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Kapitel 12 - Der Ruf der Wahrheit

Author: Lina
last update publish date: 2026-04-27 01:14:51

Seine Worte trafen Lina nicht wie ein harter Schlag, sondern wie etwas Unausweichliches, das schon längst auf dem Weg zu ihr gewesen war. Sie suchte instinktiv nach einer Erklärung, nach einem Gedanken, an dem sie sich festhalten konnte, doch alles, was blieb, war dieses Summen in ihrer Brust. Es wurde stärker, je mehr sie versuchte, es zu verdrängen, als würde ihr eigener Körper sich weigern, länger still zu bleiben.

„Kian … ich kann das nicht“, flüsterte sie.

Er trat näher, diesmal ohne Zöger
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    Der nächste Morgen begann ungewöhnlich ruhig. Nachdem die Aufregung des vergangenen Tages langsam abgeklungen war und die Gespräche über die Lichtung im südlichen Wald verstummt waren, schien das Rudel unbewusst in seinen gewohnten Rhythmus zurückzufinden. Das Feuer war längst heruntergebrannt, als die ersten Mitglieder des Rudels aufstanden, Wasser holten oder sich leise miteinander unterhielten. Über den Baumwipfeln färbte die aufgehende Sonne den Himmel in sanfte Gold- und Rosatöne, während die letzten Schleier der Nacht zwischen den Bäumen verschwanden.Lina saß am Rand der Lichtung und hatte die Knie angezogen. Eine Tasse mit heißem Kräutertee wärmte ihre Hände, während ihr Blick immer wieder zum Waldrand wanderte. Es war keine bewusste Entscheidung. Seit sie die kleine Lichtung entdeckt hatten, schien ein Teil ihrer Aufmerksamkeit ständig in jene Richtung zu lauschen, in der die Antworten verborgen lagen, nach denen sie so lange gesucht hatte.Der warme Schatten ihres Wolfs ruht

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    Niemand sprach, nachdem Lina ihre Vermutung ausgesprochen hatte. Die kleine Lichtung lag still zwischen den alten Bäumen, als hätte sie sich vor der Welt verborgen und wäre erst jetzt wiedergefunden worden. Das Sonnenlicht erreichte diesen Ort nur in schmalen Streifen, die durch die dicht verflochtenen Äste fielen und helle Muster auf den moosbedeckten Boden zeichneten. Die Spuren des Roggenwolfs waren deutlich zu erkennen. Sie verliefen nicht zufällig durch das Unterholz, sondern führten immer wieder zu derselben Stelle zurück.Lina ließ den Blick langsam über die Lichtung wandern. Je länger sie hinsah, desto stärker wurde das Gefühl, dass dieser Ort nicht nur irgendein Rastplatz gewesen war. Es lag eine Vertrautheit darin, die sie nicht erklären konnte. Der warme Schatten ihres Wolfs blieb aufmerksam und ruhig zugleich, als würde auch er versuchen, etwas zu erkennen, das sich nur knapp außerhalb ihrer Wahrnehmung befand.Darok trat einige Schritte über die Lichtung und untersuchte d

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    Der Morgen begann früher als gewöhnlich. Noch bevor die Sonne die Spitzen der Bäume erreichte, herrschte auf der Lichtung eine ruhige Geschäftigkeit, die Lina sofort bemerkte, als sie die Augen öffnete. Die Nacht hatte kaum Schlaf gebracht. Zu viele Gedanken hatten sie begleitet, und jedes Mal, wenn sie glaubte, endlich zur Ruhe zu kommen, erinnerte sie sich an den Wind vom Vorabend und an die unausgesprochene Gewissheit, die zwischen ihr und Kian gehangen hatte.Heute würden sie den Spuren folgen.Der warme Schatten ihres Wolfs war wach und aufmerksam, ohne Unruhe auszustrahlen. Es war dieselbe ruhige Konzentration, die Lina inzwischen von sich selbst kannte, wenn sie sich einer Herausforderung stellte, deren Ausgang sie nicht vorhersagen konnte.Als sie sich aufrichtete, bemerkte sie Kian bereits einige Meter entfernt. Er sprach mit Darok, während zwei weitere Mitglieder des Rudels ihre Ausrüstung überprüften. Die Gespräche waren leise und sachlich, doch unter der Oberfläche lag ein

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