Home / Romantik / Die Rache einer Erniedrigten / Kapitel 38: Der Preis des Glücks 2

Share

Kapitel 38: Der Preis des Glücks 2

Author: Déesse
last update publish date: 2026-03-12 00:44:08

Sabrina

Er lässt den Satz in der Schwebe, aber die Implikation ist klar. Falls jemand anfängt, in der Vergangenheit zu graben, riskieren unsere Pläne, wie ein Kartenhaus in sich zusammenzufallen. Und Schlimmeres noch.

— Ich… Daran habe ich nie gedacht, gestand ich mit schwacher Stimme. Der Unfall… das war vorher. Lange bevor ich anfing… das alles in Betracht zu ziehen. Es war eine Tatsache. Eine Tragödie. Ein Punkt.

— Nichts ist jemals ein Punkt, Sabrina. Alles ist ein Komma in einem langen Sat
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Die Rache einer Erniedrigten   KAPITEL 72: DER RISS

    MARCUSIhre kleinen Schritte hallen noch in meinem Kopf wider, synchron mit den ungeordneten Schlägen meines Herzens. Léon. Lilou. Die Namen kreisen, prägen sich ein. Sanfte, leichte Namen, die einen krassen Gegensatz zum Gewicht ihrer Existenz bilden.Ich habe mich nicht bewegt. Die Sonne steigt, wärmt den Stein der Terrasse, aber eine Kälte bleibt in mir, tief im Inneren. Es ist nicht mehr die Scham des Traums. Es ist ein weitaus größerer Schwindel. Der Schwindel der Gewissheit.Ihre Ähnlichkeit ist kein vager Zufall. Es ist eine Kopie. Eine Replik. Das Erbe ist offensichtlich, in jedem Detail von Léons Gesicht. Und Lilou… ihre Augen, diese Art, den Kopf zu neigen. Élianor ist darin als Wasserzeichen erkennbar.»Unser Papa ist im Himmel.«Der Satz des Kindes kommt zurück, schneidend. Ein frommes Märchen. Ein Grabmal, aus dem Nichts errichtet. F&uum

  • Die Rache einer Erniedrigten   KAPITEL 71: DIE SPIEGEL DES MORGEN

    MARCUSDer Kaffee rinnt mir die Kehle hinunter, heiß, bitter. Ein Bollwerk gegen die Schlaflosigkeit und die Erinnerungen, die noch hinter meinen Augenlidern tanzen. Ich sitze auf der Terrasse des Gästehauses, im Schutz der Blicke, und beobachte, wie das große Haus erwacht. Die frische Morgenluft schafft es nicht, die zurückbleibende Wärme des Traums abzuwaschen.Dann sehe ich sie.Auf der sonnigen Veranda des Haupthauses, zwei kleine Gestalten. Ein Junge und ein Mädchen. Sie müssen fünf Jahre alt sein. Der Junge spricht mit seiner Schwester, lebhaft, und zeigt mit dem Finger in den Garten.Und mein Herz bleibt stehen.Der Junge… es ist, als würde ich auf ein vergilbtes Foto von mir selbst in diesem Alter blicken. Dieselben unordentlichen kastanienbraunen Haare. Dieselbe eigensinnige Kinnpartie. Dieselbe Art, sich hinzustellen, leicht trotzig, selbst in der Entspannung.Das

  • Die Rache einer Erniedrigten   KAPITEL 70: DER VERTRAUTE FREMD

    MARCUSDie Nacht im Gästehaus ist dicht, porös. Sie lässt Erinnerungen durchsickern, aber das Wesentliche fließt hindurch: die Empfindung. Es ist nicht ein Bild, das zuerst kommt, es ist eine Stimmung. Die schwüle Hitze einer Sommernacht. Leise Musik, von irgendwoher. Das scharfe, berauschende Gefühl des Verbotenen.Vor sechs Jahren. Ein anonymes Hotel. Ich, dort gestrandet, ausgelaugt von der Müdigkeit. Sie…Im Traum hat sie kein Gesicht. Nur eine Präsenz. Die Rundung einer Hüfte unter Seide. Ein dargebotener Nacken. Ein ersticktes Lachen an meiner Schulter. Eine Fremde. Eine Flucht. Mein Verlangen und meine Einsamkeit, die sich in einem anderen Körper zu vernichten suchen.Ich sehe, wie ich sie an mich ziehe. Mund auf Mund, im Fahrstuhl mit seinen endlosen Spiegeln. Der Geschmack eines süßen Cocktails auf ihren Lippen. Die Dringlichkeit. Dieses viszerale Bedürfnis, m

  • Die Rache einer Erniedrigten   KAPITEL 70: DER VERTRAUTE FREMD

    MARCUSDie Nacht im Gästehaus ist dicht, porös. Sie lässt Erinnerungen durchsickern, aber das Wesentliche fließt hindurch: die Empfindung. Es ist nicht ein Bild, das zuerst kommt, es ist eine Stimmung. Die schwüle Hitze einer Sommernacht. Leise Musik, von irgendwoher. Das scharfe, berauschende Gefühl des Verbotenen.Vor sechs Jahren. Ein anonymes Hotel. Ich, dort gestrandet, ausgelaugt von der Müdigkeit. Sie…Im Traum hat sie kein Gesicht. Nur eine Präsenz. Die Rundung einer Hüfte unter Seide. Ein dargebotener Nacken. Ein ersticktes Lachen an meiner Schulter. Eine Fremde. Eine Flucht. Mein Verlangen und meine Einsamkeit, die sich in einem anderen Körper zu vernichten suchen.Ich sehe, wie ich sie an mich ziehe. Mund auf Mund, im Fahrstuhl mit seinen endlosen Spiegeln. Der Geschmack eines süßen Cocktails auf ihren Lippen. Die Dringlichkeit. Dieses viszerale Bedürfnis, m

  • Die Rache einer Erniedrigten   KAPITEL 69: DIE SCHATTEN DER ERINNERUNG 2

    ÉLIANORSie errötet leicht, verraten. Wir wissen beide, dass »verwirrt« ein schwaches Wort ist, um die elektrisierende Wirkung zu beschreiben, die zwischen ihnen im Garten hin- und hergefahren ist.— Und wenn du erwischt wirst?— Ich werde nicht erwischt. Das ist unser Haus. Unser Garten. Ich bin eine harmlose alte Dame, die nachschaut, ob für ihren Mieter alles in Ordnung ist.— Martha…— Es ist entschieden, Élianor. Ich bitte nicht um deine Zustimmung. Ich bitte dich, nichts zu sagen. Tu, als ob nichts wäre. Beobachte ihn. Ich kümmere mich um den Beweis.Sie schüttelt den Kopf, erschöpft, besiegt von der Entschlossenheit, die in meinen Augen leuchten muss.— Ich will es nicht wissen. Ich will nichts vom Ergebnis wissen, hörst du? Wenn du das tust… tu es für dich. Nicht für mich.Sie dreht sich um un

  • Die Rache einer Erniedrigten   KAPITEL 68: DIE SCHATTEN DER ERINNERUNG 1

    ÉLIANORDas Kinderzimmer ist ein Heiligtum der Sanftheit und des Friedens, das mich zerreißt. Léon, mein Engel mit den dunklen Locken, schläft bereits, eine Hand unter die Wange gelegt. Lilou, sein Zwilling, etwas zurückhaltender, atmet sanft, ihr Kuscheltier fest ans Herz gedrückt. Zwei Gesichter, so ähnlich, so verschieden. Zwei Wunder, geboren aus dem Vergessen.Ich beuge mich über jedes von ihnen, hinterlasse einen so leichten Kuss auf ihrer Stirn, als könnte ein stärkerer Druck sie in eine zu brutale Welt wecken. Mein Herz zieht sich zusammen. An sie denke ich. Immer an sie. Der Rest – die Angst, die Verwirrung, diese zerreißende Anziehung zu dem Fremden im Garten – ist nur Lärm. Gefährlicher Lärm.Ich verlasse das Zimmer auf Zehenspitzen, schließe die Tür mit der Stille einer Diebin. Der Flur ist dunkel. Das Haus, zu still. Jeder Schritt zum Bad

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status