เข้าสู่ระบบDas Sonnenlicht drang langsam herein, so wie es in Räumen geschieht, die für Menschen gebaut wurden, die es sich leisten können, die Welt auf Distanz zu halten. Es kroch über das raumhohe Glas und erwärmte die kohlegraue Bettwäsche schrittweise, und Zara tauchte auf dieselbe Weise aus dem Schlaf auf – allmählich, widerstrebend, emporgezogen durch Schichten von Wärme und einer tiefen Knochenschwere, die sich überhaupt nicht nach ihren üblichen Morgen anfühlte.
Ihr Körper wusste es vor ihrem Verstand.
Alles tat weh. Nicht schlimm. Nicht falsch. Aber in der spezifischen, unbestreitbaren Sprache eines Körpers, der etwas Bedeutsames durchgemacht hatte und sie das nicht vergessen lassen würde. Ihre Muskeln waren schwer. Ihre Haut fühlte sich so empfindlich an, dass selbst das Gleiten von Seidenlaken als Sensation wahrgenommen wurde. Und zwischen ihren Oberschenkeln war ein Wundsein, das zart und ehrlich und völlig neu war.
Sie lag noch für einen Atemzug, zwei, still mit geschlossenen Augen da und versuchte, den Morgen aufzuhalten.
Dann öffnete sie die Augen.
Das Schlafzimmer des Penthouses empfing sie in seiner ganzen makellosen, gleichgültigen Pracht. Die Skyline von Manhattan füllte die gegenüberliegende Glaswand, Stahl und Glas fingen das frühe Licht mit der distanzierten Schönheit einer Stadt ein, die sich nicht um das Privatleben in den Türmen scherte, aus denen sie bestand. Die Lampe auf dem Nachttisch leuchtete immer noch schwach. Er hatte sie anlassen. Sie erinnerte sich durch den Dunst hindurch, dass sie zusammengezuckt hatte, als die Lichter ausgingen. Sie erinnerte sich, dass sich seine Arme um sie geschlossen hatten, als sie es tat.
Sie drehte den Kopf.
Aiden lag auf der Seite ihr zugewandt, die Augen geschlossen, und atmete im tiefen, unbeeilten Rhythmus eines echten Schlafs. Im Tageslicht, ohne die Rüstung seiner Wachsamkeit, sah er anders aus. Die harten, bewussten Linien seines Gesichts hatten sich zu etwas Jüngerem erweicht. Die Tätowierungen auf seinen Unterarmen, dunkel und kunstvoll auf seiner Haut, lagen still auf dem weißen Laken – nicht länger etwas, das Gefahr signalisierte, sondern etwas Ruhigeres, wie Worte in einer Sprache, deren Erlernen Zeit brauchte. Seine Lippen waren leicht geöffnet. Sein braunes Haar war ihm in die Stirn gefallen. Er sah zum ersten Mal wie jemand aus, der nicht ständig den Eindruck kontrollierte, den er in einem Raum hinterließ.
Sie sah ihn länger an, als sie sollte.
Ein Teil von ihr wollte die Hand ausstrecken und die Tinte auf seinem Unterarm nachzeichnen, den Linien mit der Fingerspitze folgen, lernen, was die Formen bedeuteten. Ein Teil von ihr begriff mit absoluter Klarheit, dass dies das Gefährlichste wäre, was sie getan hätte, seit sie in der Nacht zuvor in sein Auto gestiegen war. Sie hatte einer Nacht zugestimmt. Sie war sich über eine Nacht sehr im Klaren gewesen. Die Vereinbarung beinhaltete nicht den Morgen, und sie beinhaltete ganz bestimmt nicht das Gefühl, das gerade in der Mitte ihrer Brust saß – leise und ungebeten und erschreckend warm.
Sie begann, sich vorsichtig auf den Bettrand zuzubewegen.
Das Laken verschob sich. Ein scharfer, tiefer Schmerz bewegte sich durch ihr Inneres, und sie biss sich fest auf die Lippe, um das Geräusch drinnen zu behalten, während sie ihre Hand instinktiv an sich presste.
Das kleine Einatmen entkam ihr trotzdem.
Seine Augen öffneten sich.
Für einen Moment waren sie unfokussiert, dunkelblau und sturmfarben im Morgenlicht, bewegten sich durch die Desorientierung des Erwachens an einem Ort vollkommen im Hier und Jetzt, bevor der Verstand richtig angekommen ist. Dann fanden sie sie. Und etwas geschah in ihnen, ein Wiedererkennen, das mehrere Stadien in schneller Folge durchlief: das Registrieren, wo er war und wer sie war, und dann noch etwas anderes darunter, etwas Langsameres und Wärmeres, das sich in seinem Gesichtsausdruck festsetzte wie ein Licht, das in einem Raum eingeschaltet wird, der normalerweise dunkel gehalten wurde.
Ein Lächeln kam. Nicht sein vollständiges – sie vermutete, dass er das nicht leichtfertig verschenkte. Nur der Anfang davon, langsam und widerstrebend, der eine Seite seines Mundes nach oben zog.
„Guten Morgen“, sagte er. Der Schlaf hatte seine Stimme zu etwas Aufgerautem gemacht, das eher in ihrer Brust als in ihren Ohren widerhallte.
Sie wurde sich allem gleichzeitig bewusst. Das Laken an ihrer Taille. Die kühle Luft auf ihren Schultern. Die schwachen Flecken, die sie auf ihrem Schlüsselbein spüren konnte, ohne hinsehen zu müssen. Hitze flutete ihr Gesicht.
„Schließ deine Augen“, sagte sie. „Oder dreh dich um. Bitte.“
Er bewegte sich nicht sofort. Sein Blick wanderte unbeeilt und völlig bewusst von der Rundung ihrer Schulter über die Linie ihres Schlüsselbeins hinunter dorthin, wo sich das Laken an ihrer Taille gesammelt hatte. Sie sah, wie er schluckte. Sie sah das langsame, unwillkürliche Anspannen seines Kiefers, das er nicht zu verbergen versuchte.
„Du bist wunderschön“, sagte er. Die Art, wie er es sagte, war keine Schmeichelei. Es war der Tonfall eines Mannes, der etwas feststellte, das er für unbestreitbar und ein wenig ungelegen hielt.
Sie zog das Laken bis zum Kinn, ihre Wangen brannten. „Ich meine es ernst.“
Das Lächeln vertiefte sich um eine Winzigkeit. Er rollte sich auf den Rücken, verschränkte einen Arm unter dem Kopf und überließ ihr seinen Blick zur Decke. Aber sie konnte am Winkel seines Kiefers sehen, dass er nicht ganz wegsah, und aus Gründen, die sie nicht untersuchen wollte, drängte sie nicht weiter darauf.
Sie stand auf. Die Bewegung kostete sie Kraft, eine neue Welle von Wundsein, durch die sie vorsichtig hindurchging, das Laken wie etwas um ihren Körper gewickelt, das sie sich verdient hatte. Der Raum fühlte sich im Tageslicht riesig aus, all das Glas und die teure Zurückhaltung, und sie fühlte sich klein darin auf eine Weise, die nicht völlig unangenehm war, nur desorientierend – die besondere Kleinheit, sich an einem Ort wiederzufinden, an dem man sich nie erwartet hätte.
Die Lampe war immer noch an. Sie sah sie einen Moment lang an. Er hatte sie absichtlich brennen lassen. Sie erinnerte sich an die Dunkelheit, wie sie nach ihm gegriffen hatte, als die Lichter ausgingen, wie sich seine Arme ohne Zögern oder Kommentar um sie gelegt hatten – einfach nur Wärme und Beständigkeit, als wäre es das Natürlichste auf der Welt für ihn, sie vor der Angst zu bewahren.
Sie sah ihn an. Er beobachtete sie jetzt, sein Gesichtsausdruck unmöglich ganz zu lesen.
„Ich sollte mich anziehen“, sagte sie.
„Dein Kleid liegt auf dem Stuhl.“
Sie fand es, ordentlich über die Lehne des Lederstuhls am anderen Ende des Raumes gefaltet. Sie bewegte sich darauf zu, und jeder Schritt schickte eine kleine Erinnerung an die letzte Nacht durch ihren Körper. Sie griff nach dem Kleid, und ein Stechen durchfuhr sie so heftig, dass ihr ein leises Geräusch entkam.
Er saß sofort aufrecht. Das Laken fiel ihm bis zur Taille, als sie dastand, und sie machte den Fehler hinzusehen. Graue Boxershorts, tief auf seinen Hüften. Die Flächen seiner Brust und seines Bauches im Morgenlicht, die Tätowierungen, die sich seinen linken Arm hinauf und über eine Schulter fortsetzten. Der Beweis seines Morgens, den er nicht zu verbergen oder zu entschuldigen versuchte. Hitze bewegte sich zum dritten Mal innerhalb weniger Minuten durch ihr Gesicht.
„Hey.“ Er war bereits auf den Beinen und machte einen Schritt auf sie zu, bevor er sich fing und stehen blieb, als sie sich anspannte. „Ist alles okay?“
„Mir geht es gut.“ Die Worte kamen zu schnell heraus. „Nur wund.“
Etwas bewegte sich in seinem Gesicht. Schuldgefühl, rein und ungekünstelt, kurz, aber völlig real. „Ich hätte vorsichtiger mit dir sein müssen.“
„Das warst du.“ Sie schüttelte den Kopf. „Du warst vorsichtig. Ich wollte es. Ich will immer noch...“ Sie hielt sich davon ab, diesen Satz zu beenden, und presste die Lippen zusammen. „Es ist alles okay.“
Er atmete langsam aus und rieb sich mit einer Hand den Nacken. Die Geste ließ ihn augenblicklich menschlich wirken auf eine Weise, die sein beherrschtes Auftreten im Konferenzraum niemals zulassen würde. „Lass mich jemanden holen, der dir hilft.“
Bevor sie einen Einwand formulieren konnte, war er im Flur verschwunden. Minuten später ertönte ein leises Klopfen, und eine Frau mittleren Alters in einer ordentlichen, marineblauen Uniform trat ein. Sie trug gefaltete Handtücher und einen dicken Bademantel, ihr Gesichtsausdruck war professionell freundlich und vollkommen diskret.
„Ma'am. Ich habe Handtücher und einen Bademantel gebracht. Toilettenartikel sind im Badezimmer. Wenn Sie noch etwas benötigen, Kleidung, Frühstück, Schmerzmittel, fragen Sie bitte einfach.“
Zara zog ihr Laken fester. „Danke. Ich komme zurecht.“
Die Frau legte alles auf der Kommode ab und ging ohne ein weiteres Wort, wobei sie die Tür leise hinter sich ins Schloss zog. Die Effizienz dessen, das Fehlen jeglicher Verurteilung oder Neugier, sagte Zara etwas über die Art dieses Haushalts. Ein Haus, das leise funktionierte und keine Fragen stellte.
Sie ging ins Badezimmer.
Es ließ sie im Türrahmen genau so innehalten, wie das Penthouse sie im Aufzug gestoppt hatte. Goldgemaserter Marmor. Eine freistehende Badewanne, die breit genug war, um ihr Badezimmer in Brooklyn wie eine Erinnerung wirken zu lassen. Eine Regendusche mit mehreren Duschköpfen und Bedienelementen, für deren Bedienung sie eine Anleitung gebraucht hätte. Regale voller Luxusprodukte, ungeöffnet, arrangiert wie eine kleine, teure Bibliothek.
Sie putzte sich die Zähne. Zwang sich, in den Spiegel zu schauen.
Sie wünschte sich kurz, sie hätte es nicht getan.
Ihre Augen leuchteten vor etwas, das sie nicht benennen wollte. Ihre Lippen waren immer noch leicht geschwollen. Und an der Rundung ihres Halses, ihrem Schlüsselbein, der Oberseite ihrer Schulter waren Flecken. Nicht gewaltsam. Nichts Grobes. Der Beweis für einen Mund, der sich mit Aufmerksamkeit über ihre Haut bewegt hatte, sie lernte, und für eine Hitze, die selbst in ihrer dringlichsten Form vorsichtig gewesen war. Sie berührte einen davon leicht mit zwei Fingern.
Sie erinnerte sich an ihn an dieser Stelle. Das leise Geräusch, das er gemacht hatte, als sie sein Gesicht berührte. Die Art, wie er innegehalten hatte, als sie zitterte, zurückgetreten war, um ihr Gesicht anzusehen, und die Frage mit seinen Augen stellte, bevor er sie mit dem Mund aussprach. Die Art, wie sich alles verlangsamt und besänftigt hatte, nachdem sie es ihm gesagt hatte.
Sie wandte sich vom Spiegel ab.
„Reiche Leute verschwenden wirklich Geld“, murmelte sie zu niemandem und ließ sich mit einem langen, unwillkürlichen Seufzer der Erleichterung in die Badewanne sinken, als sich das heiße Wasser um ihren schmerzenden Körper schloss.
Sie badete, bis das Wasser abkühlte und sich das schlimmste Wundsein zu etwas Erträglichem abgeschwächt hatte. Sie trocknete sich ab, wickelte sich in den dicken Bademantel und kehrte ins Schlafzimmer zurück.
Er war da. Jetzt bekleidet mit einer grauen Jogginghose und einem schwarzen T-Shirt, das mit der stillen Autorität von Kleidung auf seinen Schultern saß, die genau für diesen Körper gemacht worden war. Er drehte sich um, als sie eintrat, und seine Augen bewegten sich über sie im Bademantel mit einem Ausdruck, den er nicht ganz neutral zu halten vermochte.
„Du bist immer noch hier“, sagte sie.
„Ich wohne hier“, erwiderte er. Da war der leiseste Hauch von etwas Warmem darin, nicht ganz Belustigung, nur die Andeutung davon. Dann legte es sich wieder in Ernsthaftigkeit. „Wie sind die Schmerzen?“
„Besser.“ Sie zog den Gürtel des Bademantels enger. „Ich sollte gehen.“
Er nickte einmal, langsam. „Ich fahre dich.“
„Nein.“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich nehme mir einen Wagen. Ich will das hier nicht komplizierter machen, als es ist.“
Sein Kiefer verschob sich. „Es ist keine Komplikation.“
Sie sah ihn zum ersten Mal seit dem Aufwachen direkt an. Es war schwerer, als es sein sollte. „Letzte Nacht war eine Nacht. Keine Namen. Das war die Vereinbarung.“
Etwas bewegte sich in seinen Augen. Er drehte sich zur Skyline um und blickte stattdessen auf die Stadt. „Ich erinnere mich.“
Sie nahm ihr Kleid vom Stuhl und drehte sich um, um sich umzuziehen, wobei sie den Bademantel mit dem Rücken zu ihm fallen ließ. Sie hörte, wie er erstarrte. Sie sah nicht hin. Sie zog das Kleid schnell an, griff nach hinten nach dem Reißverschluss und stellte fest, dass er sich verklemmt hatte, im Stoff verfangen, und sie kämpfte einige Sekunden damit, bevor sie sich geschlagen gab.
Sie hörte, wie er sich bewegte.
Er trat hinter sie, ohne zu fragen und ohne Ankündigung, und seine Finger streiften ihr Haar über ihre Schulter, seine Knöchel berührten die Länge ihrer Wirbelsäule, während er den Reißverschluss fand. Er zog ihn langsam nach oben, und sie spürte jeden Zentimeter der Bewegung, spürte seinen Atem warm auf ihrem Nacken, spürte die spezifische Qualität seiner Aufmerksamkeit genau so, wie sie sie in der Nacht zuvor über ein überfülltes Rooftop hinweg gespürt hatte. Wie der einzige feste Punkt in einem sich bewegenden Raum zu sein.
Ein Frösteln lief trotz der Wärme über ihre beiden Arme.
„Danke“, flüsterte sie.
Er trat nicht sofort zurück. Seine Hände ruhten auf ihren Schultern, leicht, aber präsent. „Bist du sicher, dass es dir gut geht?“
„Ja.“ Ihre Kehle war eng geworden. „Ich bin sicher.“
Er ließ los.
Sie zog ihre Absätze an. Nahm ihre Tasche. Ging zum Aufzug mit geradem Rücken und vorsichtigen, gemessenen Schritten, wobei sie sich weigerte, ihn sehen zu lassen, wie sich jeder einzelne bemerkbar machte. Am Aufzug hielt sie inne und drehte sich um.
Er lehnte im Türrahmen des Schlafzimmers, die Arme vor der Brust verschränkt, und sah sie gehen mit einem Gesichtsausdruck, der fast völlig beherrscht war und sich nur an den Augen verriet.
„Ich kenne nicht einmal deinen Namen“, sagte sie.
Sein Mundwinkel bewegte sich. „Das wirst du. Irgendwann.“
Sie lächelte, klein, müde und echt. „Fremder.“
„Fremder“, wiederholte er, und das Wort in seiner Stimme war etwas Leiseres und Vorsichtigeres, als sie erwartet hatte.
Die Aufzugstüren schlossen sich zwischen ihnen.
Unten in der Lobby herrschte kühler Marmor und morgendliche Stille. Sie saß auf einer Bank mit ihren Absätzen im Schoß, bestellte einen Wagen und starrte auf die Benachrichtigungen, die sich auf ihrem Bildschirm stapelten.
Wo bist du?
Du bist letzte Nacht verschwunden!
Ruf mich jetzt an, Z.
Sie tippte zurück: Mir geht's gut. Komme nach Hause. Sprechen später. Sie schickte es ab, bevor sie darüber nachdenken konnte, was sie sagen sollte, was wahrscheinlich die richtige Entscheidung war.
Der Wagen kam an. Sie ließ sich auf den Rücksitz sinken, zuckte einmal bei der Erinnerung zusammen, die ihr Körper ihr bot, und presste ihre Stirn gegen das kühle Fenster, während der Turm hinter ihr zurückwich.
Sie hatte sich gesagt, eine Nacht. Sie war sich über eine Nacht sehr im Klaren gewesen. Und sie hatte es damals so gemeint, sie hatte es wirklich so gemeint, und sie meinte es auch jetzt noch, sagte sie sich, während sie beobachtete, wie die Stadt im frühen Morgenlicht vorbeizog.
Aber sie wusste auch, ohne es erklären zu können und ohne etwas dagegen tun zu können, dass das, was in diesem Penthouse passiert war, nicht die Art von Ding war, die ordentlich in dem Behälter blieb, den man dafür gebaut hatte.
Sie presste ihre Finger auf den Fleck auf ihrem Schlüsselbein unter ihrem Kleid. Spürte ihn dort, schwach und sicher.
Fremder, dachte sie. Als ob dieses Wort ihn halten könnte.
Dreißig Stockwerke höher stand Aiden am Fenster, zwei Finger leicht an das Glas gelehnt. Die Morgenschatten hatten sich lang über den Boden des Penthouses gezogen. Der Raum barg immer noch die Spur von ihr: etwas Warmes und Schwaches, Vanille und Whiskey und etwas unter beidem, für das er keinen Namen hatte und von dem er merkte, dass er es nur ungern von der Morgenluft vertreiben lassen wollte.
Er hatte sich nicht bewegt, seit sich die Aufzugstüren geschlossen hatten.
Er war im Allgemeinen kein Mann, der an Fenstern stand. Er war ein Mann, der Dinge entschied, sie tat und zur nächsten Entscheidung überging. Unbeweglichkeit war nichts, was er praktizierte.
And doch stand er hier.
Beobachtete die Stadt. Dachte an eine Frau, nach deren Namen er nicht gefragt hatte und deren Gesicht er bereits jetzt wusste, dass er es nicht vergessen würde.
Er presste seine Finger ein Stück fester gegen das kalte Glas.
Sie war weg.
Und er konnte, egal wie er es versuchte, nicht dafür sor
gen, dass sich das wie das Ende anfühlte, das es sein sollte.
Der drohende Schatten der Ankunft ihrer Mutter zwang Zara schließlich dazu, ihre Stärke wiederzufinden.Mit einem leisen, zittrigen Atemzug legte sie ihre Handflächen auf seine breite Brust und drückte ihn sanft zurück.„Denk daran, heute ist unser einziges Date, bevor wir Grenzen zwischen uns ziehen müssen“, flüsterte sie, ihre Stimme ein zerbrechliches Flehen an seinen Lippen, während sie ihn an sein Versprechen erinnerte.Aidens Antwort war ein tiefes, frustriertes Knurren, das tief in seiner Brust vibrierte.Er zog sich gerade weit genug zurück, um ihr Luft zum Atmen zu lassen, aber seine eisblauen Augen blieben auf die ihren geheftet, dunkel vor instinktivem Hunger. Die schiere Intensität in seinem Blick machte unmissverständlich klar: Diese Distanz würde für beide eine absolute Tortur werden.„Wollen wir?“, murmelte er, seine tiefe Stimme schwer von nachklingendem Begehren.Er ergriff ihre Hand, wobei sich seine langen, schwieligen Finger fest mit den ihren verzahnten, während e
Zara versuchte sich sanft zu entwinden, verzweifelt darauf bedacht, die erstickende Intensität des Augenblicks zu durchbrechen.Ihr Herz hämmerte in einem wilden Rhythmus gegen ihre Rippen, angetrieben von der erschreckenden Erkenntnis, wie tief, wie hilflos sie ihm verfiel.Aiden dachte jedoch nicht daran, den Moment so leicht verstreichen zu lassen.Sein Griff um sie wurde zwar nicht enger, aber er blieb unnachgiebig und verankerte sie an Ort und Stelle. Seine eisblauen Augen fixierten die ihren, brennend mit einem schweren, unausgesprochenen Versprechen, das sie daran erinnerte, dass er jedes einzelne Wort genau so meinte.„Was ist los?“, fragte er, und seine tiefe Stimme sank zu einem rauen Flüstern herab, das direkt durch ihre Haut vibrierte.„Nichts, wirklich“, log sie leise, während ihre Hand wandbte sich instinktiv dem Bauch zu, um die dezente Rundung ihres Babybauchs zu reiben, als suche sie Trost in der Geste.Aidens Blick folgte der Bewegung ihrer Hand, bevor er wieder zu
Aidens Gesichtsausdruck veränderte sich; ein plötzliches, helles Aufblitzen von Freude brach durch seine Züge, als er den Namen las, der auf dem Bildschirm aufleuchtete.Es war ihre Mutter.Noch bevor Zara auch nur eine Hand heben konnte, um ihn aufzuhalten, wischte sein Daumen über den Bildschirm und er führte das Telefon an sein Ohr. Eine plötzliche Welle der Befangenheit traf ihn – schwer und unerwartet.*Wer bin ich im Moment für sie? Warum bin ich so voreilig, wo sie doch noch nicht meine Frau oder meine Freundin ist?*Aber der Schwung des Augenblicks trug ihn bereits vorwärts.Am anderen Ende der Leitung schnitt eine scharfe, autoritäre Stimme durch den Lautsprecher und verlangte augenblicklich Antworten.„Hallo? Wer ist da? Kann ich bitte meine Tochter sprechen?“Die Frau klang, als wäre sie Ende fünfzig, und ihr Tonfall tripfte vor sofortigem Misstrauen.In Panik riss Zara ihm das Telefon aus der Hand und eilte aus dem Schlafzimmer, verzweifelt darauf bedacht, Aiden am Mithöre
Die folgenden Tage legten sich wie Seide über das Anwesen – weich, leuchtend und von einer trügerischen Stille. Zara erlebte die Vormittage mit Emma, als würde sie sich in einem Gemälde bewegen, dessen Platz sie sich erst noch verdienen musste. Sie lasen Geschichten, aneinandergekuschelt auf der Fensterbank, während Emmas kleines, warmes Gewicht sich vertrauensvoll an Zaras Seite schmiegte. Sie malten mit stiller Konzentration; Emmas Zunge lugte dabei aus dem Mundwinkel hervor – genau wie bei ihrem Vater, wenn er fokussiert war. Zara bemerkte das. Sie bemerkte inzwischen alles an Aiden, hilflos, so wie man eine Wunde wahrnimmt: ständig, unwillkürlich, mit einem Schmerz, der von Sehnsucht kaum mehr zu unterscheiden war.Ihn mit seiner Tochter zu beobachten, brachte sie jedes Mal aufs Neue um den Verstand.Die Geduld in seinen Händen, wenn er Emma hochhob. Die Art, wie sein ganzes Gesicht weich wurde, wie all diese Macht und Strenge in etwas schmerzhaft Zärtliches zerflossen. Zara sah i
Sie erwachte in Wärme.Nicht in der abstrakten Wärme eines Raumes oder einer Decke, sondern in der ganz spezifischen, bewussten Wärme eines anderen Menschen – Aidens Brust an ihrem Rücken, sein Arm locker um ihre Taille, sein Atem langsam und gleichmäßig wie bei jemandem, der noch halb im Schlaf liegt. Das Morgenlicht drang in weichen, diffusen Streifen durch die Vorhänge und legte sich über das Fußende des Bettes, ohne dem Raum irgendetwas abzuverlangen.Zara lag einen Moment lang ganz still und existierte einfach darin.Das war die Sache, auf die sie nicht vorbereitet gewesen war – nicht die Pracht des Anwesens oder die Komplexität von allem, was zwischen ihnen stand, sondern das hier. Die ganz alltägliche Intimität, neben jemandem aufzuwachen und noch vor dem vollständigen Erwachen des Verstandes zu spüren, dass man genau dort ist, wo man hingehört. Es dauerte etwa dreißig Sekunden, bevor das schlechte Gewissen direkt hinterherwischte – leise und gezielt, so wie es das inzwischen i
Das Krankenhaus entließ Zara kurz vor dem Mittag.Sie unterschrieb die Entlassungspapiere mit Händen, die ruhiger waren, als sie es nach allem, was ihr Körper in den letzten achtzehn Stunden durchgemacht hatte, erwartet hätte. Die Anweisungen der Ärztin prägten sich ihr im Stillen ein, während sie zuhörte: Ausruhen, keine körperliche Anstrengung, in einer Woche zur Kontrolle wiederkommen. Die Blutung hatte vollständig aufgehört. Das Baby war stabil. Sie konnte gehen.Aiden blieb die ganze Zeit über in ihrer Nähe; seine Hand lag während des Papierkrams, des Wartens und der letzten Untersuchung durch die Krankenschwester an ihrem unteren Rücken – eine Präsenz, so stetig und unaufgeregt, dass sie aufhörte, sie wahrzunehmen, so wie man den eigenen Herzschlag nicht mehr bemerkt. Sie spürte sie erst wieder, wenn sie sich bewegte und seine Hand sich anpasste, um ihr zu folgen.Emma wurde in einem Rollstuhl herausgefahren, einen kleinen Stoffelefanten an ihre Brust gepresst, den die Krankensc
Zara bat den Fahrer, sie einen Block von der Wohnung entfernt abzusetzen. Sie bezahlte mit Fingern, die nicht ganz ruhig waren, dankte ihm mit einer Stimme, die leiser herauskam, als sie beabsichtigt hatte, und blieb auf dem Gehweg stehen, bis seine Rücklichter um die Ecke verschwanden. Dann ging s
Zara hatte so etwas noch nie gesehen, außer in den Filmen, die sie sonntagsabends allein auf dem Sofa ansah, in eine Decke gehüllt und halb davon überzeugt, dass diese Welt für Menschen wie sie gar nicht existierte.Das Auto kam sanft zum Stehen, und sie presste ihre Stirn gegen das kühle, getönte
Sie hatte seine Hand bereits genommen. Hatte die Worte bereits ausgesprochen. Eine Nacht. Keine Namen. Nur das hier.Doch dann schnitt Selenes Stimme durch die Musik wie eine Rettungsleine, die im falschen Moment ausgeworfen wurde, und Zara spürte, wie der Zauber gerade genug Risse bekam, um ihren
Zara Bennett schlug die Tür ihrer Wohnung in Brooklyn so fest zu, dass die gerahmten Fotos an der Wand erzitterten. Das Geräusch krachte durch den schmalen Flur wie etwas, das zerbrach, was sich passend anfühlte. Sie stand im Eingangsbereich, ihre Brust hob und senkte sich schwer, ihre Augen brannt







