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kapitel 3

last update Tanggal publikasi: 2026-08-14 17:13:59

Jedes Mal, wenn ich für ein paar Minuten die Augen schloss, sah ich dieselbe Szene wieder vor mir: Julien… in Vanessas Armen. Ihre Blicke, ihre Lächeln, ihre ineinander verschlungenen Hände.

Jedes Mal schreckte ich wieder hoch.

Als der Wecker klingelte, war ich bereits wach.

Ich blieb noch einige Augenblicke liegen und starrte an die Decke. Ein Teil von mir wollte einfach unter der Bettdecke bleiben und die Welt vergessen. Aber ich wusste, dass das keine Lösung war.

Ich musste weitermachen.

Auch wenn es wehtat.

Langsam stand ich auf, duschte und ließ das kalte Wasser noch einige Sekunden länger über mein Gesicht laufen. Ich hoffte, es würde auch einen Teil meiner Traurigkeit fortspülen.

Als ich in den Spiegel blickte, entfuhr mir ein leiser Seufzer.

Meine Augen waren noch immer gerötet und leicht geschwollen.

Ich nahm meine Schminktasche und tat mein Bestes, um die Spuren dieser endlosen Nacht zu verbergen.

Danach zog ich einen schlichten, eleganten beigefarbenen Hosenanzug an, band meine Haare zu einem tiefen Dutt zusammen und griff nach meiner Handtasche.

Kurz bevor ich die Wohnung verließ, legte ich eine Hand auf die Türklinke.

— Heute... fängst du neu an, Marie, sagte ich leise zu mir selbst, um mir Mut zu machen.

Dann ging ich hinaus.

---

Eine halbe Stunde später hielt das Taxi vor der Zentrale der Terry Group.

Langsam hob ich den Blick.

Das Gebäude war beeindruckend.

Seine riesigen Glasfassaden glänzten in den ersten Sonnenstrahlen. Mitarbeiter gingen mit entschlossenen Schritten ein und aus, einige telefonierten, andere trugen Aktentaschen.

Ich blieb einige Sekunden regungslos stehen.

Noch nie war ich in einem so renommierten Unternehmen gewesen.

— Geht es Ihnen gut, Fräulein? fragte der Taxifahrer.

Ich schenkte ihm ein leichtes Lächeln.

— Ja... danke.

Ich bezahlte die Fahrt und stieg aus.

Vor den automatischen Türen holte ich tief Luft.

Du schaffst das.

An der Rezeption hob eine junge Frau in einer eleganten Uniform den Blick.

— Guten Morgen.

— Guten Morgen. Mein Name ist Marie Rose. Ich habe heute Morgen ein Vorstellungsgespräch.

Die Empfangsdame überprüfte kurz ihren Computer und lächelte wieder.

— Ja, Fräulein Rose. Herr Terry erwartet Sie im fünfundzwanzigsten Stock.

— Vielen Dank.

Ich betrat den Aufzug.

Mit jeder Zahl, die aufleuchtete, schlug mein Herz schneller.

Als sich die Türen öffneten, kam sofort eine junge blonde Frau auf mich zu.

— Guten Morgen. Ich bin Olivia Carter, die Assistentin der Geschäftsleitung von Herrn Terry.

Sie reichte mir die Hand.

— Freut mich, Sie kennenzulernen.

— Ganz meinerseits.

Ihr warmes Lächeln nahm mir einen Teil meiner Nervosität.

— Bitte folgen Sie mir.

Ich folgte ihr durch den Flur.

Er war großzügig, hell und makellos.

Die Mitarbeiter gingen konzentriert von einem Büro zum anderen. Man hörte nur das Klappern der Tastaturen und leise Gespräche.

Alles strahlte Professionalität aus.

Schließlich blieb Olivia vor einer imposanten schwarzen Holztür stehen.

Sie drehte leicht den Kopf zu mir.

— Herr Terry wird Sie jetzt empfangen.

Unauffällig wischte ich meine verschwitzten Hände an meiner Hose ab.

— Danke.

Olivia klopfte zweimal.

Sofort antwortete eine tiefe Stimme von der anderen Seite.

— Herein.

Sie öffnete die Tür und trat zur Seite, damit ich eintreten konnte.

Ich betrat das Büro.

Es war riesig.

Eine große Fensterfront bot einen atemberaubenden Blick über die ganze Stadt.

Die Einrichtung war modern, elegant und schlicht.

Hinter einem großen Schreibtisch aus dunklem Holz saß ein Mann in einem makellosen schwarzen Anzug.

Mit voller Konzentration prüfte er einige Dokumente.

Ohne aufzusehen deutete er auf den Sessel vor seinem Schreibtisch.

— Setzen Sie sich.

Seine Stimme war ruhig, tief... und einschüchternd.

Ich setzte mich, ohne ein Wort zu sagen.

Einige Sekunden später schloss er die Akte und hob endlich den Blick.

Unsere Augen trafen sich.

Ich erstarrte.

Der Mann vor mir strahlte eine natürliche Autorität aus.

Sein Gesicht war ernst und beinahe ausdruckslos. Seine dunklen Augen schienen jedes noch so kleine Detail zu erfassen, ohne preiszugeben, was er dachte.

Er musste seine Stimme nicht erheben, um Respekt einzuflößen.

Er nahm meinen Lebenslauf in die Hand.

— Marie Rose.

— Ja, Sir.

Er nickte leicht.

— Sie haben ein interessantes Profil.

— Danke.

Er las weiter, ohne etwas hinzuzufügen.

Wieder legte sich Stille über das Büro.

Ich konnte meinen eigenen Herzschlag hören.

Schließlich legte er die Akte auf den Schreibtisch.

— Sagen Sie mir... warum möchten Sie Ihre bisherige Arbeitsstelle verlassen?

Instinktiv senkte ich den Blick.

Es war unmöglich, ihm zu erzählen, was am Vortag geschehen war.

Ich atmete ruhig ein.

— Ich brauche einfach einen Neuanfang.

Er antwortete nicht sofort.

Ich spürte seinen Blick auf mir.

Als versuchte er, all das zu erkennen, was ich mit meinen Worten verbarg.

Nach einigen Sekunden schloss er die Akte langsam.

— Ich schätze aufrichtige Menschen.

Ein Knoten bildete sich in meinem Magen.

Hatte er bemerkt, dass ich etwas verschwieg?

Ich öffnete den Mund, um zu antworten, doch in diesem Moment klopfte jemand an die Tür.

Ohne auf eine Erlaubnis zu warten, trat ein junger Mann direkt ins Büro.

— Onkel Clark...

Ich erkannte diese Stimme sofort.

Mein Herz setzte für einen Augenblick aus.

Julien.

Als er mich vor seinem Onkel sitzen sah, blieb er abrupt stehen.

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich.

— Marie Rose... was machst du hier?

Ich brachte kein Wort heraus.

Langsam drehte ich den Kopf zu dem Mann hinter dem Schreibtisch.

Clark Terry.

Also war er es.

Juliens Onkel.

Clark ließ seinen Blick zwischen seinem Neffen und mir hin- und herwandern.

Er verengte leicht die Augen, als hätte er gerade erkannt, dass zwischen uns eine Verbindung bestand.

Die Stille, die das Büro erfüllte, war erdrückend.

Und ohne genau zu wissen warum, hatte ich das Gefühl, dass diese Begegnung mein Leben für immer verändern würde.

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