Se connecterMINNIES PERSPEKTIVEIch lag absolut still unter den schweren Decken, mein Herz hämmerte so laut gegen meine Rippen, dass ich terrifiiert war, er könnte es hören. Ich war wach. Ich war die ganze Zeit über wach gewesen.Mein Atem stockte, während die tiefen, rauen Geräusche von der anderen Seite des Zimmers die Stille erfüllten. Ich hörte sein abgehacktes Atmen, das Rascheln von Laken, und dann die tiefe, unverkennbare Reibung davon, dass er sich selbst befriedigte. Mein Blut wurde völlig heiß, als seine Stimme durch die Ruhe brach, ein tiefes, verzweifeltes Growl, während er meinen Namen ausstieß.Wenn es eines gab, das ich außergewöhnlich gut beherrschte, dann war es Vorspiegelung. Ich spielte meine Rolle perfekt. Ich hielt meinen Atem langsam, tief und rhythmisch, ließ meinen Kopf leicht zur Seite fallen, als würde ich im tiefsten Schlaf meines Lebens sein.Am nächsten Morgen brach die Sonne durch die Fenster, und ich setzte sofort meine Spielmaske auf. Ich tat völlig normal, als hät
BRADS PERSPEKTIVEIch wäre fast aus meiner Haut gefahren, als ich Minnie in meiner Tür stehen sah, ihre Augen so groß, als wäre sie dabei erwischt worden, etwas Falsches zu tun. Der Regen prasselte draußen, und der Donner krachte alle paar Sekunden.»Was machst du in meinem Zimmer, Minnie?«, fragte ich, meine Stimme kam schärfer heraus, als ich beabsichtigte.Sie verlagerte ihr Gewicht, drehrte ihre Hände ineinander. »Ich... Ich wollte heute Nacht bei dir sein, Brad.«Das ließ mich innehalten. Bei mir sein? Mein Gehirn ging sofort in Verdachtsmodus. »Warum? Du hast etwas geplant oder was?«Sie schüttelte schnell ihren Kopf. »Nein, nichts dergleichen. Es ist das Gewitter. Ich habe Angst davor, okay? Es verstört mich immer.«Ich starrte sie einen Moment an und versuchte, ihr Gesicht zu lesen. Sie sah wirklich verängstigt aus, nicht wie jemand, der Spielchen spielte. Trotzdem fühlte es sich wie Ärger an, meine Ex-Stieftochter nachts in meinem Zimmer zu haben. Ich zog mir schnell ein T-Sh
MINNIES PERSPEKTIVEMein Handy vibrierte laut gegen den Holznachttisch, der helle Bildschirm zerschnitt die Dunkelheit meines Schlafzimmers. Ich stöhnte auf, rollte mich um und rieb mir den Schlaf aus den Augen.Ich streckte meine Hand aus, griff das Gerät und sah Lilas Namen über dem Display blinken. Es war spät, viel zu spät für eine Nachricht von ihr, was normalerweise bedeutete, dass sie bereit war zu klatschen.»Sag mir nicht ernsthaft, dass du nicht das Geringste unwohl dabei bist, im gleichen Gebäude wie Brad zu übernachten?«, lautete Lilas Nachricht.Ich verdrehte meine Augen bei dem Text und ließ einen leisen Seufzer entweichen.Das war typisch Lila, immer ein großes Aufheben um nichts. Ich tippte schnell eine Antwort.»Warum sollte ich unwohl sein? Er ist mein Chef, Lila. Nur mein Chef. Es ist völlig normal, dass eine Assistentin erreichbar ist, besonders wenn wir an einem massiven Sommerprojekt wie diesem arbeiten.«»Ja, klar. Normal«, schoss sie sofort zurück. Ich konnte d
BradChris war um sieben Uhr in meinem Büro, weil Chris immer um sieben Uhr in meinem Büro war. Das war eines der Dinge, die ich an ihm schätzte. Es war auch eines der Dinge, die mich gelegentlich dazu brachte, ihn zum Fenster hinaus werfen zu wollen.Er hielt einen Ordner in der Hand und trug den besonderen Ausdruck, den er zur Schau trug, wenn er bereits das Denken übernommen hatte und auf mich wartete, dass ich aufholte. Er legte den Ordner unaufgefordert auf meinen Schreibtisch. Er setzte sich auf den Stuhl mir gegenüber.»Die Blackwood-Zahlen sind sauber zurückgekommen, also denke ich, wir gehen damit noch vor Ende des Quartals«, sagte er. Ich sagte, ja, wir würden damit fortfahren. Er nickte und machte sich eine Notiz und ging zum nächsten Punkt über. Wir arbeiteten vier durch, bevor ich wieder sprach.»Es gibt noch etwas«, sagte ich. Er sah von seinem Notizbuch auf. »The Meridian«, fuhr ich fort. »Wir müssen die Marketingidentität vor dem Spatenstich im Oktober aufbauen, und ic
Minnies PerspektiveIch verbringe den Rest des Morgens in einem Nebel, der so dicht ist, dass Rachel aus dem Büro neben mir meinen Namen zweimal wiederholen muss.Mir wird erst klar, dass sie fragt, ob ich die Gruppe begleiten möchte, die einen Kaffee holen geht. Ich schüttle den Kopf. Ich schenke ihr ein Lächeln, das sich wahrscheinlich so hohl anfühlt, wie es aussieht.Ich habe siebzehn ungelesene E-Mails. Ich habe eine Orientierungscheckliste, die bis Ende des Tages abgehakt sein soll.Auf meinem Monitor läuft geräuschlos ein Video über die Grundwerte von Excel Properties. Darin kommen Wörter wie Vision, Integrität und gesellschaftliche Verantwortung vor.Ich sehe zu, wie der CEO des Unternehmens – der Mann, der mich für ein Soloprojekt ausgewählt hat – das Wort *Integrität* auf dem Bildschirm formt. Ich denke: Sicher.Der Nebel hat eine Form. Die Form besteht aus Brad Landrys Blick, der meinen über Conference Room B hinweg findet. Es fühlte sich an, als hätte er speziell nach mein
Brad„Kumpel, die neuen Praktikanten sind da“, knurrt Chris Maze, mein VP of Ops. „Bist du bereit, sie zu begrüßen?“Ich starrte aus meinem Bürofenster und ignorierte ihn. Chris ist immer hinter mir her wegen irgendetwas, aber das ist sein Job. Er ist derjenige, der Excel heutzutage wirklich leitet, während ich eine Galionsfigur bin, die Hände schüttelt und Deals macht. Würde ich mit Chris die Stellenbeschreibungen tauschen? Im Handumdrehen. Ich hasse die Charity-Dinners, Fundraising und politischen Machenschaften, die von einem mächtigen Entwickler im Großraum Minneapolis verlangt werden. Und doch habe ich Excel mit diesen Fähigkeiten aufgebaut, und deshalb bin ich an der Spitze und nicht er.„Yo“, sagt Chris, jetzt etwas ungeduldig. „Willst du sie treffen oder nicht? Wenn nicht, sage ich ihnen, dass du beschäftigt bist, und wir schicken eine andere Führungskraft, um Hallo zu sagen. Das ist kein großes Ding. Sie sind bestimmt ein Haufen Teenager-Idioten, die kaum oben von unten unter







