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Kapitel 242

Autor: Ein Glücksfischchen
Klara presste die Hand auf ihre Brust.

Sie hatte längst gewusst, dass es nicht mehr wehtat. Trotzdem hatte sie geglaubt, wenigstens Ekel zu empfinden. Aber zu ihrer Überraschung war selbst dieses Gefühl verschwunden.

Die beiden waren nun für sie nur Fremde, denen sie noch nie begegnet war.

Seit sie diese Umgebung und diesen Mann hinter sich gelassen hatte, fühlte sie sich wie ein Schmetterling, der sich endlich aus seinen Fesseln befreit hatte. Sie fühlte sich tatsächlich wieder leicht und frei.
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  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 247

    Das dreiminütige Video war mit dem alten Lied „Das kann uns keiner nehmen“ unterlegt, das ihre unbeschwerte Jugend wieder aufleben ließ.In der zweiten Hälfte stimmte Lotti das Lied an, und Justin und Alex sangen mit: „Freunde gehen ein Leben lang gemeinsam, diese Tage kommen nie zurück. Ein Wort, ein ganzes Leben, eine Freundschaft für immer, ein Glas Wein ...“Gegen Ende glänzten Tränen in den Augen von Justin und Alex.„Sebastian! Alles Gute zum Geburtstag! Auf eine ewige Freundschaft!“ Charlotte schob eine Torte heraus und rief laut.Auf der Torte stand: Alles Gute zum Geburtstag für unseren geliebten Sebastian! Deine besten Kumpels!Auch Sebastian bekam rote Augen. „Danke, danke euch allen ...“„Bringt doch nichts, uns zu danken! Dankt Lotti, das war alles ihre Idee! Die Torte hat Lotti auch selbst gebacken.“ Justin schob Charlotte vor Sebastian. „Jetzt sieht man doch ganz deutlich, wer sich wirklich Gedanken um dich macht und wer nicht.“„Sebastian, ich hoffe, dass wir uns auch n

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 246

    Abgesehen von Feiertagen, Jahrestagen und Geburtstagen hatte sie die meisten anderen Fotos im Alltag heimlich gemacht. Sie hatte ihn in den letzten fünf Jahren mit der Kamera festgehalten und damit auch ihre tief empfundene Liebe zu ihm.Nur wenn man jemanden wirklich liebt, möchte man am liebsten jeden einzelnen Moment von ihm festhalten. Man kann einfach nie genug fotografieren und sich nie sattsehen.Fünf Jahre, fast zweitausend Tage. Selbst wenn sie nur ein Foto pro Tag gemacht hatte, waren es über tausend. Dabei blieb es doch längst nicht bei einem einzigen am Tag.Sie zögerte nicht länger, strich mit dem Finger über den gesamten Bildschirm und tippte auf Löschen.Fünf Jahre, fast zweitausend Tage. All das mit ein paar Fingerbewegungen auszulöschen, war ganz einfach.Dann leerte sie mit einem weiteren Fingertipp den Ordner „Zuletzt gelöscht“. Damit waren sämtliche Bilder von ihm endgültig aus ihrem Fotoalbum verschwunden.Das Handy wirkte plötzlich wie leergefegt.Auch in ihrem

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 245

    Wenn man einmal mit etwas anfing, musste man sich mit ganzem Herzen darauf einlassen.Früher hatte Klara die Reha eher nach dem Motto betrieben, dass es schön war, wenn sie Fortschritte machte, aber auch nicht schlimm, wenn nicht. Jetzt hatte sie sich fest vorgenommen, eines Tages wieder auf der Bühne zu stehen.Es ging nicht mehr darum, jedes Ergebnis hinzunehmen. Sie wollte unbedingt auf ihre Bühne zurückkehren.Seit sie ihr Ziel fest vor Augen hatte, waren ihre Entschlossenheit und ihr Durchhaltevermögen stärker denn je.Ihr Alltag bestand inzwischen fast nur noch aus Videoanrufen mit Oma, der Unterstützung bei den organisatorischen Aufgaben des Tanzensembles und jeder freien Minute, die sie für ihre Reha nutzte.Dieses erfüllte, geschäftige Leben ließ sie einen anderen Teil von Hamburg völlig vergessen.An jenem Tag beendete das Tanzensemble seine Auftritte in Frankreich und reiste weiter nach Belgien.Um fünf Uhr morgens stand Klara leise auf.Das war inzwischen ihr gewohnter Tage

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    Allerdings war der Ballettsaal eigentlich nur zum Tanzen gedacht und eignete sich nicht besonders für die Rehabilitation. Vor allem fehlte es an den nötigen Geräten.Klara sah sich die Reha-Videos noch einmal genau an und überlegte bei jeder einzelnen Übung, wie sie diese an ihre derzeitige körperliche Verfassung und die Gegebenheiten vor Ort anpassen konnte.In der Praxis hatte ihr bei der Rehabilitation noch eine Pflegekraft geholfen. Jetzt war sie auf sich allein gestellt und stürzte immer wieder.Schon nach kurzer Zeit war sie schweißgebadet und litt unter heftigen Schmerzen.„Klara!“Als sie erneut zu Boden fiel, erklang hinter ihr eine sanfte Frauenstimme. Gleichzeitig stützten sie zwei kräftige, geschmeidige Hände von hinten ab, genau wie damals während ihres Trainings an der Tanzakademie.„Frau Schneider ...“ Klara war etwas verunsichert. Benjamin war ebenfalls mitgekommen, und sie begrüßte ihn mit einem kurzen Nicken.Sie wollte sich von ihrer Verletzung erholen.Aber sie wol

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 243

    Sie hatte sich mit so viel Mühe daraus befreit.Sie scrollte in ihren Nachrichten nach oben. Es waren unzählige, die er alle heute Abend geschickt hatte.Sie wollte sie nicht einmal mehr lesen und antwortete nur kurz: „Sebastian, ich habe bereits alles gesagt. Wenn du nicht einwilligst, dich scheiden zu lassen, schreib mir in Zukunft keine Nachrichten mehr. Ich werde sie ohnehin nicht lesen.“Kaum hatte sie die Nachricht abgeschickt, antwortete Sebastian sofort: „Drohst du mir etwa mit Scheidung? Glaubst du wirklich, dass ich Angst vor einer Scheidung von dir habe?“Sie drohte ihm keineswegs. Sie war es einfach nur leid, diese Worte immer wieder zu wiederholen!„Sebastian, die Scheidungsvereinbarung liegt bereits zu Hause, du hast sie sicher schon gesehen. Wenn du keine Angst vor der Scheidung hast, dann zieh es zügig durch. Sobald ich zurück bin, erledigen wir die Formalitäten.“„Gut.“Nachdem er dieses eine Wort geschickt hatte, atmete Klara erleichtert auf. Nun gut, solange er zust

  • Das fünfte Ehejahr mit Sebastian Wolf   Kapitel 242

    Klara presste die Hand auf ihre Brust.Sie hatte längst gewusst, dass es nicht mehr wehtat. Trotzdem hatte sie geglaubt, wenigstens Ekel zu empfinden. Aber zu ihrer Überraschung war selbst dieses Gefühl verschwunden.Die beiden waren nun für sie nur Fremde, denen sie noch nie begegnet war.Seit sie diese Umgebung und diesen Mann hinter sich gelassen hatte, fühlte sie sich wie ein Schmetterling, der sich endlich aus seinen Fesseln befreit hatte. Sie fühlte sich tatsächlich wieder leicht und frei.„Klara! Komm schnell, wir essen!“ Draußen rief Benjamin nach ihr.„Ich komme!“ Sie antwortete fröhlich.„Klara.“ Benjamins Stimme war draußen erneut zu hören.Obwohl die Tür offen stand, klopfte er noch einmal von außen an. „Klara, bist du fertig? Wir warten auf dich!“„Schon gut, ich bin da!“ Klara ging mit dem Handy nach draußen. Als sie das Video gerade ausschalten wollte, erschien Sebastians Gesicht auf dem Bildschirm.Sein Gesichtsausdruck war äußerst finster.Klara hatte keine Lust, sich

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