. Die Stimme war Varaks und doch älter und hungriger. „Der Kreis ist gebrochen. Die Hüterin ist am Ende. Der ehemalige Wächter bl





