LOGINKapitel 3
Elena stieß einen langen Seufzer aus, als sie die kleine Wohnung betrachtete, die von nun an das Zuhause für sie und ihre drei Töchter sein würde. Sie war meilenweit von der luxuriösen Villa entfernt, in der sie die letzten zehn Jahre gelebt hatte.
„Ist das jetzt unser Zuhause?“, fragte Olivia leise und ließ ihren Blick durch den bescheidenen Raum schweifen.
Elena lächelte und versuchte, vor ihren Kindern stark zu wirken. „Ja, mein Schatz. Unser neues Zuhause.“
Katty sah ihre Mutter verwirrt an. „Will Papa denn nicht mehr unser Papa sein?“ Kattys Tränen flossen unaufhaltsam, was Elena nur noch mehr das Herz brach.
Dennoch bemühte sich Elena, vor ihren drei Töchtern zu lächeln.
Delya, die noch immer nicht verstand, was vor sich ging, klammerte sich fest an die Beine ihrer Mutter. „Ich will aber Papa haben, Mama.“
Elena ging in die Hocke und strich der Kleinen sanft über das Haar. „Papa kann im Moment nicht bei uns sein, aber Mama ist immer für euch da, ja?“
Olivia nahm Elenas Hand und versuchte, ihrer Mutter Mut zuzusprechen. „Schon gut, Mama. Du wirst jetzt einfach Mutter und Vater für uns sein“, sagte Olivia.
Elena lächelte und drückte die Tränen zurück. Dann strich sie ihrer Tochter über das Haar.
Wenig später, nachdem die Kinder sich ausruhten, eilte Elena sofort zum Standesamt.
Es dauerte nicht lange, bis Elena vor der Behörde stand, den Umschlag mit den Scheidungsunterlagen in der Hand. Dies war der erste Schritt, um sich von dem Mann zu befreien, der sie betrogen hatte.
Als sie an der Reihe war, reichte sie der Beamtin die Akte.
„Frau Elena, sind Sie sicher, dass Sie die Scheidung einreichen wollen?“, fragte die Beamtin vor ihr in einem vorsichtigen Tonfall.
Elena nickte ohne zu zögern. „Ganz sicher.“
Die Beamtin starrte sie einige Sekunden lang an, ehe sie die Unterlagen schließlich entgegennahm. „Gut, wir werden das bearbeiten. Sie brauchen jetzt nur noch die Unterschrift Ihres Mannes.“
Elena lächelte schwach. „Alles klar, ich danke Ihnen.“
Daraufhin kehrte Elena zum Anwesen der Lancasters zurück. Nicht mehr als Damians Ehefrau oder Bittstellerin, sondern als eine Frau, die Gerechtigkeit für sich selbst verlangte.
Als sie das Haus betrat, war es still. Eines der Dienstmädchen sagte, Damian sei oben. Elena eilte sofort nach oben. Doch als sie die Treppe zu ihrem Zimmer hinaufstieg – oder besser gesagt zu dem Zimmer, das einst ihres gewesen war –, drangen das Geräusch von Lachen und leises Stöhnen von drinnen an ihr Ohr.
Elenas Herz setzte einen Schlag aus. Dann stieß sie die Tür gewaltsam auf.
Der Anblick, der sich ihr bot, ließ ihre Wut überkochen.
Damian und Isabella lagen im Bett, ihre Körper ineinander verschlungen, während die Hand des Mannes zärtlich das Gesicht der Frau streichelte.
Isabella drehte den Kopf und lächelte spöttisch. „Oh, Elena. Du kommst zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt! Deine Anwesenheit stört gewaltig!“
Elena schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust. „Verzeihen Sie, Fräulein Isabella, falls meine Ankunft Madame und den Herrn gestört hat.“
Damian sah sie träge an, keineswegs beunruhigt durch ihre Anwesenheit. „Was machst du hier? Oh, ich weiß schon; du willst sicher betteln, wieder zu mir zurückzukommen, richtig? Mach dir keine Hoffnungen, Elena!“
Elena trat näher und warf ihm den Umschlag mit den Scheidungsunterlagen auf die Brust. „Seien Sie nicht so überheblich, Herr Damian!“, grinste Elena. „Unterschreiben Sie das.“
Damian seufzte und setzte sich gelassen an die Bettkante. „Bist du dir da sicher?“, lächelte Damian sie amüsiert an.
„Ich habe keinen Grund, ein Miststück wie Sie in meiner Nähe zu behalten, Herr Damian“, antwortete Elena prompt.
Damian nahm den Umschlag, öffnete ihn und überflog die Seiten, bevor er leise auflachte. „Du willst das wirklich alles beenden?“
„Ist es nicht genau das, was Sie wollen, Herr Damian?“
Isabella kicherte vom Bett aus. „Du bist so erbärmlich, Elena. Um ehrlich zu sein, tust du mir leid.“
Elena wandte sich ihr mit einem scharfen Blick zu. „Mitleid? Das ist nicht nötig. Ich habe nur Mitleid mit dir, weil du die Reste des Mannes akzeptieren musst, der einst mein Ehemann war.“
Isabella zog die Augenbrauen hoch, als ließe sie das völlig kalt.
Damian griff schließlich nach dem Stift und unterschrieb das Dokument. „Gut, ich unterschreibe!“
Anschließend nahm er einen Scheckbogen aus der Schublade und trug eine enorme Geldsumme ein. Beiläufig reichte er Elena den Scheck. „Fünf Milliarden. Das ist mehr als genug für dich und deine Kinder, oder?“
Elena starrte den Scheck lange an.
Dann, mit einer raschen Bewegung, zerriss sie den Scheck in Stücke und schleuderte sie Damian ins Gesicht.
„Ich brauche Ihr Geld nicht, Herr Damian!“
Isabella lachte leise auf. „Oh, was für eine arrogante Ex-Frau du doch hast, Schatz.“
Elena blickte Damian direkt in die Augen. „Glauben Sie etwa, der Preis für zehn Jahre Ehe lässt sich mit einem Stück Papier bezahlen? Sparen Sie sich Ihr Geld, Herr Damian. Meine drei Kinder und ich brauchen kein Geld von einem herzlosen Mistkerl wie Ihnen!“
Damian kniff die Augen zusammen, sein Gesichtsausdruck wurde finsterer. „Schön. Bereue es bloß nicht, Elena.“
Elena lächelte kalt. „Das Einzige, was ich bereue, ist, jemals ein Arschloch wie Sie geliebt zu haben.“
Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte sich Elena um und schritt mit erhobenem Kopf aus dem Zimmer.
Kapitel 60„Warum sind die Überwachungskameras plötzlich ausgefallen?!“, Elenas Stimme hallte durch das stille Lehrerzimmer.Ein IT-Mitarbeiter der Schule blickte nervös zu Boden. „Ich weiß es auch nicht, Frau Elena. Heute Morgen hat noch alles ganz normal funktioniert. Aber heute Nachmittag war das Material vom Schultor plötzlich nicht mehr lesbar. Es scheint ein Systemfehler zu sein.“„Ein Systemfehler?“, Elena seufzte frustriert. „Die einzige Spur dazu, wer mein Kind mitgenommen hat, ist also weg?“Alvas Lehrerin versuchte Elena zu beruhigen: „Es tut uns wirklich aufrichtig leid, Frau Elena. Aber wir dachten, der Mann sei von Ihnen geschickt worden, um Alva abzuholen.“„Vergessen Sie das!“, schnauzte Elena sie an, während ihre Augen rot anzulaufen begannen. „Tun Sie das nie wieder! Ich bin sicher, dass das eine Entführung ist! EINE ENTFÜHRUNG!“Mit blassem Gesicht rannte Elena aus dem Lehrerzimmer. Ihre Hände zitterten, als sie ihr Handy aus der Tasche zog. Elena wählte sofort Tama
Kapitel 59Elenas Auto bahnte sich langsam seinen Weg durch den Abendverkehr. Ein klassisches Lied erklang leise aus den Autolautsprechern und beruhigte ihren Verstand, während sie sich Alvas Gesicht vorstellte. Heute hatte Elena versprochen, ihren Sohn persönlich abzuholen – etwas, das sie in letzter Zeit wegen ihres vollen Terminkalenders in der Boutique nur noch selten tat.„Alva wird sich so freuen, von mir abgeholt zu werden“, flüsterte Elena mit einem Lächeln.Elena warf einen Blick auf die Uhr auf dem Armaturenbrett. Es verblieben noch zehn Minuten, bis die Schulglocke läutete. Elena beschleunigte das Auto leicht und versuchte, nicht zu spät zu kommen.Plötzlich überquerte von der Seite des Bürgersteigs eine alte Frau mit Plastikeinkaufstüten die Straße, ohne nach links oder rechts zu schauen. Elena trat reflexartig voll auf die Bremse.Quieeetsch!Das Auto kam nur wenige Zentimeter vor dem Körper der alten Frau zum Stehen.„Um Himmels willen!“, Elena öffnete die Tür und stieg
Kapitel 58Isabella warf ihre Sonnenbrille auf den Boden des Zimmers, woraufhin das Glas zersprang. Ihr Atem ging unregelmäßig, ihr Gesicht war rot vor Zorn, der noch immer nicht verflogen war.„Wie kann Damian es wagen, mich zu ohrfeigen! Noch dazu vor dieser Schlampe!“, murmelte sie durch zusammengebissene Zähne.Sie ging im Zimmer auf und ab und zerzauste ihr halb fertig gestyltes Haar. Scham, Zorn und Verletztheit vermischten sich in ihrer Brust. Damians Stimme hallte in ihrem Kopf nach, wie er sie verteidigt hatte ... aber nicht für sie. Für Elena.„Er zieht diese Frau vor ... nur weil Elena den Lancaster-Erben geboren hat?!“Isabella hielt die Tränen zurück, die aufzusteigen drohten, als ihr Blick plötzlich auf den Bildschirm ihres Handys auf dem Tisch fiel. Sie hob es rasch auf, öffnete die Kontakte und drückte auf einen Namen, den sie schon lange nicht mehr angerufen hatte.Die Verbindung stand.„Ja?“, antwortete die schwere Stimme am anderen Ende.„Ich habe einen Auftrag für
Kapitel 57„Nathan, bist du vorhin nicht nach Hause gefahren?“, fragte Elena leise, immer noch in den Armen des Mannes. Ihre Stimme war kaum hörbar, geborgen zwischen den Schlägen eines Herzens, das viel zu schnell schlug.Nathan seufzte, löste langsam seine Umarmung und sah Elena sanft an. „Doch. Aber du hast dein Handy in meinem Auto vergessen“, sagte er und deutete auf das Mobiltelefon, das Elena auf dem Beifahrersitz liegen gelassen hatte. „Und irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl.“Elena nickte leicht und griff dann mit zitternden Händen nach ihrem Handy. „Ich danke dir.“Sie sahen sich an. Ein Augenblick fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Die Zeit fror ein.Nathan saß neben ihr und hielt immer noch Abstand. Doch da war etwas in der Luft, das immer dichter wurde – Anspannung, unerträgliche Emotionen und Gefühle, die sie so lange verschwiegen hatten.„Elena ...“, rief Nathan mit tiefer Stimme, fast ein Flüstern. „Weißt du was? Ich kann einfach nicht aufhören, an dich zu denken.“E
Kapitel 56Der Himmel verdunkelte sich bereits, als die Uhr sieben Uhr abends schlug. Die Lichter der Stadt gingen langsam an, und die kühle Nachtluft kroch durch die Fensterspalten herein. Elena hatte gerade Alva gefüttert, während Delya geschäftig mit einem Spielzeug auf dem Boden spielte. Die Türbell klingelte.Elena runzelte die Stirn; sie erwartete um diese Zeit der Nacht keinen Besuch mehr. Sie ging schnell zur Tür und öffnete sie. Nathans Gestalt stand dort – ordentlich, schneidig in einem dunklen Anzug, der seinen Körper perfekt umrahmte.„Hallo“, begrüßte Nathan sie mit jenem charakteristischen Lächeln, das es irgendwie immer schaffte, Elenas Herz schneller schlagen zu lassen.„Nathan?“, Elena war ein wenig überrascht. „Was ist los? Du hast gar nicht gesagt, dass du vorbeikommst.“Nathan hob eine kleine Schachtel hinter seinem Rücken hervor – zusammen mit einem Strauß Lilien und weißer Rosen.„Ich wollte dich zum Abendessen ausführen“, sagte er hoffnungsvoll. „Ich habe bereit
Kapitel 55Elena schwieg noch immer. Ihr Gesicht war tiefrot angelaufen – nicht nur von dem Kuss auf ihre Lippen, sondern auch von dem darauffolgenden Kuss, den Nathan soeben auf ihren Hals gesetzt hatte; heiß, tief und überraschend.„Aahh ...“, der Seufzer entfloh ihren Lippen und entlockte Nathan ein leises Lächeln. Es war das Lächeln eines Mannes, der genau wusste, dass er etwas berührt hatte, das sich nicht mehr leugnen ließ.„Elena“, Nathans Stimme klang heiser, fast wie ein Flüstern. „Ich habe dir ein Liebesmal am Hals hinterlassen. Du gehörst mir, Elena.“Elena drehte rasch den Kopf herum, ihre Augen weiteten sich leicht. „Nathan ...“„Du musst jetzt nicht antworten“, sagte Nathan sanft. „Aber sag mir nicht, dass du es nicht fühlst.“In Elenas Körper stieg eine plötzliche Hitze auf. Ihr Herz schlug so schnell, und ihre Gedanken gerieten völlig in Aufruhr. Die eine Hälfte von ihr wollte erwidern, wollte Nathans Gesicht berühren und mit ihren Lippen seinen Hals nachfahren.Doch E







