LOGINElvian POVIch befragte jedes Mitglied des Haushaltspersonals selbst, einen nach dem anderen, in demselben kleinen Raum neben der Küche, in dem früher nichts Unheimlicheres als zusätzliche Bettwäsche war.Feliks zuerst. Dann die beiden Dienstmädchen, die am längsten im Haushalt waren. Dann saßen die jüngeren Mitarbeiter, die im letzten Jahr eingestellt wurden, jeder von ihnen mir gegenüber, blass und zitternd, und schworen, dass sie nichts damit zu tun hatten. Ich habe den meisten von ihnen geglaubt. Das war fast schlimmer, als niemandem zu glauben - es bedeutete, dass der Verräter, der irgendwo unter ihnen saß, gut genug war, um genauso auszusehen wie alle anderen."Das funktioniert nicht", sagte ich zu Yuri und rieb mir eine Hand über den Kiefer, nachdem das sechste Interview nichts mehr hatte. "Wir befragen Menschen, die verängstigt und ehrlich sind. Wer auch immer das getan hat, wird nicht aus ein paar scharfen Fragen in einem Wäscheschrank knacken.""Dann brauchen wir einen ander
Autumn’s POV Luca Santorini sah nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte.Nicht das Monster, das ich mir all die Monate vorgestellt hatte, nicht irgendeine riesige, knurrende Figur aus einem Albtraum. Nur ein Mann, Mitte der Fünziger, gut gekleidet, der mir gegenüber sitzt, mit der ruhigen, geduldigen Haltung von jemandem, der es gewohnt ist, durch Geduld und nicht durch Gewalt zu bekommen, was er wollte."Frau Volkov." Er stellte einen Ordner auf den Tisch zwischen uns und schob ihn zu mir. "Unterschreibe hier, und das endet heute Abend. Du gehst nach Hause. Dein Mann geht nach Hause. Jeder geht lebend davon weg.""Was genau unterschreibe ich?""Eine Übertragung von Vermögenswerten. Das Volkov-Erbe, das meiner Familie als Belohnung für eine vor Generationen geschuldete Schuld freigegeben wurde." Er sagte es deutlich, als würde er die Bedingungen eines gewöhnlichen Geschäftsabkommens rezitieren, anstatt eine Erpressung, die auf Entführung und jahrelanger Manipulation basiert."
Third person’s POVUm Mitternacht hatte sich das Herrenhaus in einen Kriegsraum verwandelt.Karten bedeckten den langen Tisch der Studie, der mit roten Stecknadeln über jedem Grundstück markiert war, das Yuris Team mit Santorini-Schalenunternehmen in Verbindung gebracht hatte. Männer bewegten sich durch die Hallen mit der düsteren Effizienz von Menschen, die genau verstanden, wie wenig Zeit noch übrig war. Elvian stand in der Mitte, den Kiefer fest, die Augen auf die Karte gerichtet, als ob er den richtigen Ort erreichen könnte, um sich allein durch den schieren Fokus zu offenbaren.Serena erschien in der Tür, ein Verband über den Schnitt auf ihrer Stirn, ein Arm leicht steif an ihrer Seite gehalten."Elvian." Sie rief an."Du solltest dich ausruhen, Serena", sagte Elvian und schaute nicht auf."Ich ruhe mich nicht aus, während Autumn irgendwo draußen ist." Sie überquerte den Raum und ignorierte das Zuckern, das die Bewegung sie eindeutig kostete. "Sagen Sie mir, was ich tun kann, um
Elvian POVDie Haustür hing offen, als wir ankamen, und schwankte langsam im Nachtwind, und ich wusste, bevor ich überhaupt die Schwelle überschritten hatte, dass alles, was ich drinnen fand, schlimmer sein würde als alles, was ich mir auf der Rückfahrt vorgestellt hatte."Breite dich aus", bellte ich, während ich mich bereits mit gezogener Waffe durch das dunkle Foyer bewegte. "Reinen Sie jeden Raum."Ich fand den ersten Wachmann in der Nähe der Osttreppe, bewusstlos, Blut verwand sein Haar. Lebendig, flach atmend, aber stetig. Ich habe den zweiten auf der gleichen Weise in der Nähe der Küche gefunden. Dann sank Serena gegen die Wand im Flur, ein blauer Fleck blühte dunkel über ihren Wangenknochen, ihre Augen flatterten auf, als ich neben ihr kniete."Serena, geht es dir gut?" Ich fragte. "Was ist passiert?""Elvian." Ihre Stimme kam gebrochen, desorientiert heraus. "Sie haben sie mitgenommen. Sie haben den Herbst genommen."Meine ganze Brust stürzte um diese Worte herum zusammen."W
Third person’s POV Autumn erwachte vom Geruch feuchten Betons und dem dumpfen Schmerz eines Seils, das in ihre Handgelenke schnitt.Der Raum schob sich langsam in den Fokus – kahlen Wände, eine einzelne Glühbirne, die an einem Draht von der Decke hing, keine Fenster, soweit sie sehen konnte. Sie saß an einen Holzstuhl gefesselt, die Arme fest hinter dem Rücken, der Kopf noch immer schwer und neblig von was auch immer sie benutzt hatten, um sie bewusstlos zu machen. Ihr Mund war trocken, ihre Zunge schwer, und für einen Moment konnte sie sich nicht erinnern, wo sie war oder wie sie hierhergekommen war.Dann kam es in Bruchstücken zurück. Der dunkle Flur. Die ruhige Stimme des Fremden. Serenas Schrei, jäh abgeschnitten.„Serena", sagte sie, ihre Stimme brach. „Wo ist Serena?"„In Sicherheit. Schläft dasselbe aus, was du bekommen hast, irgendwo anders in diesem Gebäude." Arabellas Stimme, ruhig, fast gelangweilt. „Ich brauchte sie nicht für dieses Gespräch. Nur dich."Arabella saß ihr a
Autumn’s POVDer Strom fiel ohne Vorwarnung aus und stürzte das gesamte Haus in plötzliche, absolute Dunkelheit.Für eine Sekunde dachte ich, es sei nur ein Sturm, irgendein Fehler in der alten Verkabelung, über den Regina sich immer beschwerte. Dann hörte ich den Alarm des Vordertors einmal, zweimal piepen und verstummen, statt zu ertönen, wie er es sollte, und ich verstand, dass das überhaupt kein Sturm war.„Autumn?" Serenas Stimme, nah, angespannt vor Angst. „Autumn, wo bist du?"„Hier." Ich tastete im Dunkeln nach ihr, meine Hand fand ihren Arm. „Bleib nah. Lass mich nicht los."„Ich rufe um Hilfe." Ich hörte sie an ihrem Telefon herumfummeln, das kleine Leuchten des Bildschirms war das einzige Licht im Raum. „Es funktioniert nicht. Kein Signal. Nichts."„Sie haben auch die Leitungen gekappt."Das volle Gewicht dieser Erkenntnis setzte sich schwer und kalt in meiner Brust fest. Wer auch immer dieses Foto von Elvian geschickt hatte, drohte nicht mehr aus der Ferne. Sie waren hier.







