Wiedergeboren als die verratene Ehefrau des Mafia-Bosses

Wiedergeboren als die verratene Ehefrau des Mafia-Bosses

last updateLast Updated : 2026-10-31
By:  Gift james Updated just now
Language: Deutsch
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Isabella Moretti wird in ihrem ersten Leben von ihrem Ehemann, dem Mafia-Don Alessandro De Luca, und seinem verschwörerischen Kreis verraten und hingerichtet. Zwei Jahre früher, an ihrem Hochzeitstag, wiedergeboren, nutzt sie ihre Erinnerungen, um ihre Feinde zu überlisten, sich in die mächtige Eiserne Königin zu verwandeln und Alessandros absolute Hingabe zu gewinnen. Gemeinsam zerschlagen sie die korrupten Schurken, die sie verraten haben, und sichern sich ein friedliches, wohlhabendes Imperium und eine ewige, mächtige Romanze.

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Chapter 1

Kapitel 1: Der Ehemann, Der sie nie liebte

Kapitel 1: Der Ehemann, der sie nie liebte

Der Duft von zerdrückten weißen Rosen und teurem französischem Champagner hing schwer im Raum, doch für Isabella Moretti roch es wie in einem Grab.

Sie starrte in den vergoldeten, dreiteiligen Spiegel der Brautsuite, die Hände flach auf die kühle Marmoroberfläche des Frisiertischs gelegt.

Die Frau, die ihr entgegenblickte, war ein Geist. Mit ihren vierundzwanzig Jahren steckte sie in einer atemberaubenden, maßgeschneiderten Robe aus Seide und importierter Spitze die Verkörperung der schweren, unbrechbaren Ketten, die das Moretti-Syndikat an die De-Luca-Familie banden. Ihr dunkles Haar war zu einem aufwendigen, mit Perlen durchwebten Chignon hochgesteckt, und ihr Make-up war makellos aufgetragen, um die tiefe Erschöpfung unter ihrer Haut zu verbergen.

Wie viele Stunden ist es her, dass ich auf einem kalten Betonboden geschrien habe?, dachte sie. Ihr Atem stockte, als ein phantomer, stechender Schmerz durch ihre Kehle fuhr.

Isabella berührte ihren Hals mit zitternden, behandschuhten Fingerspitzen. Glatt. Unversehrt. Warme Haut über einem stetigen, hektischen Puls. Es gab kein Blut. Keine purpurrote Lache, die sich unter ihrem Körper ausbreitete. Es gab keine verlassene Lagerhalle an den Docks, in der ihre beste Freundin Victoria Romano lachend im Seidenkleid gestanden hatte, während Alessandro ihr Ehemann, ihr Don, ihr Henker mit kalten, gleichgültigen Augen zusah, wie man sie des Hochverrats beschuldigte und wie ein Tier abschlachtete.

Tack, tack, tack, tack.

Die Standuhr in der Ecke der Suite schlug zweimal. Zwei Uhr nachmittags. Genau die Stunde, in der die Zeremonie beginnen sollte.

In ihrem ersten Leben hatte Isabella diese Stunde weinend verbracht. Sie erinnerte sich daran, wie erbärmlich ihre Hände gezittert hatten, als sie ihren Schleier zurechtrückte, zu Tode erschrocken vor der Hochzeit mit Alessandro De Luca  dem skrupellosen, kaltblütigen Mafia-Don, dessen Name allein der Unterwelt ein Frösteln über den Rücken jagte. Sie erinnerte sich, wie sie zu einem Gott gebetet hatte, der ihr nicht zuhörte, und darum flehte, dass Alessandro sie mit zumindest einem kleinen Funken von Wärme ansehen möge. Sie war als naives, sanftmütiges Mädchen in diese Ehe gegangen, in dem Glauben, dass sie das Eis um sein Herz schmelzen könnte, wenn sie nur treu und liebevoll genug wäre.

Was für ein törichtes, tragisches Kind sie doch gewesen war.

Alessandro De Luca besaß kein Herz, das man hätte schmelzen können. Er war ein Geschöpf aus Eis, Stahl und rücksichtslosem Ehrgeiz. Er hatte sie geheiratet, weil ihr Vater, Don Moretti, die militärische Macht des De-Luca-Syndikats brauchte, um seine schwächelnden Frachtlinien zu schützen, und Alessandro den legalen Zugang der Morettis zu den Häfen benötigte. Es war nie eine Romanze gewesen; es war ein Geschäft, verpackt in ein Hochzeitskleid. Und als Victoria Romano, die Schlange, die Isabella ihre beste Freundin genannt hatte, begann, Alessandro Lügen ins Ohr zu flüstern und gefälschte Dokumente zu platzieren, die Isabella wie eine Verräterin aussehen ließen, hatte Alessandro ihr nicht einmal eine Gelegenheit gegeben, sich zu erklären. Er hatte nicht nach ihrer Sicht der Dinge gefragt. Er hatte ihr Todesurteil einfach mit derselben kalten Gleichgültigkeit unterzeichnet, mit der er seine Geschäftsverträge unterschrieb.

Isabella presste die Augen zu, als die Erinnerungen in einer dunklen Welle über sie hereinbrachen: Victorias hohnlachendes Gesicht, das Schweigen ihres Vaters, als sie ihn um Hilfe anflehte, und Alessandro, der im Schatten jener dunklen Lagerhalle stand, die Arme vor der Brust verschränkt, seine dunklen Augen leer, während die Klinge sie niederstreckte.

„Du warst immer zu weich für diese Welt, Isabella“, hatte er mit einer Stimme zu ihr gesagt, die so flach war wie Stein, während ihr Blickfeld schwarz wurde. „Weiche Dinge werden zerquetscht.“

Ein scharfes, forderndes Klopfen an der schweren Eichentür zerriss die Stille des Raumes und riss Isabella zurück in die Gegenwart.

„Isabella, tesoro? Bist du fertig? Die Gäste sitzen, und Don De Luca wartet am Altar“, rief die Stimme ihres Vaters durch das Holz. Sie trug die nervöse Dringlichkeit eines Mannes in sich, der die Sekunden zählte, bis er seine finanziellen Sorgen an einen stärkeren Raubfisch übergeben konnte.

In ihrem ersten Leben hätte Isabella gewinselt. Sie hätte ihre Tränen abgewischt, ihr Kleid glattgestrichen, die Tür mit einem verzweifelten, schwachen Lächeln geöffnet und wäre bereitwillig in ihr Verderben gelaufen – in dem Glauben, dass Stille und Liebenswürdigkeit sie beschützen würden.

Ein langsames, bitteres Lächeln umspielte Isabellas Lippen.

Liebenswürdig zu sein hat mich nicht gerettet, dachte sie und schlug die Augen auf. Die Angst, die ihre Brust erfüllt hatte, war verbrannt, ersetzt durch eine kalte, scharfe Wut. Es hat mich nur leicht zu zerstören gemacht.

Sie stand langsam auf und ließ die schwere Schleppe ihres Brautkleides um ihre Absätze gleiten. Das Zittern in ihren Fingern hörte auf. Die Panik in ihrer Brust legte sich zu einer eisigen Ruhe. Das Schicksal hatte sie auf seine seltsame und geheimnisvolle Weise zwei Jahre in der Zeit zurückgeworfen direkt auf den Morgen ihres Hochzeitstages. Man hatte ihr die ultimative Waffe geschenkt: die Erinnerung. Sie kannte jedes Geheimnis, jede Lüge, jeden verborgenen Plan und jeden Verräter, der im Schatten beider Familien lauerte. Sie wusste, wer die Messer hielt, und sie wusste genau, wo sie zuzuschlagen gedachten.

Sie nahm einen Lippenstift vom Frisiertisch und trug sorgfältig eine frische Schicht tiefes Dunkelrot auf ihre Lippen auf. Ein letztes Mal blickte sie auf ihr Spiegelbild. Das zerbrechliche, verzweifelte Mädchen, das um Liebe gebettelt hatte, war fort. Für immer begraben.

Die Frau, die diesen Raum verlassen würde, würde ihre Feinde Stück für Stück zerbrechen. Sie würde sich selbst schützen, Victoria jede Lüge entreißen, ihre korrupten Verwandten in die Knie zwingen und jeden einzelnen Verräter für das bezahlen lassen, was sie getan hatten.

Und Alessandro? Ihr kalter, unnahbarer Ehemann?

Du dachtest, ich sei weich, dachte sie, während ihre Augen im Spiegel einen scharfen Ausdruck annahmen. Lass mich dir zeigen, was passiert, wenn das weiche Mädchen lernt, zurückzuschlagen.

Isabella ging zur schweren Eichentür, drehte den Messingknauf und zog sie auf.

Don Moretti lief auf dem Flur auf und ab und rückte nervös die Ärmel seines Smokings zurecht. Er war ein Mann mittleren Alters, dessen Macht durch jahrelange Fehlinvestitionen beim Glücksspiel, furchtbare geschäftliche Entscheidungen und wachsende Schulden dahingeschmolzen war. Als sich die Tür öffnete, drehte er sich schnell um und öffnete den Mund zu seiner üblichen Rede über Familienpflicht und stillen Gehorsam.

Die Worte blieben ihm direkt im Hals stecken.

Don Moretti blinzelte, völlig überrumpelt. Die Tochter, die vor ihm stand, war nicht die nervöse, verweinte Braut, die er vor zwanzig Minuten verlassen hatte. Isabella stand aufrecht da, die Schultern zurückgelegt, den Kopf mit einer ruhigen, kraftvollen Anmut erhoben. Ihr Gesichtsausdruck war vollkommen ruhig, aber ihre Augen waren so kalt, dass ihr Vater plötzlich einen seltsamen Schauer über seinen Rücken laufen spürte.

„Isabella...“, stammelte er und räusperte sich verlegen. „Du... du siehst umwerfend aus. Aber warum trägst du deinen Schleier nicht über dem Gesicht? Die Tradition besagt...

„Traditionen sind für Leute, denen alberne Regeln wichtig sind, Vater“, unterbrach ihn Isabella. Ihre Stimme war geschmeidig, ruhig und völlig frei von dem zitternden Ausmaß an Angst, das er gewohnt war zu hören. „Wir verkaufen heute ein Schifffahrtsimperium, nicht wahr? Tun wir nicht so, als ginge es hier um Romantik oder Tradition.“

Don Morettis Gesicht lief vor Ärger rot an, aber er verbarg es schnell wieder. Er bot ihr seinen Arm an und versuchte, seine Autorität zurückzugewinnen. „Achte auf deinen Tonfall, Isabella. Die De Lucas sind gefährliche Leute. Du heiratest den Don dieser Stadt. Erinnere dich heute an deinen Platz. Ein De Luca duldet keine Schwäche.“

Isabella schob ihre behandschuhte Hand in seine Armbeuge. Ihr Griff war leicht, aber ihre Augen fixierten die seinen mit einer unnachgiebigen Kälte, die den alten Mann wegsehen ließ.

„Mach dir keine Sorgen, Vater“, antwortete sie, während sich ihre Lippen zu einem scharfen, perfekten Lächeln formten. „Ich nämlich auch nicht.“

Die Kathedrale war ein gewaltiges, altes Bauwerk aus dunklem Stein und buntem Glas, bis zum Rand gefüllt mit den gefährlichsten Menschen des Staates. Männer in dunklen Anzügen mit verborgenen Waffen saßen Seite an Seite mit Prominenten der Hochgesellschaft, korrupten Stadtbeamten und Mafia-Bossen. Die Luft war dick vom Duft teuren Rasierwassers, schwerem Parfum und Tausenden frischen weißen Rosen, die eigens für die Hochzeit herbeigeschafft worden waren.

Leises Geflüster breitete sich wie ein Lauffeuer in der Menge aus, als die schweren Holzflügeltüren am Ende der Kirche aufgeschlagen wurden.

Isabella trat auf den Hauptgang, während die gewaltige Orgelmusik den riesigen Raum erfüllte. Sie sah nicht auf die Blumen. Sie sah nicht auf die Glasmalereien hoch oben. Ihre dunklen Augen strichen präzise über die Gäste und überprüften jedes Gesicht wie ein Spieler, der ein Schachbrett analysiert.

In der dritten Reihe auf ihrer Seite der Kirche saß Victoria Romano.

Victoria sah in einem hellrosafarbenen Kleid wunderschön aus, ihr blondes Haar war in weiche Locken gelegt. Sie tupfte sich mit einem zarten Taschentuch behutsam die Augen ab und täuschte Tränen purer Freude für ihre beste Freundin vor. In ihrem ersten Leben hatte Isabella geglaubt, diese Tränen seien echt gewesen. Sie hatte gedacht, Victoria liebe sie wirklich wie eine Schwester.

Jetzt, mit ihrer zweiten Chance im Leben, sah Isabella die Wahrheit. Victorias Augen beobachteten nicht Isabella; sie wanderten nervös zum Altar hinüber, wo Alessandro stand, während ihre Finger ihre Handtasche so fest zusammenpressten, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Sie weinte nicht vor Freude; sie brannte vor toxischer, bitterer Eifersucht. Sie wollte Alessandros Macht. Sie wollte das Vermögen der De Lucas. Und sie plante bereits, es sich zu stehlen.

Genieße deine falschen Tränen, solange du kannst, Victoria, dachte Isabella gelassen, während sie an ihr vorbeiging. Denn bevor dieses Jahr endet, werden deine Tränen sehr real sein.

Dann hob Isabella ihren Blick zum Altar.

Unter der hohen Decke, umgeben von seinen obersten Leibwächtern und Leutnants, stand Don Alessandro De Luca.

Er war achtundzwanzig Jahre alt, eine aufragende, tödliche Gestalt in einem dunklen, perfekt sitzenden Anzug. Sein schwarzes Haar war glatt nach hinten gekämmt und umrahmte die scharfen, gefährlichen Züge seiner Kiefer- und Wangenknochen. Er war unmöglich gutaussehend – ein Mann, der für Macht und Krieg geschaffen war.

Doch es waren seine Augen, die den Menschen schon immer Angst gemacht hatten: ein eisiger, stechender Haselnusston, der keinerlei Wärme zu besitzen schien.

Alessandro starrte den langen Gang zu ihr herunter, sein Gesichtsausdruck vollkommen blank und gelangweilt.

In ihrem früheren Leben hätte das schwere Gewicht seines kalten Blicks Isabellas Knie zum Zittern gebracht. Sie hätte die Augen starr auf den Boden gerichtet gehalten, wäre errötet, hätte gezittert und wäre von der Angst erfüllt gewesen, dass er sie hässlich oder dumm finden könnte.

Dieses Mal senkte Isabella ihre Augen nicht.

Sie verankerte ihren dunklen Blick fest in seinen eisigen braunen Augen und begegnete seinem Blick mit absoluter, unerschütterlicher Ruhe. Sie errötete nicht. Sie zuckte nicht zurück. Sie ging mit dem langsamen, selbstbewussten Schritt einer Person auf ihn zu, die einem Ebenbürtigen entgegentritt.

Alessandros Augenbraue zuckte – eine so kleine Bewegung, dass niemand sonst in der Kirche sie bemerkte. Aber Isabella sah es. Seine dunklen Augen verengten sich um eine Winzigkeit, und ein plötzlicher Funke der Überraschung blitzte in seinem Blick auf, als er ihr ruhiges Gesicht bemerkte. Er war daran gewöhnt, dass jeder – Männer, Feinde und Frauen gleichermaßen – vor Angst wegsah. Er war daran gewöhnt, dass die Menschen in seiner Gegenwart zitterten.

Er war definitiv nicht daran gewöhnt, dass seine vierundzwanzigjährige, arrangierte Braut ihn anstarrte, als berechne sie seinen genauen Wert.

Don Moretti blieb am Fuß der Altarstufen stehen, nahm Isabellas Hand und legte sie in Alessandros große Handfläche.

Alessandros Hand war warm, sein Griff stark und fest – mühelos in der Lage, ohne großen Aufwand einen Knochen zu brechen. Isabella spürte bei seiner Berührung einen plötzlichen, scharfen Ruck durch ihren Arm fahren – eine instinktive Erinnerung an den Mann, der ihr Ende befohlen hatte. Für den Bruchteil einer Sekunde hämmerte ihr Herz wild gegen ihre Rippen.

Beherrsche dich, ermahnte sie sich still. Er ist nur ein Mann. Ein Mann, der blutet wie jeder andere auch.

Isabella zog ihre Hand nicht zurück. Stattdessen richtete sie sich auf und trat direkt neben ihn auf das Podest, ohne den Blickkontakt abzubrechen.

„Don De Luca“, sagte sie leise, ihre Stimme tief genug, dass nur er sie über die Orgelmusik hinweg hören konnte.

Alessandro blickte auf sie herab, seine Kiefermuskeln spannten sich an, als er ihr unlesbares Gesicht musterte. „Isabella“, antwortete er, seine tiefe, raue Stimme schickte eine leise Vibration durch den Raum zwischen ihnen. „Du wirkst... seltsam ruhig.“

„Hast du erwartet, dass ich weine?“, fragte sie, ihr Tonfall leicht und beinahe amüsiert.

Alessandros Augen wurden noch dunkler. „Die meisten jungen Frauen in deiner Position sind zu Tode erschrocken.“

„Dann hast du offensichtlich die falsche Frau geheiratet“, flüsterte Isabella geschmeidig und wandte ihre Aufmerksamkeit dem Priester zu, als der Gottesdienst begann.

Alessandro sah nicht sofort von ihr weg. Seine scharfen Augen blieben an ihrer Profillinie haften, musterten sie aufmerksam und versuchten, das verängstigte, schüchterne Mädchen zu finden, von dem die Hintergrundberichte seiner Familie gesprochen hatten. Aber da war keine Angst in ihrer Haltung. Da war kein Zittern in ihrer Atmung. Sie stand da wie eine Mauer aus Stein.

Der Priester begann die klassische Trauung, seine schwere Stimme hallte von den kalten Steinwänden wider. Während des gesamten langen Gottesdienstes stand Isabella direkt neben Alessandro wie eine Statue aus feinstem Marmor. Als der Moment für das Eheversprechen kam, wandte sich der Priester zuerst Isabella zu.

„Nimmst du, Isabella Moretti, Alessandro De Luca zu deinem angetrauten Ehemann, um ihn zu haben und zu halten, in guten wie in schlechten Tagen, in Armut wie in Wohlstand, in Krankheit wie in Gesundheit, bis dass der Tod euch scheidet?“

In ihrem ersten Leben hatte ihre Stimme schrecklich gezittert. Sie war über die einfachen Worte gestolpert wie ein verängstigtes Kind, das verzweifelt um Anerkennung bettelte.

Dieses Mal blickte Isabella Alessandro direkt in die Augen, ihr Blick klar und hell.

„Ich will“, sagte sie. Ihre Stimme war fest und drang klar durch die große Kathedrale. Es gab kein Zögern. Es gab keine Angst. Es klang nicht wie das Versprechen zu gehorchen; es klang wie das Versprechen zu kämpfen.

Alessandro beobachtete jede ihrer Bewegungen, während er sein eigenes Gelübde sprach, seine tiefe Stimme ruhig und beherrscht. Als der Priester sie schließlich offiziell zu Mann und Frau erklärte, trat Alessandro näher und reichte hinauf, um den leichten Spitzenschleier von ihrem Gesicht zu heben.

„Sie dürfen die Braut jetzt küssen“, verkündete der Priester.

In ihrem ersten Leben hatte Alessandro sich einfach hinuntergebeugt und ihr einen kurzen, trockenen Kuss auf die Wange gedrückt – er hatte sie behandelt wie eine lästige Trophäe, die er gezwungen war herumzutragen. Isabella hatte sich zutiefst geschämt und ihr rotes Gesicht hinter ihrem Blumenstrauß verborgen, während die Gäste klatschten.

Dieses Mal machte Isabella einen kleinen Schritt nach vorne, noch bevor er sich überhaupt bewegen konnte. Sie kam ihm entgegen, legte den Kopf in den Nacken und sah ihm direkt in die Augen, als er sich herabbeugte.

Alessandro hielt für eine halbe Sekunde inne, deutlich überrascht von ihrem kühnen Schritt. Als seine Lippen die ihren trafen, war es kein kalter, höflicher Kontakt. Er war schnell, warm und von einer plötzlichen, intensiven Spannung erfüllt, die keiner von beiden erwartet hatte.

Als er sich zurückzog, waren seine scharfen braunen Augen intensiv und suchten ihr ruhiges Gesicht nach irgendeinem Geheimnis oder irgendeiner Angst ab.

Isabella schenkte ihm lediglich ein leises, höfliches Nicken. „Ehemann“, murmelte sie sanft.

Alessandros Lippen pressten sich zu einer schmalen, harten Linie zusammen. Er bot ihr seinen Arm an, seine starken Finger zogen sich ein klein wenig um die ihren fest, als sie sich umwandten, um der jubelnden Menge aus Mafiamitgliedern, Geschäftsleuten und Politikern entgegenzublicken.

Als sie gemeinsam den Mittelgang hinuntergingen, Hand in Hand, brach im ganzen Raum lauter Applaus aus, und Hunderte weißer Rosenblätter regneten von der hohen Empore auf sie herab. Isabella blickte aus den Augenwinkeln über die Menge der lächelnden, falschen Gesichter – ihr Vater, ihr korrupter Onkel, Victoria und die gefährlichen Leutnants, die einst zugestimmt hatten, ihr das Leben zu nehmen.

Sie alle dachten, dass heute der Tag war, an dem sie gewonnen hatten. Sie dachten, sie hätten ein schwaches Mädchen in einem goldenen Käfig mit einem erbarmungslosen Don gefangen, der ihren Geist brechen würde.

Sie hatten keine Ahnung, dass das stille Mädchen bereits tot war und dass die Zielscheibe, die sie zu fangen glaubten, nun die Gefährlichste im Raum war.

Isabella blickte aus den Augenwinkeln zu Alessandro hoch. Er starrte geradeaus, sein Gesicht hart und gefährlich, aber sie konnte die Anspannung in seiner breiten Gestalt spüren. Er dachte über sie nach. Er fragte sich, warum sie so anders war. Der erste Samen des Zweifels war in seinem scharfen Verstand gesät worden, und ihr neues Spiel hatte offiziell begonnen.

Willkommen zu unserer zweiten Chance, Alessandro, dachte Isabella, während ihre Hand seinen Arm fest hielt und sie aus der dunklen Kirche hinaus ins helle Sonnenlicht traten. Mal sehen, wer diesmal zuerst bricht.

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