LOGINSelena hat ihr Leben als Ausgestoßene verbracht. Geboren als Hybridin in einer Welt, die Stärke und reines Blut hoch schätzt, war sie nie dazu bestimmt, dazuzugehören. Von ihrem eigenen Rudel verstoßen und von dem einen Mann verlassen, den das Schicksal ihr bestimmt hatte, ist sie gezwungen, ihr Leben weit entfernt von allem, was sie einst kannte, neu aufzubauen. In der Menschenwelt findet Selena etwas Unerwartetes: einen gefährlichen Mann, der sie nicht als Schwäche sieht, sondern als etwas, das es wert ist, beschützt zu werden. Mit ihm beginnt sie, ihre Stärke, ihren Wert und eine Macht in sich zu entdecken, die sich weigert, begraben zu bleiben. Doch die Vergangenheit bleibt nicht für immer begraben. Als der Mann, der sie einst abgewiesen hat, zurückkehrt und verlangt, dass sie in das Leben zurückkommt, aus dem sie verstoßen wurde, gerät Selena zwischen zwei Welten – und zwei Männer. Einen, der sie gebrochen hat. Einen, der sie wieder aufgebaut hat. Während ihre wahre Macht erwacht und das Schicksal sich zu entfalten beginnt, muss Selena entscheiden, wo sie wirklich hingehört. Wird sie zu dem Mann zurückkehren, der sie abgewiesen hat? Oder wird sie den wählen, der ihr geholfen hat, die zu werden, die sie ist?
View MoreSelenas SichtDie Worte des Militärmannes hingen in der Luft wie ein Urteil.„Sie kommen mit uns auf die Wache zur Aussage. Jetzt.“Ich blieb neben dem Lieferanten gekauert, die Hände noch immer auf die schlimmste Blutung gepresst. Sein Atem ging flach, aber gleichmäßig, die Augen flatterten, während er gegen die Bewusstlosigkeit ankämpfte. Die Gasse war ein Kriegsgebiet – umgekippte Polizeiwagen, zersplittertes Glas, der beißende Geruch von Schießpulver und Blut lag schwer in der Luft. Der Suchscheinwerfer des Hubschraubers fegte immer wieder über uns hinweg, blendend und gnadenlos, seine Rotoren wirbelten Staub und Schmutz auf, der mir ins Gesicht stach.„Ich habe nichts getan“, sagte ich mit zitternder Stimme. „Ich war diejenige, die angegriffen wurde. Er –“ Ich deutete auf Kael, der immer noch im Zentrum des Chaos stand, Blut im Gesicht, aber mit demselben kalten Lächeln auf den Lippen. „Er wollte mich mitnehmen.“Der Militärmann senkte sein Gewehr nicht. Sein Gesicht war hart, da
Selenas SichtDie Gasse verwandelte sich innerhalb von Sekunden in ein Schlachtfeld.Kael stand im Zentrum des Sturms, Handschellen baumelten an einem Handgelenk wie billiger Schmuck. Polizeibeamte kreisten ihn ein, Waffen gezogen, Stimmen bellten Befehle. Zwei seiner Krieger lagen bereits mit dem Gesicht nach unten auf dem schmutzigen Asphalt, die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Der mutige Lieferant lag ein paar Meter entfernt, stöhnte leise und Blut sammelte sich unter seinem Kopf.„Auf den Boden!“, schrie ein Beamter, seine Waffe auf Kaels Brust gerichtet. „Sofort!“Kael zuckte nicht einmal. Er sah den Mann einfach mit diesem kalten, amüsierten Lächeln an, das mir den Magen umdrehte.„Nehmt die ab“, sagte er ruhig und hob sein gefesseltes Handgelenk. „Bevor das zu etwas wird, wovon ihr nicht mehr wegkommt.“Der stämmige Beamte mit dem dicken Schnurrbart trat vor und schlug ihm den Griff seiner Pistole ins Gesicht. Das Geräusch hallte von den Backsteinwänden wider.„Halt die Fress
Selenas SichtDer Morgen hatte wie jeder andere begonnen.Ich wachte früh auf, das vertraute Knarren der alten Dielen unter meinen Füßen, und bewegte mich leise, um Maria nicht zu wecken. Die Bäckerei unten war noch dunkel, die Öfen kalt, die Luft trug den schwachen, tröstlichen Duft von gestern gebackenem Brot. Ich kochte Tee für uns beide, stellte Marias Tasse auf den kleinen Tisch neben ihrem Bett und ging dann nach unten, um mit den Vorbereitungen für den Tag zu beginnen.Die Routine war zu meinem Anker geworden. Teig kneten. Laibe formen. Das stetige Summen der Öfen, die zum Leben erwachten. Kunden, die mit verschlafenen Lächeln und vertrauten Bestellungen hereinkamen. Es war einfach. Sicher. Menschlich.Aber ich lernte langsam, dass Sicherheit nie wirklich garantiert war.Ich brachte gerade den Müll raus, kurz nach dem Mittagsansturm, als es passierte.Die Gasse hinter der Bäckerei war schmal und schattig, selbst am helllichten Tag. Ich hatte den schweren Sack gerade in die Tonn
Selenas SichtDie Wochen nach dem Angriff der Hexe legten sich in eine zerbrechliche Art von Frieden.Lucian wurde zu meiner Konstante – meinem Anker in einer Welt, die sich immer noch anfühlte, als könnte sie jeden Moment zusammenbrechen. Er tauchte jeden Tag in der Bäckerei auf, krempelte die Ärmel hoch, half bei Lieferungen und schweren Hebearbeiten und blieb, bis der letzte Kunde gegangen und die Türen abgeschlossen waren. Maria hatte langsam begonnen, ihn zu akzeptieren. Nicht mit offenen Armen, aber mit einer stillen Toleranz, die sich wie ein Sieg anfühlte. Sie spannte sich nicht mehr an, wenn er den Raum betrat. Manchmal ließ sie ihn sogar mithelfen, sie die Treppe hinaufzubringen, wenn ihr Bein wieder Probleme machte.Aber die Macht in mir war fort.Das silberne Licht. Der Wolf. Die Stärke, die mich einst in Angst versetzt und dann gerettet hatte – alles von der grausamen Magie der Hexe herausgerissen. Ich fühlte mich wieder normal. Menschlich. Gewöhnlich. Und seltsamerweise





