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Kapitel 3

Author: Moore
Ich folgte ihnen bis vor Marlenes Schlafzimmertür.

Kaum in ihrem eigenen Revier angekommen, schlang Marlene ungeniert die Arme um Valentins Hals. Ihre leuchtend roten Lippen streiften spielerisch über sein Gesicht.

„Ich habe die Diamantkette gesehen – ein echtes Unikat! Da platze ich ja vor Neid!“

Valentin schob sie sanft von sich, und in seiner Stimme schwang ein Verlangen mit, das er nur mühsam unterdrücken konnte.

„Hör auf damit. Die Schwangerschaft ist noch nicht stabil – du darfst so etwas nicht…“

Marlene hob die Mundwinkel zu einem verführerischen Lächeln und trieb ihr Spiel nur noch weiter.

„Das ist mir egal! Ich will auch eine Diamantkette – eine größere und teurere als ihre!“

Valentin seufzte, und sein Ton war so verwöhnend wie nie zuvor.

„Dein Kind wird der Erbe des Kessler-Mafias. Alle Macht und aller Einfluss werden dir gehören. Da musst du dich doch nicht um so eine Kleinigkeit streiten.“

Valentins Worte bohrten sich wie Pfeile in mein Herz.

Marlene bekam das Kostbarste, was er zu geben hatte. Was ich bekam, war in seinen Augen nur eine beiläufige Kleinigkeit.

In diesem Moment starb mein Herz endgültig.

Taumelnd kehrte ich ins Zimmer zurück und rief erneut Xaver an.

„Bereite die Scheidungspapiere vor… Und alles, was ich hier habe, löse es auf. Buche mir einen Flug raus aus Neapel. Ich werde nicht zurückkommen.“

Nachdem ich meine Sachen gepackt hatte, war es unbemerkt schon hell geworden.

Ich zog mein Handy hervor – keine einzige Nachricht.

Valentin hatte sein Versprechen vergessen, sofort zurückzukommen. Er hatte die ganze Nacht in Marlenes Zimmer verbracht.

Mein Herz schmerzte noch immer, doch Enttäuschung empfand ich keine mehr.

Als ich unten am Frühstückstisch saß, kam Valentin mit zerzausten Haaren die Treppe heruntergestürmt. Als er mich wohlbehalten am Tisch sitzen sah, atmete er erleichtert auf.

„Du warst nicht im Schlafzimmer – ich habe mich zu Tode erschreckt! Ich dachte, du wärst weg.“

Er eilte zu mir, schloss mich in die Arme, und seine Stimme zitterte noch vor Angst.

„Wenn ich dich nicht finden kann, bekomme ich richtige Panik! Sag mir bitte immer Bescheid, wo du hingehst, ja?“

Ein bitterer Zug legte sich um meine Lippen. Hätte er wirklich Angst gehabt, mich zu verlieren, hätte er mir das alles nicht angetan.

Einen Moment zögerte ich, dann holte ich die Scheidungspapiere hervor, die Xaver für mich vorbereitet hatte.

Doch bevor ich ein Wort sagen konnte, kam Marlene weinend die Treppe heruntergestürzt.

Valentins Mutter rannte hinter ihr her und rief aufgeregt:

„Bleib stehen! Um Gottes willen, denk an das Kind!“

Doch Marlene ignorierte sie und hielt Valentin die Kreuzfahrttickets unter die Nase.

„Du willst mit ihr auf Weltreise gehen? Und was wird aus mir? Willst du mich hier einfach allein zurücklassen?“

Valentin schob mich abrupt von sich und sah Marlene mit besorgter Miene an.

„Jetzt beruhige dich erst mal! Denk an das Kind! Wenn du mitkommen willst, kaufe ich dir sofort ein Ticket!“

Er griff zum Telefon und ging hinaus. Und dort, wo er es nicht sehen konnte, schenkte mir Marlene ein gehässiges Lächeln.

Blitzschnell riss sie sich die Bluse auf und kniff sich selbst in den Arm. Dann wühlte sie sich die Haare durcheinander und ließ sich an der Wand zu Boden sinken.

„Leonie, ich will gar nicht mitreisen! Hör auf, mich zu schlagen!“

Valentin fuhr herum. Als er Marlene langsam zu Boden sinken sah, verdüsterte sich seine Miene.

Schnell nahm er sie auf den Arm und sagte voller Enttäuschung zu mir:

„Marlene trägt ein Kind unserer Familie. Wie konntest du ihr nur die Hand erheben?“

Ich schüttelte heftig den Kopf.

„Ich habe sie nicht angerührt…“

Doch Elisabeth zeigte mit dem Finger auf mich und schrie:

„Sie hat sie gestoßen! Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!“
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