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KAPITEL 78: Die Entdeckung

Author: Stephanie A.O
last update publish date: 2026-10-06 18:04:44

Mr. Hank arbeitete im Verborgenen. In den vergangenen Tagen hatte er Audrey unbarmherzig über die Straßen von Cedarville verfolgt und jede ihrer Bewegungen dokumentiert. Sein Job war es, die nackte Wahrheit zu finden – und die Wahrheit offenbarte sich gewöhnlich genau dann, wenn die Menschen glaubten, dass absolut niemand zusah.

Er folgte ihr in ein exklusives Luxus-Einkaufszentrum in der Innenstadt. Hank hielt einen sicheren Abstand und verschmolz unauffällig mit der Masse der Käuf
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    Die Luft in Cedarville fühlte sich ungewöhnlich kalt an, als Alura den belebten Gehweg hinunterschritt. Der abendliche Berufsverkehr war in vollem Gange. In den verstopften Straßen hupten die Autos, und die Menschen hasteten mit gesenkten Köpfen gegen den Wind an ihr vorbei. Doch Alura konnte dieses schleichende Gefühl absolut nicht abschütteln, dass sich Blicke unbarmherzig in ihren Rücken brannten.Jedes Mal, wenn sie an einer Fußgängerampel stehen blieb, stellten sich ihr die Haare auf den Armen auf. Sie blickte unaufhörlich über ihre Schulter, scannte das Meer aus Gesichtern und suchte nach jemandem, der aus dem Rahmen fiel. Ihr allererster Gedanke galt Lou. Ihrem anonymen Geister-Ehemann. Wusste er Bescheid? Hatte er etwa Privatermittler angeheuert, um sie ununterbrochen zu überwachen?Die Schuldgefühle darüber, in seinem verborgenen Büroschlafzimmer mit Lucius geschlafen zu haben, zerrissen sie innerlich regelrecht. Sie fühlte sich wie eine dreiste Betrügerin. Si

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    Das grelle Neonlicht der Notaufnahme des Ashford Bay General Hospital summte über Greys Kopf. Er saß auf einem Besucherstuhl, die Ellbogen auf den Knien aufgestützt, und hielt die Hände unendlich fest ineinander verkrampft. Der stechende Geruch von Bleichmittel und Desinfektionsalkohol lag in der Luft und drehte ihm den Magen um.Marcus stand einige Schritte entfernt und lehnte sich an die blasse Wand. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und scannte den Korridor unaufhörlich mit seinem Blick. Keiner von beiden verlor ein Wort. Es gab absolut nichts zu sagen, bis sie die Gewissheit hatten, ob Abigail und das Baby überhaupt noch am Leben waren.Grey stand auf und begann, den engen Flur rastlos auf und ab zu gehen. Seine Stiefel klackerten lautstark auf dem Linoleumboden. Er fühlte sich wie ein ungezähmtes Tier, das in einem Käfig gefangen war. Er hatte ein Wirtschaftsimperium aus dem Boden gestampft, er hatte das Bundesgefängnis überlebt, er hatte unzählige Auftr

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    Mr. Hank arbeitete im Verborgenen. In den vergangenen Tagen hatte er Audrey unbarmherzig über die Straßen von Cedarville verfolgt und jede ihrer Bewegungen dokumentiert. Sein Job war es, die nackte Wahrheit zu finden – und die Wahrheit offenbarte sich gewöhnlich genau dann, wenn die Menschen glaubten, dass absolut niemand zusah.Er folgte ihr in ein exklusives Luxus-Einkaufszentrum in der Innenstadt. Hank hielt einen sicheren Abstand und verschmolz unauffällig mit der Masse der Käufer.Er sah zu, wie Audrey eine Designer-Boutique betrat. Sie verhielt sich keineswegs wie eine Frau, die versuchte, unauffällig zu bleiben. Sie führte sich auf wie eine Monarchin, die Hof hielt. Sie forderte eine absolute Vorzugsbehandlung vom Personal und schnippte lautstark mit den Fingern, um deren Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie prahlte vor der Kassiererin und stellte sicher, dass jeder im Geschäft haargenau hörte, dass sie die Ehefrau von Lucius Hunt war. Sie kaufte sichtlich teure Tasc

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    Die Atmosphäre im Konferenzraum der Hunt Group war zum Zerreißen gespannt.Onkel Roland stand am Kopfende des langen Glastisches und hielt ein selbstgefälliges, siegessicheres Lächeln auf den Lippen. Er stützte die Hände auf die polierte Oberfläche und beugte sich vor, um das Wort an den Vorstand zu richten. Seit Wochen hatte er unaufhörlich auf einen Riss in Lucius’ Rüstung gewartet.Heute glaubte er felsenfest, ihn endlich gefunden zu haben.Roland räusperte sich lautstark. Er richtete eine Fernbedienung auf die Leinwand und projizierte eine rote Linie auf ein Logistikdiagramm. „Das gemeinsame Takahashi-Projekt hinkt dem Zeitplan der ersten Phase massiv hinterher. Die Rohöl-Lieferungen von ECO Oils sitzen an den Küstenhäfen fest. Die Vertriebs-LKWs der Hunt Group stehen ungenutzt still.“Direktor Arnold Hughson, der Roland seit jeher treu ergeben war, schüttelte stumm den Kopf. „Das ist exakt das, was wir befürchtet hatten, als der Deal aufgeteilt wurde. Zwei

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    Die Jazzmusik in der unterirdischen Bar war ein leises, stetiges Summen. Die Beleuchtung war gedämmt und warf lange, dunkle Schatten über die Mahagonitische.Lucius saß in einer Ledernische in der hintersten Ecke und starrte starr auf die bernsteinfarbene Flüssigkeit in seinem Glas. Er hatte noch keinen einzigen Schluck genommen. In seinem Verstand rasten die Gedanken in hundert verschiedene Richtungen und blieben an jedem Detail des Abendessens hängen, das er gerade so überstanden hatte.Jax saß ihm gegenüber und lehnte sich mit seiner gewohnten, ruhigen Gelassenheit in die Polster. Er nahm einen langsamen Schluck von seinem Whiskey und beobachtete seinen Freund. Lucius sah aus wie ein Mann, der am Rande einer Klippe stand und nur darauf wartete, dass der nächste Windstoß ihn in den Abgrund stieß.„Sie hat sich verraten“, sagte Lucius schließlich. Seine Stimme schnitt scharf und voller Zorn durch das gedämpfte Stimmengewirr des Raumes.Jax stellte sein Glas auf

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    Sehr früh am nächsten Morgen holte die Realität dessen, was sie getan hatten, beide schließlich unbarmherzig ein. Sie hatten einfach so dort zusammen geschlafen, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Im Raum herrschte absolute Stille. Alura saß auf der Bettkante und starrte starr auf ihre Hände hinab. Sie brachte es absolut nicht über sich, Lucius anzusehen. Nicht nach letzter Nacht. Nicht nach allem, was sich zwischen ihnen abgespielt hatte. Ihre Brust fühlte sich unendlich eng an, und die Last der Schuldgefühle in ihrem Inneren war fast schon unerträglich. Sie hatte Lou betrogen. Ihren Ehemann. Den Mann, der sie – trotz all seiner Kälte und all der Facetten, die sie an ihm verabscheute – dennoch vor Percy Miller gerettet hatte. Er hatte die astronomischen Spielschulden ihres Vaters beglichen. Er hatte ihr ein Zuhause geschenkt und die Chance, ein Leben zu führen, ohne unaufhörlich voller Angst über die Schulter blicken zu müssen [I

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