LOGINWer hätte gedacht, dass der umwerfend attraktive Fremde, in den ich buchstäblich hineingerannt bin, sich als mein Professor entpuppen würde? Professor Novan Laurent. Brillant. Kalt. Auf diese verbotene Art schön, dass jede Frau auf dem Campus von ihm flüstert wie von einer gefährlichen Fantasie. Ich bin gerade erst neunzehn – eine ganz normale Zweitsemester-Studentin, die eigentlich unsichtbar für ihn sein sollte. Doch in der Nacht, in der er mich zitternd und völlig zerbrochen im strömenden Regen fand, nachdem ich vor einem betrunkenen Verbindungstypen geflohen war, änderte sich alles. Ein einziger beschützender Heimweg unter seinem Schirm führte zu verbotenen Nachrichten mitten in der Nacht, riskanten Treffen in seinem Büro und einer unkontrollierten Nacht auf seinem Schreibtisch, bei der er mit rauer Stimme „nur dieses eine Mal“ knurrte… bevor wir beide jede Beherrschung verloren. Seitdem besteht mein Leben nur noch aus „nur dieses eine Mal“. Aus Nachrichten, die ich nicht schicken sollte. Aus verschlossenen Bürotüren, während draußen seine Kollegen vorbeigehen. Aus der Art, wie er meinen Namen knurrt, wenn die Eifersucht ihn packt, aus seinem besitzergreifenden Griff um meine Taille und den gefährlichen Orten, an die er mich bringt – von seinem luxuriösen Penthouse bis zu versteckten Wasserfällen, wo die Welt uns nicht erreichen kann. Wir leben beide auf geborgter Zeit. Denn Novan trägt hässliche Geheimnisse mit sich herum, über die er nicht spricht. Anrufe, bei denen er den Raum verlässt. Eine dunkle Vergangenheit, deren Flüstern ich lieber nicht nachgehe. Und ich verberge etwas noch Schlimmeres – etwas, das seine Obsession in pure Verachtung verwandeln könnte, sobald er es erfährt. Das Schlimmste ist: Ich bin eine Neunzehnjährige, die das gefährliche Spiel eines erwachsenen Mannes spielt… und nichts ist süchtiger als seine Berührungen – außer vielleicht das verzweifelte Verlangen, uns beide dabei zu zerstören.
View More"Wag es ja nicht, mir zu folgen, du verdammter Psycho!"
Ich knallte die Tür des Verbindungshauses so heftig zu, dass der Rahmen wackelte.
Der kalte Regen prasselte auf mich nieder, machte mein winziges weißes Top durchsichtig und klebte es wie eine nutzlose zweite Haut an meinen Körper. Meine Brustwarzen zeichneten sich deutlich ab. Leon schmeckte ich noch immer – seinen betrunkenen Atem, seine grapschenden Hände. Sein Lachen, als ich Nein gesagt hatte. Wie er mich eine verdammte Schlampe genannt hatte.
Ich rannte weiter, die Absätze bohrten sich in den nassen Asphalt, der Regen stach mir in die Augen. Jeder Schritt fühlte sich an, als wollte ich meiner eigenen Haut entkommen.
"Frau Reinhardt? Sind Sie das?"
Mein ganzer Körper erstarrte bei der tiefen Stimme.
Ich trug das unpassendste Outfit meines Lebens, und mein weißes Top war jetzt komplett durchnässt und durchsichtig.
"Ähm... nein. Sie verwechseln mich." Ich ging schnell weiter, doch die hohen Schuhe ließen mich nicht besonders flott vorankommen.
"Rayla, warten Sie!"
Ich drehte mich um und blickte zu Professor Laurent auf. Er sah verboten gut aus wie immer. Die Jeans saß perfekt, dazu eine Lederjacke über einem schlichten weißen T-Shirt. Nur der leichte Bartschatten und der Regenschirm waren neu im Vergleich zur Vorlesung.
In diesem Augenblick, durchnässt und zitternd, blitzte die Erinnerung an unseren allerersten Zusammenstoß vor zwei Wochen auf. Das Campus-Café war überfüllt gewesen. Ich hatte meinen Kaffee über sein Hemd geschüttet, weil ich verzweifelt nach Jonas Ausschau gehalten hatte, der mal wieder nicht gekommen war. Statt wütend zu werden, hatte Novan Laurent nur dieses ruhige, leicht schiefe Lächeln gezeigt und leise gesagt: "Vorsicht. Sie sind gefährlich." Seine Finger hatten dabei kurz meine gestreift, als er mir eine Serviette reichte. Dieser winzige Kontakt hatte etwas in mir geweckt – ein tiefes, beunruhigendes Sehnen, das ich seitdem nicht mehr abschütteln konnte. Es war mehr als Schwärmerei. Es fühlte sich an wie Wiedererkennen.
"Professor Laurent, es tut mir leid..." Meine Stimme verlor sich, und ich verschränkte schnell die Arme vor der Brust, um meine deutlich sichtbaren Brüste zu verbergen.
Er zog die Augenbrauen zusammen, genau wie im Seminar. "Entschuldigen Sie sich nicht, wenn Sie nichts falsch gemacht haben."
Ich bildete es mir wahrscheinlich nur ein, aber sein Blick schien einen Moment an meinen Beinen hängen zu bleiben. Er trat näher, sodass ich mit unter seinen Schirm kam. Für den Bruchteil einer Sekunde sah ich etwas in seinen Augen aufblitzen – eine kontrollierte Anspannung, als müsste er sich selbst zurückhalten.
"Ist alles in Ordnung, Rayla?"
Meine Augen waren wahrscheinlich rot vom Weinen. Ich hoffte, dass man es im Regen nicht sah.
"Mir geht's gut."
"Und was machen Sie dann so spät ganz allein hier draußen?"
"Das könnte ich Sie genauso fragen." Ich verdrehte innerlich die Augen über mich selbst – so unreif.
"Ich war nur spazieren."
"Ich auch", murmelte ich leise.
Er lachte. Ein warmer, verführerischer Laut. Ich trat unwillkürlich etwas näher und ließ meinen Arm leicht gegen seinen streifen.
"Ist Ihnen kalt, Rayla?"
Kalt und zutiefst beschämt nickte ich zu ihm hoch. Mir gefiel, wie mein Name aus seinem Mund klang – als würde er ihn schmecken und behalten wollen.
Er reichte mir den Schirm, schlüpfte aus seiner Jacke und hielt sie mir hin. Ich schob erst den einen, dann den anderen Arm hinein. Das Leder roch wunderbar nach seinem Parfum. Er nahm den Schirm zurück und hielt ihn über uns beide.
Er war wirklich ein Gentleman. Und doch spürte ich die unterdrückte Kraft in jeder seiner Bewegungen.
"Sie sollten wirklich nicht so spät allein unterwegs sein, Rayla", sagte er. "Schon gar nicht in diesem... Outfit."
"Sie doch auch nicht."
Er lachte wieder. "Liegt Ihr Wohnheim hier in der Nähe? Ich wäre beruhigter, wenn ich Sie nach Hause bringen dürfte."
"Ich wohne in Sussex."
"Dann hier entlang", sagte er und legte mir für einen kurzen Moment die Hand auf den unteren Rücken.
Wir gingen einige Minuten schweigend nebeneinanderher. Ab und zu knickte ich in den hohen Schuhen leicht um, und jedes Mal berührte seine Hand kurz meinen Rücken. Mein Herz schlug jedes Mal wie verrückt.
"Ich bin nicht besonders gut bei Referaten", brach ich schließlich das Schweigen. "Ich sollte Ihr Seminar vielleicht einfach abwählen."
"Das würde ich mir nicht wünschen. Wenn Sie zusätzliche Hilfe brauchen – meine Sprechstunde steht immer offen. Betriebswirtschaftslehre ist bei mir eigentlich recht fair benotet."
"Trotzdem wird es besonders schlimm, wenn Sie mich durchfallen lassen."
"Warum besonders schlimm?" Das Wort "besonders" sprach er langsam aus, fast verführerisch.
"Weil Sie... also ich... Na ja, Sie sind..." Meine Stimme versagte. Fast hätte ich gesagt: Weil Sie umwerfend sind und ich seit unserem Zusammenstoß kaum an etwas anderes denken kann.
"Ich glaube, Sie haben tatsächlich ein Problem mit Referaten", lachte er wieder. "Wie gesagt – kommen Sie jederzeit vorbei."
Wir liefen am Rand der Grünanlage entlang.
"Sind Sie schon lange Professor yesterday?"
"Noch nicht sehr lange. Ich liebe es hier, trotz des vielen Regens. Man weiß nie, was man bei einem Spaziergang im Regen alles findet." Er lächelte zu mir herunter. In seinen Augen lag etwas Dunkleres, etwas, das er sofort wieder verbarg.
Flirtet er etwa mit mir? Das klang definitiv nach Flirten!
Plötzlich standen wir schon vor meinem Wohnheim. Ich trat unter dem Schirm hervor und ließ den Regen wieder auf mich prasseln.
"Hier", sagte ich und wollte ihm die Jacke zurückgeben. Sein Blick wanderte für den Bruchteil einer Sekunde zu meinem nassen Top.
"Behalten Sie sie."
"Bekomme ich jetzt Ärger?"
"Sie sind volljährig, dürfen Alkohol trinken und anziehen, was Sie möchten. Warum sollten Sie Ärger bekommen?"
Weil ich gar nicht im Abschlusssemester bin. Weil ich erst im zweiten Semester bin und gerade mal neunzehn. Ich atmete tief durch. Das musste er nicht wissen.
"Stimmt. Ich war ja auch nur spazieren. Danke, dass Sie mich nach Hause gebracht haben, Professor Laurent."
Wieder zog er bei seinem Namen die Augenbrauen zusammen. Diesmal stockte mir der Atem. Ich hatte mich geirrt. Er sah nicht wütend aus. Seine Augen wirkten hungrig. Ich musste mich bewusst daran erinnern weiterzuatmen.
"Wir sehen uns morgen um acht Uhr pünktlich, Frau Reinhardt."
"Es ist ein Date."
Meine Augen wurden riesig, und ich schlug mir die Hand vor den Mund.
Hatte ich das gerade wirklich laut gesagt? Ich drehte mich hastig weg und fummelte nervös mit meinem Chip am Türschloss herum, bis es endlich klickte.
"Vorsicht, Rayla... Ich könnte Sie beim Wort nehmen."
„Wo steht Leon auf deiner Skala, Rayla? Jetzt bin ich echt neugierig.“Emilias Gesicht war knallrot. Ich hatte versucht, das zu vermeiden. Ich wollte nicht wieder mit ihr streiten. Der Abend war so gut gelaufen.„Ich weiß nicht. Es ist so lange her…“ „Gott, sag’s mir einfach.“„Unter Novan.“ Was hatte sie erwartet, dass ich sage? „Also ist er nicht so gut wie Novan? Du bist so eine Schlampe.“„Nein, Leon ist richtig gut im Bett. Ich… ich bin in Novan verliebt.“„Also findest du Leon super im Bett? Fantasierst du immer noch von ihm oder so? Du bist die schlechteste Freundin ever.“„Emilia.“ Ein erschöpfter Lacher entwich mir. „Was soll ich sagen? Ich habe vor fast drei Jahren einmal mit Leon Sex gehabt. Er war damals nicht dein Freund. Du hast ihn nicht mal gemocht. Du bist mit Anton zusammen gewesen. Und ich kann es nicht rückgängig machen. Es gibt nichts, was ich dagegen tun kann.“„Du kannst aufhören, mit ihm abzuhängen.“„Fein. Okay. Ich hänge nicht mehr mit ihm ab. Leon und ich si
Ich blickte auf die Karte und dann wieder zu ihm hoch, wissend, dass ich diese Nummer nie anrufen würde. „Danke.“„Wirklich Wasser?“, fragte Emilia, sobald er weg war.Ich lachte. „Er war nett. Ich wollte nicht, dass er eine ganze Runde bezahlt. Außerdem macht ihr mich total besoffen. Ich kann kaum noch geradeaus laufen.“ An diesem Punkt wahrscheinlich wirklich nicht.„Ist schon okay, es zählt trotzdem“, sagte Elke. „Außerdem“, sie schnappte mir die Visitenkarte aus der Hand. „Rayla hat gerade auch Nummer sieben abgehakt.“„Du hast seine Nummer bekommen?“ Jule klatschte in die Hände. „Oh mein Gott, der ist wie eine wandelnde Sexanzeige.“Ich lachte. „Wolltest du sie?“„Ja bitte.“ Sie riss Elke die Visitenkarte aus der Hand. „Ich wette, der ist unglaublich im Bett.“Marie rollte mit den Augen.„Apropos Sex“, sagte Jule. „Auf einer Skala von eins bis zehn, wie gut ist Novan im Bett?“„Eine Elf.“ Sie lachten alle.„Ich habe seit Jahren keinen Elfer mehr getroffen“, sagte Jule. „Ich glaub
„Der denkt schon, ich würde am Ende der Nacht mit ihm schlafen. Bitte zwingt mich nicht, nochmal mit ihm zu reden.“„Du wirst nicht reden. Du wirst tanzen“, sagte Emilia. „Und pass auf, dass du an dem Typen vorbeigehst, der uns später die Runde ausgeben soll.“„Soll ich ihm nebenbei noch einen Penis-Keks in den Mund stopfen?“„Das ist keine schlechte Idee. Ich kann das auf die Liste setzen“, sagte Marie und hob ihre Handtasche. „Lass mich nur einen Stift finden.“„Wage es nicht.“ Ich stand auf, bevor irgendeine von ihnen noch eine weitere dumme Sache hinzufügen konnte.„Einen ganzen Song, Rayla!“, rief eine von ihnen hinter mir her.Ich ging zu dem Typen, der mir den Whiskey ausgegeben hatte, und achtete darauf, an dem vorbeizugehen, der uns die Runde ausgeben sollte. Ich lächelte den Typen schüchtern an. Es sah aus, als dächte er, ich würde stehen bleiben und mit ihm reden. Ich bemerkte, wie er die Stirn runzelte, als ich mich an die Theke neben meinem zukünftigen Tanzpartner lehnte.
„Hipster finden es wahrscheinlich nicht cool, Penis-Kekse zu essen.“Elke lachte. „Ich gebe dir einen leichten. Hipster machen alles, um dazuzugehören. Sag ihm einfach, normal geformte Kekse seien so klischeehaft.“„Gut.“ Ich seufzte und rutschte vom Hocker. Gott, das war demütigend. Ich ging zu dem Hipster und setzte mich neben ihn auf die Couch.„Hey“, sagte er, sobald ich mich setzte. „Schöne Nacht?“ „Eigentlich war sie bisher peinlich.“Er lachte.„Könntest du diesen Keks essen?“Er zog die Augenbrauen zusammen. „Willst du mich dopen?“ „Nein, nein. Es ist einfach ein normaler Keks in Penisform.“ Er lachte wieder.Ich hielt ihn hoch, damit er ihn sehen konnte. „Oh, warte. Du meinst das ernst?“„Meine Freundinnen haben diese komische Liste mit Sachen, die ich machen muss. Eine ist, dass ein Typ diesen Keks isst. Ich verspreche, es ist nichts dran. Außerdem sind normal geformte Kekse so mainstream, findest du nicht?“Der Hipster starrte mich skeptisch an.„Ich mach’s.“ Jemand war auf
"Rayla, was zum Teufel?!"Ich knallte das leere Glas so fest auf den Tisch, dass es knackte. "Du bist so ein verdammtes Arschloch."Dabei hatte Emilia wochenlang auf mich eingeredet, mich angefleht und mir ein schlechtes Gewissen gemacht, bis ich schließlich eingeknickt war und Jonas noch eine Chan
Allein in Professor Laurents Büro zu sein, war ein Fehler. Das wusste ich in dem Moment, als die Tür hinter mir ins Schloss fiel.Es war zu spät, so zu tun, als hätte sich die Stimmung nicht schlagartig verändert, kaum dass wir eingeschlossen waren."Sie können den Pullover behalten", sagte Profess
Professor Laurents Nummer brannte wie eine Hochspannungsleitung in meinem Handy. Ein einziger Fehlgriff, und meine gesamte Zukunft konnte in Flammen aufgehen.Ich hatte dieselbe riskante Nachricht mindestens zwanzigmal getippt und wieder gelöscht: Ich habe unser erstes Date genossen. Aber heute has
"Vermisst du mich, Rayla?"Leon lümmelte in der hinteren linken Ecke, als gehörte ihm der Platz, mit diesem trägen Halblächeln, das mir früher Schmetterlinge im Bauch beschert hatte.Jetzt verursachte es mir nur noch eine Gänsehaut.Ich hatte mich noch nicht einmal hingesetzt, und schon war meine M






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