Se connecterMias POV
In Adrians Penthouse zu leben, fühlt sich an, als würde man in einem modernen Kunstmuseum aus Glas, Stahl und kaltem Minimalismus leben. Alles ist makellos, teuer und frei von Wärme. Aber die wahre Kälte in diesem Haus kommt nicht von den Glaswänden oder den Marmorböden. Sie kommt von Adrians Mutter, Victoria Blackwood.
Heute hat Victoria sich ohne jede Vorwarnung selbst zum Tee eingeladen. Sie brachte eine Gewitterwolke mit sich.
Wir sitzen im großen, sonnenbeschienenen Wohnzimmer, während sich die Skyline der Stadt unter uns erstreckt. Victoria sitzt auf der Kante des Samtsofas und hält ihre Porzellantasse mit zitternden, manikürten Fingern. Sie sieht mich an, als wäre ich ein Käfer, der an der Unterseite ihrer teuren Schuhe klebt. Sogar die Art, wie sie ihren Tee umrührt, fühlt sich wie eine Beleidigung an, der kleine silberne Löffel klirrt mit einer Präzision gegen das Porzellan, die verrät, dass sie diesen Besuch schon ein Dutzend Mal in ihrem Kopf durchgespielt hat, bevor sie überhaupt hierherkam.
„Ich muss zugeben, Mia“, sagt Victoria mit einer sanften, vor Gift triefenden Stimme. „Als Adrian verkündete, dass er plötzlich heiraten würde, erwartete ich, dass er sich jemanden aus unserem Kreis aussucht. Jemanden mit entsprechender Abstammung, einer angesehenen Familiengeschichte und einem Treuhandvermögen, das zu unserem eigenen passt. Stattdessen hat er sich für eine Waise entschieden, die von einem alten Mann aufgezogen wurde, der eine zweitklassige Reederei führte.“
Sie macht eine Pause und lässt die Worte wie Staub über den Raum sinken, während sie mein Gesicht auf den kleinsten Riss in meiner Fassung untersucht. Als ich ihr diesen nicht sofort gebe, geht sie weiter und neigt den Kopf, als würde sie ein Möbelstück begutachten, das sie zurück in den Laden bringen möchte. „Sag mir, Liebes, hast du das von Anfang an geplant? Oder ist dir die Gelegenheit einfach in den Schoß gefallen?“
Meine Hände zittern gegen meinen Willen, während ich meine Teetasse halte. Das heiße Porzellan tut nichts, um mein aufsteigendes Temperament zu beruhigen. Ich möchte ihr den Tee ins Gesicht schütten, aber ich atme tief ein und zwinge mich, ruhig zu bleiben. Grandpa brachte mir bei, wie man mit Raubtieren im Vorstandssaal umgeht: Verliere niemals die Beherrschung und zeige niemals Schwäche. Antworte mit Fakten und einer scharfen Zunge. Er pflegte zu sagen, dass Selbstbeherrschung die einzige Waffe ist, die manche Menschen niemals kommen sehen, und heute, als ich Victoria gegenübersitze, verstehe ich endlich genau, was er damit meinte.
„Carter Holdings ist Milliarden wert, Victoria“, sage ich süßlich und schenke ihr ein strahlendes, falsches Lächeln, das ihrem eigenen gleicht. „Und soweit ich mich an die Geschäftsbücher meines Großvaters erinnere, hat seine Reederei im letzten Jahr mehr Gewinn gemacht als die Hälfte der Unternehmen, an denen deine Familie sich festklammert.“
Victorias Gesicht verhärtet sich sofort. Ihre Augen blitzen vor Wut darüber auf, dass ich ihr widersprochen habe. „Wie kannst du es wagen, so mit mir zu sprechen! Du bist nichts weiter als ein opportunistisches Mädchen, das meinen Sohn zu einer überstürzten Ehe verleitet hat, um sein eigenes scheiterndes Unternehmen zu retten! Du magst ein Papier unterschrieben haben, aber du wirst niemals wirklich zu dieser Familie gehören.“
Ihre Stimme wird lauter, scharf genug, dass das empfindliche Porzellan auf dem Tablett zwischen uns leicht klirrt. Ich spüre meinen Puls in den Ohren hämmern, aber ich halte meinen Rücken gerade und meinen Gesichtsausdruck ausdruckslos, so wie ich es während jeder feindseligen Vorstandssitzung gelernt habe, an der ich je teilgenommen habe.
„Das reicht, Mutter.“
Wir zucken beide zusammen und drehen uns um. Adrian steht steif im Eingang des Wohnzimmers. Seine Anzugjacke ist verschwunden, seine Krawatte ist gelockert, und seine scharfen grauen Augen sind auf seine Mutter gerichtet. Er muss mit dem privaten Aufzug hereingekommen sein, und seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hat er jedes Wort gehört.
Victoria steht auf und richtet nervös ihren Mantel, als würde sie sich auf einen Kampf vorbereiten. „Adrian, Liebling, ich warne dich nur vor der Art von Frau, die du in dein Zuhause gebracht hast. Sie ist nur hinter—“
„Sie ist meine Ehefrau“, unterbricht Adrian sie, während seine Stimme tief und kalt wird. „Und dies ist mein Zuhause. Wenn du meine Frau unter diesem Dach noch einmal respektlos behandelst, Mutter, bist du hier nicht länger willkommen.“
Victoria schnappt nach Luft und greift schockiert nach ihrer Perlenkette. „Du entscheidest dich für sie statt für mich? Für dein eigenes Blut?“
„Ich entscheide mich für grundlegenden Respekt“, sagt Adrian flach. Er durchquert den Raum, bis er neben mir steht. Er legt mir warm eine Hand auf die Schulter, ein stilles Zeichen seiner Unterstützung. Einen Moment lang öffnet und schließt Victoria den Mund, als würde sie nach einer weiteren scharfen Bemerkung suchen, die sie mir entgegenwerfen könnte, aber nichts kommt. Sie richtet lediglich ihren Mantel und hebt das Kinn, weigert sich, die Niederlage in ihrem Gesicht zu zeigen. „Und jetzt geh bitte.“
Ohne ein weiteres Wort dreht Victoria sich um und stürmt aus dem Penthouse, wobei sie die Eingangstür hinter sich zuschlägt. Das Geräusch hallt durch den riesigen Raum, und für einen Moment scheint sogar die Stadt außerhalb der Fenster gemeinsam mit mir den Atem anzuhalten.
Der Raum fällt in eine schwere Stille. Langsam sehe ich zu Adrian auf und spüre ein seltsames Flattern in meinem Magen, das nichts mit Wut zu tun hat. Er hat sich tatsächlich für mich eingesetzt. Gegen seine eigene Mutter.
„Das hättest du wirklich nicht tun müssen“, flüstere ich und blicke auf meinen Schoß hinunter.
„Doch, das musste ich“, sagt Adrian leise. Seine Hand liegt noch immer auf meiner Schulter, warm durch den Stoff meiner Bluse hindurch. Sein gewöhnlich kalter Gesichtsausdruck wird weicher und nimmt etwas Tieferes an. „Meine Mutter hat ihr ganzes Leben damit verbracht, alle Menschen um sich herum zu manipulieren. Ich werde nicht zulassen, dass sie das auch mit dir tut, Mia.“
Lange Zeit sagt keiner von uns ein Wort. Das Licht des späten Nachmittags fällt schräg durch die hohen Fenster, fängt den Staub in der Luft ein und lässt ihn golden erscheinen. Mir wird bewusst, wie nah er bei mir steht, wie schwach der Duft seines Parfums ist und welche Wärme von ihm ausgeht, trotz der Kälte des Raumes um uns herum.
Ich schlucke schwer und stelle plötzlich fest, dass es mir schwerfällt, normal zu atmen. Aus der Nähe wirken Adrians graue Augen im Licht des Nachmittags beinahe silbern. Die Luft zwischen uns fühlt sich dicht an, geladen mit etwas, das wir nicht länger ignorieren können. Seit der Nacht der Wohltätigkeitsgala beginnen die Mauern, die wir um unsere Herzen errichtet haben, zu bröckeln. Das ständige Streiten und Kräftemessen hat sich langsam in etwas anderes verwandelt etwas Heißes, Unbestreitbares und Echtes.
Adrian tritt näher und schließt den letzten kleinen Abstand zwischen uns. Seine Finger strecken sich aus und streichen sanft eine Haarsträhne hinter mein Ohr. Seine Berührung schickt Hitze direkt meine Wirbelsäule hinunter.
„Mia“, murmelt er mit tiefer, rauer Stimme.
„Adrian …“, flüstere ich seinen Namen wie eine Warnung, aber mein Körper weigert sich, zurückzuweichen.
Er beobachtet jede meiner Bewegungen, sein Blick senkt sich auf meine Lippen. Bevor ich wieder zu Atem kommen kann, senkt er den Kopf und seine Lippen treffen auf meine. Es ist kein sanfter, höflicher Kuss, der nur zur Schau dient. Er ist leidenschaftlich und verzweifelt, erfüllt von all der Leidenschaft, gegen die wir seit Wochen ankämpfen.
Meine Hände heben sich und greifen nach der Vorderseite seines Hemdes, während ich ihn näher zu mir ziehe. Alle Regeln, der Scheinehevertrag und die Gefahr unserer Vereinbarung verschwinden aus meinem Kopf.
Mias POVWieder in die geschäftige Stadt zurückzukehren, fühlte sich an, als würde ich direkt auf ein gefährliches Schlachtfeld treten, auf dem jeder einzelne Schatten zu Adrians Männern gehören konnte.Ich zog meine übergroße Kapuze tief über meine Stirn und wickelte meinen dicken dunklen Schal um meine Kieferpartie, obwohl die Morgenluft nicht einmal kalt war. Meine Sonnenbrille bedeckte die Hälfte meines Gesichts. Ich bewegte mich schnell über die überfüllten Gehwege, hielt mein Kinn gesenkt und mied jedes helle Schaufenster, das mein Spiegelbild zeigen konnte. Ich wusste, wie weitreichend und mächtig Adrians Einfluss war. Carter Holdings hatte an fast jeder wichtigen Ecke Augen, und wenn einer seiner Fahrer oder Leibwächter mich entdeckte, wäre meine Freiheit innerhalb einer Sekunde vorbei.Ich nahm drei verschiedene Hintergassen, um die kleine, private Klinik zu erreichen, die versteckt am ruhigen Stadtrand lag. Mein Herz hämmerte den ganzen Weg über wie ein Hammer gegen meine Ri
Adrians POVDie schwere Eingangstür fiel mit einem Klicken ins Schloss, und zum ersten Mal in meinem Leben fühlte sich mein eigenes Penthouse wie eine riesige, dunkle Höhle an.Ich stand im Flur, die Schlüssel noch immer wie eingefroren in meiner Hand. Normalerweise war die Ruhe nach einem langen Arbeitstag mein Lieblingsgefühl. Ich mochte die Stille. Ich mochte es, die Kontrolle zu haben. Aber heute Nacht war die Stille laut. Sie hallte in meinen Ohren wider und ließ mein Herz gegen meine Rippen hämmern wie eine schwere Holztrommel.„Mia?“, rief ich.Meine Stimme prallte von den hohen Marmorwänden ab und kam direkt zu mir zurück. Niemand antwortete.Ich zog meine eleganten Lederschuhe aus und kümmerte mich nicht einmal darum, dass sie achtlos gegen die Wand fielen. Ich ging direkt ins große Wohnzimmer, meine Augen suchten jede Ecke ab. Ich sah auf das lange Ledersofa. Ich blickte zu den gläsernen Balkontüren. Ich überprüfte sogar die dunkle Ecke neben dem Bücherregal, wo sie normaler
Mia's pov Die Landschaft auf dem Land sollte eigentlich ruhig sein, aber für mich fühlte sich die Stille so schwer an, als könnte sie meine Lungen zerquetschen.Ich stand in der Tür des kleinen Gästehauses und hielt meinen winzigen Koffer so fest, dass meine Knöchel weiß wurden. Die Luft roch nach feuchter Erde und alten Kiefern, eine gewaltige Veränderung zu dem frischen, sauberen Duft von Adrians Penthouse. Mr. Gable, ein alter Freund meines Großvaters, lächelte mich hinter der hölzernen Rezeption an. Seine Augen waren freundlich und hinter einer dicken runden Brille verborgen, aber jedes Mal, wenn er mich ansah, machte mein Herz einen beängstigenden Sprung.„Es ist so schön, dich zu sehen, Liebes“, sagte Mr. Gable und schob einen schweren Messingschlüssel über den Tresen. „Dein Großvater war ein guter Mann. Als du angerufen und gesagt hast, dass du eine Weile eine Unterkunft brauchst, habe ich dafür gesorgt, dass unser bestes Zimmer für dich bereitsteht.“„Danke, Mr. Gable“, sagte
Mias POVMeine Hände zittern so stark, dass ich kaum das Lenkrad meines Mietwagens festhalten kann. Ich fahre hinaus in Richtung der ruhigen Landschaft, weit weg von den flackernden Lichtern der Stadt, weit weg von Carter Holdings und weit weg von Adrian Blackwood.Meine Brust schmerzt so sehr, dass es sich anfühlt, als würde jemand mein Herz körperlich zusammendrücken.Ich höre immer wieder Victorias scharfe, grausame Stimme in meinem Kopf widerhallen: Es ist eine vorübergehende Ehe! Er muss sich von ihr scheiden lassen, wenn der Vertrag ausläuft!Und ich erinnere mich daran, gestern Nachmittag vor der Tür des Wohnzimmers gestanden zu haben, kurz bevor ich Adrians Stimme hörte. Ich hörte, was Victoria sagte, aber ich lief weg, bevor ich hören konnte, was Adrian darauf erwiderte. Ich wollte nicht hören, wie er ihr zustimmte. Ich wollte nicht hören, wie der kalte, milliardenschwere CEO zugab, dass ich für ihn nur eine geschäftliche Transaktion war, nichts weiter als ein Werkzeug, das i
Adrians POVDas morgendliche Sonnenlicht trifft auf mein Gesicht, doch als ich über das Bett greife, sind die Laken vollkommen kalt und leer.Ich setze mich sofort auf und reibe mir die Augen. „Mia?“Im Penthouse herrscht absolute Stille. Ich stehe auf, ziehe eine bequeme Hose an und gehe durch die stillen Flure. Die Tür zu unserem Schlafzimmer steht offen. Ich sehe in der Küche, im Wohnzimmer und sogar in ihrem persönlichen Arbeitszimmer nach. Sie ist nirgendwo zu finden.Ich gehe zu den großen, raumhohen Fenstern und starre auf die erwachende Stadt unter mir, in der Hoffnung, sie beim Zurückkommen von einem morgendlichen Spaziergang oder beim Kaffeekaufen zu sehen. Aber von ihr ist keine Spur. Die Stille der Wohnung fühlt sich schwer an und drückt auf meine Brust, auf eine Weise, die mich zutiefst beunruhigt.Dann bemerke ich etwas auf der Küchenarbeitsplatte aus Marmor. Einen kleinen, gefalteten Zettel, auf dem mein Name in ihrer ordentlichen Handschrift steht.Mein Herz beginnt he
Mias POVIn Adrians Penthouse zu leben, fühlt sich an, als würde man in einem modernen Kunstmuseum aus Glas, Stahl und kaltem Minimalismus leben. Alles ist makellos, teuer und frei von Wärme. Aber die wahre Kälte in diesem Haus kommt nicht von den Glaswänden oder den Marmorböden. Sie kommt von Adrians Mutter, Victoria Blackwood.Heute hat Victoria sich ohne jede Vorwarnung selbst zum Tee eingeladen. Sie brachte eine Gewitterwolke mit sich.Wir sitzen im großen, sonnenbeschienenen Wohnzimmer, während sich die Skyline der Stadt unter uns erstreckt. Victoria sitzt auf der Kante des Samtsofas und hält ihre Porzellantasse mit zitternden, manikürten Fingern. Sie sieht mich an, als wäre ich ein Käfer, der an der Unterseite ihrer teuren Schuhe klebt. Sogar die Art, wie sie ihren Tee umrührt, fühlt sich wie eine Beleidigung an, der kleine silberne Löffel klirrt mit einer Präzision gegen das Porzellan, die verrät, dass sie diesen Besuch schon ein Dutzend Mal in ihrem Kopf durchgespielt hat, bev







