LOGINCAITLINIch starrte in die Ferne, während mir unzählige Fragen durch den Kopf gingen. Die kühle Brise liebkooste meine Haut.Wir saßen auf der Terrasse, sprachen kaum ein Wort und starrten einfach in die Landschaft—im Grunde alle mit demselben Gedanken im Kopf.„Warum sind sie immer noch nicht hier?“Das war wahrscheinlich das hundertste Mal innerhalb einer Stunde, dass ich diese Frage hörte.Ich kannte die Antwort darauf doch selbst nicht. Was sollte ich ihr also sagen?„Sie werden jeden Moment hier sein. Ich bin mir ganz sicher“, sagte Miranda mehr zu sich selbst als zu Eliana.Die Luft hier war anders. Sie war nicht so friedlich wie in Sinaloa, aber sie wirkte… ich weiß auch nicht, lebendiger—moderner?„Geh schlafen, Eliana. Hör auf, dir solche Sorgen zu machen. Esteban wird nicht zulassen, dass deinem Mann etwas zustößt.“Oder etwa doch? Da er nicht widersprochen hatte, als ich ihn nach dem Angriff gefragt hatte, war ich davon ausgegangen, dass das alles nur ein Verwirrspiel war—a
ESTEBANIch spürte, wie Hände fest auf meine Wunde gedrückt wurden. Meine Augen flackerten auf. Ich schlug Ignacios Hand weg.„Versammle sie. Zur Lagerhalle nach Albuquerque.“Jemand murmelte seine Zustimmung und brüllte Befehle über das Gelände. Ich lag auf der Rückbank des Wagens.Die Tür wurde von außen zugeschlagen, und dann sprang der Motor an.„Halt!“, befahl ich.Pique trat voll auf die Bremse. Die abrupte Bewegung schoss wie ein Messer durch meinen Körper. Ich stöhnte auf.„Alkohol… gib mir verdammt noch mal etwas Alkohol.“Er kurbelte das Fenster herunter.„Hat hier irgendwer Alkohol dabei?!“Ich spürte, wie mir langsam das Bewusstsein schwand.„Ignacio… Du musst etwas für mich erledigen.“Er starrte mich völlig verwirrt an.„Ich kann die Klinge nicht herausziehen, Don! Sie könnten verbluten!“„Nein, nicht das. Ich rede von etwas anderem.“Ich schaffte es gerade noch so, ihm alles einzuschärfen, bevor ich wieder in der vollkommenen Dunkelheit versank.„Don… Don?“, flüsterte I
CAITLINDie Kälte, die durch das offene Fenster strömte, weckte mich auf. Ich hatte völlig vergessen, es vor dem Einschlafen zu schließen. Langsam ging ich darauf zu und rieb mir den Schlaf aus den Augen.Ich hatte viel zu wenig geschlafen. Irgendwann gegen ein Uhr morgens hatte ich mich im Bett zusammengerollt und war schließlich weggedöst. Es war ein Glück, dass sie mir mein Handy zurückgegeben hatten. Es lenkte mich wenigstens ein bisschen ab, während ich mich durch etliche Videos scrollte.Als ich zurück zum Bett ging, hörte ich Esteban meinen Namen rufen. Seine Stimme klang sanft—behutsam, ein gewaltiger Kontrast zu der Art und Weise, wie er noch am Abend zuvor geklungen hatte.War letzte Nacht denn nicht schon genug? Was will er denn jetzt schon wieder?Ich legte mich schweigend ins Bett und ignorierte ihn einfach.„Schau, bleib heute drinnen. Wenn du unbedingt nach draußen musst, dann keinesfalls ohne Sicherheitsbegleitung.“Als ob sie mich jemals alleine irgendwo hingehen lass
ESTEBAN Eine einfache Frage zu ihrer Beziehung wäre eindeutig die bessere Wahl gewesen. Aber nein, ich musste mich natürlich wie ein absoluter Vollidiot aufführen. Und ihre Reaktion darauf erst… „Du hast wirklich ganze Arbeit geleistet, mir die Untreue meines Ex-Freundes noch einmal ordentlich unter die Nase zu reiben.“ Diese Worte hallten unablässig in meinem Kopf wider. Jedes Mal, wenn ich daran dachte, kam ich mir nur noch dämlicher vor. Der Bastard hatte sie betrogen. Ich hatte keinen blassen Schimmer davon gehabt. Allein die Tatsache, dass sie dachte, ich würde mich über die Entscheidung eines so minderbemittelten Typs lustig machen wollen, machte mich rasend. Dennoch hatte ich mich ganz sicher nicht wie ein Gentleman verhalten. Ich konnte es ihr also nicht einmal verübeln. Aber warum zum Teufel weinte sie um einen Mann, dem sie sowieso völlig scheißegal war? Und kümmert es dich etwa? Ich seufzte und schleppte mich aus der Tür. Ich war doch um keinen Deut besser, oder?
CAITLINEs gab keinen Grund abzustreiten, wie sehr mein Körper sich nach Esteban verzehrte—wie groß mein Begehren nach ihm war. Als ich vor ihm auf die Knie ging, stellte ich mich nicht bloß verstellt an, um mich bei ihm einzuschmeicheln. Ich war einfach ich selbst—jene Version meiner selbst, die ich für einen Mann unterdrückt hatte, der vögelnd hinter meinem Rücken eine andere flachgelegt hatte.Da der Teufel mich wollte, wir uns gegenseitig verlangten und ich hier ohnehin noch nicht weg konnte: Warum sollte ich das Beste daraus machen? Zumindest zwang er mich nicht so, wie Abschaum wie er es gewöhnlich tat. Ich fühlte mich mächtig. Ich fühlte mich zum ersten Mal seit Langem wieder auf Augenhöhe.Doch dann sprach er Worte gelassen aus, die alles ruinierten.„Dieser Freund von dir…“Was war mit ihm? Warum musste er ihn ausgerechnet in so einem Moment erwähnen?„Du darfst weder an ihn denken, noch über ihn sprechen, mit ihm reden oder ihn auch nur ansehen. Niemals.“Nun, wenn er ihn ni
ESTEBANAlles hat seine Grenzen. Meine Toleranzgrenze war definitiv überschritten. Wenn ich noch ein einziges Klopfen hörte, würde ich verdammt noch mal den Verstand verlieren. Es gab nur zwei Optionen: Entweder ich ließ Caitlin rein, oder ich pfiff komplett auf meinen Seelenfrieden.„Ich werde so lange weiterklopfen, bis du aufmachst und sie reinnimmst! Ich bleibe hier die ganze Nacht stehen, wenn es sein muss!“Da ich meine Mutter kannte, wusste ich, dass sie das absolut ernst meinte.Ich stieg aus dem Bett, ging mit langen Schritten zur Tür und riss sie auf. Meine Mutter stolperte nach vorne und prallte gegen mich. Ich stolperte nicht, sondern lenkte sie behutsam aus dem Türrahmen und wandte mich dann Caitlin zu, die Teil dieses Wahnsinns geworden war.Sie war in nichts weiter als eine Ausrede von einem Handtuch gehüllt. Ihre Lippen waren leicht geöffnet, ihr Blick intensiv auf mich gerichtet. Dann fing sie sich wieder und starrte stattdessen auf den Boden. Langsam begann sie den R







