LOGINDeclan Callahan wusste es in dem Moment, als er sie in der Schule sah: Evie McCarthy gehörte ihm. Er beanspruchte sie mit krankhafter Besessenheit, heiratete sie, bekam eine Tochter – bis zu dem Tag, an dem er sie für immer verlor. So glaubte er zumindest. Sechs Jahre später, mitten in ihrer Hochzeit mit einem anderen Mann, stürmt Declan in die New Yorker Kathedrale, reißt die Braut vom Altar und wirft sie sich über die Schulter. Evie erinnert sich nicht an ihn. Sie erinnert sich an gar nichts. Für sie ist er nur ein gefährlicher Fremder. Doch Declan kümmert das nicht. Er wird sie zurück nach Dublin bringen. Er wird sie gefangen halten. Er wird sie brandmarken. Er wird sie dazu bringen, sich zu erinnern – selbst wenn er sie dafür brechen muss. Jenseits des Ozeans erklärt Harvey Prescott, der Mann, der sie fünf Jahre lang in einer Lüge gefangen hielt, ihr den Krieg. Zwei besessene Monster. Eine Frau. Zwischen bruchstückhaften Erinnerungen, toxischem Verlangen und einer Anziehung, die sie nicht kontrollieren kann, entdeckt Evie die dunkelste Wahrheit: Sie will sich nicht entscheiden. Sie will beides.
View MoreDas Frühstück endet in angespannter Stille, die nur Claire nicht zu spüren scheint. Sie plaudert aufgeregt über ihre Pläne für den Tag, ahnungslos über den stillen Sturm, der sich zwischen mir und Declan zusammenbraut. Jedes Mal, wenn sich unsere Blicke kreuzen, spüre ich das Gewicht des Versprechens, das er im Dunkeln geflüstert hat. „Ich werde dich ficken, bis du deine Stimme verlierst.“Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Ich versuche, mich auf Claires melodische Stimme zu konzentrieren, aber Declans Gegenwart neben mir ist erdrückend. Seine Hand ruht noch immer besitzergreifend auf meinem Oberschenkel, eine ständige Erinnerung daran, dass es kein Entkommen gibt.„Kann ich Mama jetzt mein Zimmer zeigen?“ fragt Claire und springt mit ansteckender Energie von ihrem Stuhl.Declan wischt sich mit der Serviette den Mund ab, seine Bewegungen bewusst langsam. „Natürlich, Prinzessin. Aber danach müssen deine Mutter und ich sprechen.“Das Wort „sprechen“ klingt wie eine versteckte Drohun
Der Kuss endet langsam, aber Declan zieht sich nicht zurück. Seine Stirn bleibt gegen meine gepresst, unsere Atemzüge vermischen sich. Ich spüre ihn noch — den Geschmack von Regen, von Verlangen und von etwas gefährlich Süchtigmachendem.„Du hast den Kuss erwidert“, murmelt er mit rauer Stimme der Zufriedenheit. „Auch wenn es nur ein ganz kleines bisschen war.“Ich drehe das Gesicht weg, beschämt, schuldig und wütend auf mich selbst.„Ich will das nicht“, flüstere ich, aber die Worte kommen schwach heraus, fast ohne Überzeugung.Er lacht leise auf, ein tiefer Klang, der gegen meine Brust vibriert.„Dein Körper ist anderer Meinung, Sirius.“Er hebt mich wieder in seine Arme, als würde ich nichts wiegen, und trägt mich zum Bett. Er legt mich mit überraschender Vorsicht hin, aber seine Augen verlassen nie meine, während er den Rest der nassen Kleidung auszieht. Trotz der Angst bin ich hypnotisiert — die breite Brust, die dunklen Tätowierungen, die Silberkette mit dem Ehering, die zwische
Er legt das Telefon weg und steckt es in seine Tasche. Der Raum bleibt für einige Sekunden still, nur unterbrochen von meinem keuchenden Atem und dem unaufhörlichen Regen, der gegen die Fenster schlägt.Ich bin immer noch ans Bett gefesselt, halbnackt, mein Körper pocht dort, wo er mich berührt hat. Die Schuld erdrückt mich. Wie konnte ich nur so reagieren? Wie konnte ich Lust in den Händen des Mannes empfinden, der mich am Tag meiner Hochzeit entführt hat?Declan starrt mich an. Seine blauen Augen sind dunkel und hungrig, aber etwas Weicheres leuchtet darin auf, als er über seine Tochter spricht.„Sie hat sechs Jahre auf dich gewartet“, sagt er mit leiser Stimme. „Ich werde sie nicht länger warten lassen.“Er löst die Fesseln mit einem leisen Klicken. Bevor ich mich rühren kann, packt er mich an der Taille und stellt mich auf. Meine Beine zittern. Das zerrissene Kleid bedeckt mich kaum. Er nimmt seinen nassen Mantel und legt ihn mir über die Schultern, bedeckt mich so gut er kann.„T
Der Jet landete in Dublin unter einem strömenden Regen, der die ganze Welt wegzuspülen schien. Er trug mich aus dem Flugzeug, immer noch über seine Schulter gehängt wie eine Kriegstrophäe. Meine Fäuste schlugen vergeblich gegen seinen nassen Rücken, aber er spürte es kaum. Der eisige Wind und der starke Regen peitschten meine unbedeckte Haut, den Rest des weißen Kleides an meinen Körper klebend.„Lass mich los!“, schrie ich, bis meine Kehle brannte. „Hilfe! Jemand, bitte!“Niemand antwortete. Nur das Rauschen des Regens und das Geräusch seiner Schritte auf dem nassen Asphalt.Er warf mich in einen weiteren gepanzerten SUV und stieg gleich dahinter ein, meinen Körper wieder unter seinem einsperrend. Sein Gewicht war erdrückend. Sein Geruch — Regen, dunkles Holz und etwas Gefährlich-Männliches — überflutete mich. Das Auto fuhr schweigend los, nur unterbrochen von meinem abgehackten Schluchzen.Ich weiß nicht, wie lange wir fuhren, bevor wir vor einem großen, alten Steingutshof hielten,





