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Kapitel 48 Rast am Abgrund

مؤلف: Ute
last update تاريخ النشر: 2026-10-25 02:02:49

Lilis Sicht

Ich schluckte schwer. Die erstickende Schwere seiner Worte lastete schwer auf meiner Brust. Es ging also um viel mehr als nur um das Schicksal meiner arroganten Adoptivschwester.

Es ging um das Leben von Tausenden, von unschuldigen Wesen. Und mittendrin stand ich, eine wolflose Ausgestoßene, die bis vor wenigen Stunden geglaubt hatte, absolut gar nichts wert zu sein.

Ich bin die Tochter der Drachenprinzessin, rief ich mir im Stillen ins Gedächtnis. Der Gedanke fühlte sich immer noc
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  • Die Bräute des Alfakönigs    Kapitel 53 Die versteinerte Rinde

    Lilis Sicht Am nächsten Tag stand die Sonne wie eine eisige, gleißende Scheibe hoch am wolkenlosen Winterhimmel, als der innere Schlosshof sich mit einer spürbaren, fast greifbaren Elektrizität füllte. Einhundert fünfzig Bräute hatten sich im weiten Schlosshof versammelt, umringt von den strengen Blicken des Ältestenrates und den Wachen der Rabengarde. Inmitten des Hofes ragte er empor, der Drachenbaum. Seine versteinerten, aschgrauen Äste wirkten in der Kälte wie die knöchernen Finger eines schlafenden Riesen, der tief in der Erde mit der uralten Magie des Reiches verwurzelt war. Ich stand im Schatten einer der mächtigen Steinsäulen, dicht an der Seite von Darkorius, der seine Arme vor der Brust verschränkt hatte. Niemand durfte mich hier sehen. Für den Hofstaat war ich noch immer die unbedeutende, wolflose Magd, die irgendwo im Schloss ihre Runden drehte. Doch mein Blick war starr auf die Erhöhung gerichtet, auf der Damian thronte. Heute trug er seine vollständige, prunkvol

  • Die Bräute des Alfakönigs    Kapitel 52 Das Erwachen der Wahrheit

    Lilis Sicht Als ich am nächsten Morgen das Bewusstsein wieder erlangte, war die bleierne Taubheit in meinen Gliedern noch immer spürbar. Mein Körper zitterte vor Kälte, und die unbarmherzige Härte des Steinbodens drückte schmerzhaft gegen meine Knochen. Der stechende, chemische Geruch des Lappens hing mir noch immer in der Nase, und mein Unterarm brannte dort, wo Lady Silvercrest die Nadel so achtlos herausgerissen hatte. Ich starrte mit leerem Blick an die Decke meines Gemachs, während die ersten fahlen Sonnenstrahlen durch das Fenster brachen und den Raum in ein kaltes Licht tauchten. In meinem Kopf wiederholten sich die hasserfüllten Worte von Annabell und ihrer Mutter wie eine kaputte Schallplatte. „All die Jahre musste ich ihr Blut ertragen, musste mich mit diesem Gift selbst infizieren… nur um ihren Platz einzunehmen.“ Und plötzlich, wie ein verheerender Blitzschlag, der die tiefste Dunkelheit erhellte, traf mich die grausame Erkenntnis. Jede Faser meines Körpers verkra

  • Die Bräute des Alfakönigs    Kapitel 51 Das gestohlene Erbe

    Lilis Sicht Ich erwachte aus der tiefsten, schwärzesten Dunkelheit. Mein Kopf dröhnte, als hätte man mir mit einem schweren Stein dagegen geschlagen, und meine Glieder fühlten sich an wie aus Blei gegossen. Für einen winzigen Moment dachte ich, ich läge noch immer in der eiskalten Felsnische am windgepeitschten Berghang, behütet von Darkorius’ schwerem Pelzmantel. Doch die Luft hier war warm, und unter mir spürte ich eine weiche Matratze. Ich befand mich in einem luxuriösen Schlossgemach. Bevor ich diesen Gedanken jedoch zu Ende führen konnte, wurde die Stille der Nacht von einem leisen, verräterischen Klicken der Zimmertür durchbrochen. Ein kalter Luftzug strömte herein. Ich hielt instinktiv den Atem an und kniff die Augen zu Schlitzen zusammen. Zwei Schatten schälten sich aus der Dunkelheit und traten an mein Bett heran. Das fahle Licht, das durch das Fenster brach, erhellte ihre Gesichter, und mir fror augenblicklich das Blut in den Adern. Annabell und ihre Mutter

  • Die Bräute des Alfakönigs    Kapitel 50 Die Last der Herkunft

    Darkorius' SichtDie Zeit rann uns unaufhörlich wie feiner Sand durch die Finger, doch wie hätte ich sie in diesem Zustand wecken können? Sie war am absoluten Ende ihrer Kräfte, vollkommen erschöpft und totmüde. Ich stand am Eingang der kleinen Felsnische und blickte auf die zierliche, schlafende Gestalt hinab, die sich tief in meinen schweren Pelzumhang gekuschelt hatte. Ich war ein großer, fast schon riesiger Mann, gezeichnet von Jahrzehnten des Krieges und den harten Pflichten der Rabengarde. Neben mir wirkte Lili so unendlich klein, schwach und zerbrechlich.Ich brachte es einfach nicht übers Herz, sie wachzurütteln. Auch wenn ich auf die meisten Wesen da draußen wie ein eiskalter Klotz ohne Gefühle wirkte, ließ mir ihr Anblick in diesem Moment keine andere Wahl. Ich würde sie tragen.Ohne ein einziges Wort zu verlieren, trat ich an sie heran, schob behutsam meine kräftigen Arme unter ihren Körper und hob sie hoch. Sie war erschreckend leicht, wog fast überhaupt nichts. Sie rüh

  • Die Bräute des Alfakönigs    Kapitel 49 Der Befehl des großen Bruders

    Damians SichtIch starrte angespannt aus dem hohen Bogenfenster meines Arbeitszimmers. Draußen peitschte der Schneesturm unbarmherzig gegen die dicken Glasscheiben, als spiegelte das Wetter die Unruhe in meiner eigenen Brust wieder. Mein Blick schweifte über die schneebedeckten Zinnen des Schlosses, doch ich sah das Weiß kaum. In meinem Kopf wiederholten sich unaufhörlich die Ereignisse der letzten Stunden.Der gesamte gestrige Tag und die halbe Nacht hatten die Kämpfe der ersten Prüfung noch gedauert. Es war ein brutales, kräftezehrendes Spektakel gewesen. Nun waren von den unzähligen Bewerberinnen immer noch einhundertfünfzig Bräute übrig. Einhundertfünfzig. Das waren viel zu viele. Jede von ihnen buhlte um meine Aufmerksamkeit, jede wollte die nächste Luna an meiner Seite werden. Doch mein Herz war bei keiner von ihnen. Besonders nicht bei dieser arroganten Annabelle Silvercrest, die sich aufführte, als gehöre das Schloss bereits ihr.Nun stand die zweite Prüfung an. Und diese,

  • Die Bräute des Alfakönigs    Kapitel 48 Rast am Abgrund

    Lilis SichtIch schluckte schwer. Die erstickende Schwere seiner Worte lastete schwer auf meiner Brust. Es ging also um viel mehr als nur um das Schicksal meiner arroganten Adoptivschwester. Es ging um das Leben von Tausenden, von unschuldigen Wesen. Und mittendrin stand ich, eine wolflose Ausgestoßene, die bis vor wenigen Stunden geglaubt hatte, absolut gar nichts wert zu sein.Ich bin die Tochter der Drachenprinzessin, rief ich mir im Stillen ins Gedächtnis. Der Gedanke fühlte sich immer noch völlig fremd und beängstigend an, wie ein Kleidungsstück, das mir viel zu groß war. Aber als ich an den kleinen Rudi dachte, wie er mich angefleht hatte, zu helfen, spürte ich, wie der Trotz in mir langsam schmolz. Eine neue, bisher ungekannte Entschlossenheit flammte in meinem Inneren auf. Sie spendete mir eine wohlige Wärme, die sich von meiner Brust aus in meinem frierenden Körper ausbreitete.„Na schön“, sagte ich, straffte die Schultern und sah Darkorius fest in die Augen. „Dann lass u

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