LOGINSofort fahre ich im Bett hoch und fauche in die Dunkelheit: „Jade, kannst du bitte– AHH!“ Ein panischer Schrei entfährt meiner Kehle bei dem Anblick, der sich mir bietet. Es ist nicht Jade, die diese furchtbaren Geräusche macht. Verdammt, diese eiskalten Augen würde ich überall im Dunkeln wiedererkennen. „Trey?!“, ich klammere mich krampfhaft an die Decke vor meiner Brust. „Was zur Hölle machst du so spät in meinem Zimmer?!“ „Es ist nicht dein Zimmer, Schatz“, brummt Treys tiefe Stimme aus den Schatten. Und die merkwürdigen, feuchten Bewegungen gehen ohne eine Sekunde Unterbrechung weiter. „Was meinst du mit, es ist nicht mein– Oh.“ Ich greife nach dem Nachttisch und knipse die Lampe an, woraufhin der Raum sofort in ein warmes, oranges Licht getaucht wird. Es ist definitiv nicht mein Wohnheimzimmer. Bei dem riesigen Himmelbett, den gotischen Mahagonimöbeln und den schwarz-roten Vorhängen kommt die Erinnerung in einer schwindelerregenden Welle zurück. Ich bin im Kappa-Omega-Hau
„H-hier ist es!“, quiekt das Goth-Mädchen nervös und zeigt auf eine offene Schlafzimmertür am Ende des Flurs im zweiten Stock. Bevor einer von uns noch etwas sagen kann, dreht sie auf dem Absatz um und rennt den Flur zurück zur Treppe wie vom Hafer gestochen. Sobald ich sicher bin, dass ihre schnellen Schritte im Gang verhallt sind, fange ich wieder an zu zappeln. „Trey, lass mich sofort runter! Ich verlange das!“, schreie ich über seine Schulter und halte mit einer Hand krampfhaft meine Brille fest, damit sie nicht durch die Gegend fliegt und auf den Dielen zerschellt. Wenig überraschend ignoriert Trey meine wütenden Forderungen einfach. Er stößt die Tür auf, tritt sie hinter uns mit dem Stiefel zu und greift nach hinten, um abzuschließen. Er geht ein paar Schritte ins Zimmer und schmeißt mich mit einem unsanften Plumps mitten auf eine weiche Matratze. Ich krabbel rückwärts gegen das Kopfteil des Bettes und richte außer Atem meinen winzigen Faltenrock, während Trey über dem Fußen
Diese Worte schicken einen elektrisierenden Nervenkitzel direkt meine Wirbelsäule hinunter. „Ist das alles?“ Michelle schenkt mir ein fieses Grinsen. „Das ist alles.“ „Kinderspiel.“ Ich gebe ihr ein selbstbewusstes Nicken, und sie schnippt mit den Fingern, was einem der Mädchen hinter Trey das Signal gibt, den Sack von seinem Kopf zu reißen. Ich werde von dem vertrauten Anblick von Treys eisigen Augen begrüßt, die sich im selben Moment in meinen verhaken, als die Haube fällt. „Hey, Mr. Joker.“ Mit einem Schnurren schliche ich mich einen Schritt weiter in den inneren Kreis. „Ich habe eine Überraschung für dich.“ Ich habe keine Ahnung, woher dieser plötzliche Mut kommt, aber ich werde ihn jetzt ganz bestimmt nicht hinterfragen. Trey zieht lediglich eine Braue hoch, sein Ausdruck ein unbeschriebenes Blatt, während er auf meinen nächsten Schritt wartet. Ohne den Blickkontakt zu brechen, greife ich an meinen Hals und öffne den Verschuss des dunkelroten Umhangs, der meinen Körper um
„Bist du … bist du tatsächlich echt?!“ „Was um alles in der Welt hast du da an?!“ „Sind der Entenstrampler und die Schwimmflossen-Hausschuhe so was wie … ein neuer Trend?!“ „Müssen wir uns die auch besorgen, um unsere Treue zu #TeamTreylar zu zeigen?!“ Ich bringe nicht einmal ein einzelnes Wort heraus, weil der gesamte nicht-ohnmächtige Teil des Kappa-Omega-Covens mich wie ein Schwarm manischer, mit Eyeliner geschminkter Krähen umschwärmt. Hände berühren meine übergroßen Fleece-Ärmel, stupsen gegen meine Schwimmflossen-Hausschuhe und greifen nach meinen Haaren. In dem Moment, als das kollektive Todesfee-Gekreische nachließ, stürmte Michelle die Treppe herunter, riss mich am Handgelenk über die Türschwelle und zog mich tief ins Foyer, während ihr Coven mich mit einer Lawine von atemlosen Fragen bombardierte. Es wird schnell so intensiv und erstickend, dass ich tatsächlich spüre, wie meine Lunge blockiert. „Okay. Das reicht jetzt verdammt noch mal“, ertönt Treys tödlicher Tonfall
Als nach ein paar Sekunden niemand antwortet, drücke ich die Klingel ein zweites Mal und halte sie länger gedrückt. Immer noch nichts. „Süße, ich glaube nicht, dass jemand zu Hause ist“, sagt Trey hinter mir, als die Veranda beim dritten Läuten weiterhin totenstill bleibt. „Oder wenn doch, scheren sie sich einen Dreck darum, wer um eins Uhr morgens vor der Tür steht.“ „Oh, sie sollten sich besser darum scheren“, fauche ich. „Ich hatte die schlimmste, demütigendste Nacht meiner gesamten Existenz, und diese Goth-Mädchen werden mein Elend nicht noch vergrößern!“ Ich vergesse jede Höflichkeit, lasse die Türklingel sausen und beginne, aggressiv mit den Fäusten gegen das Holz zu hämmern. Gerade als ich die Faust für einen weiteren Schlag heben will, fliegt die Tür sperrangelweit auf und gibt den Blick auf ein Mädchen frei, das im dämmrigen Foyer steht. Sie öffnet den Mund, bereit, jemandem den Kopf abzubeißen. „Ja? Wenn du hier bist, um unsere –“ Ihre Worte sterben einen gewaltsamen T
„AHHHHH! Oh Gott, rette mich! Bitte, bitte, bitte lass mich nicht in einem gelben Entenstrampler sterben!“ Ich schreie aus voller Kehle, während ich meine Lider so fest zusammendrücke, dass ich mir ziemlich sicher bin, meine Sehnerven dauerhaft zu schädigen. Meine Finger krallen sich derweil in einem Todesgriff um Treys Taille. In der Sekunde, in der wir auf Becky gestiegen sind, hat Trey den Gashahn praktisch komplett aufgedreht und uns mit einer Geschwindigkeit nach vorne katapultiert, die sich ehrlich gesagt illegal anfühlt. Falls ich vorher dachte, dass Gigi eine Todesmaschine war, lag ich tiefgreifend und dumm falsch, und ich muss diesem Motorrad jetzt eine formelle, tränenreiche Entschuldigung aussprechen. Denn Becky? Becky nimmt das Konzept einer Todesmaschine und schießt es direkt in die Stratosphäre. Ich weiß nicht einmal, was für ein exactes Modell oder welche Marke das Bike ist – hauptsächlich, weil ich kein Motorrad-Mensch bin, aber auch, weil mein Gehirn gerade meine







