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5.

last update publish date: 2026-07-25 16:12:39

Als wir bei Susies Wohnung ankamen, trat ich die Tür gewaltsam ein. Sie wollte gerade schreien, aber als sie mich sah, machte sie schnell ein paar Schritte rückwärts und versuchte, die Treppe hinaufzurennen.

Edoardo hob den Arm und richtete eine Waffe auf sie, woraufhin sie sofort erstarrte. Die Hände in den Hosentaschen, während die Wut nur so aus mir herausbrach, fragte ich mit zusammengebissenen Zähnen:

„Wo ist sie?“

Meine Geduldsreserven waren gefährlich niedrig und ich war rasend vor Wut – nicht nur wegen der Demütigung, die mich diese entlaufene Braut kosten würde, sondern auch, weil sie meinen Plan durchkreuzte. Sie war mein Werkzeug zur Rache.

Ihr Vater steht als Nächstes auf meiner Todesliste, und die Hochzeit mit ihr gibt ihm die falsche Hoffnung, dass ich ihn verschonen werde nach allem, was er meiner Familie angetan hat. Aber ich hatte größere und tödlichere Pläne für ihn und seine geliebte Tochter.

Aria sollte mir gehören, meine Trophäe sein. Mein, um mit ihr zu tun, was verdammt noch mal ich wollte. Und Gott stehe mir bei, wenn ich sie finde: Ich werde ihr so viel antun, dass sie es für immer bereuen wird, mir weggelaufen zu sein.

Wie zur Hölle konnte ich diese Frau nur so unterschätzen? Seit sie weg war, fehlte von ihr jede Spur. Ihr Handy war ausgeschaltet und ihre Karten unbenutzt. Wir mussten vor wenigen Augenblicken erfahren, dass sie sich vor ihrer Abreise eine lange Auszeit von der Arbeit genommen hatte. Sie war eine Meisterplanerin, das musste man ihr lassen.

Es gab keinen Weg, wie sie das alles allein durchgezogen haben könnte. Wer auch immer ihr hilft, betet besser dazu, dass ich ihn oder sie nicht erwische. Und wenn es ein „Er“ ist, dann ist er auf der Stelle tot.

„Wo ist sie?“, fragte ich erneut. „Zwing mich nicht, ein drittes Mal zu fragen, Susie.“

Sie starrte uns voller Angst an. „Ich weiß nicht, wo sie ist. Sie hat mir kein Wort gesagt“, schwor Susie.

Hinter mir hörte ich, wie Carlo die Tür schloss, was Susie noch mehr in Panik versetzte. „Bitte, ich weiß es wirklich nicht. Sie hat mir nicht gesagt, wohin sie geht“, wiederholte sie.

Ich starrte sie an und ließ das Unbehagen meines Schweigens auf sie wirken, um sie zum Reden zu bringen. „Ich lüge nicht. Ich habe keine Ahnung. Aber wenn du mich erschießt, wird sie nie wieder zurückkommen“, versuchte sie mit mir zu vernunfteln.

„Ich sehe darin keine Wahrheit“, sagte ich. „Ich habe vor, dich zu töten. Und wenn ich dich töte, bin ich mir sehr sicher, dass sie zu deiner Beerdigung kommen wird. Das ist doch ein brillanter Plan, den ich da habe, findest du nicht?“

Susies Augen weiteten sich. Sie verschränkte die Arme, hob das Kinn und nickte mir zu. „Aria hasst dich im Moment, aber sie wird dich verabscheuen, wenn du mich tötest“, argumentierte sie.

Ein finsteres Grinsen stahl sich auf meine Lippen, was sie zusammenzucken ließ. „Damit kann ich leben. Sag mir, wo sie ist, sonst jagt Edoardo dir eine Kugel in den Kopf.“

„Ich habe keine Ahnung.“

„Ardo“, rief ich.

Ohne ein weiteres Wort von mir schoss Edoardo ihr in den Arm, und sie schrie auf. Vielleicht dachte sie, ich sei um Mitternacht für Scherze zu ihr nach Hause gekommen. Carlo kam bereits näher, um sich als Fürsprecher für sie einzusetzen, aber ich hob die Hand und signalisierte ihm, zurückzubleiben.

„Was stimmt verdammt noch mal nicht mit dir?“ Susie blickte auf und funkelte Ardo an. „Willst du mich töten? Wenn ja, dann ziele das nächste Mal auf den Schädel oder mein scheiß Herz!“, schrie sie Edoardo an.

„Was zum Teufel! Du solltest gefälligst Angst haben“, sagte Edoardo.

Zu meinem Ärgernis verstand ich plötzlich, warum diese Frau Arais beste Freundin war. Sie war ebenfalls eine mutige kleine Narrin.

*Gleich und gleich gesellt sich gern.*

Edoardo sah mich mit einem zynischen Lächeln an. „Soll ich ihr also in den Schädel oder ins Herz schießen, Pietro?“

„Was?“, fragte Susie. „Ich blute, und ihr denkt immer noch darüber nach, noch einmal auf mich zu schießen? Das ist reine Bosheit.“

„Pietro“, rief Edoardo, seine Waffe noch immer auf Susie gerichtet.

„Okay, wartet, wartet“, flehte Susie, jegliche Spur von Humor aus ihrem Gesicht verschwunden. „Ich habe nur Spaß gemacht mit der Sache, dass ihr mich erschießen sollt. Das mache ich manchmal, wenn ich Angst habe“, erklärte sie. „Ich habe wirklich keine Ahnung, wo sie ist, ich schwöre es. Sie hat es mir extra nicht gesagt, weil sie wusste, dass du nach ihr suchen würdest.“

„Dann bedeutet ihr dein Leben wohl nichts. Du solltest dir bessere Freunde suchen“, sagte ich kaltblütig.

Edoardos Finger lagen ruhig am Abzug und warteten auf meinen Befehl. Die plötzliche Erkenntnis dessen, was kurz bevorstand, traf Susie wie ein Schlag. Sie verstand endlich, dass dies kein freundschaftlicher Besuch war. Ich war zu wütend, zu verletzt und zu angespannt für Witze.

„Bitte ...“, schluchzte sie. „Ich habe keine Ahnung, wo sie ist, bitte. Wenn du mich tötest, wird Aria dir niemals verzeihen. Sie wird den Verlust nie überwinden“, flehte Susie und hielt meinem Blick stand. „Sie wird am Boden zerstört sein, und mein Tod wird sie für immer verändern. Sie wird sich selbst die Schuld an meinem Tod geben, wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens“, predigte Susie.

Sie glaubte doch nicht im Ernst, dass dieser ganze emotionale Unsinn bei mir wirken würde. Gefühle sind das Letzte, was für mich zählt, wenn es darum geht, jemandem das Leben zu nehmen. Meine Mutter und meine Geschwister wurden von einer Gruppe von zehn Männern ermordet, die sich selbst für Götter halten.

Und wo sind sie jetzt? Sie sind fast alle tot, zusammen mit ihren Kindern und Enkeln – bis auf Roberto Kostas, Arias Vater, und zwei andere, die sich versteckt halten, seit dem Tag, an dem ich jagd auf sie gemacht habe.

Roberto Kostas’ Tochter zu heiraten, ist nur der erste Schritt in das Verderben, das ich über seine Familie bringen werde. Aber der Narr glaubt tatsächlich, dass eine Verbindung zwischen unseren Familien seine Sünden einfach reinwaschen wird.

*Wie bedauerlich.*

Blut spritzte unaufhaltsam aus dem sichtbaren Loch, das die erste Kugel in Susies Fleisch gerissen hatte. Stille Tränen liefen ihr über das Gesicht, während sie auf mein Urteil wartete. Ich ging auf sie zu, und sie kroch zurück, um sich so gut es ging vor meiner näher kommenden Gestalt zu verstecken.

Sie wimmerte vor Schmerz; ihr Gesicht zeigte, wie angespannt sie war, als ich mich vor ihr hinsetzte. Sie musste doch spüren, was für eine Barmherzigkeit ich ihr erwiesen hatte.

Eine nicht tödliche Schusswunde ist eine enorme Großzügigkeit von jemandem wie mir. Ich warf ihr ein Handtuch aus ihrem Essbereich zu. Sie fing es und starrte mich mit misstrauischen Augen an.

Dann zog ich meine Waffe aus dem Bund meiner Hose und drückte sie gegen die bloße Haut an ihrer Kehle.

„Wirst du mich töten?“, flüsterte sie. Ihre Muskeln arbeiteten unter dem kalten Metall, als sie schwer schluckte.

„Aria arbeitet mit jemandem zusammen. Seltsamerweise glaube ich, dass du weißt, mit wem. Aber ich möchte dir zugutehalten, dass ich mich irren könnte. Wie auch immer, ich brauche dich, um ihr eine Nachricht zu senden. Es ist mir egal, wie du es anstellst, aber du musst es erledigen.“

Sie nickte leicht, vorsichtig wegen des harten Metalls an ihrem Hals. Ich hob meine Waffe langsam an, bis sie nun an ihrer Stirn anlag. Meine Worte waren leise und eiskalt, als ich wieder sprach.

„Sag ihr, sie soll mich anrufen. Wenn sie nicht vor dem Wochenende anruft, werde ich das nächste Mal, wenn du mich siehst, nicht aufhören zu schießen, bis du leblos zusammenbrichst. Und das ist ein Versprechen.“

Susie nickte erneut und starrte mich unvoreingenommen an.

„Gut“, sagte ich und stand auf.

Edoardo war bereits aus der Wohnung gegangen. Als ich an der Tür ankam, schüttelte ich den Kopf und drehte mich zu Susie um.

„Ich glaube, ich habe es mir anders überlegt. Vielleicht ist es doch besser, wenn sie zu deiner Beerdigung kommt“, sagte ich und drückte den Abzug durch.

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