Share

Kapitel 8

Author: Vesper Shaw
Ich wandte mich an Owen. „Kannst du uns einen Moment allein lassen?“

Owens Stirn runzelte sich vor Besorgnis. „Bist du sicher? Ich kann bleiben.“

„Mir geht es gut.“ Ich berührte kurz seinen Arm, eine beruhigende Geste. „Ich verspreche es. Ich komme zu dir, sobald wir fertig sind.“

Owen zögerte, dann nickte er. Er warf Alessio einen langen, harten Blick zu und ging hinaus, die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.

Die Stille, die folgte, war erdrückend.

Alessio stand in den Trümmern meiner Buchhandlun
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Des Dons Reue: Seine Liebste ging   Kapitel 8

    Ich wandte mich an Owen. „Kannst du uns einen Moment allein lassen?“Owens Stirn runzelte sich vor Besorgnis. „Bist du sicher? Ich kann bleiben.“„Mir geht es gut.“ Ich berührte kurz seinen Arm, eine beruhigende Geste. „Ich verspreche es. Ich komme zu dir, sobald wir fertig sind.“Owen zögerte, dann nickte er. Er warf Alessio einen langen, harten Blick zu und ging hinaus, die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.Die Stille, die folgte, war erdrückend.Alessio stand in den Trümmern meiner Buchhandlung, umgeben von den verstreuten Büchern, die Hazel geworfen hatte, und sah mich an.„Ivy.“ Er kam auf mich zu und hob die Arme, um mich zu umarmen, aber ich wich so hastig zurück, dass ich gegen den Tresen stieß.„Fass mich nicht an“, sagte ich. „Sag, was du sagen wolltest, und dann geh.“Er blieb stehen, seine Hände fielen an seine Seiten. „Die Scheidungspapiere. Ich wusste nicht, was ich unterschrieb. Du hast sie mir gereicht, und ich habe dir vertraut. Ich habe damit unsere Ehe beendet, ohne a

  • Des Dons Reue: Seine Liebste ging   Kapitel 7

    Hazel trat weiter in den Laden, ihr Blick glitt über die Regale, die Sessel, das Schaufenster, das ich am Morgen eingerichtet hatte.Sie verzog spöttisch den Mund. „Ist das der Ort, an dem du dich versteckt hast? In diesem kleinen Laden mitten im Nirgendwo? Du hast mein Leben zerstört und bist dann einfach verschwunden!“„Dein Leben zerstört?“, fragte ich und erhob mich von meinem Hocker hinter dem Tresen. „Du hast dein eigenes Leben zerstört. Ich habe nur die Wahrheit darüber gesagt, was du getan hast.“Ihre Stimme wurde immer lauter und überschlug sich fast zu einem Schrei. „Du hast dieses Video gepostet und die ganze Welt gegen mich aufgebracht. Ich habe alles verloren – meine Verträge, meinen Preis, meinen Ruf. Alles, wofür ich gearbeitet habe, ist weg, wegen dir.“„Du hast meinen Entwurf gestohlen“, sagte ich, meine Stimme noch immer ruhig. „Du hast mit meinem Mann geschlafen. Du bist von seinem Kind schwanger geworden und hast mir das bei einem Familienessen demonstrativ unter di

  • Des Dons Reue: Seine Liebste ging   Kapitel 6

    An manchen Nachmittagen, wenn der Laden ruhig war und das Licht weich durch die Fenster fiel, holte ich einen Skizzenblock hervor und zeichnete Ringe, Ketten und Armbänder. Die Linien entstanden fast wie von selbst aus meiner jahrelangen Übung. Hinter dem Tresen bewahrte ich ein paar Designbücher in einem Regal auf, und ich blätterte darin nach Inspiration, während sich mein Bleistift beinahe von selbst bewegte.An einem Dienstag Ende Oktober kam Owen mit einer neuen Kaffeemischung, die er mich probieren lassen wollte. Es war ein Kaffee aus einer einzigen Anbauregion in Äthiopien mit Noten von Blaubeere und dunkler Schokolade, und er war sichtlich begeistert davon.Ich nahm einen Schluck und sagte ihm, dass der Kaffee hervorragend war. Er strahlte über das ganze Gesicht.Er warf einen Blick auf den Tresen, während ich Notizen an den Rand meines Skizzenblocks machte, und seine Augen blieben an der Zeichnung hängen, an der ich gearbeitet hatte. Es war ein zartes Armband aus einer Kette v

  • Des Dons Reue: Seine Liebste ging   Kapitel 5

    Sobald das Video online war, meldete ich mich ab und ließ alles hinter mir, was folgte. Ich bestieg einen Flug nach Übersee und begann ein neues Leben. Ich hatte mir eine kleine Insel in der Lagune von Venedig ausgesucht. Sie war in jeder erdenklichen Hinsicht das Gegenteil von New York, und genau deshalb war ich hierhergekommen.Ich eröffnete eine Buchhandlung. Nichts Besonderes, nur ein kleiner, ruhiger Laden. Drinnen war es klein, aber warm, mit freiliegenden Holzbalken, ein paar geliebten alten Sesseln und Regalen, die ich selbst aus Altholz gebaut hatte.Ich ordnete die Bücher eher nach Gefühl als nach Genre. Die Kunden sagten mir, sie liebten diese Unvorhersehbarkeit, das Gefühl, dass der Laden eine Persönlichkeit hatte und kein System.Jeden Montagmorgen gestaltete ich ein neues Buchempfehlungsdisplay im Schaufenster. Bald kamen Menschen von den Nachbarinseln, nur um zu sehen, was ich als Nächstes auswählen würde. Einige von ihnen machten Fotos und stellten sie online. Es stört

  • Des Dons Reue: Seine Liebste ging   Kapitel 4

    Alessio stand wie angewurzelt da und starrte auf die Unterschriften am Ende der Scheidungspapiere.Sein Name, in seiner unverkennbaren Handschrift geschrieben, stand direkt neben ihrem. Ivy Morris. Ihre Buchstaben waren sauber und bewusst gesetzt, und jeder Strich trug eine Endgültigkeit in sich, die ihm die Brust zusammenschnürte.Seine Unterschrift. Er hatte die Scheidungspapiere selbst unterschrieben. Wann? Wie?Dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Schlag. Die Haushaltsrechnungen. Der Abend, an dem sie früher von ihrer Geschäftsreise zurückgekommen war, der Abend, an dem sie mit diesem seltsamen, spröden Lächeln im Flur gestanden und ihm einen Stapel Papiere gereicht hatte. „Nur ein paar Haushaltsrechnungen“, hatte sie gesagt. „Ich möchte sie gleich erledigen.“Er hatte jede Seite unterschrieben, ohne einen zweiten Blick darauf zu werfen, weil er schon an die Dusche dachte.Sie hatte ihn getäuscht. Sie hatte direkt vor ihm gestanden, ihm in die Augen gesehen und ihm das Dokument ge

  • Des Dons Reue: Seine Liebste ging   Kapitel 3

    Am nächsten Tag begann ich, meine Sachen für die Reise zur Insel zu packen.Ich legte Sommerkleider in meine Tasche, steckte meinen Reisepass in das Seitenfach neben die unterschriebenen Scheidungspapiere und gab mich als Ehefrau aus, die mit ihrem treuen Mann einen romantischen Kurzurlaub machte.Am späten Nachmittag fuhren wir mit seiner Yacht über das Wasser, während die Küstenlinie hinter uns immer kleiner wurde.Alessio stand am Steuer, eine Hand am Rad, der Wind zerzauste sein dunkles Haar. Hin und wieder warf er mir einen Blick über die Schulter zu, mit diesem halben Lächeln von ihm. „Das ist der Beginn unserer Auszeit. Nur wir beide, kein Geschäft, keine Familie und keine Ablenkung.“Ich nickte und gab vor, wirklich glücklich zu sein.Bald tauchte die Insel am Horizont auf. Während die Yacht auf den Anlegesteg zusteuerte, entdeckte ich etwas Flackerndes am Strand – Dutzende kleiner Flammen, die in einem Halbkreis um einen für zwei Personen gedeckten Tisch angeordnet waren.Ales

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status