LOGIN„Jade, glaubst du nicht, dass es langsam an der Zeit ist, mich loszulassen?“, keuche ich und drücke meine Hände gegen ihre Schultern. Jade bleibt wie ein Amboss auf mir liegen und weigert sich, auch nur einen Zentimeter zu weichen. Sie liegt jetzt schon seit fünf Minuten so auf mir. „Nö. Lass mich noch ein bisschen so liegen. Du hast absolut keinen blassen Schimmer, was für eine Scheißangst ich hatte. Ich dachte buchstäblich, irgendein Irrer hätte dich entführt, in den Kofferraum eines Autos gestopft und von einer Klippe gestürzt, um dich den wilden Tieren zum Fraß vorzuwerfen.“ Trotz des Klotzes in meinem Hals, der mich zu ersticken droht, entfährt mir ein atemloses Lachen. „Mir geht's gut, Jade. Schau, ich bin okay. Es gibt keinen Grund zur Sorge. Du kannst mich jetzt loslassen, ich verspreche dir, ich erkläre alles.“ Anstatt zu antworten, kuschelt sie sich noch enger an mich und schlingt ihre Arme noch fester um mich, wobei sie mir auch noch den letzten Rest Luft aus den Lungen
SKYLAR Michelle dürfte offiziell pleite sein. Ich weiß, was du denkst – wie ist es für jemanden wie sie überhaupt möglich, pleitezugehen, wo sie mit ihrem Muscle-Car doch totale Nepo-Baby-Vibes versprüht, ganz zu schweigen davon, dass sie die unangefochtene Anführerin der Goths ist? Aber es ist passiert. Und ehrlich gesagt waren die Warnzeichen rückblickend nicht zu übersehen. Erinnerst du dich an vorhin, als Michelle voller Überzeugung verkündete – ich zitiere –: „Ich wette alles, was ich besitze, dass euer Intro-Video das von Shawn und Cherry gerade zu Staub zermalmt“? Wie sich herausstellt, hätte sie nicht meilenweiter danebenliegen können. Wenn überhaupt, wird das Intro-Video von Trey und mir gerade völlig dem Erdboden gleichgemacht. Es stellt sich heraus, dass Cherry und ihre Tussi-Clique nicht nur große Töne spuckten; unser edgy Video fällt mir jetzt direkt auf die Füße, und es tut verdammt noch mal viel weher, als ich es mir je hätte ausmalen können. Ich sitze derzeit w
Brenda zuckt zusammen, als hätte ich ihr körperlich mitten ins Gesicht geschlagen. „T-Trey–“ Ich habe nicht den Nerv, mir noch eine Runde ihrer einstudierten, pathetischen Rechtfertigungen anzuhören. Ich drehe ihr den Rücken zu und trete zurück unter den eisigen Schwall des Duschkopfs. „Raus hier.“ „W-was?“ „Du hast mich gehört“, sage ich über das Geräusch des fließenden Wassers hinweg und weigere mich, sie anzusehen. „Ich glaube, du hast gesagt, du wärst den ganzen Weg hergekommen, nur um zu sehen, ob es mir gut geht? Nun, du hast bestätigt, dass ich atme. Was zur Hölle machst du also immer noch in meinem Bereich?“ Das Geheul geht von Neuem los. „Trey, hör auf damit! Du musst aufhören, mich so auszusperren! Ich habe dir die Gründe, warum ich weggegangen bin und Marcus geheiratet habe, schon eine Million Mal erklärt! Du musst endlich erwachsen werden, darüber hinwegkommen und mir verzeihen! Ich bin jetzt hier, oder nicht? Ich versuche, die Dinge zwischen uns hinzubekommen, das zu
Mit der Geschwindigkeit einer zuschlagenden Schlange schnellt meine Hand von der gefliesten Wand ab und schließt sich in einem eisernen Griff um ihr Handgelenk. „Lass meinen verdammten Schwanz auf der Stelle los, Brenda.“ Anstatt zu gehorchen, schmollt sie. Ich kann es in ihrer blöden Stimme hören. „Nein. Du hattest eindeutig Schwierigkeiten, Trey, und alles, was ich versuche, ist, ein guter Mensch zu sein, also lass mich dir verdammt noch mal einfach helfen.“ Ich komme nicht einmal dazu, noch fester zuzupacken, bevor sie mit ihren Fingern in Richtung der empfindlichen Eichel meines Schwanzes wackelt und den seifigen Schaum über die Spitze schmiert. Ein tierisches Knurren dringt aus meiner Kehle. Und es kommt nicht vor Lust. Es ist genau das Gegenteil – eine ganze Ladung Ekel und kochende, verdammte Wut. Aber Brenda – wahnhaft wie immer – denkt anders. Sie interpretiert den Schock meiner Reaktion fälschlicherweise als Schwäche, tritt näher und drückt ihren nackten Körper an mich,
Auf dem Gelände des Anwesens starrt eine kleine Gruppe zutiefst gereizter Kämpfer – die meisten von ihnen pflegen ihr gekränktes Ego und kämpfen mit der Erschöpfung der gestrigen Kämpfe – wütend auf das Tor. Ryder ist nirgendwo zu sehen, wahrscheinlich leckt er seine Wunden, nachdem ich ihm gestern Abend bei der Jagd den Hintern versohlt habe. Normalerweise übernachten die Kämpfer hier nicht, aber nach einem großen Wettkampftag lässt Benji die erschöpften oder völlig betrunkenen Kämpfer auf den Feldbetten im Inneren ihren Rausch ausschlafen. Ein Typ, den ich als Braun wiedererkenne, drängt sich durch die Menge und tritt direkt an die Innenseite des Tors. „Wirst du wohl das verdammte Maul halten und verschwinden?! Deine sogenannte beste Freundin ist nicht einmal hier drin, du machst eine riesige Szene und gehst allen auf den Kuss. Solltest du nicht gerade in einem Hörsaal sitzen, anstatt allen auf die Nerven zu gehen?“ „Das geht dich einen verdammten Scheißdreck an!“, feuert Jade wut
TREY Wenn das Kämpfen und das Bemalen meiner Knöchel mit dem Blut meines Gegners den Funken in meinen Adern entzündet, und wenn das Küssen von Skylar, das Berühren oder sogar das Kosten von ihr – wie mir klar geworden ist – mir denselben feurigen Adrenalinkick verleiht, obwohl ich immer noch keine verdammte Ahnung habe, warum, dann gibt mir das Fahren eine ganz andere Art von Frieden. Wenn man es überhaupt Frieden nennen kann. Es hat einfach etwas Berauschendes, mit einem selbstmörderischen Tempo über die freie Straße zu brettern. Der peitschende Wind schlägt hart gegen dich ein und wäscht jeden einzelnen zerfahrenen Gedanken, jedes Problem und all die inneren Dämonen fort, die in deinem Schädel herumgeistern, sodass du dich völlig, rücksichtslos frei fühlst. Und genau das ist es, was ich in diesem Moment spüre. Dieses kalte, hohle Gefühl von Freiheit. Es ist auch dieselbe Art von Chaos, die mir Becky gibt. Ich weiß, es fühlt sich an, als würde ich Gigi betrügen, wenn ich die Aug







