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last update publish date: 2026-09-06 20:18:00

Kapitel 2

„Schön! Dann lassen wir uns scheiden, und nimm deine drei nutzlosen Töchter gleich mit!“, Damians Stimme hallte im Raum wider, kalt und herzlos.

Elena stand aufrecht da und starrte Damian an, ohne eine einzige Träne auf den Wangen. Dann nickte sie langsam und wandte sich ohne ein weiteres Wort ab. Es hatte keinen Sinn, ein Gespräch mit einem Mann zu verlängern, der nicht einmal sein eigenes Fleisch und Blut zu schätzen wusste.

Mit schnellen Schritten ging sie die Treppe hinauf, direkt zu den Zimmern ihrer Kinder. Olivia, ihre älteste, achtjährige Tochter, las auf dem Bett ein Buch. Die sechsjährige Katty spielte mit einer Puppe, während Delya, die Jüngste mit ihren gerade einmal drei Jahren, tief und fest schlief und die Finger noch immer den Rand ihrer Decke umklammerten.

„Mama?“, Olivia sah ihre Mutter verwirrt an. „Warum siehst du so wütend aus?“

Elena holte tief Luft und versuchte, ihre Emotionen zu beruhigen, bevor sie sprach. „Mein Schatz, wir müssen hier sofort weg.“

Katty drehte den Kopf, ihre Augen weiteten sich. „Weggehen? Wohin denn, Mama?“

„An einen besseren Ort.“ Elena lächelte sanft, obwohl es ihr das Herz förmlich zerriss.

Olivia runzelte die Stirn, stellte aber keine weiteren Fragen. Sie war alt genug, um zu verstehen, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.

Hektisch begann Elena, ihre Sachen zu packen. Sie griff nach einem Koffer aus dem Schrank und stopfte die Kleidung ihrer Kinder so schnell wie möglich hinein. Ihre Hände zitterten, aber sie durfte jetzt nicht zögern.

Katty half dabei, ihre Lieblingspuppe in ihre kleine Tasche zu stecken. „Papa kommt doch auch mit, oder?“, fragte sie ahnungslos.

Elena lächelte, obwohl sich ihr Herz anfühlte, als wäre es von einem Hammer getroffen worden. „Papa kommt später nach, mein Schatz.“

Sie konnte ihnen nicht die Wahrheit sagen. Nicht jetzt.

Als Elena die noch schlaftrunkene Delya auf den Arm nahm, rieb sich das kleine Mädchen die Augen und blickte zur Tür. „Papa ...“, murmelte sie schwach.

Ohne länger zu warten, ging Elena mit ihren drei Töchtern nach unten ins Wohnzimmer.

Damian stand immer noch da und nippte beiläufig an seinem Wein, als wäre nichts geschehen. Lady Margaret und Lord Charles saßen hochmütig da, während Isabella neben Damian stand und zufrieden lächelte.

Plötzlich streckte Delya, die gerade erst aufgewacht war, ihre Arme nach Damian aus. „Papa!“, rief sie erfreut und lief auf ihren kleinen Beinchen auf ihn zu.

Elena stockte der Atem. „Delya, mein Schatz, nein –“

Doch es war bereits zu spät.

Delya hatte Damian schon erreicht und hob die Arme, um auf den Arm genommen zu werden. Doch was als Nächstes geschah, ließ Elenas Herz stillstehen.

Damian machte einen Schritt zurück und stieß Delyas kleine Hand grob weg. „Fass mich nicht an“, sagte er kalt. „Ich bin nicht mehr dein Papa.“

Die Atmosphäre war auf einen Schlag mucksstill.

Delya stand wie angewurzelt da, die Augen weit geöffnet vor Verwirrung. Olivia und Katty rannten sofort herbei und nahmen ihre Schwester schützend in die Arme.

„Delya!“, Olivia rüttelte an ihrer gestürzten Schwester und sah Damian mit einem wütenden Blick an. „Warum sagst du so etwas, Papa?“

Katty brach in Tränen aus und blickte Damian völlig aufgelöst an. „Aber Papa ist doch unser Papa ...“

Elena konnte ihre Wut nicht länger zügeln. Sie umklammerte den Koffer fest und hielt sich mühsam zurück, nicht vor ihren Kindern loszuschreien. „Du bist wirklich ein verdammtes Arschloch, Damian.“

Damian schnaubte nur. „Schaff sie fort, bevor ich es mir anders überlege und euch auf noch üblere Weise rauswerfe.“

Elena ballte die Fäuste und holte tief Luft. Sie musste stark bleiben, nicht für sich selbst, sondern für ihre Kinder.

Mit zitternden Händen nahm sie ihre drei Töchter an der Hand und ging auf die Tür zu. Delya schluchzte immer noch, während Olivia krampfhaft versuchte, ihre Tränen zu unterdrücken.

Als ihre Hand den Türknauf berührte, hielt Elena einen Moment inne und blickte zurück. „Damian, eines Tages wirst du das bereuen.“

Damian lachte nur leise. „Das werden wir ja sehen.“

„Lass sie doch, Schatz. Morgen kommt sie schon wieder angekrochen und bettelnd zurück“, sagte Isabella.

„Es stimmt, was Isabella sagt. Elena hat doch gar nichts! Wie sollte sie ohne dein Geld überleben, Damian!“, fuhr die Mutter fort.

„Kein Problem! Sie und ihre drei Kinder können meinetwegen hier bleiben – aber als Dienstboten!“, sagte Damian, ohne sich im Geringsten für die Gefühle von Elena und ihren drei Töchtern zu interessieren.

Elena sagte nichts weiter. Sie öffnete die Tür und trat hinaus; sie ließ das Haus, das sie einst ihr Heim genannt hatte, und den Mann, der es nicht länger verdiente, ihr Ehemann genannt zu werden, hinter sich.

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