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Kapitel Drei

Author: Luna ink
last update publish date: 2026-07-01 06:28:40

Vincenzos Perspektive

„Sag mir nicht, dass du mich gerade einen Vertrag im Wert von Milliarden Dollar gekostet hast?“, fragte ich.

Der Mann öffnete den Mund, doch kein Wort kam heraus. Schweiß lief ihm die Seite des Gesichts hinunter, während er zitternd auf seinem Stuhl saß.

Dann fiel er plötzlich auf die Knie.

„Bitte, Vincenzo. Es war nicht meine Schuld“, flehte er verzweifelt. „Unser Schiff ist gesunken.“

Ich starrte ihn einen langen Moment an, bevor ich mich in meinem Stuhl zurücklehnte.

„Und du bist nicht mit ihm untergegangen?“

Sein Gesicht wurde noch blasser.

„Vincenzo—“

„Du erzählst mir jetzt besser die verdammte Wahrheit“, unterbrach ich ihn kalt. „Denn wenn ich herausfinde, dass du lügst, fürchte ich, wird deine Seele diesen Raum verlassen, um deiner Familie mitzuteilen, dass du deinem Schöpfer wiederbegegnet bist.“

Der Mann brach beinahe zusammen.

„Bitte töte mich nicht, Vincenzo.“

Sein Flehen ignorierend griff ich nach dem Messer auf dem Tisch und packte seine Hand.

Die Klinge schwebte über seinem Finger.

Ein erstickter Schrei entfuhr seiner Kehle.

Gerade als ich das Messer herabsausen lassen wollte, flog die Bürotür auf.

„Boss, wir haben ein Problem.“

Caden kam herein, ohne auf eine Erlaubnis zu warten.

Meine Hand erstarrte, und langsam hob ich den Blick.

„Welches Problem?“

Ohne den Blick von mir abzuwenden, gab Caden den Wachen in der Nähe ein Zeichen.

„Bringt ihn raus.“

Der Idiot sprang auf die Beine, noch bevor die Wachen ihn berühren konnten. Trotzdem schleppten sie ihn hinaus.

Sobald die Tür ins Schloss fiel, wandte ich mich wieder Caden zu.

„Was ist passiert?“

Sein Gesichtsausdruck wurde ernst.

„Sylvia Browne.“

Jeder Muskel in meinem Körper spannte sich an.

„Was ist mit ihr passiert?“

„Vincent Sky hat die Hochzeit ruiniert.“

Das Messer glitt mir aus den Fingern und bohrte sich in den Tisch.

Caden fuhr fort.

„Vor allen Leuten hat er Sylvia als wahnhafte Dienstmagd mit psychischen Problemen bezeichnet.“

Mein Kiefer verspannte sich.

Jahrelang hatte ich mich ferngehalten. Ich hatte mir eingeredet, dass Vincent sie wirklich liebte.

Ich dachte, er hätte sich endlich geändert.

Sieht so aus, als hätte ich ihm viel zu viel zugetraut.

„Also hat die Hochzeit nicht stattgefunden?“, fragte ich.

„Eine Hochzeit hat stattgefunden“, antwortete Caden. „Nur war die Braut nicht Sylvia.“

Ein bitteres Lächeln zog an meinem Mundwinkel.

„Wer?“

„Vivian Stanley.“

Bei diesem Namen biss ich mir auf die Lippen. Die Familie Stanley … Er hatte sich definitiv jemanden gesucht, dessen Einfluss mit dem der Morgans mithalten konnte. Er heiratete wegen Einfluss, Macht und Geld. Genau das, wonach Vincent schon immer besessen gewesen war.

Langsam wischte ich das Blut von meiner Handfläche und lachte einmal.

Ein kaltes, humorloses Lachen verließ meine Lippen.

„Das war geplant.“

Caden schwieg.

Vincent wusste ganz genau, was er tat.

Hätte ich gewusst, dass er eine Stanley heiraten würde, hätte ich das verhindert, noch bevor es überhaupt beginnen konnte.

Der Bastard hatte Sylvia nicht einfach nur verraten.

Er hatte jeden einzelnen Schritt von Anfang an kalkuliert.

„Bereite den Wagen vor. Wir fahren sofort dorthin.“

Caden sah mich an.

„Und was genau hast du vor? Die Hochzeitsfeier dürfte vorbei sein, bevor wir dort ankommen.“

Ich blickte ihn an.

„Ich habe gesagt, bereite den Wagen vor.“

Er widersprach nicht noch einmal.

Denn er wagte es nicht.

«« DIE HOCHZEITSFEIER »»

Der Konvoi kam vor dem Hotel zum Stehen.

In dem Moment, als sich die Tür öffnete, stieg ich aus. Mein Blick glitt über den Eingang – und blieb stehen.

Sylvia.

Sie stand nahe dem Empfangssaal. Ihr Hochzeitskleid war vom Schleifen über den Boden verschmutzt. Ihr Make-up war verlaufen. Tränen strömten über ihr Gesicht, während zwei Wachmänner in ihrer Nähe standen und jede Sekunde ihrer Demütigung genossen.

„Du hast gelogen und behauptet, du wärst die Braut“, höhnte einer von ihnen. „Sogar nachdem sie dich rausgeworfen haben, bist du immer noch hier und machst dich lächerlich. Hast du denn gar keinen Stolz?“

Der andere Wachmann lachte.

„Lass sie in Ruhe. Ich genieße das.“

„Was genießt du denn?“, entgegnete sein Kollege. „Weißt du überhaupt, wie sehr das dem Ruf der Familie Sky schaden könnte?“

Sylvia schien sie gar nicht zu hören.

Sie stand einfach nur da und weinte.

Sie verfluchte Vincent.

Sie bettelte um Antworten, die ihr niemand geben wollte.

Mein Kiefer spannte sich an.

„Caden.“

Mehr sagte ich nicht.

Er verstand sofort.

Die Männer hinter uns setzten sich in Bewegung.

Als die Wachmänner bemerkten, dass etwas nicht stimmte, waren sie bereits überwältigt und zu Boden gedrückt.

„Was zum Teufel macht ihr da?“, schrie einer von ihnen und versuchte sich loszureißen.

Caden trat vor und schlug ihm mit voller Wucht ins Gesicht.

Der Wachmann krachte hart auf den Boden.

„Wie kannst du es wagen, dich über eine Frau lustig zu machen?“, fragte Caden leise.

„Sie versucht, den Ruf der Familie Sky zu ruinieren!“, brüllte der andere Wachmann.

Der nächste Schlag brachte ihn zum Schweigen.

Ich sah zu, ohne ein Wort zu sagen.

Der Ruf der Familie Sky?

Interessant.

Wenn ich die Familie Sky vernichten wollte, würden nicht einmal genug Stücke übrig bleiben, um sie wieder aufzubauen.

Der einzige Grund, warum diese Familie noch existierte, war, dass ich mich noch nicht anders entschieden hatte.

Meine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf Sylvia.

Sie wirkte kleiner, als ich sie in Erinnerung hatte.

Gebrochen.

Als hätte ihr jemand alles genommen und sie mit nichts zurückgelassen.

Ich ging auf sie zu.

Das Geräusch meiner Schuhe hallte über den Marmorboden, und sie drehte sich um.

In dem Moment, als sie sich umblickte, blieb ihr Absatz am Saum ihres Kleides hängen.

Ihr Körper geriet ins Wanken.

Ein erschrockenes Keuchen entwich ihren Lippen.

Noch bevor sie den Boden berühren konnte, erreichte ich sie.

Mein Arm legte sich um ihre Taille, und ihr Körper prallte gegen meinen.

Für einen Moment erstarrte sie einfach.

Dann blickte sie zu mir auf.

Diese roten, geschwollenen Augen trafen auf meine.

Und etwas in mir zerbrach.

Vincent Sky.

Du hättest beten sollen, dass sie niemals wegen dir weint.

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