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Kapitel 5

مؤلف: Timi Rachael
last update تاريخ النشر: 2026-10-14 22:52:39

Ravens POV

Das Klopfen an der Tür klang wie ein Hammer gegen meinen Schädel. Durch das dicke Holz hörte ich die leise, nervige Kreischstimme von Miss Freya, die uns sagte, wir sollten uns bewegen.

Ich stöhnte und zog mein Kissen über den Kopf, aber es half nicht. Meine Zimmergenossen begannen bereits, sich zu rühren. Sheila, die immer schlecht gelaunt war, setzte sich auf und rieb sich aggressiv die Augen.

„Diese Frau ist so nervig“, murmelte Sheila, die Stimme noch heiser vom Schlaf.

„Da stimme ich zu“, flüsterte ich zurück.

Ich lugte unter meiner Decke hervor und blickte zum Fenster. Die Sonne ging kaum auf. Der Himmel hatte dieses seltsame, dunkelviolette Licht, das man nur sieht, wenn es viel zu früh ist, um wach zu sein. Warum weckte sie uns jetzt? Wir waren erst so spät ins Bett gekommen. Miss Freya nahm ihren Job definitiv zu ernst.

Trotz des Jammerns standen wir alle auf. Niemand wollte sich so früh am Morgen mit ihrem Zorn anlegen. Dan sah zu mir herüber und schenkte mir ein kleines, helles Lächeln.

„Guten Morgen, Raven“, sagte er.

Ich runzelte die Stirn und fragte mich, warum er um fünf Uhr morgens so fröhlich war, versuchte aber, höflich zu sein. „Morgen, Dan. Wie hast du geschlafen?“

„Super“, sagte er und griff nach seinem Handtuch. „Ich gehe duschen, bevor die Schlange zu lang wird.“

Ich nickte. Ich musste nicht mehr duschen, da ich mich direkt vor dem Schlafengehen gewaschen hatte, also setzte ich mich einfach an den Rand meiner Matratze. Sheila verließ das Zimmer einen Moment später, ohne ein Wort zu sagen. Sie wirkte wirklich wie jemand, der einfach wütend geboren worden war.

Ich nahm meine Haarbürste und begann, mein rotbraunes Haar zu bändigen. Es war ein Chaos aus Verwicklungen von der Busfahrt und der Nacht voller Hin- und Herwälzen. Diane kam herüber und setzte sich an den Rand meines Bettes, bereits voller Energie.

„Was glaubst du, was sie uns heute machen lassen?“, fragte sie und beobachtete, wie ich kämmte. „Glaubst du, wir landen in der Küche? Oder vielleicht beim Putzen der großen Halle?“

„Was auch immer es ist, es wird sicher mit viel Laufen zu tun haben“, sagte ich. Ich band mein Haar zu einer straffen Hochsteckfrisur, damit es mir bei der Arbeit nicht in die Quere kam.

Ich blickte zu Diane und bemerkte, dass ihr Haar bereits perfekt gestylt war. Es war zu demselben straffen Dutt gebunden, den sie gestern getragen hatte.

„Hast du ernsthaft mit den Haaren so geschlafen?“, fragte ich und lehnte mich zurück, um sie anzusehen.

Diane zuckte mit den Schultern. „Das spart morgens Zeit.“

Ich konnte das beim besten Willen nicht verstehen. Wie konnte jemand mit so hochgesteckten Haaren schlafen? Das klang unglaublich unbequem, aber wie man so schön sagt: Jeder wie er mag.

Wir warteten, bis Sheila und Dan zurückkamen, dann verließen wir zu viert das Zimmer. Die Gänge füllten sich bereits mit anderen Rudelmitgliedern. Wir folgten dem Strom der Menge und fühlten uns ein wenig klein. Von uns vom Inker-Rudel waren nur etwa zwanzig da, und als wir eine große Halle betraten, wurde mir klar, wie viele Wölfe tatsächlich hier waren.

Rudelmitglieder aus Norden und Süden waren in einem Raum versammelt. Es war ein Meer unbekannter Gesichter. Vorne stand ein Mann auf einer kleinen Plattform. Er war ein vollkommener Rothaariger mit leuchtend rotem Haar und passendem Bart und wirkte wie ein Alpha. Er trat vor, um die Menge anzusprechen, und seine Stimme war so kraftvoll, dass sie die Dielen zum Vibrieren zu bringen schien.

„Wir kommen alle aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Rudeln“, rief er. „Norden und Süden sind wir, aber hier sind wir einfach Wölfe. Eine Göttin, eine Art!“

Alle begannen zu klatschen. Es war ein schöner Gedanke, aber ich fragte mich, wie viele das wirklich glaubten. Die Spannung im Raum war immer noch dick genug, um sie mit einem Messer zu schneiden.

„Heute ist nur zum Kennenlernen gedacht“, fuhr er fort, als der Beifall abebbte. „Bewegt euch, redet miteinander. Knüpft Freundschaften und Bündnisse.“ Er zwinkerte verspielt. „Trefft eure Gefährten!“

Die Menge kicherte darüber, und ich spürte einen kleinen Stich in der Brust. Ja, klar, dachte ich. Als ob das immer gut ausgeht.

„Am Nachmittag beginnen die Spiele“, sagte er. „Sie sollen uns zusammenschweißen. Die Rollen werden unter allen geteilt und rotiert, außer bei der Führung. Seid respektvoll, seid verantwortungsbewusst. Das ist alles.“

Es gab erneuten Beifall, und dann verwandelte sich der Raum in ein hektisches Gewimmel. Leute wurden beiseitegezogen und bekamen Aufgaben zugeteilt. Diane wurde in einen anderen Teil des Gebäudes gezerrt und ließ mich mit Dan allein stehen.

Ich beschloss, einfach herumzulaufen. Ich hatte nicht viel Interesse daran, mich mit einer Menge Fremder zu unterhalten, die mich wahrscheinlich von oben herab ansehen würden, sobald sie meinen Rang witterten. Dan klebte wie Leim an meiner Seite.

„Geh schon, Dan“, sagte ich und winkte ihn mit der Hand fort. „Geh und finde ein paar Freunde. Das ist deine Chance, die Welt zu sehen.“

Er rollte mit den Augen. „Wer will schon mit einem männlichen Omega befreundet sein? Außer Männern mit schlechten Absichten stehe ich nicht gerade ganz oben auf der Gästeliste.“

Ich blieb stehen und sah ihn an. Mir wurde klar, dass Dan es wirklich noch schwerer hatte als ich. Bei Frauen erwartete man zumindest, dass sie Omegas sein konnten. Bei einem Mann war das Stigma noch härter.

„Wie alt bist du, Dan?“, fragte ich.

„Zwanzig“, antwortete er.

„Und wann hast du dich verwandelt?“

„Vor vier Jahren“, sagte er.

„Na, wenigstens hattest du keine verzögerte Verwandlung wie ich“, sagte ich und versuchte, einen positiven Aspekt zu finden. „Wünschst du dir, hier deinen Gefährten zu treffen?“

Er blickte auf seine Schuhe. „Es wäre schön, schätze ich. Aber ehrlich? Es ist unwahrscheinlich, dass sie mich wollen würden. Nicht viele Wölfe suchen nach einem Gefährten, der schwach ist.“

Danach gingen wir noch lange umher, teilten unsere Sorgen und redeten darüber, wie es im Inker-Rudel war. Bevor ich mich versah, war der Nachmittag da. Es war Zeit für die Spiele.

Eine Stimme dröhnte über die Lautsprecher und forderte alle auf, sich im Hof zu versammeln. Ich wusste, dass ich nicht mitmachen würde. Ich war als eine der Bedienungen ausgewählt worden, die Getränke austeilen sollte, während die Alphas und anderen Wölfe sich produzierten.

Ich sagte Dan, er solle vorgehen und sich einen guten Platz zum Zuschauen suchen. Ich machte mich auf den Weg zu den Küchen, die ich ewig brauchte, um sie zu finden. Der Ort war ein Labyrinth aus hübschen Gängen. Als ich endlich ankam, herrschte Chaos. Tabletts mit Getränken wurden aufgereiht, und andere Bedienungen eilten rein und raus. Ich griff mir ein schweres Tablett voller verschiedener Säfte und Wasser und begann den langen Weg zurück zum Hof.

Als ich dort ankam, hatte das erste Spiel bereits begonnen. Es war ein Wettbewerb, wer sich am schnellsten in seinen Wolf verwandeln konnte. Eine Gruppe Freiwilliger zog sich bereits aus. In der Werwolfwelt war Nacktheit keine große Sache, und niemanden schien es zu stören.

Ich bewegte mich durch die Menge und reichte Gläser aus. Mein Tablett war leer, bevor ich mich versah. Ich eilte zurück in die Küche für eine zweite Runde. Als ich wieder zum Hof kam, nahm ich eine Abkürzung durch einen schmalen steinernen Torbogen.

Ich bewegte mich schnell und wollte keine Zeit verschwenden, als jemand anderes aus einem Seitenweg in den Torbogen trat.

Wir prallten aufeinander.

Der Aufprall schickte einen Ruck durch meinen Körper. Ich verlor das Gleichgewicht, die Füße rutschten auf dem glatten Stein. Oh nein, dachte ich und schloss die Augen. Ich sollte keine Fehler machen, und jetzt war ich dabei, ein Tablett voller Getränke über einen Fremden zu schütten.

Doch der Aufprall kam nie.

Ein Paar Hände griff das Tablett mit erschreckend guten Reflexen, und eine andere Hand packte meine Taille und zog mich wieder aufrecht.

Ich fing mich und blickte hoch, um mich zu entschuldigen. Der Atem stockte mir im Hals.

Dunkles Haar. Intensive bernsteinfarbene Augen. Ein kräftiger Kiefer und ein Gesicht, das aussah, als wäre es aus Granit gemeißelt. Es war Darian Callisto. Der König des Südens stand direkt vor mir.

Ich keuchte, mein Herz setzte aus, und verlor erneut das Gleichgewicht. Er runzelte die Stirn, und sein Griff wanderte zu meinem Oberarm, um mich am Fallen zu hindern.

Und dann passierte es.

Funken.

In dem Moment, als seine Haut die meine berührte, schoss ein elektrischer Schlag durch meinen ganzen Körper. Es war, als wäre ein Damm gebrochen, denn sein Duft flammte auf, und eine Welle reiner, überwältigender Dominanz überrollte mich und ließ meine Knie weich werden.

Er roch unglaublich. Es war der Duft von altem Papier und nassem Sand, der genaue Geruch der Luft kurz vor einem schweren Regen. Es war himmlisch. Es war berauschend.

Warum?, schrie ich innerlich. Das sollte nicht passieren! Ich habe doch schon einen Gefährten!

Doch Eva teilte meine Panik nicht. Sie rollte mit den Augen im hinteren Teil meines Geistes, der Schwanz wedelte so heftig, dass mir der Kopf schwirrte.

'Er ist unser Gefährte, Dummkopf', sagte sie.

Mein Kopf schwamm, die Welt kippte, und zum dritten Mal hintereinander spürte ich, wie mein Gleichgewicht vollständig nachgab.

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