LOGINLucas schaute durch das Autofenster, hinter dem Vorhang aus Regen, wo Sienna an der Steinmauer stand.
Ihr Kleid war nass, ihr Haar hing ihr um das Gesicht. Sie sah kalt, müde und völlig allein aus.
Lucas wusste bereits, was draußen passiert war.
Er kannte Kate und Eva gut genug, um zu wissen, dass keine von beiden sich die Zeit nehmen würde, eine Fahrt für die Schwiegernichte zu organisieren, die sie nie gemocht hatten.
Er wandte sich an John, der auf dem Sitz war.
„Bring ihr einen Regenschirm."
John griff schnell nach dem Regenschirm.
Lucas ließ das Fenster ein wenig herunter.
„Sienna", rief er.
Sie schaute überrascht auf.
„Steig in das Auto."
„Mir geht es gut", sagte sie. Ihre Stimme zitterte. „Ich nehme ein Taxi."
Lucas' Gesicht wurde ernst. „Bei diesem Wetter?"
„Ich möchte dich nicht belästigen."
„Du stehst im Regen wie jemand, der keinen Ort hat, an den er gehen kann." Seine Augen betrachteten ihre Kleidung. „Hör auf damit."
Seine Stimme ließ keinen Raum für Argumente. Sie schaute weg und hielt die Worte zurück, die sie sagen wollte.
Bevor sie erneut Nein sagen konnte, war John mit dem Regenschirm neben ihr. Er nahm ihr sanft die Handtasche aus den zitternden Händen.
„Frau Sienna, bitte steigen Sie ein", bat er. „Der Sturm wird schlimmer. Sie könnten sehr krank werden."
Sie schaute zum Himmel. Donner war in der Ferne und dann traf ein weiterer großer Regentropfen.
Sie zitterte so sehr, dass ihre Zähne zu klappern begannen.
Schließlich öffnete sie die Autotür.
Das Innere des Bentley war warm und sehr sauber. Weiches Leder umgab sie. Die Luft hatte einen schwachen Geruch von teurem Kölnisch Wasser.
Sienna stieg ein. Fühlte, wie ein Teil der Kälte ihren Körper verließ.
Lucas beobachtete sie still. Wasser tropfte von ihrem Haar auf den Boden. Ihre Finger waren blass vor Kälte.
Ohne ein Wort zu sagen, zog er seine graue Anzugjacke aus und gab sie ihr.
„Danke", sagte Sienna leise und wickelte sie um ihre Schultern. Die Jacke war noch warm. Hatte seinen sauberen, fremden Geruch. „Ich werde sie reinigen lassen und zurückgeben."
„Behalte sie."
Sie schaute ihn an. „Ich kann etwas so Teures nicht behalten."
„Dann betrachte es als Bezahlung für die Umstände."
Seine Stimme war distanziert, als wäre die Jacke für ihn nichts wert.
Das Auto fuhr vom Anwesen weg. Bewegte sich sanft durch die nassen Straßen.
Stille erfüllte den Raum zwischen ihnen.
Sienna saß am Fenster und hielt Lucas' Jacke. Sie schaute ihn nicht an. Sie konnte seine Gegenwart spüren. Seine Stille war schwerer als Adrians Wut und seine Ruhe machte ihn schwer zu verstehen.
Nach einer Minute schaute sie auf sein Spiegelbild im dunklen Fenster.
Sein Gesicht war scharf, seine Haltung. Sein Ausdruck war unlesbar. Alles an ihm zeigte Kontrolle, Geld und Macht.
Er war nichts wie Adrian.
Adrian hatte immer warm und leicht zu reden gewirkt. Lucas hingegen erinnerte Sienna an einen verschlossenen Raum. Von außen schön. Unmöglich zu betreten.
Zwanzig Minuten später hielt das Auto vor Siennas Haus.
Sie setzte sich auf. Griff nach der Tür.
„Danke, dass du mich nach Hause gebracht hast", sagte sie schnell. „Ich schätze es wirklich sehr."
Sie begann, die Jacke auszuziehen.
„Lass sie", sagte Lucas.
Sie hielt inne, legte sie sorgfältig auf den Sitz.
Sie stieg aus dem Auto. Rannte zur Haustür, ohne zurückzublicken.
Lucas beobachtete, bis sie im Inneren verschwand.
Der leichte Geruch ihres Jasmins blieb auf dem Rücksitz. Er bemerkte es sofort und seine Augenbrauen zogen sich zusammen.
Für einen Moment schloss er die Augen.
„Sie ist Adrians Frau", sagte er zu sich selbst. „Geh nicht dorthin."
Das Bild von Sienna, die allein im Regen stand, blieb in seinem Kopf.
Im Haus schaffte es Sienna kaum ins Wohnzimmer.
Eine plötzliche Welle von Schwindel traf sie. Ihre Haut fühlte sich sehr heiß an. Ihr Kopf schmerzte, als würde jemand ein Band darum festziehen.
Sie griff nach der Kante eines Tisches.
Der Raum drehte sich.
Bevor sie sich umziehen oder jemanden anrufen konnte, nahm Dunkelheit sie ein.
Als sie die Augen öffnete, lag sie in einem Krankenhausbett.
Der starke Geruch von Medizin erfüllte den Raum. Ihr Körper fühlte sich schwach an. Jede Bewegung brauchte mehr Kraft, als sie hatte.
Auf dem Tisch neben ihr waren mehrere vertraute Dinge.
Ein Erdbeer-Shortcake.
Eine Schachtel Macarons.
Handgemachte Pralinen.
Ein großer Strauß rosa Rosen.
„Ma'am, Sie sind wach!"
Eine Krankenschwester kam erfreut an ihre Seite.
„Sie hatten über einen Tag lang hohes Fieber", sagte die Krankenschwester. „Mr. Shawn war sehr besorgt. Er war die meiste Zeit hier. Er ist erst vor einer Stunde gegangen, weil er etwas Wichtiges zu erledigen hatte."
Die Krankenschwester überprüfte ihre Temperatur. Schrieb sie auf.
„Möchten Sie, dass ich ihn anrufe? Er würde sich freuen zu wissen, dass Sie wach sind."
Sienna schaute auf die Geschenke auf dem Tisch.
Ihr Herz schmerzte.
Adrian hatte sich immer an die Dinge erinnert, die sie mochte. Wann immer sie krank war, kaufte er ihr Leckereien und Blumen. Er pflegte an ihrem Bett zu sitzen, sich über ihre Sturheit zu beschweren und ihr zu sagen, sie solle ihre Medizin nehmen.
Diese Erinnerungen hatten sie einst sicher fühlen lassen.
Jetzt verwirrten sie sie nur.
Wie konnte derselbe Mann, der sie verletzt hatte, immer noch wissen, wie er sie besser fühlen lassen konnte?
„Wo ist er?", fragte Sienna und setzte sich langsam auf.
Die Krankenschwester lächelte. „Irgendwo im Krankenhaus. Er sagte, er hätte etwas zu erledigen."
„Ich möchte ihn selbst finden."
Die Krankenschwester hielt inne, dann nickte sie. „Bitte gehen Sie nicht viel. Sie sind noch schwach."
Sienna zog bereits die Decke weg.
Sie steckte ihre Füße in die Krankenhauspantoffeln. Trat in den Flur.
Der Flur war ruhig, erfüllt vom Piepen der Maschinen und den fernen Geräuschen arbeitender Menschen.
Sienna ging langsam, eine Hand an der Wand zur Unterstützung.
Sie hatte fast die Aufzüge erreicht, als sie jemanden Vertrautes vor sich sah.
Sie blieb stehen.
Adrian trat gerade aus der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie.
Er war nicht allein.
Eine Frau ging neben ihm, ihre Hand auf ihrem Bauch.
Als Adrian sich mit deutlicher Sorge zu ihr neigte, fühlte Sienna, wie das warme Gefühl in ihrer Brust verschwand.
Lucas schaute durch das Autofenster, hinter dem Vorhang aus Regen, wo Sienna an der Steinmauer stand.Ihr Kleid war nass, ihr Haar hing ihr um das Gesicht. Sie sah kalt, müde und völlig allein aus.Lucas wusste bereits, was draußen passiert war.Er kannte Kate und Eva gut genug, um zu wissen, dass keine von beiden sich die Zeit nehmen würde, eine Fahrt für die Schwiegernichte zu organisieren, die sie nie gemocht hatten.Er wandte sich an John, der auf dem Sitz war.„Bring ihr einen Regenschirm."John griff schnell nach dem Regenschirm.Lucas ließ das Fenster ein wenig herunter.„Sienna", rief er.Sie schaute überrascht auf.„Steig in das Auto."„Mir geht es gut", sagte sie. Ihre Stimme zitterte. „Ich nehme ein Taxi."Lucas' Gesicht wurde ernst. „Bei diesem Wetter?"„Ich möchte dich nicht belästigen."„Du stehst im Regen wie jemand, der keinen Ort hat, an den er gehen kann." Seine Augen betrachteten ihre Kleidung. „Hör auf damit."Seine Stimme ließ keinen Raum für Argumente. Sie schaut
Kates Kopfschmerzen schienen schlimmer zu werden, als Lucas sorglos sprach.Sie schüttelte den Kopf und wandte sich an Adrian und Sienna. „Ihr seid jetzt seit drei Jahren verheiratet. Wann werdet ihr eine Familie gründen? Ich möchte meine Enkelkinder halten."In dem Moment, als das Thema aufkam, verschwand die entspannte Atmosphäre im Wohnzimmer. Siennas Finger umklammerten ihre Teetasse, bis ihre Knöchel blass wurden.Es war das eine Thema, das Sienna immer verletzte, egal wie oft sie versucht hatte, das Gegenteil vorzutäuschen. Drei Jahre der Hoffnung, der monatlichen Enttäuschung, des Wachliegens neben Adrian, während er schlief, und sich fragte, was mit ihr nicht stimmte, des Lächelns durch Babypartys und Taufeinladungen. Die wohlmeinenden Fragen, die sich weniger wie Sorge und mehr wie Anschuldigungen anfühlten.Adrians Tante – Eva, nutzte sofort die Stille aus.Sie lehnte sich mit einem spöttischen Lächeln vor. „Sienna, du bist seit drei Jahren verheiratet und immer noch kein Ki
Sienna fühlte, wie sich ihr Magen mit einem unerklärlichen Schmerz zusammenzog, sie entfernte sofort die Kette und warf sie in den Mülleimer des Schlafzimmers.Sie rannte in das andere Badezimmer und drehte die Dusche auf. Das Wasser war fast schmerzhaft heiß, aber das war ihr egal.Sie wollte alles auslöschen, was sie an Adrian erinnern konnte, einschließlich der Kette, die er ihr gegeben hatte.Sie griff nach dem Duschgel und schrubbte ihren Nacken und ihre Arme wiederholt, besonders den Teil ihres Nackens, den Adrians schmutzige Hände berührt hatten.Ihre Haut wurde rot, doch sie konnte nicht aufhören, sich vorzustellen, dass Adrian vorgab, ihr eine Kette zu schenken, die er tatsächlich für eine andere Frau gekauft hatte. Was zum Teufel war das?. War sie jetzt wertlos?Plötzlich öffnete sich die Badezimmertür. Adrian stand wie ein Gott da und betrachtete sie durch das Glas. Sein Ausdruck veränderte sich, als seine Augen auf der Rötung ihrer Haut landeten.„Sienna, was ist passiert?
Sienna kam nach Hause. Fiel auf das Sofa, als sie auf ihr Telefon schaute. Die Papiere, die sie gesammelt hatte, waren noch auf dem Bildschirm geöffnet. Nachdem ihre Wut vergangen war, kam die Wahrheit zu ihr zurück, als sie endlich anfing nachzudenken.Sie verstand, dass die Beendigung ihrer Ehe mit Adrian finanzielle Unabhängigkeit erforderte, weil er alle medizinischen Kosten ihres Vaters bezahlte, die fast 200.000 Dollar pro Monat betrugen. Es gab keine Möglichkeit, dass sie das bewältigen konnte.Mit zitternden Händen durchsuchte sie eine Zeit lang ihre Kontakte, bis sie schließlich einen Namen fand, den sie kannte. Professorin Sharon war eher eine Freundin als eine Lehrerin gewesen, als sie bei einem Forschungsunternehmen arbeitete.„Professorin Anderson? Hier ist Sienna. Sienna Dave." Sagte sie und versuchte, ruhig zu klingen. Ihre Stimme brach ein wenig.Eine fröhliche Stimme antwortete. „Sienna! Oh mein Gott, geht es dir gut? Wir haben nicht mehr gesprochen, seit du vor drei
„Sienna, bist du sicher, dass du willst, dass ich eine Schutzvereinbarung vorbereite?", fragte Bella, ihre Stimme am Telefon angespannt. „Sobald du sie unterschreibst, wird Adrian dein Geld, dein Eigentum oder deine Geschäftsinteressen nicht mehr anrühren können."Sienna starrte auf die Banking-Anwendung, die auf ihrem Telefon leuchtete. Ihre Hände waren kalt, während ihre Gedanken nun klarer waren.Adrian hatte jede Entscheidung in ihrer Ehe kontrolliert, sogar die Entscheidungen, die sie ihr Leben kosteten, und sie hatte ihm vollkommen vertraut, aber sie würde das nicht durchgehen lassen.„Ja", murmelte Sienna. „Ich schneide ihn ab."„Warum?", fragte Bella, Verwirrung und Sorge erfüllten ihre Stimme. „Adrian schien dir immer ergeben zu sein, er betet praktisch den Boden an, auf dem du gehst."Sienna hätte fast gelacht. Ergebenheit?. Was für eine schöne Lüge.Sie presste ihre Lippen zusammen und weigerte sich, die Tränen fallen zu lassen, die sich hinter ihren Augen sammelten.Nachde







