Home / Romantik / Das neue Mädchen aus der Maple Street / Kapitel Sieben: Die Entscheidung

Share

Kapitel Sieben: Die Entscheidung

Author: OSD
last update publish date: 2026-08-03 21:59:50
Das *Beinahe* verblasste nicht mit dem Schlaf.

Es lag am nächsten Morgen wie eine dritte Anwesenheit im Haus – nahe bei der Bohrmaschine, die noch im Karton steckte, nahe bei dem Zettel unter dem Rand des Tellers, nahe bei der Stelle auf der Verandatreppe, an der nichts geschehen und alles gedroht hatte. Lila ging durch die gewohnten Handgriffe des Tages, während sich der unvollendete Moment an den Rändern jeder Aufgabe abspielte. Kaffee. Eine Ladung Wäsche. Der kurze Gang, um ein Bibliotheksbuc
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Das neue Mädchen aus der Maple Street   Kapitel Neunundvierzig: Die Bedingung

    Derek mochte die Bedingung nicht.Er mochte sie noch weniger, als Lila sich weigerte, sie in etwas zu verwischen, das er als vorübergehende Kapitulation hätte missverstehen können.Sie trafen sich abseits des Blocks, auf dem Parkplatz der Bibliothek, weil ihre Küche zu einem Gerichtssaal und seine Einfahrt zu einer Bühne geworden war. Er stand da mit verschränkten Armen, die Narbe im Tageslicht blass, und hörte zu, wie sie wiederholte, was sie Marcus gesagt hatte: keine gleichzeitigen Ansprüche, keine Blackout-Fantasien, keine Ultimativen mit Zeitschaltuhr. Ehrlichkeit in beide Richtungen. Keine der Türen sollte gewaltsam geschlossen werden.„Das ist keine Struktur“, sagte Derek. „Das ist ein Waffenstillstand mit Vorzügen.“„Es ist das Einzige, was ich habe.“„Es ist das, was du uns beiden aufzwingen willst, damit du keinen von uns beiden verlieren musst.“ Sein Mund verzog sich zu einer harten Linie. „Ich meinte, was ich gestern Abend gesagt habe. Ich bin fertig damit, einer von zweie

  • Das neue Mädchen aus der Maple Street   Kapitel Achtundvierzig: Der, der ging

    Marcus war bereits verschwunden, als Derek am nächsten Morgen den Rasen überquerte.Lila sah zu, wie Derek in dem schlichten Morgenlicht zu seinem Truck ging, die Haltung starr, das Beanspruchen der Nacht noch immer in seinen Bewegungen eingeschrieben. Er blickte weder zu ihrem Fenster zurück noch sah er zu dem dunklen Streifen hinüber, in dem Marcus gestanden hatte. Der Block spielte den ganz gewöhnlichen Montag: Mülltonnen, ein Hund, ein Garagentor. Nichts davon tilgte die Nachricht, die noch immer auf ihrem Smartphone lag.*Ich habe gesehen, wer geblieben ist.*Sie duschte, bis das Wasser eiskalt wurde, kleidete sich an wie eine Frau mit Erledigungen und zwang Kaffee in einen Magen, der eigentlich nichts wollte. Das Ultimatum war nicht beantwortet worden. Der Sex hatte es nicht beantwortet. Marcus’ Abwesenheit vom Rasen war nicht dasselbe, wie dass Marcus fertig mit der Sache war – und das wusste sie, noch bevor kurz nach neun Uhr ein Klopfen an die Hintertür ertönte.Nicht vorne.

  • Das neue Mädchen aus der Maple Street   Kapitel Siebenundvierzig: Wählen

    Das Wort hing noch im Raum, nachdem Derek es ausgesprochen hatte.*Wähl. Oder ich bin raus.*Marcus bewegte sich als Erster. Nicht auf Lila zu – sondern zur Tür. Sein Gesicht war in einer Weise starr geworden, die schlimmer war als Wut: der vorsichtige Mann, der sich wieder in die Haltung zwingt, die er annahm, wenn der Preis fürs Bleiben sichtbar wurde.„Ich werde hier nicht herumstehen und zusehen, wie du eine Waffe auf den Tisch legst und es eine Beziehung nennst“, sagte er. Leise. Endgültig. „Wenn du eine eindeutige Entscheidung willst, sag es ohne Publikum. Wenn du willst, dass sie unter Zwang antwortet, musst du mit dem leben, was diese Antwort wert ist.“ Er sah Lila einmal an. „Ich bin außerhalb des Rahmens. Nicht weg. Draußen. Da ist ein Unterschied.“Er entriegelte die Tür, trat auf die Veranda und schloss sie hinter sich, ohne zu knallen. Das Einrasten des Riegels war präzise. Durch das Glas neben der Tür sah Lila seine Silhouette den Rand des Lichts überqueren und stehen bl

  • Das neue Mädchen aus der Maple Street   Kapitel Sechsundvierzig: Beide auf der Veranda

    Lila öffnete die Tür, denn sie auf der Veranda stehen zu lassen, schuf einen größeren Rahmen, als sie hereinzubitten.Derek stand links, die Jacke noch zugezogen, trocken vom Regen, mit dem Blick eines Mannes, der keine privaten Kanäle mehr übrig hatte. Marcus stand rechts, nah genug, dass sich ihre Schultern fast dieselbe Luft teilten, und weit genug entfernt, dass keiner von beiden so tun konnte, als sei das Timing zufällig gewesen. Eine Sekunde lang bewegte sich keiner von beiden, so als wäre die Schwelle selbst eine Linie, die einmal überschritten die Regeln verändern würde.„Rein“, sagte Lila. „Ihr beide. Oder geht, bevor das hier eine Verandageschichte mit Zeugen wird.“Derek trat als Erster ein. Marcus folgte. Sie schloss die Tür, verriegelte sie und schaltete nicht das Deckenlicht ein – nur die Lampe in der Ecke, gerade hell genug, um Gesichter zu sehen, ohne sie klar durch die Vorhänge zu projizieren. Das Haus fühlte sich zu klein an für sie alle drei und die unbezahlten Rechn

  • Das neue Mädchen aus der Maple Street   Kapitel Fünfundvierzig: Eine der Ehefrauen

    Die Phrase folgte Lila wie ein zweiter Passagier nach Hause.*Eine der Ehefrauen.*Kein Beweis. Kein Name. Eine Kategorie, die auf das empfindlichste Gewebe abzielte, das der Block besaß – Ehen, Haushalte, die ohnehin ihr eigenes privates Wetter austrugen, jene Art von Einsatz, die aus Gerüchten eine moralische Pflicht machte. Albright hatte kein Foto zeigen oder eine Tonaufnahme abspielen müssen. Sie hatte lediglich andeuten müssen, dass die Geschichte von alleinstehenden Männern und einer neuen Frau in das Territorium übergegangen war, in dem sich andere Menschen zum Handeln berechtigt fühlten.Lila fuhr den Umweg und spürte dennoch, wie sich die Maple Street um das Auto schloss, als sie abbog. Sie ging zu keinem der Häuser der beiden Männer. Sie betrat ihr eigenes Haus, schloss ab und schickte beiden dieselbe Nachricht, während ihre Hände vom Lenkrad noch kalt waren.*Albright auf dem Supermarktparkplatz. Sie sagt, sie habe bereits mit einer der Ehefrauen gesprochen. Kein Name. Will

  • Das neue Mädchen aus der Maple Street   Kapitel Vierzigundvierzig: Autos

    Der Supermarktgang blieb für sie nicht stehen.Ein Einkaufswagen rollte mit einem klebrigen Rad vorbei. Ein Kühlschranklüfter sprang an. Der Mann mit dem Bier und der Tiefkühlpizza stand im exakten Zentrum höflicher Distanz und wartete, als hätte er nach dem Wetter gefragt statt nach einer Sequenz von Fahrzeugen an einem regendurchnässten Donnerstag.Lilas erster Instinkt war der Briefkasten-Satz gewesen – *Nachbarn, Hilfe* –, aber der Maßstab war bereits einmal benutzt worden, und dieser Mann hatte Uhrzeiten und eine Reihenfolge vorgebracht, keine weiche Neugier. Ein plattes Dementi würde abprallen. Die volle Wahrheit würde im Neonlicht detonieren.„Die Leute zählen jede Menge Dinge, wenn ihnen langweilig ist“, sagte sie. Sie hielt ihre Stimme gleichmäßig, fast trocken. „Autos. Lichter. Wer den Müll in welcher Reihenfolge rausbringt. Wenn du in einem Parkmuster nach einem Skandal suchst, wirst du auf einem Block wie unserem gut zu tun haben.“Er lächelte, nicht unfreundlich. „Das ist

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status