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Kapitel Sechs: Gut geraten

Author: Nicole
last update Petsa ng paglalathala: 2026-10-27 00:28:08

Harpers Perspektive

„Uff, mein Kopf tut weh“, sagte ich zu niemandem im Besonderen. Ich öffnete die Augen und stellte fest, dass ich in eine dicke blaue Decke gewickelt war. „Aua!“ Auch mein Nacken schmerzte, fast so, als hätte man mich gewürgt.

Für einen seligen Moment erinnerte ich mich an gar nichts. Dann wurde die Decke scharf, weiß und fremd, und alles brach über mich herein. Die Abstellkammer. Die Straße. Das Foto. Oh mein Gott! Das Foto!!

Ich suchte nach meinem Handy und fand es direkt n
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    Harpers Perspektive„Uff, mein Kopf tut weh“, sagte ich zu niemandem im Besonderen. Ich öffnete die Augen und stellte fest, dass ich in eine dicke blaue Decke gewickelt war. „Aua!“ Auch mein Nacken schmerzte, fast so, als hätte man mich gewürgt.Für einen seligen Moment erinnerte ich mich an gar nichts. Dann wurde die Decke scharf, weiß und fremd, und alles brach über mich herein. Die Abstellkammer. Die Straße. Das Foto. Oh mein Gott! Das Foto!!Ich suchte nach meinem Handy und fand es direkt neben mir. Ich musste es nicht einmal entsperren. Das Bild hatte sich in mein Gehirn gestickt. Dad in seinem guten grauen Anzug, lächelnd auf den Stufen des Standesamts, eine Frau unter seinem Arm. Eine Frau, die nicht Mom war. Eine Frau, die nicht ich war.Deborah.Ich drückte den Handballen auf die Augen, bis ich Sterne sah. Ich würde nicht schon wieder weinen. In den letzten vierundzwanzig Stunden hatte ich genug geweint, um ein olympisches Schwimmbecken zu füllen.„Du bist wach.“Ezra stand a

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    Harpers PerspektiveDie Klimaanlage im Auto traf mich so heftig, dass mir die Zähne klapperten. Ezra sah vom Fahrersitz herüber, nahm meine Hände in seine, hob sie nah an sein Gesicht und musterte sie sorgfältig.„Für jemanden, der Taekwondo gemacht hat, hast du sehr schwache Hände", sagte er, ohne eine Miene zu verziehen.Ich hätte ihm in sein dummes Gesicht schlagen können. „Da war ich neun!" Ich riss meine Hände los und steckte sie unter die Jacke, die er mir gegeben hatte.„Du bist wirklich undankbar, weißt du das?" Er murmelte etwas vor sich hin. Es war mir egal, was. Mich beschäftigte etwas anderes.„Wie hast du mich gefunden?"Er sah mich nicht an. „Ich glaube, die Worte, die du suchst, lauten: ‚Danke, Ezra, dass du mich gerettet hast.'" Dann warf er mir einen wissenden Blick zu.Sein Handy lag im Getränkehalter, der Bildschirm zeigte eine Karte und einen kleinen blinkenden Punkt. Er drehte es um, bevor ich daraus schlau werden konnte. Ich war zu müde, um mich zu wundern.Ich s

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    Harpers PerspektiveDie Frau am anderen Ende ließ das Telefon fast fallen. Ich hörte gedämpfte Stimmen, eine sich schließende Tür, und dann meinen Vater, atemlos, als wäre er quer durch einen Raum gerannt, um es zu greifen.„Harper? Schatz, hey."„Wer war das?" Es war nicht wirklich eine Frage. Meine Stimme war flach und hohl geworden, dieselbe Stimme, die ich bei Zach benutzt hatte. Ein Teil von mir flehte Dad an, meinen Verdacht zu widerlegen, mir irgendeine vernünftige Erklärung zu liefern. Stattdessen machte er eine Pause und seufzte.„Das ist Deborah. Eine Freundin."„Eine Freundin, die mitten in deiner Geschäftsreise dein Telefon beantwortet."„Harper." Er atmete aus, und ich konnte ihn genau vor mir sehen, wie er sich den Nacken rieb, so wie er es tat, wenn er mich gleich enttäuschen würde. „Ich war nicht auf Geschäftsreise. Ich bin hergekommen, um sie zu sehen. Ich treffe mich seit ein paar Monaten mit ihr. Ich wusste nicht, wie ich es dir sagen sollte, bei allem, was mit dein

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    Harpers PerspektiveEzra war schnell auf den Beinen, aber ich holte ihn auf dem Parkplatz ein, in meinen hohen Absätzen halb im Laufschritt.„Ezra, warte." rief ich.Er blieb nicht stehen. Er schloss sein Auto auf, und das Klicken hallte über den Asphalt. „Was?"Ich hätte fast gefragt, woher er gewusst hatte, wo ich war. Stattdessen sagte ich: „Ich wollte danke sagen. Für eben." Ich hielt neben ihm Schritt, leicht außer Atem. „Du hättest das nicht tun müssen."„Stimmt. Hätte ich nicht." Er rutschte auf den Fahrersitz und startete den Motor, ohne mich weiter anzusehen. „Steig ein, Harper."„Wie bitte?"„Es sei denn, du willst zurückgehen und Zach eine zweite Runde geben."Ich stieg ein, weil ich keine bessere Wahl hatte. Das Schweigen, das folgte, war schlimmer als alles, was er hätte sagen können. Es dauerte etwa neunzig Sekunden, aber länger hielt ich es nicht aus.„Du könntest wenigstens versuchen, ein Mensch zu sein. Ich habe danke gesagt."„Und ich habe gesagt, steig ein. Jetzt si

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    Harpers PerspektiveEinen Moment lang rührte sich keiner von uns. Ich saß in seinem alten T-Shirt da und wurde mir plötzlich sehr bewusst, dass ich seine Kleidung trug. Sein Blick fiel auf das Shirt, dann zurück auf mein Gesicht, und ein Mundwinkel kräuselte sich zu einem Grinsen. Uh, lachte er mich etwa aus?„Raus", sagte ich. Meine Stimme brach. Ich klammerte mich fester an die Decke, zog die Knie an die Brust und vergrub das Gesicht darin.„Es ist mein Zimmer." Er sagte es, als wäre es offensichtlich. „Du bist diejenige, die sich entschuldigen sollte."„Mir hat niemand gesagt, dass du es sein würdest, der sich hier hereinschleicht, um ..." Ich blickte auf die Uhr. „Sechs Uhr morgens."„Ich schleiche nicht, Bucky. Mir gehört der ganze Laden hier."Ich hasste diesen Namen. Wir hatten uns kennengelernt, als ich wegen eines Fußballunfalls eine Zahnspange trug, und Ezra hatte sie wie ein persönliches Geschenk behandelt. Er hatte mich ständig aufgezogen, an meinen Zöpfen gezogen, und am

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    Harpers PerspektiveMein Handy vibrierte in meiner Hand. Es war eine Nachricht von meiner besten Freundin Mia.Mia: Komm zum Hausmeisterraum im dritten Stock. Ich habe eine Überraschung für dich! Komm sofort!Ich grinste wie eine Idiotin, als ich aus der Bibliothek rannte. Heute war mein einundzwanzigster Geburtstag, und Mia wusste immer, wie sie mich auf die Folter spannen konnte. Ich schwebte förmlich durch den vollen Flur, wich Rucksäcken aus, und mein Herz machte einen kleinen glücklichen Hüpfer. Was sie mir wohl besorgt hatte? Vielleicht die Konzerttickets, um die ich sie seit Ewigkeiten anbettelte.Ich war ganz aus dem Häuschen, aber als ich um die Ecke in den dämmrigen, stillen Gang bog, in dem der Raum lag, kippte die Vorfreude in meiner Brust plötzlich um.Ich blieb stehen. Hinter der schweren Holztür waren Geräusche zu hören. Gedämpftes Kichern. Leises Flüstern. Mein Gesicht glühte vor Verlegenheit. Igitt, dachte ich und trat einen Schritt zurück. Mia war ganz sicher nicht d

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