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Der Preis der Mafia-Prüfung
Der Preis der Mafia-Prüfung
Author: Summer

Kapitel 1

Author: Summer
Die Haustür öffnete sich mit einem Klicken, genau in dem Moment, als ich die Geschenkeliste wieder zurücklegte.

Dante kam herein, der Geruch von teurem Tabak haftete an ihm. Mit seiner üblichen arroganten Haltung ließ er sich neben mir auf das Sofa fallen.

„Du bist also endlich wieder da“, sagte er und belehrte mich wie ein kleines Kind. „Machst du immer noch so ein Drama, nur weil ich dir das Geld nicht gegeben habe? Nimm dir ein Beispiel an Nadia und werde erwachsen, Elena. Eines Tages wirst du verstehen, dass ich das alles nur für unsere Zukunft getan habe.“

Er wirkte dabei so ernsthaft und tat, als wäre all das nur reine, gut gemeinte Liebe. Doch die wahre Botschaft dahinter war kurz und brutal: Er musste mich ständig prüfen, um sicherzugehen, dass ich nicht hinter seinem Geld her war – nur um herauszufinden, ob ich es überhaupt würdig war, Teil seiner Familie zu werden.

Er beugte sich zu mir, um mich zu umarmen, doch ich wich ihm aus und entzog mich vollständig seinen Armen.

Für einen Moment erstarrte Dante. Er starrte auf seine leeren Hände, bevor er mich wütend ansah. Für ihn war das nur ein kindisches Drama wegen läppischer 1.000 Dollar.

„Hör auf mit diesem Theater. Ich bin müde von der Arbeit. Geh und mach mir etwas zu essen“, befahl er und schlüpfte augenblicklich wieder in seine Rolle als Mafia-Boss.

So war er nicht gewesen, als er vor fünf Jahren um mich geworben hatte. Damals hatte er sich als mittelloser Büroangestellter ausgegeben, der unter Studienkrediten und Firmenschulden begraben war.

„Elena, ich habe nichts und ich kann dir keine sichere Zukunft versprechen“, hatte er mir damals mit einem vollkommen aufrichtigen Blick gesagt. „Aber wir können hart arbeiten und uns gemeinsam ein Leben aufbauen.“

Ich hatte ihm geglaubt und genickt. Ich war arm gewesen, aber ich konnte mich selbst versorgen. Ich hatte mich für Dante entschieden, weil ich mit ihm gemeinsam ein Leben von Grund auf aufbauen wollte.

Doch mit der Zeit konnte er sein wahres Gesicht nicht länger verbergen. Er bekam ernsthaft Ausschlag bei allem, was billig war, und begann bald, mich wie eine Dienerin zu behandeln. Er verlangte von mir Dinge, die er ganz einfach selbst hätte erledigen können.

Erst eines Tages während meiner Schicht traf mich die Wahrheit wie ein Schlag. Ich sah, wie Dante aus einer kugelsicheren Limousine stieg, umgeben von schwer bewaffneten Leibwächtern, und einen exklusiven Club der Unterwelt betrat. Unsere gesamte Beziehung war eine Lüge gewesen. Fünf Jahre lang hatte er mich einer verdrehten Prüfung unterzogen – aus Angst, ich wäre nur hinter dem Vermögen seiner Familie her.

Dantes Stimme riss mich aus meinen Gedanken.

„Wenn du in Zukunft Geld brauchst, frag einfach danach. Aber täusche keinen Autounfall vor, nur um an mein Geld zu kommen“, sagte er spöttisch. „So etwas ruiniert deinen Charakter. Und meine Familie verachtet Frauen, die sich so verhalten.“

Seine Worte klangen wie ein schlechter Witz. Vor meinem inneren Auge blitzten wieder die Bilder auf: Die unerträglichen Schmerzen in meinem Bauch und der Moment, in dem der Arzt mir mit kühler Stimme mitgeteilt hatte, dass das Herz meines Babys aufgehört hatte zu schlagen.

Ich hatte genug davon, mich zu rechtfertigen. Ich konnte es keine Sekunde länger ertragen, ihn auch nur anzusehen.

Gerade als ich aufstehen und gehen wollte, öffnete sich die Haustür erneut. Nadia trat herein. Sie streifte ihren Designer-Mantel ab und enthüllte ein eng anliegendes, verführerisches Kleid darunter. Als sie mich sah, spielte sie überrascht und zog den Mantel hastig wieder über sich.

„Elena? Was machst du denn hier?“

Ich warf Dante einen kalten Blick zu. „Wenn ich mich nicht irre, miete ich diese Wohnung gemeinsam mit dir. Warum hat eine Fremde unseren Zugangscode und das Recht, jederzeit einfach hier hereinzuplatzen?“

Nadia setzte sofort ihre Opferrolle auf. Sie eilte zu Dante, setzte sich direkt neben ihn und klammerte sich an seinen Arm.

„Dante, wie kann sie mich eine Fremde nennen? Ich habe nur meinen Schlüssel vergessen und brauche einen Ort zum Übernachten. Außerdem: Wenn du nicht zugestimmt hättest, diese Wohnung mit ihr zu mieten, würde Elena doch auf der Straße schlafen. Sie könnte sich diese Gegend niemals leisten. Sie ist doch diejenige, die sich hier auf deine Kosten durchschlägt.“

Nur Gott wusste, wie viel Gift sie ihm all die Jahre ins Ohr geflüstert hatte. Dante sah darin nicht das Geringste Problem. In seinen Augen hatte Nadia mit allem recht.

„Nadia hat recht. Ich besitze ein Haus. Wenn ich nicht mit dir zusammen wäre, würde ich nicht mein Geld verschwenden, um nur wegen dir eine billige Wohnung zu teilen. Das Ganze ist einfach ein Verlustgeschäft“, sagte Dante, zog sein Handy heraus und hielt mir seine Kontoübersicht direkt vor das Gesicht.

„Du willst doch nicht, dass meine Familie dich für eine Goldgräberin hält, oder? Dann zahl mir meinen Anteil an der Miete der letzten fünf Jahre zurück.“

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