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Der Fluch des Alphas, Die Königin der Mafia
Der Fluch des Alphas, Die Königin der Mafia
Penulis: nedublackwood

Das Mädchen ohne Wolf

Penulis: nedublackwood
last update Tanggal publikasi: 2026-06-26 07:22:10

Selanas Sicht

Ich ging den Waldpfad entlang, ein zusammengerolltes Seil leicht über die Schulter geworfen. Die Morgenluft war kühl und frisch auf meiner Haut. Ferne Stimmen und das Rascheln von Körpern, die sich bereits aufwärmten, drangen durch die Bäume. Das Rudel hatte sich zum Training versammelt, und als sich die Lichtung vor mir öffnete, hatte sich ein kleines, hartnäckiges Lächeln auf meinen Lippen festgesetzt.

Der Trainingsplatz summte vor Leben. Junge Wölfe in meinem Alter standen in lockeren Gruppen zusammen, streckten sich, scherzten und lockerten ihre Glieder in Vorfreude auf den morgendlichen Lauf. Für einen flüchtigen Augenblick ließ ich mich selbst glauben, ich wäre eine von ihnen. Dass ich hierhergehörte.

Ich rückte das Seil in meinen Händen zurecht und ging weiter – bis eine Stimme die Luft durchschnitt.

„Selena Aria.“

Ich erstarrte mitten im Schritt. Niemand benutzte meinen vollen Namen. Nicht, wenn es kein Ältester war… oder wenn schlechte Nachrichten bevorstanden.

Langsam drehte ich mich um.

Ein Mann lehnte ein Stück entfernt an einer dicken Eiche, die Arme verschränkt, und beobachtete mich. Das frühe Licht filterte durch die Äste über ihm und umrahmte sein Gesicht in wechselnden Mustern aus Gold und Schatten. Er war einer der leitenden Krieger des Rudels, verantwortlich für die Ausbildung der nächsten Generation von Kämpfern. Seine Haltung wirkte locker, doch an der ruhigen Autorität, die von ihm ausging, war nichts Lockerheit.

„Ja?“, fragte ich.

„Was versuchst du zu tun, Selena?“

Ich öffnete den Mund, doch er hob die Hand, bevor ich antworten konnte.

„Ich weiß es“, sagte er ruhig. „Ich frage nur.“

Er stieß sich von dem Baum ab und kam mit langsamen, bedächtigen Schritten auf mich zu. Als er mich erreichte, tippte er mir leicht – fast freundlich – auf die Schulter und schenkte mir ein kleines Lächeln.

„Ich sehe, wie sehr du darauf brennst zu laufen. Also sag mir – was ist dein Ziel für das heutige Training?“

Das Lächeln kehrte zurück, bevor ich es aufhalten konnte. „Ich werde heute die Schnellste sein“, sagte ich ehrlich.

Er stieß ein leises, amüsiertes Lachen aus. „Das glaube ich dir. Dein Gesichtsausdruck verrät mir, dass du deine Siegesrunde schon geplant hast.“

Wärme breitete sich in meiner Brust aus. Es war selten – schmerzhaft selten –, dass jemand mit mir sprach, ohne diese vorsichtige Distanz oder das kaum verhüllte Mitleid. Einen Moment lang fühlte es sich gut an. Normal.

Dann veränderte sich sein Tonfall.

„Aber du kannst dich ihnen nicht anschließen.“

Mein Lächeln erstarb.

Ich sah mich um, halb in der Erwartung, dass er mit jemand anderem sprach, doch hinter mir war niemand. „Mich?“, fragte ich verwirrt. „Ich bin nicht einmal zu spät.“

„Ich weiß.“

Mein Magen verkrampfte sich. „Dann warum–“

„Heutiges Training geht nicht ums Laufen“, fuhr er fort, seine Stimme ruhig und endgültig. „Es geht darum, diejenigen vorzubereiten, die dieses Rudel im Krieg verteidigen werden. Es geht um die Ausbildung derer, die Wölfe haben.“

Die Worte trafen wie Steine.

Ohne auf meine Antwort zu warten, ging er an mir vorbei zu der Gruppe der jungen Wandler. Ich drehte mich langsam um und sah zu, wie er sich zu ihnen gesellte. Die Energie auf der Lichtung veränderte sich sofort. Die Wölfe streckten sich tiefer, knackten mit den Nacken, rollten die Schultern – konzentriert, ernst, bereit. Die spielerische Atmosphäre, in die ich hineingelaufen war, war verschwunden.

Ich stand da, hielt noch immer das nutzlose Seil fest und fühlte mich wie eine Außenseiterin im einzigen Zuhause, das ich je gekannt hatte.

Dann erklangen kleine, schnelle Schritte.

„Selena!“

Ich drehte mich um, gerade als Nyra auf mich zustürmte, drei weitere Kinder mit strahlenden, aufgeregten Gesichtern im Schlepptau. In dem Moment, in dem ich sie sah, löste sich der Knoten in meiner Brust.

Nyra griff ohne Zögern nach meiner Hand und strahlte zu mir hoch. „Du hast versprochen, dass du uns heute eine Geschichte erzählst!“

Bevor ich überhaupt antworten konnte, zog sie mich bereits vom Trainingsplatz weg, ihre kleinen Beine voller Entschlossenheit.

Ich zögerte und warf einen letzten Blick zurück.

Der Krieger sprach noch mit den anderen, doch als spürte er meinen Blick, hob er den Kopf. Unsere Augen trafen sich über die Lichtung hinweg. Etwas Unlesbares ging zwischen uns hin und her – etwas, das meinen Puls flattern ließ –, bevor Nyra erneut an meiner Hand zog.

„Komm schon!“, drängte sie lachend.

Ich atmete leise aus und ließ mich von den Kindern fortziehen.

Gemeinsam gingen wir tiefer in den Wald hinein, zum warmen Knistern des Feuers, das das Rudel entzündet hatte, um die Kleinsten warmzuhalten, während der Rest trainierte. Weg von den Wölfen. Weg von dem Leben, das ich nie ganz berühren konnte.

Nur das Mädchen ohne einen.

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