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Der Zuchtvertrag des Milliardärs
Der Zuchtvertrag des Milliardärs
Tee

KAPITEL 1

last update Veröffentlichungsdatum: 17.06.2026 22:42:43

Auroras Sicht

„Unterschreib es.“

Ich blinzelte.

Dann blinzelte ich noch einmal.

Einen Moment lang dachte ich ehrlich, Damien scherzte, denn wir hatten erst vor weniger als zehn Minuten geheiratet, und es gab kein Universum, in dem ein Ehemann seiner frischgebackenen Frau in die Augen schaute und ihr einen Vertrag in die Hand drückte, bevor er ihr überhaupt gratulierte.

Ein nervöses Lachen entfuhr mir, als ich den Ordner anstarrte, den er auf den Tisch geworfen hatte. „Bitte sag mir, dass das nicht so ist, wie es aussieht, denn wenn das so eine Tradition unter Milliardären ist, hat mich niemand gewarnt.“

Nichts kam, nicht einmal ein Hauch von Lächeln, und als das Lachen in meiner Kehle erstarb, schnürte sich mir die Brust zu.

Langsam blickte ich vom Ordner zu Damien, und die Aufregung, die mich den ganzen Tag getragen hatte, fühlte sich plötzlich zerbrechlich an.

„Damien?“

„Lies es.“

Mir sank das Herz in die Hose.

Die Art, wie er es sagte, ließ mich wortlos nach dem Ordner greifen.

Ich öffnete ihn.

Die erste Seite ließ mich die Stirn runzeln, die zweite beunruhigte mich, und bei der dritten umklammerten meine Finger das Papier so fest, dass es sich unter meinem Griff knitterte, während ich denselben Absatz immer und immer wieder las und verzweifelt hoffte, etwas falsch verstanden zu haben. Doch die Worte blieben unverändert, und je mehr ich sie verstand, desto heftiger pochte mein Herz gegen meine Rippen.

„Warte.“

Das Wort kam kaum hörbar über meine Lippen.

Ich sah auf. „Was ist das?“

„Ein Vertrag.“

„Nein, ich sehe, dass es ein Vertrag ist.“ Ein Lachen entfuhr mir, doch es klang selbst in meinen Ohren seltsam. „Ich frage mich, warum mein Mann mir direkt nach unserer Hochzeit einen in die Hand drückt.“

Stille breitete sich aus.

Dann setzte sich Damien mir gegenüber, als wäre dieses Gespräch völlig normal. Als würde meine ganze Welt nicht gerade aus den Fugen geraten.

„Diese Ehe existiert nur für einen Zweck.“

Mein Herzschlag setzte aus. Irgendwie ließ mich diese Worte die nächsten nicht mehr hören wollen.

„Schenk mir einen Erben.“

Es herrschte absolute Stille im Raum. Ich starrte ihn an, er starrte zurück. Und einen lächerlichen Augenblick lang wartete ich darauf, dass er lachte.

Ich wartete immer weiter darauf, dass er lachte, dass er mir sagte, dass er nur scherzte, dass er irgendetwas sagte, das das Ganze weniger real erscheinen lassen würde. Doch die Stille zwischen uns dehnte sich aus, und meine Lippen öffneten sich hilflos, bevor ich sie wieder schloss. Mein Verstand mühte sich ab, das Gesagte zu verarbeiten.

„Einen … Erben?“

Meine Stimme versagte. Ich klang jämmerlich, aber ich konnte nichts dagegen tun, denn ich hatte ihn bestimmt falsch verstanden.

„Du machst Witze.“

„Nein.“

Die Antwort traf mich so schnell und hart, dass ich tatsächlich lachen musste, denn Weinen wäre noch schlimmer gewesen.

„Nein.“ Ich schüttelte sofort den Kopf. „Nein, warte. Halt.“

Ich schob ihm den Vertrag zu.

„Du meinst, diese Ehe …“ Meine Kehle schnürte sich zu. „Du meinst, diese Ehe dreht sich nur um ein Kind?“

Sein Gesichtsausdruck blieb unverändert.

„Es geht darum, einen Erben zu zeugen.“

Mir stockte der Atem, denn er stellte sich kein Kind mit mir vor, sondern einen Erben für sich selbst.

„Dafür hast du mich geheiratet?“

„Nein.“

Meine Schultern entspannten sich, bevor ich es verhindern konnte, und der drückende Druck in meiner Brust ließ gerade so weit nach, dass ich dachte, ich hätte ihn vielleicht doch missverstanden.

Dann fuhr Damien fort.

„Du wurdest ausgewählt, weil du die geeignetste Person warst.“

Mir stockte der Atem, den ich gerade erst wiedergefunden hatte, als das Wort in meinem Kopf widerhallte, und ich starrte ihn ungläubig an, weil er mich weder Frau noch seine Ehefrau genannt hatte.

„Das kann doch nicht dein Ernst sein.“

„Doch.“

Meinte ich. Meine Finger krallten sich in meinen Schoß.

Ich spürte meinen Herzschlag überall. In meinem Hals, in meiner Brust, sogar hinter meinen Augen.

„Ich verstehe das nicht.“

„Wir haben doch gerade erst geheiratet, Damien. Wirklich erst vor Kurzem.“

„Ich weiß.“

„Nein, ich glaube nicht.“

Der Schmerz schlich sich endlich in meine Stimme. Ich konnte ihn nicht länger verbergen.

„Ich glaube, du verstehst nicht, wie verrückt das klingt.“

Sein Kiefer spannte sich leicht an.

Ich lachte wieder. „Wow.“

Ich wandte den Blick ab, bevor er merkte, wie sehr mich das mitnahm.

Oder vielleicht sah er es schon. Ich konnte es nicht gerade gut verbergen.

Ich konnte nicht aufhören, ihn anzustarren, denn fünf Jahre lang hatte ich diesen Mann geliebt, fünf Jahre lang hatte ich jeden seltenen Blick und jede kleine Freundlichkeit als Beweis dafür gedeutet, dass er mich liebte, und jetzt saß ich ihm gegenüber und fragte mich, ob ich mir das alles nur eingebildet hatte.

Und das war unser erstes richtiges Gespräch als Ehepaar.

Ein Vertrag.

Ein Erbe.

Ich wollte wütend sein. Stattdessen fühlte ich mich dumm, unendlich dumm. Als ich ihn ansah, schmerzte meine Brust so sehr, dass ich mich zum Sprechen zwingen musste.

„Gab es jemals einen Moment, in dem du mich wirklich wolltest?“

Die Frage rutschte mir heraus, bevor ich sie zurückhalten konnte.

Im selben Moment bereute ich es, denn jetzt wusste er es. Jetzt wusste er genau, wie viel Macht er hatte, mich zu verletzen.

Zum ersten Mal seit wir den Raum betreten hatten, huschte etwas über sein Gesicht.

Sein Blick hielt meinem stand, dann sagte er leise: „Wollen hat damit nichts zu tun.“

Die Antwort schmerzte mehr als ein Nein, und ich blickte auf den Ring an meinem Finger.

Vor einer Stunde hatte es sich noch wie der Anfang von allem angefühlt.

Jetzt fühlte es sich schwer und peinlich an, als wäre ich die Einzige, die dieser Ehe etwas bedeutete. Als ich nach dem Stift griff, bemerkte ich, wie Damien die Augen leicht zusammenkniff.

„Du bist überrascht.“

Sein Blick wurde schärfer. „Worüber?“

Ich lachte nervös. „Dass ich noch hier bin.“

Wir sagten nichts, und als mir klar wurde, dass er erwartet hatte, ich würde gehen, zog sich etwas in mir zusammen. Doch anstatt wegzugehen, senkte ich den Stift und unterschrieb – Aurora Quinn.

Kaum war die Tinte getrocknet, schob ich ihm den Vertrag zurück.

Damien betrachtete die Unterschrift.

Einen Moment, dann zwei.

Etwas Unlesbares huschte über seine Augen, dann schloss er die Mappe.

„Fertig.“

Ein seltsamer Schmerz breitete sich in meiner Brust aus, denn diese Worte klangen weniger nach dem Beginn einer Ehe als vielmehr nach dem Abschluss eines Abkommens. Und doch, trotz allem, wollte ich ihn immer noch, und ich hasste mich dafür.

Damien stand auf und ging langsam um den Tisch herum.

Jeder Schritt Damiens schien in meiner Brust widerzuhallen, und als er vor mir stehen blieb, nah genug, dass ich seinen Duft wahrnehmen konnte, reagierte mein verräterisches Herz trotzdem, als sich unsere Blicke trafen.

„Verwechsle diese Ehe nicht mit Zuneigung, Aurora. Du wurdest aus einem bestimmten Grund auserwählt.“

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