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Chapter 2

Author: Eze peace
last update publish date: 2026-09-15 19:44:30

Adrians POV

Die Menschen glauben, dass Geld einem Freiheit kauft, aber sie liegen völlig falsch. Je mehr Geld man hat, desto mehr Ketten legt die eigene Familie einem um den Hals.

Ich habe diese Lektion gelernt, indem ich meinen Vater beobachtete. Er machte den Fehler, aus Liebe zu heiraten, und es ruinierte ihn. Meine Mutter brach ihm das Herz, zerstörte unseren Familiennamen und hinterließ ein Vermächtnis der Schwäche, das ich schwor, niemals zu wiederholen. Liebe ist eine Krankheit, eine Ablenkung, die starke Männer schwach macht. Deshalb fühlte sich die letzte Regel meines Großvaters die mich dazu zwang, zu heiraten, bevor ich die vollständige Kontrolle über Blackwood Enterprises übernehmen konnte wie ein grausamer Witz an.

Bis ich heute Abend Mia Carter traf.

Sie steht am nächsten Morgen hier in meinem privaten Büroturm und betrachtet den Ehevertrag, den ich meine Anwälte in Rekordzeit aufsetzen ließ. Sonnenlicht strömt durch die riesigen Glasfenster und lässt die goldenen Strähnen in ihrem braunen Haar aufleuchten. Sie sieht jung aus, kaum vierundzwanzig, aber in ihren Augen brennt ein Feuer, das mir sagt, dass sie nicht wie die oberflächlichen Society-Damen ist, die normalerweise versuchen, meine Aufmerksamkeit zu erlangen.

Für jeden anderen ist dieser Vertrag eine kalte Transaktion zum gegenseitigen Vorteil. Für mich ist er lediglich eine strategische Schachfigur, die erforderlich ist, um mein Vermächtnis zu sichern. Doch während sie vor mir steht und meine Zukunft in ihren zarten Händen hält, fühlt sich die Atmosphäre im Raum seltsam verändert an.

„Lies ihn sorgfältig, Mia“, sage ich und lehne mich in meinem Ledersessel zurück, während ich meine inneren Berechnungen hinter einer stoischen Fassade verberge. „Jede Regel dient dazu, uns beide zu schützen.“

Mia senkt das Papier und sieht mir direkt in die Augen. Ihr Kinn ist erhoben, was zeigt, dass sie weder von meinem Büro noch von meinem Ruf oder der schwindelerregenden Anzahl an Nullen hinter meinem Vermögen eingeschüchtert ist.

„Ich habe ihn gelesen“, erwidert sie mit ruhiger und klarer Stimme. „Drei Monate als deine Ehefrau, wir leben in deinem Penthouse, um den Schein zu wahren, und du sorgst dafür, dass mein Onkel Ethan sich von Carter Holdings fernhält. Aber ich habe eine zusätzliche Regel, Adrian.“

Ich hebe eine Augenbraue, ehrlich amüsiert. „Eine Regel? Für mich?“

„Ja“, sagt sie bestimmt und verschränkt die Arme vor der Brust. „Nur weil wir ein Geschäft abschließen, bedeutet das nicht, dass du mich besitzt. Du bist es gewohnt, dass die Menschen vor jedem deiner Befehle kuschen, aber ich bin deine Partnerin in dieser Sache, nicht deine Angestellte. Wenn du versuchst, mich zu kontrollieren, ist das Ganze vorbei.“

Ich starre sie einen Moment lang an und spüre, wie ein seltsamer Anflug von Überraschung durch meine Brust fährt. Niemand spricht so mit mir. Vorstandsmitglieder zittern, wenn ich einen Sitzungssaal betrete. Angestellte flüstern und senken den Blick, wenn ich auf den Fluren an ihnen vorbeigehe. Aber diese zierliche Frau steht mitten in meinem Büro und stellt einen Mann, der ihr geschäftlich doppelt so mächtig ist, Regeln auf, ohne dass ihre Stimme auch nur ein einziges Mal zittert.

„Gut“, sage ich, während ein kleines Grinsen auf meinen Lippen erscheint. „Solange du deine Rolle in der Öffentlichkeit spielst, kannst du dein Leben führen, wie du willst.“

Die eigentliche Bewährungsprobe kommt drei Tage später bei einem Wohltätigkeitsdinner der High Society, das vom Bürgermeister der Stadt veranstaltet wird. Der große Ballsaal ist bis zum Rand gefüllt mit wohlhabenden Investoren, Politikern und Reportern, die ihre Kameras bereithalten, um jede einzelne Bewegung festzuhalten. Mia und ich gehen gemeinsam die geschwungene Marmortreppe hinunter. Sie trägt ein atemberaubendes smaragdgrünes Kleid, das sie wie eine absolute Königin aussehen lässt, und ihre Hand ruht leicht auf meinem Arm, wodurch wir die Illusion häuslicher Harmonie vermitteln.

Als wir an einer Gruppe älterer Geschäftspartner vorbeigehen, die unseren Auftritt gespannt beobachten, drehe ich mich zu Mia und murmele leise: „Lächle und bleib dicht bei mir. Sprich nicht, außer jemand spricht dich direkt an.“

Statt zu nicken und die gehorsame Ehefrau zu spielen, zieht Mia ihren Arm sofort aus meinem. Sie bleibt abrupt stehen und blickt zu mir hoch.

„Sag mir nicht, was ich zu tun habe, Adrian“, sagt sie deutlich, laut genug, dass die neugierigen Zuschauer in der Nähe jedes Wort hören können.

Ich erstarre, mein Kiefer spannt sich so stark an, dass mir die Zähne schmerzen. „Mia, sprich leiser“, zische ich unterdrückt. „Die Presse ist gleich dort drüben, und jedes Boulevardblatt wird sich darüber das Maul zerreißen.“

„Ich bin kein Requisit“, sagt sie mit unerschütterlicher Stimme, während sie sich zu Mr. Sterling umdreht, einem der mächtigsten und skrupellosesten Investoren der Stadt, der uns mit weit aufgerissenen, erstaunten Augen beobachtet. „Hallo, Mr. Sterling. Bitte entschuldigen Sie meinen Ehemann. Er vergisst manchmal, dass ich meine eigene Stimme habe.“

Mr. Sterling blinzelt schockiert, während er den beispiellosen öffentlichen Widerspruch verarbeitet, und bricht dann plötzlich in Gelächter aus. „Nun, Blackwood! Sieht so aus, als hätten Sie endlich Ihre Meisterin gefunden! Gut für sie!“

Andere Menschen in der Nähe beginnen ebenfalls zu kichern, amüsiert von diesem unerwarteten Schauspiel. Ich spüre, wie mein Gesicht aufgrund einer gefährlichen Mischung aus Wut und Demütigung heiß wird. Ich bin Adrian Blackwood; mächtige Männer fürchten mich, und niemand widerspricht mir öffentlich oder lässt mich vor meinen Geschäftskollegen wie einen Idioten aussehen. Ich strecke die Hand aus, packe Mia sanft, aber bestimmt am Ellbogen und ziehe sie in eine ruhige, schattige Ecke hinter einer großen Marmorsäule, sicher vor neugierigen Blicken und blitzenden Kameraobjektiven.

„Was glaubst du, was du da tust?“, verlange ich und halte meine Stimme leise, scharf und von unterdrückter Frustration durchzogen. „Du hast uns da draußen lächerlich aussehen lassen!“

Mia reißt ihren Arm heftig aus meinem Griff, ihre braunen Augen sprühen vor purem, unverfälschtem Feuer. „Ich habe es dir in deinem Büro gesagt, Adrian! Ich bin keine deiner Firmenangestellten, die einfach nicken und lächeln, wenn du mit den Fingern schnippst! Wenn du eine Marionette willst, hättest du eine Schaufensterpuppe heiraten sollen. Wenn du eine Ehefrau willst selbst eine falsche, musst du mich respektieren.“

Ich starre sie völlig sprachlos an, die Worte bleiben mir im Hals stecken. Meine Brust zieht sich zusammen, aber dieses Mal nicht vor Wut. Zum ersten Mal in meinem ganzen Leben stellt sich jemand gegen mich, weigert sich, vor meiner Macht zu kuschen oder sich von meinem Status einschüchtern zu lassen. Und seltsamerweise … respektiere ich sie dafür sogar noch mehr.

„Trink einfach deinen Champagner, Mia“, murmele ich, während ich mir in Niederlage den Nasenrücken reibe.

„Sehr gern“, schnappt sie zurück und schnappt sich ohne einen Moment zu zögern ein Glas vom Tablett eines vorbeigehenden Kellners.

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