LOGINDer erste Mann, der ihr das Gefühl gab, begehrt zu werden, entpuppte sich als der Ehemann ihrer Mutter. Ivana landet in den Armen eines Mannes, ohne zu wissen, wer er ist, als er sie in einem Badezimmer auf eine Weise berührt, die sie völlig aus der Fassung bringt; zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt sie sich wahrhaft beansprucht und begehrt. Doch dann erfährt sie, dass der Mann, der sie gerade – während ihre Mutter im Stockwerk darunter ist – am kalten Marmor leidenschaftlich liebt, Harrison Voss ist: der neue Ehemann ihrer Mutter. Harrison Voss ist alles, was sie niemals wollen dürfte. Zweiundzwanzig Jahre älter, skrupellos, beherrscht und Milliardär. Nun sind sie beide unter einem Dach gefangen. Er nennt es Schadensbegrenzung, sie nennt es einen goldenen Käfig an der Seite eines Mannes, der sie ansieht, als wäre sie ein Fehler, den er immer wieder begeht. Er hasst es, dass er sie begehrt, und sie hasst es, dass sie nicht aufhören kann. Doch in dieser Familie liegen Dinge verborgen, die weit dunkler sind als bloßes Begehren. Geheimnisse über ihre Mutter, Harrisons Vergangenheit und ihre eigene wahre Identität. Je näher sie sich kommen, desto gefährlicher wird die Wahrheit. Er sagte ihr, sie würde ihn ruinieren. Sie hätte fliehen sollen. Stattdessen ließ sie zu, dass er sie ebenso ruinierte.
View MoreMeine Absätze klackerten leise auf dem Flurboden, während ich die Kuchenschachtel in der einen und eine gekühlte Flasche Champagner in der anderen Hand balancierte. Der heutige Abend sollte perfekt werden; ich feierte meinen dritten Jahrestag mit Mark. Ich hatte den ganzen Nachmittag im Schönheitssalon verbracht, mir die Nägel in jenem tiefen Karmesinrot lackieren lassen, das er so liebte, und war in das schwarze Spitzen-Dessous-Set geschlüpft, das ich mir von meinem Bonus für die jüngste Beförderung gekauft hatte – eines dieser Sets, in denen ich mich gefährlich und begehrt fühlte.
Ich lächelte vor mich hin, mein Herz klopfte aufgeregt, als ich den Schlüssel so leise wie möglich im Schloss drehte. Doch dann traf mich zuerst ein Stöhnen – eine tiefe, weibliche Stimme –, gefolgt von dem rhythmischen Quietschen unseres Bettes, das den Raum erfüllte.
Die Champagnerflasche wäre mir beinahe aus den Fingern geglitten, als ich die Schlafzimmertür aufstieß; mir sackte der Magen in die Knie. Mark war nackt, schweißüberströmt und stieß hart in Sarah hinein – meine beste Freundin seit College-Zeiten. Ihre Beine waren um seine Hüften geschlungen, ihre roten Fingernägel gruben sich in seinen Rücken. Sarahs Kopf war in den Nacken gelegt, ihr Mund stand offen in einem Schrei der Lust, wie ich ihn in diesem Zimmer noch nie ausgestoßen hatte.
Für einen erstarrten Moment bewegte sich niemand.
Dann blickte Mark herüber, die Augen glasig vor Lust, und vollführte noch zwei bewusste Stöße, bevor er schließlich innehielt. Ein süffisantes Lächeln umspielte seine Lippen.
“Ivana,”sagte er mit rauer, fast gelangweilter Stimme. „Du solltest eigentlich erst in einer Stunde zu Hause sein.“
Sarah riss die Augen auf. Sie unternahm einen halbherzigen Versuch, ihre Brüste zu bedecken, doch die Schuld in ihrem Gesicht wirkte nur aufgesetzt; sie sah … zufrieden aus.
Die Kuchenschachtel schlug mit einem widerlichen Klatschen auf dem Boden auf; weiße Glasur und Krümel des Red-Velvet-Kuchens verteilten sich auf dem Holzboden.
“Ich … ich habe deinen Lieblingkuchen mitgebracht”, flüsterte ich – Worte, die sich schon in dem Moment, als sie meine Lippen verließen, absurd anfühlten.
Mark zog sich mit einem feuchten Geräusch aus Sarah zurück, bei dem mir übel wurde. Er machte sich nicht einmal die Mühe, sich zu bedecken; sein Schwanz war noch immer hart und glänzte von der Erregung einer anderen Frau.
“Lass uns diesen dramatischen Scheiß sein lassen, okay?” Er griff nach einem Handtuch auf dem Stuhl und trocknete sich beiläufig ab.
“Wir wissen beide, dass das hier schon seit Monaten tot ist. Du magst nicht einmal Sex; du liegst einfach nur da und starrst an die Decke wie eine verdammte Leiche. Du bist nie gekommen und hast mir nie das Gefühl gegeben, begehrt zu sein. Ich bin ein Mann, Ivana; ich brauche mehr als das, was auch immer das hier war.”
Jedes Wort traf mich wie eine Ohrfeige.
Sarah biss sich auf die Lippe und sah weg. Sie stritt nichts ab und verteidigte mich nicht; sie saß einfach nur da, eingehüllt in unsere Bettlaken.
Mein Blick verschwamm. Die Reizwäsche, die ich unter meinem Kleid trug, kam mir plötzlich lächerlich, billig und erbärmlich vor. Ich hatte geplant, ihn heute Abend zu verführen, um zu beweisen, dass ich die Art von Frau sein konnte, die er sich wünschte.
“Ich habe euch beiden vertraut“, sagte ich mit brüchiger Stimme.
Mark verdrehte die Augen. “Tja, Vertrauen macht dich nicht feucht, Ivana – Sarah schon. Das war’s mit uns.”
Die Endgültigkeit in seiner Stimme zertrümmerte das letzte zerbrechliche Stück von mir. Ich schrie nicht und warf nicht mit Gegenständen nach ihnen. Ich drehte mich um, verließ das Schlafzimmer und ging einfach weiter, bis ich in meinem Auto saß und mit Tränen im Gesicht über die regennassen Straßen raste.
Zwei Stunden später wichen die Lichter der Stadt weitläufigen Anwesen und schmiedeeisernen Toren. Meine Mutter hatte mir die Adresse schon vor Wochen geschickt und von ihrem neuen Mann geschwärmt, doch ich war zu sehr mit der Arbeit und Marcus beschäftigt gewesen, um sie zu besuchen. Aber jetzt hatte ich keinen anderen Ort, an den ich gehen konnte.
Das Herrenhaus erhob sich wie aus einem Traum aus der Dunkelheit – riesig und hell erleuchtet; Musik und Gelächter drangen aus den geöffneten Flügeltüren nach draußen. Es war die Hochzeitsempfang meiner Mutter; ich hatte es völlig vergessen.
Ich parkte hinter einer Reihe von Luxusautos und stellte den Motor ab. Mein Spiegelbild im Rückspiegel war eine Katastrophe: verschmierte Wimperntusche, geschwollene Augen, vom Regen zerzaustes Haar. Ich sah genau so aus, wie ich mich fühlte: ruiniert.
Bevor ich mich in meine Gedanken verlieren konnte, öffneten sich die Eingangstüren und meine Mutter Diana trat heraus – in einer atemberaubenden champagnerfarbenen Robe und strahlend vor Glück.
“Ivana!” Sie eilte auf mich zu, das Klackern ihrer Absätze hallte wider. Ihr Lächeln erstarb, als sie meinen Zustand bemerkte: „Oh Liebes … was ist passiert?“ Ich wollte etwas sagen, doch nur ein unterdrücktes Schluchzen drang über meine Lippen; sie zog mich in eine feste Umarmung und duftete nach teurem Parfüm und frischen Blumen. „Schh. Alles ist gut – was auch immer es ist, wir kriegen das hin. Aber der Empfang läuft noch; ich kann die Gäste gerade nicht allein lassen.“ Sie löste sich von mir und nahm mein Gesicht sanft in ihre Hände.” Geh nach oben, Schätzchen; die dritte Tür rechts ist ein Gäste-Bad. Mach dich etwas frisch und zieh dir etwas aus dem Schrank an – ich habe vorsichtshalber ein paar Kleider hierherbringen lassen. Komm dann wieder runter zu uns; Harrison wird sich riesig freuen, dich endlich kennenzulernen.
Ich nickte wie betäubt, denn mir fehlte die Kraft, irgendetwas zu erklären. Meine Mutter drückte mir eine Zimmerkarte in die Hand und eilte zurück ins Haus, wobei sie sich bereits ihr Gastgeberinnen-Lächeln aufsetzte.
Ich stieg die prunkvolle Treppe hinauf; das Klackern meiner Absätze hallte auf dem Marmorboden wider. Die Geräusche der Party – klirrende Gläser, ein Streichquartett, Gelächter – erfüllten den Raum, als stammten sie aus einer anderen Welt. Ich fand den Flur, zählte die Türen ab und öffnete die dritte auf der rechten Seite.
Sofort schlug mir Dampf entgegen – warm und nach Sandelholz duftend, so Etwas Dunkles und Männliches.
Ich trat ein, meine Sicht noch verschwommen von Tränen, und erstarrte. Mitten im luxuriösen Badezimmer stand ein Mann, völlig nackt. Wassertropfen glitten über die harten Konturen seiner muskulösen Brust und seines Bauches und hinab zu seinen kräftigen Oberschenkeln. Er war groß, weit über 1,80 Meter, mit breiten Schultern und einer Präsenz, die den ganzen Raum erfüllte. Sein dunkles Haar war nass und von seinem markanten, kantigen Gesicht zurückgekämmt, das mich mit intensiven, sturmgrauen Augen anstarrte.
Er zuckte nicht zusammen und bedeckte sich nicht. Stattdessen verzog sich sein Mundwinkel zu einem langsamen, gefährlichen Lächeln.
„Du bist spät“, sagte er mit tiefer, samtrauer Stimme. „Aber das Warten hat sich gelohnt.“
Die Fahrt in der Limousine zum Grand Carlton war ein erstickender Albtraum.Damien saß mir im luxuriösen Lederinterieur gegenüber und goss sich einen Scotch in ein Kristallglas ein, während draußen hinter den getönten Scheiben die Lichter der Stadt verschwammen. Er wirkte wie ein Mann, der den Krieg bereits gewonnen hatte; mit einem arroganten Grinsen, bei dem sich mir der Magen umdrehte, ließ er die goldene Flüssigkeit im Glas kreisen.„Einen Drink?“, bot er geschmeidig an und machte eine Geste mit der Karaffe.„Eher würde ich ersticken“, zischte ich; meine Knöchel traten weiß hervor, so fest umklammerte ich den Rand des Ledersitzes.Mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Rippen, dass ich kaum richtig Luft holen konnte. Hannah lebt. Die Tante, die mich einst voller echter Zärtlichkeit gehalten hatte, bevor sie vor zweiundzwanzig Jahren aus meinem Leben verschwand, war nicht bei einem Unfall ums Leben gekommen. Sie war entführt, versteckt und in einem goldenen Käfig mit Medikamenten
Das widerliche Klicken schwerer Stahlhandschellen, die sich um Harrisons kräftige Handgelenke schlossen, hallte wie ein Schuss vom Mahagonischreibtisch wider.„Nimm deine verdammten Hände von mir“, knurrte Harrison; seine Stimme sank in eine so dunkle, tödliche Tonlage, dass sie eine physische Schockwelle direkt durch mein Rückgrat jagte.Selbst als drei kräftige Beamte seine breiten Schultern auf den Schreibtisch drückten, wirkte er nicht besiegt – er sah aus wie ein Raubtier im Käfig, das nur auf den richtigen Moment wartete, um ihnen die Kehle herauszureißen. Sein Blick bohrte sich in meinen – pechschwarz und lodernd vor roher, erschreckend besitzergreifender Wut.„Harrison!“, schrie ich und stürmte ohne nachzudenken vorwärts, die Hände nach ihm ausgestreckt.Bevor ich die Distanz überbrücken konnte, legte der Gerichtsdiener einen schweren Arm quer über meine Brust und stieß mich mit solcher Wucht zurück, dass meine Absätze auf dem polierten Marmorboden wegrutschten.„Bleiben Sie z
Die Luft im Privatbüro wurde augenblicklich eisig.Der Name Hannah hing wie ein körperlicher Schlag zwischen uns – schwer und erstickend, sodass mir der Atem stockte. Ich holte hastig Luft und stützte mich am Mahagonischreibtisch ab; meine Beine zitterten noch immer von Harrisons Berührung.Harrison drehte sich langsam um; von seiner massiven Gestalt ging eine beängstigende, tödliche Energie aus. Seine sturmgrauen Augen fixierten Caleb, und sein Kiefer war so fest zusammengepresst, dass sich der Muskel unter seiner gebräunten Haut abzeichnete.„Sag diesen Namen noch einmal“, schnurrte Harrison, und seine Stimme sank in eine so dunkle Tonlage, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten.„Es ist Hannahs Akte, Boss“, sagte Caleb knapp und hielt ihm das verschlüsselte Tablet hin.„Vor zweiundzwanzig Jahren, kurz vor ihrem tödlichen Autounfall, zahlte Diana einem Gerichtsbeamten ein Vermögen, damit er einen offiziellen genetischen Datensatz unter Hannahs Namen unter Verschluss nahm. Als Dam
Bevor Harrison auch nur ein Wort sagen konnte, spiegelte sich in den riesigen Glasfenstern seines Büros ein plötzlicher Blitz aus blendendem Licht wider, der von der dreißig Stockwerke tiefer gelegenen Straße heraufdrang.Draußen wimmelte es vor dem Haupteingang von Voss Developments bereits von Übertragungswagen, Nachrichtenhelikoptern und schreienden Menschenmengen.Der Albtraum hatte nicht nur begonnen – Daniel Vrit hatte gerade den totalen Krieg erklärt, und die ganze Welt sah zu.Die Geräusche der Übertragungswagen draußen erinnerten an einen Hornissenschwarm; ihre rot und blau blinkenden Lichter huschten über die hohen Fenster von Harrisons Büro.„… Eilmeldung … Durchgesickerte Gerichtsdokumente deuten auf eine skandalöse Inzest-Affäre zwischen dem Wirtschaftsmagnaten Harrison Voss und seiner Stieftochter hin …“Harrison sah weder zum Fenster noch auf den schreienden Fernsehbildschirm, der in seine Wand eingelassen war.Er bewegte sich wie ein entfesseltes Raubtier; er ließ das











