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Kapitel 2

Author: Right
last update publish date: 2026-10-31 20:26:41

Sienna kam nach Hause. Fiel auf das Sofa, als sie auf ihr Telefon schaute. Die Papiere, die sie gesammelt hatte, waren noch auf dem Bildschirm geöffnet. Nachdem ihre Wut vergangen war, kam die Wahrheit zu ihr zurück, als sie endlich anfing nachzudenken.

Sie verstand, dass die Beendigung ihrer Ehe mit Adrian finanzielle Unabhängigkeit erforderte, weil er alle medizinischen Kosten ihres Vaters bezahlte, die fast 200.000 Dollar pro Monat betrugen. Es gab keine Möglichkeit, dass sie das bewältigen konnte.

Mit zitternden Händen durchsuchte sie eine Zeit lang ihre Kontakte, bis sie schließlich einen Namen fand, den sie kannte. Professorin Sharon war eher eine Freundin als eine Lehrerin gewesen, als sie bei einem Forschungsunternehmen arbeitete.

„Professorin Anderson? Hier ist Sienna. Sienna Dave." Sagte sie und versuchte, ruhig zu klingen. Ihre Stimme brach ein wenig.

Eine fröhliche Stimme antwortete. „Sienna! Oh mein Gott, geht es dir gut? Wir haben nicht mehr gesprochen, seit du vor drei Jahren geheiratet hast."

Sienna biss sich auf die Lippe. „Professorin, ich möchte zur Forschung zurückkehren. Ich weiß, das ist plötzlich. Ich brauche einen Job."

„Natürlich!", sagte Professorin Anderson sofort. „Du warst eine der begabtesten Studentinnen, die ich je angeleitet habe, deine Arbeit war immer großartig. Ich kenne ein Unternehmen, das Forscher einstellt. Die Bezahlung ist gut."

„Danke", sagte Sienna und ließ einen Seufzer der Erleichterung entweichen. „Ich schätze deine Hilfe wirklich sehr."

„Mach dir keine Sorgen. Du hast Fähigkeiten. Ich fand es immer schade, als du die Forschung nach der Heirat aufgegeben hast. Wann planst du anzufangen?"

„So bald wie möglich."

Nachdem sie aufgelegt hatte, fühlte Sienna Hoffnung. Sie konnte das durchstehen. Adrian verlassen und ein Leben aufbauen, das ganz ihr gehörte.

Sie rannte ins Schlafzimmer. Begann zu packen. Ihre Hände bewegten sich von selbst, falteten Kleidung und legten sie in einen Koffer.

Im Schrank waren die passenden Pyjamas, die sie auf ihrer Hochzeitsreise in Dubai gekauft hatten. Eine Zeit, als ihre Liebe noch neu und hell war.

Jeder Gegenstand brachte eine Erinnerung zurück. Jetzt fühlte sich jeder wie eine Wunde an. Wie hatte sie die Zeichen ignorieren können? Wie hatte sie ihm so sehr vertrauen können?

Sie öffnete die Schublade, um ihre Papiere zu holen. Ihr Ehering fing das Licht ein, fast als würde er sie auslachen. Dann sah sie es – die Heiratsurkunde.

Mit zitternden Händen hob sie sie auf. Sie schaute auf die Seite und sah zwei junge glückliche Gesichter. Ihr Lächeln sah so echt aus, dass es wehtat. Adrians Augen waren voller Freude.

Es war der dreiundzwanzigste August, vor drei Jahren. Sie wollten das Paar sein, das an diesem Morgen heiratete, also wachten sie um vier Uhr auf und warteten vor dem Standesamt. Adrian war über alle Maßen aufgeregt. Er redete den ganzen Weg nervös.

„Sienna, wir heiraten wirklich", sagte er und lächelte, als hätte er einen Preis gewonnen. „Ich fühle mich wie achtzehn. Wie damals, als ich dich zum ersten Mal in Professorin Sharons Labor sah."

Als der Beamte ihnen die Urkunde gab, zitterten Adrians Hände, als er sie vorsichtig entgegennahm, als wäre sie etwas sehr Kostbares. Tränen füllten seine Augen.

„Sienna, wir sind offiziell verheiratet", flüsterte er, seine Stimme voller Emotion. „Ich verspreche, dich zu lieben, zu beschützen und für den Rest meines Lebens bei dir zu sein."

Sienna glaubte jedem Versprechen. Dachte, sie seien dazu bestimmt, zusammen zu sein.

Jetzt...

Sie schaute auf ihr lächelndes Gesicht auf dem Bild. Bevor eine Träne fallen konnte, hörte sie einen Automotor. Ihr Herz sprang. Die Garagentür öffnete sich, gefolgt von Schritten, die die Treppe hinaufgingen.

„Schatz, ich bin zu Hause!", rief Adrian von unten.

Panik ergriff Sienna. Sie legte die Urkunde schnell zurück in die Schublade. Wischte ihre Augen. Die Schlafzimmertür war offen. Der Koffer stand neben dem Bett.

Sie konnte ihn nicht sehen lassen!

Schritte kamen den Flur entlang. Adrian stieß die Tür auf. Sein Gesicht leuchtete auf, als er sie sah. Ohne Vorwarnung kam er hinter sie. Schlang seine Arme um ihre Taille.

Seine Umarmung hatte sie früher sicher fühlen lassen. Jetzt ließ sie nur ihren Magen sich verdrehen. Ein seltsamer Vanillegeruch haftete auf seiner Haut. Er hatte offensichtlich irgendwo geduscht, bevor er nach Hause kam.

„Hast du mich vermisst?", flüsterte Adrian in ihr Ohr. Seine Stimme hatte die Zuversicht von jemandem, der glaubte, Verdacht vermieden zu haben.

Siennas Körper spannte sich an. Sie versuchte, sich nicht wegzuziehen. „Wo warst du?"

„Es tut mir leid, Liebling." Seine Lüge war einfach. „Die Arbeit war gestern chaotisch. Ich habe schließlich im Büro geschlafen. Ich habe unseren Jahrestag völlig vergessen."

Er griff in seine Jacke. Zog eine Schmuckschatulle heraus. „Ich habe etwas gekauft, um es wiedergutzumachen."

Er öffnete die Schachtel mit Dramatik. Darin war eine Diamantkette. Die Steine glänzten im Licht und warfen Farben an die Wände.

„Sie ist schön, nicht wahr?", fragte Adrian stolz. „Dreh dich um. Lass mich sie dir anlegen."

Sienna drehte sich langsam um. Sie fühlte sich von ihrem Körper losgelöst. Adrians Finger berührten ihren Nacken, als er den Verschluss befestigte. Das Metall war kalt auf ihrer Haut. Die Kette fühlte sich mit jeder Sekunde schwerer an.

„Perfekt." Adrian trat zurück. Betrachtete sie. „Morgen ist Opas Geburtstag. Die ganze Summer-Familie kommt. Du wirst die elegante Frau dort sein mit dieser."

„Muss ich gehen?", fragte Sienna. Ihre Stimme war leer. Sie wollte weit weg von ihm und seiner ganzen Familie sein.

„Natürlich. Du bist meine Frau." Adrian sah sie mit einer einstudierten Liebe an. Er beugte sich vor, um sie zu küssen. Sienna drehte sich weg.

„Du solltest zuerst duschen", sagte sie leise.

Adrian nickte ohne jeden Zweifel. „Du hast recht. Ich hatte einen Tag."

Er holte Kleidung und ging ins Badezimmer. Bald lief die Dusche. Dampf kam unter der Tür hervor.

Siennas Telefon summte plötzlich mit einer Nachricht. Sie schaute auf den Bildschirm. Sah eine weitere I*******m-Benachrichtigung.

Ihr Blut wurde kalt.

Ein Bild füllte den Bildschirm. Eine Frau trug eine Kette wie die um Siennas Hals. Das Bild zeigte den Hals und die Schultern der Frau, aber der Schmuck war klar.

Unter dem Bild war eine Nachricht, die Siennas Ruhe brach: [Erkennst du sie? Ich habe diese Kette letzte Nacht getragen. Adrian sagte, es sei dein Jahrestagsgeschenk. Er sagte, sie sähe viel besser an mir aus.]

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