INICIAR SESIÓN### Kapitel 90Zena starrte auf seine ausgestreckten Finger.Sie zitterten. Der Verband auf dem Handrücken war mit braunen Flecken übersät. Sie spürte, wie sich der Faden in ihrer Brust so stark zusammenzog, dass es wehtat. Einen schrecklichen Moment lang wusste sie nicht, was sie tun würde.Dann wurde die Luft neben ihr kalt. Sie spürte die Kälte an der Seite ihres Gesichts. Der Schnee auf dem Boden begann zu knistern. Die Wölfe in ihrer unmittelbaren Nähe hörten auf zu singen und wichen einer nach dem anderen mit weit aufgerissenen Augen zurück.„Valerius“, sagte sie hastig.Er bewegte sich bereits. Sie sah nicht, wie er die Entfernung überbrückte. Im einen Moment stand er noch neben ihr, und im nächsten lag Armani auf dem Boden, während eine schwarz behandschuhte Hand seine Kehle umklammerte und der Gehstock klappernd über den Schnee davonrutschte. Valerius kniete über ihm, die andere Hand zum Schlag erhoben, und seine Finger waren keine Finger mehr. Sie waren gekrümmt, schwarz und
### Kapitel 89Valerius drehte sich langsam um. „Nein“, sagte er.„Er hat höflich gefragt“, sagte Rogers und hielt die Karte hoch. „Der Beta hat sie persönlich vorbeigebracht.“„Mir ist egal, wie er gefragt hat. Sie wird nicht neben ihm stehen.“„Valerius.“ Zena stellte ihre Tasse auf den Tisch. „Ich gehe hin.“„Zena ...“„Elf Menschen sind gestorben.“ Ihre Stimme blieb leise und ruhig. „Ihre Familien möchten sich bedanken. Ich werde mich nicht in der Lodge verstecken, nur weil Armani Thorne auf demselben Feld stehen wird.“„Er hat gesagt, dass er neben dir stehen möchte“, sagte Valerius.„Dann werde ich woanders stehen.“ Sie nahm die Karte und las sie noch einmal. „Aber ich gehe hin.“Er starrte sie lange an. Ein Muskel in seinem Kiefer zuckte. Dann wandte er den Blick ab und sagte mit flacher Stimme: „Ich komme mit dir.“„Das habe ich mir gedacht“, erwiderte sie.„Und ich werde nicht von deiner Seite weichen“, sagte er.„Ich weiß“, sagte sie, und aus irgendeinem Grund wurde ihr Gesi
### Kapitel 88Valerius stand zehn Schritte von Armano entfernt. Keiner von beiden hatte gesprochen. Das Mondlicht fiel auf sie beide, und Zena spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog, als ihr auffiel, wie ähnlich sie sich sahen. Zwei große Männer standen einander im Schnee gegenüber, die Schultern gestrafft und den Atem als weiße Wölkchen vor sich.Armanos Lächeln war lässig. Sein gebrochener Arm war mit ihren Schienen versorgt und vor seiner Brust fixiert, doch er stand völlig entspannt da, als hätte er die ganze Nacht Zeit.„Guten Abend, Eure Majestät“, sagte er.„Du bist hier nicht willkommen“, erwiderte Valerius.„Auf Rudelland? Ich bin hier geboren“, entgegnete Armano.„Auf Kronland. Diese Lodge steht unter meinem Schutz.“ Valerius' Stimme war sehr leise. „Du hast unter ihrem Fenster gestanden.“„Es ist ein schönes Fenster“, sagte er.„Verschwinde“, befahl Valerius.„Das werde ich.“ Armano legte den Kopf schief. „Sobald ich gesagt habe, weshalb ich gekommen bin.“„Du hast ihr nic
Kapitel 87Die Worte fielen zwischen ihnen wie etwas, das zu Boden stürzte.„Was dir gehört?“, fragte Zena.„Ja“, antwortete er selbstbewusst.„Wen von uns meinst du damit?“, erkundigte sie sich.„Beide.“ Er sagte es ganz beiläufig. „Den Jungen und die Frau, die meinen Namen jedes Mal im Mund führt, wenn sie mich hasst.“„Ich führe deinen Namen nicht im Mund“, widersprach sie.„Doch, das tust du. Du sprichst ihn aus wie einen Fluch.“ Sein Lächeln kehrte zurück. „Das ist beinahe so gut wie ein Gebet.“Sie wartete auf den Rest. Ein Grinsen. Einen Scherz. Irgendetwas, das zu seinem Lächeln passte. Doch nichts kam.Sie blickte auf seinen Arm, der mit ihren notdürftigen Schienen verbunden war. Sie sah das Blut auf dem Boden, den Schweiß auf seiner Oberlippe und wie seine Hand noch immer zitternd auf der Decke lag. Dann sah sie in seine Augen, die hell leuchteten, fest auf ihr Gesicht gerichtet waren und etwas enthielten, das überhaupt kein Scherz war.Es war Angst. Sie saß hinter dem Gold
Kapitel 86Niemand konnte sie davon abhalten, ihm nachzugehen. Valerius versuchte es. Er stellte sich mit den Händen auf ihren Schultern vor sie auf der Terrasse und sagte, sie solle nach Hause gehen und sich ausruhen.Rogers sagte, das Packhaus sei nicht sicher. Hayley sagte, sie würde sie begleiten, doch dann meinte sie, sie könne es doch nicht, weil jemand auf Chloe aufpassen müsse.„Ich werde nicht lange brauchen“, sagte Zena. „Ich muss nur eine Sache sagen.“„Dann komme ich mit“, sagte Valerius.„Nein“, erwiderte sie.„Zena“, sagte er.„Du kannst draußen warten“, sagte sie und zog ihren Mantel enger um sich. „Zehn Minuten. Bitte.“Er sah sie lange an. Sein Kiefer war angespannt. Dann nickte er einmal kurz und ließ sie los.Sie folgte der Blutspur. Das war nicht schwer. Die Tropfen zogen sich entlang des Weges von der Terrasse hinunter, über die Steinstufen und über den hinteren Rasen bis zum Packhaus. Sie führten um die Küchentür herum und am Holzstapel vorbei. Schließlich endete
### Kapitel 85Er war nicht einverstanden. Sie erkannte es an der angespannten Linie seines Kiefers. Doch er nickte einmal und ließ sie gehen.Sie ging zum Geländer. Es waren nur sechs Schritte. Mit beiden Füßen fest auf dem sicheren Stein blieb sie einen ganzen Armlängenabstand vom Rand entfernt stehen und blickte zu dem Adler hinauf. Er war wunderschön. Er ließ sich vom Wind tragen, neigte seine Flügel und stieß einen langen, schrillen Ruf aus.„Siehst du?“, sagte Chloe, die neben sie trat. „Ist das nicht wunderbar?“„Ja“, antwortete Zena und beobachtete den Vogel.„Du kannst dich ruhig ein wenig vorbeugen. Es ist vollkommen sicher“, sagte Chloe lieblich.„Mir geht es hier gut“, erwiderte Zena.Chloe stand ganz dicht neben ihr und lächelte. Dann trat sie leise einen Schritt zurück, danach noch einen, bis sie außer Reichweite war.Zena bemerkte es. Ihre Haut begann zu kribbeln, und sie wollte gerade den Kopf drehen, als hinter ihr ein scharfes, kurzes Knacken ertönte.Ein Wächter nah







