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KAPITEL 2

Author: Tee
last update Petsa ng paglalathala: 2026-06-17 22:44:30

Auroras Sicht

„Warum?“, fragte ich und sprang so schnell auf, dass der Stuhl über den Boden schrammte. Damien sah mich nur einen Augenblick an, bevor er sich zur Tür wandte.

„Damien.“ Ich folgte ihm einen Schritt und verabscheute die Verzweiflung in meiner Stimme. „Warum?“

Seine Hand verharrte am Türgriff.

Für einen kurzen Moment keimte Hoffnung in mir auf, dann öffnete er die Tür. „Das musst du nicht wissen.“

Die Tür schloss sich hinter ihm.

Ich starrte ihr noch lange nach, nachdem er gegangen war. Meine Brust schnürte sich zusammen, denn diese vier Worte fühlten sich schlimmer an als der Vertrag. Als ob meine eigene Ehe Geheimnisse barg, die ich nicht erfahren durfte.

Ein paar Stunden später stand ich vor Morettis Villa, und trotz allem, was geschehen war, war ich immer noch nervös, denn dies sollte nun mein Zuhause sein.

Sobald ich durch die Haustür trat, richteten sich Dutzende Blicke auf mich, und die darauf folgende Stille ließ mich erschaudern, denn niemand wirkte neugierig oder einladend.

Sie sahen enttäuscht aus.

Ich tat so, als bemerkte ich es nicht.

Die Bediensteten senkten respektvoll die Köpfe, als ich vorbeiging, aber es wirkte gezwungen, als wäre ich eine Fremde in einem fremden Haus.

„Mrs. Moretti.“

Ich wandte mich dem Dienstmädchen zu, das auf mich zukam.

„Ihr Zimmer ist fertig.“

Mein Zimmer.

Nicht Ihre Suite, nicht das Hauptschlafzimmer. Der winzige Hoffnungsschimmer in mir erlosch.

Bevor ich etwas fragen konnte, fügte sie hinzu: „Die Familie wartet auf das Abendessen.“

Als ich das Esszimmer betrat, waren alle Gespräche bereits verstummt.

Die Stille traf mich zuerst, dann die Blicke, und ich zwang mich, weiterzugehen, bis ich den Tisch erreichte, an dem Damiens Großmutter, Evelyn Moretti, am Kopfende saß.

Ihr Blick glitt langsam über mich, und je länger sie mich ansah, desto unwohler fühlte ich mich.

„Also, das ist das Mädchen.“

Das Mädchen.

Nicht Aurora, nicht Damiens Frau.

Ich lächelte trotzdem, denn jahrelanger Umgang mit schwierigen Menschen hatte mich gelehrt, unangenehme Situationen zu überstehen. „Schön, Sie endlich kennenzulernen.“

Ihr Lachen war leise. „Das ist bedauerlich.“

Mein Lächeln erstarrte. „Wie bitte?“

Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. „Ich sagte, das ist bedauerlich, denn wenn Damien die Frau geheiratet hätte, die alle von ihm erwarteten, dann wäre dieses Abendessen vielleicht einen Besuch wert gewesen.“

Die Beleidigung lag offen auf dem Tisch. Niemand sagte etwas, und niemand wirkte schockiert, was bedeutete, dass dies nichts Neues war.

Mir schnürte es die Kehle zu. „Großmutter.“

Die tiefe Stimme kam von hinten.

Damien.

Der Knoten in meiner Brust löste sich in dem Moment, als ich Damiens Stimme hörte, und ich verabscheute mich ein wenig dafür, denn er war der Grund, warum ich mich überhaupt so fehl am Platz fühlte.

Seine Großmutter warf ihm einen Blick zu. „Ich bin einfach nur ehrlich.“

„Dann hör auf.“

Es wurde still im Raum, denn Damien Moretti wiederholte sich so gut wie nie.

Seine Großmutter schniefte, sagte aber nichts weiter. Das Abendessen ging weiter, oder zumindest taten alle so.

Ich rührte mein Essen kaum an.

Jedes Gespräch schien sich um Dinge zu drehen, die ich nicht verstand, bis sich die Türen öffneten und der Raum heller wurde, als die Leute lächelten und die Bediensteten sich aufrichteten, und als die Frau hereinkam und aussah, als gehöre sie dorthin.

„Damien.“

Ihr Lächeln war warm.

Sie ging zu ihm hinüber und küsste ihn auf die Wange.

Niemand reagierte, und ich saß völlig still da, denn wenn niemand reagierte, bedeutete das, dass alles normal war.

Die Frau sah mich schließlich an. „Ich bin Vivienne.“

Vivienne Laurent.

Die Frau, die jedes Magazin jahrelang mit Damien in Verbindung gebracht hatte. Die Frau, von der alle dachten, er würde sie heiraten. Die Frau, die sich in diesem Haus offensichtlich wohler fühlte als ich.

Ihr Blick wanderte zu meinem Ehering, bevor er wieder mein Gesicht musterte. „Was für eine Überraschung.“

Die Worte klangen höflich, aber die Bedeutung war es nicht.

Stunden später saß ich allein in einem Schlafzimmer, das mir viel zu groß und viel zu leer vorkam, und trotz allem, was heute geschehen war, konnte ich immer noch nicht aufhören, an Viviennes Blick auf Damien zu denken.

Ein leises Klopfen unterbrach meine Gedanken. Die Tür öffnete sich und Damien trat ein.

Mein Herz raste, was nach allem, was er mir angetan hatte, absurd war, aber mein Herz hatte es nicht begriffen.

Einen Moment lang sagten wir beide nichts.

Die Stille fühlte sich diesmal anders an, denn es war unsere Hochzeitsnacht, und trotz allem hoffte ich immer noch, dass alles anders werden würde.

„Komm her.“

Ich sah ihn an.

Sein Gesichtsausdruck sagte mir nichts, und plötzlich erinnerte ich mich an den Vertrag.

Der Erbe.

Die Verpflichtung.

Mir schnürte es die Kehle zu.

Trotzdem ging ich auf ihn zu, weil er mein Mann war und weil ein kläglicher Teil von mir noch immer auf etwas hoffte.

Ich hoffte auf ein Lächeln, eine sanfte Berührung, irgendetwas, das das Ganze real erscheinen lassen würde, aber stattdessen fühlte sich alles nur wie die Erfüllung einer weiteren Pflicht an.

Und je länger es dauerte, desto schwerer fiel es mir, an den Fantasien festzuhalten, die ich fünf Jahre lang gehegt und gepflegt hatte.

Denn dies war kein Mann, der nach der Frau griff, die er begehrte. Dies war ein Mann, der eine Pflicht erfüllte.

Irgendwann hörte ich auf, in seinem Gesicht nach Zuneigung zu suchen, denn jedes Mal, wenn ich hinsah, fand ich nur Distanz.

Viel später ging Damien weg.

Ich saß auf der Bettkante und lauschte seinen Schritten im Zimmer. Die Schlafzimmertür öffnete und schloss sich, und plötzlich war die Stille unerträglich.

Ich presste mir die Hand auf den Mund, weil der Schmerz in meiner Brust zu stark geworden war, und die erste Träne entwich mir, bevor ich sie aufhalten konnte.

Ich hatte diesen Mann fünf Jahre lang geliebt. Diese Nacht hätte sich wie der Beginn von etwas Neuem anfühlen sollen. Stattdessen fühlte sie sich an wie der Beweis, dass ich ihn die ganze Zeit allein geliebt hatte.

Am nächsten Morgen flutete Sonnenlicht den Raum.

Ein paar Sekunden lang starrte ich einfach an die Decke, dann kehrte die Realität zurück.

Langsam richtete ich mich auf.

Mein Blick sank nach unten und erstarrte.

Das Blut auf den Laken schien mich zu verhöhnen.

Gestern hatte ich Damien alles gegeben, was ich noch zu geben hatte – mein Vertrauen, mein Herz und das Einzige, was ich mir immer gewünscht hatte, mit einem Mann zu teilen, der mich auch liebte.

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