Ruiniert Von Herrn Voss

Ruiniert Von Herrn Voss

last updateLast Updated : 2026-10-08
By:  STEPHANIE . IUpdated just now
Language: Deutsch
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Der erste Mann, der ihr das Gefühl gab, begehrt zu werden, entpuppte sich als der Ehemann ihrer Mutter. Ivana landet in den Armen eines Mannes, ohne zu wissen, wer er ist, als er sie in einem Badezimmer auf eine Weise berührt, die sie völlig aus der Fassung bringt; zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sie sich wahrhaft beansprucht und begehrt. Doch dann erfährt sie, dass der Mann, der sie gerade – während ihre Mutter im Stockwerk darunter ist – am kalten Marmor leidenschaftlich liebt, Harrison Voss ist: der neue Ehemann ihrer Mutter. Harrison Voss ist alles, was sie niemals wollen dürfte. Zweiundzwanzig Jahre älter, skrupellos, beherrscht und Milliardär. Nun sind sie beide unter einem Dach gefangen. Er nennt es Schadensbegrenzung, sie nennt es einen goldenen Käfig an der Seite eines Mannes, der sie ansieht, als wäre sie ein Fehler, den er immer wieder begeht. Er hasst es, dass er sie begehrt, und sie hasst es, dass sie nicht aufhören kann. Doch in dieser Familie liegen Dinge verborgen, die weit dunkler sind als bloßes Begehren. Geheimnisse über ihre Mutter, Harrisons Vergangenheit und ihre eigene wahre Identität. Je näher sie sich kommen, desto gefährlicher wird die Wahrheit. Er sagte ihr, sie würde ihn ruinieren. Sie hätte fliehen sollen. Stattdessen ließ sie zu, dass er sie ebenso ruinierte.

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Chapter 1

Kapitel 1: Die Nacht, in der ich mein Verderben traf

Meine Absätze klackerten leise auf dem Flurboden, während ich die Kuchenschachtel in der einen und eine gekühlte Flasche Champagner in der anderen Hand balancierte. Der heutige Abend sollte perfekt werden; ich feierte meinen dritten Jahrestag mit Mark. Ich hatte den ganzen Nachmittag im Schönheitssalon verbracht, mir die Nägel in jenem tiefen Karmesinrot lackieren lassen, das er so liebte, und war in das schwarze Spitzen-Dessous-Set geschlüpft, das ich mir von meinem Bonus für die jüngste Beförderung gekauft hatte – eines dieser Sets, in denen ich mich gefährlich und begehrt fühlte.

Ich lächelte vor mich hin, mein Herz klopfte aufgeregt, als ich den Schlüssel so leise wie möglich im Schloss drehte. Doch dann traf mich zuerst ein Stöhnen – eine tiefe, weibliche Stimme –, gefolgt von dem rhythmischen Quietschen unseres Bettes, das den Raum erfüllte.

Die Champagnerflasche wäre mir beinahe aus den Fingern geglitten, als ich die Schlafzimmertür aufstieß; mir sackte der Magen in die Knie. Mark war nackt, schweißüberströmt und stieß hart in Sarah hinein – meine beste Freundin seit College-Zeiten. Ihre Beine waren um seine Hüften geschlungen, ihre roten Fingernägel gruben sich in seinen Rücken. Sarahs Kopf war in den Nacken gelegt, ihr Mund stand offen in einem Schrei der Lust, wie ich ihn in diesem Zimmer noch nie ausgestoßen hatte.

Für einen erstarrten Moment bewegte sich niemand.

Dann blickte Mark herüber, die Augen glasig vor Lust, und vollführte noch zwei bewusste Stöße, bevor er schließlich innehielt. Ein süffisantes Lächeln umspielte seine Lippen.

“Ivana,”sagte er mit rauer, fast gelangweilter Stimme. „Du solltest eigentlich erst in einer Stunde zu Hause sein.“

Sarah riss die Augen auf. Sie unternahm einen halbherzigen Versuch, ihre Brüste zu bedecken, doch die Schuld in ihrem Gesicht wirkte nur aufgesetzt; sie sah … zufrieden aus.

Die Kuchenschachtel schlug mit einem widerlichen Klatschen auf dem Boden auf; weiße Glasur und Krümel des Red-Velvet-Kuchens verteilten sich auf dem Holzboden.

“Ich … ich habe deinen Lieblingkuchen mitgebracht”, flüsterte ich – Worte, die sich schon in dem Moment, als sie meine Lippen verließen, absurd anfühlten.

Mark zog sich mit einem feuchten Geräusch aus Sarah zurück, bei dem mir übel wurde. Er machte sich nicht einmal die Mühe, sich zu bedecken; sein Schwanz war noch immer hart und glänzte von der Erregung einer anderen Frau.

“Lass uns diesen dramatischen Scheiß sein lassen, okay?” Er griff nach einem Handtuch auf dem Stuhl und trocknete sich beiläufig ab. 

“Wir wissen beide, dass das hier schon seit Monaten tot ist. Du magst nicht einmal Sex; du liegst einfach nur da und starrst an die Decke wie eine verdammte Leiche. Du bist nie gekommen und hast mir nie das Gefühl gegeben, begehrt zu sein. Ich bin ein Mann, Ivana; ich brauche mehr als das, was auch immer das hier war.”

Jedes Wort traf mich wie eine Ohrfeige.

Sarah biss sich auf die Lippe und sah weg. Sie stritt nichts ab und verteidigte mich nicht; sie saß einfach nur da, eingehüllt in unsere Bettlaken.

Mein Blick verschwamm. Die Reizwäsche, die ich unter meinem Kleid trug, kam mir plötzlich lächerlich, billig und erbärmlich vor. Ich hatte geplant, ihn heute Abend zu verführen, um zu beweisen, dass ich die Art von Frau sein konnte, die er sich wünschte.

“Ich habe euch beiden vertraut“, sagte ich mit brüchiger Stimme.

Mark verdrehte die Augen. “Tja, Vertrauen macht dich nicht feucht, Ivana – Sarah schon. Das war’s mit uns.”

Die Endgültigkeit in seiner Stimme zertrümmerte das letzte zerbrechliche Stück von mir. Ich schrie nicht und warf nicht mit Gegenständen nach ihnen. Ich drehte mich um, verließ das Schlafzimmer und ging einfach weiter, bis ich in meinem Auto saß und mit Tränen im Gesicht über die regennassen Straßen raste.

Zwei Stunden später wichen die Lichter der Stadt weitläufigen Anwesen und schmiedeeisernen Toren. Meine Mutter hatte mir die Adresse schon vor Wochen geschickt und von ihrem neuen Mann geschwärmt, doch ich war zu sehr mit der Arbeit und Marcus beschäftigt gewesen, um sie zu besuchen. Aber jetzt hatte ich keinen anderen Ort, an den ich gehen konnte.

Das Herrenhaus erhob sich wie aus einem Traum aus der Dunkelheit – riesig und hell erleuchtet; Musik und Gelächter drangen aus den geöffneten Flügeltüren nach draußen. Es war die Hochzeitsempfang meiner Mutter; ich hatte es völlig vergessen.

Ich parkte hinter einer Reihe von Luxusautos und stellte den Motor ab. Mein Spiegelbild im Rückspiegel war eine Katastrophe: verschmierte Wimperntusche, geschwollene Augen, vom Regen zerzaustes Haar. Ich sah genau so aus, wie ich mich fühlte: ruiniert.

Bevor ich mich in meine Gedanken verlieren konnte, öffneten sich die Eingangstüren und meine Mutter Diana trat heraus – in einer atemberaubenden champagnerfarbenen Robe und strahlend vor Glück.

“Ivana!” Sie eilte auf mich zu, das Klackern ihrer Absätze hallte wider. Ihr Lächeln erstarb, als sie meinen Zustand bemerkte: „Oh Liebes … was ist passiert?“ Ich wollte etwas sagen, doch nur ein unterdrücktes Schluchzen drang über meine Lippen; sie zog mich in eine feste Umarmung und duftete nach teurem Parfüm und frischen Blumen. „Schh. Alles ist gut – was auch immer es ist, wir kriegen das hin. Aber der Empfang läuft noch; ich kann die Gäste gerade nicht allein lassen.“ Sie löste sich von mir und nahm mein Gesicht sanft in ihre Hände.” Geh nach oben, Schätzchen; die dritte Tür rechts ist ein Gäste-Bad. Mach dich etwas frisch und zieh dir etwas aus dem Schrank an – ich habe vorsichtshalber ein paar Kleider hierherbringen lassen. Komm dann wieder runter zu uns; Harrison wird sich riesig freuen, dich endlich kennenzulernen.

Ich nickte wie betäubt, denn mir fehlte die Kraft, irgendetwas zu erklären. Meine Mutter drückte mir eine Zimmerkarte in die Hand und eilte zurück ins Haus, wobei sie sich bereits ihr Gastgeberinnen-Lächeln aufsetzte.

Ich stieg die prunkvolle Treppe hinauf; das Klackern meiner Absätze hallte auf dem Marmorboden wider. Die Geräusche der Party – klirrende Gläser, ein Streichquartett, Gelächter – erfüllten den Raum, als stammten sie aus einer anderen Welt. Ich fand den Flur, zählte die Türen ab und öffnete die dritte auf der rechten Seite.

Sofort schlug mir Dampf entgegen – warm und nach Sandelholz duftend, so Etwas Dunkles und Männliches.

Ich trat ein, meine Sicht noch verschwommen von Tränen, und erstarrte. Mitten im luxuriösen Badezimmer stand ein Mann, völlig nackt. Wassertropfen glitten über die harten Konturen seiner muskulösen Brust und seines Bauches und hinab zu seinen kräftigen Oberschenkeln. Er war groß, weit über 1,80 Meter, mit breiten Schultern und einer Präsenz, die den ganzen Raum erfüllte. Sein dunkles Haar war nass und von seinem markanten, kantigen Gesicht zurückgekämmt, das mich mit intensiven, sturmgrauen Augen anstarrte.

Er zuckte nicht zusammen und bedeckte sich nicht. Stattdessen verzog sich sein Mundwinkel zu einem langsamen, gefährlichen Lächeln.

„Du bist spät“, sagte er mit tiefer, samtrauer Stimme. „Aber das Warten hat sich gelohnt.“

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