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Kapitel 4

Author: Miss Zuhro
last update publish date: 2026-09-27 05:05:50

Ein Sarg am Hochzeitstag

„Machst du Witze, Oscar? Es ist unmöglich, dass ich die leibliche Tochter der Familie Levine bin.“ Olivia glaubte, Oscar würde sie nur anlügen, um sie ein wenig aufzuheitern.

„Du weißt ja nicht, dass unsere Mutter die Tochter von Großvater Levine war. Unser Großvater ist der reichste und bekannteste Mann. Du, meine liebe Schwester, kannst dich an all denen rächen, die dir wehgetan haben“, antwortete Oscar mit ernster Miene.

„Aber schämst du dich denn gar nicht, eine Schwester wie mich zu haben? Sieh dir nur mein entstelltes Gesicht und meinen dicken Körper an! Ich schäme mich, unter die Leute zu treten. Ich wurde einfach verweht, nur weil ich nicht schön und nicht reich bin.“ Olivia vergoss Tränen, als sie sich an die brutale Behandlung ihres Mannes und der Menschen um sie herum erinnerte.

„Ich schäme mich keineswegs, weil du meine ältere Schwester bist. Werde erst einmal gesund! Räche all das Leid, denn ich habe diese Scheidungsurkunde gefunden, als ich dir half, während du ohnmächtig warst.“ Oscar hielt die durch den Regen durchnässte Scheidungsurkunde hoch und reichte sie Olivia.

„Gut! Diese Scheidung war erzwungen, also ist dieses Papier ungültig. Aber wenn David mich nicht liebt, werde ich ihn vergessen. Ich werde mich für all seine Taten rächen“, entgegnete Olivia und ballte fest die Fäuste.

„Verliere dich nicht zu sehr in deiner Trauer. Ich werde dir helfen, dein entstelltes Gesicht wiederherzustellen und Gewicht zu verlieren. Niemand auf der Welt hat das Recht, meine Schwester zu erniedrigen.“

„Einverstanden! An ihrem Hochzeitstag werden wir ihnen eine Überraschung bereiten, die sie ihr Lebtag nicht vergessen werden. Danke, dass du dich für meinen jetzigen Zustand nicht schämst. Mein Gott, ich danke dir, dass du mir meinen Bruder geschickt hast, als ich am Boden lag und nach dem Rauswurf durch meinen Mann kein Dach über dem Kopf hatte.“ Olivia bedankte sich bei Oscar dafür, dass er sich ihrer nicht schämte, und dankte Gott für seine Güte.

Oscar kümmerte sich rührend um Olivia, pflegte sie und behandelte sowohl seine Schwester als auch seinen Neffen Daniel äußerst fürsorglich. Nach gut einer Woche war Olivia vollständig genesen und wurde schließlich aus dem Krankenhaus entlassen.

Kaum hatte sie die Klinik verlassen, berichteten verschiedene Medien und Zeitungen groß über die bevorstehende Hochzeit von David und Bella, die in zwei Monaten stattfinden sollte. Ihre Eheschließung sollte extrem luxuriös in einem der vornehmsten Restaurants der Stadt gefeiert werden. Olivia erfuhr von all dem über Oscars Mobiltelefon.

„Du heiratest diese Frau also wirklich. Ist dir denn überhaupt nicht ein bisschen an mir gelegen, David? Ich bin weggegangen und du hattest unser Kind nicht bei dir, aber du hast nicht ein einziges Mal nach mir gesucht. Du wirkst so glücklich an der Seite dieser Frau.“ Olivia war immer noch tief betrübt und weinte bittere Tränen.

Oscar bemerkte sofort ihre Tränen und fragte besorgt nach dem Grund.

„Warum weinst du? Was hast du auf meinem Handy gesehen?“

„Sieh dir das an... er wird diese Frau heiraten, und er hat sich nicht einmal nach mir erkundigt. Kümmert es ihn denn gar nicht, ob ich vielleicht tot bin? Ich habe ihn aus ganzem Herzen geliebt und ihn im Geheimen unterstützt, bis das gesamte Erbe meiner Mutter für ihn draufgegangen ist. Wie kann er nur so grausam sein?“

„Tröste dich, warte einfach den Tag seiner Hochzeit ab. Dann kannst du dich gnadenlos rächen und all seine Verbrechen vor versammelter Mannschaft aufdecken; er wird sich bis auf die Knochen blamieren.“

„Oscar, ich habe den festen Entschluss gefasst, ihm ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk zu schicken.“ In Olivias Kopf nahm ein Racheplan Gestalt an.

Ein Monat war vergangen, und Olivia hatte sich von den Misshandlungen durch David erholt. Nun traf sie alle Vorbereitungen, um der Hochzeit von David und Bella einen Besuch abzustatten. Um unbemerkt in das Restaurant zu gelangen, in dem die Feier stattfand, hatte sie sich verkleidet. Auch Oscar nahm als Gast an der Feier teil und begleitete Olivia an ihrer Seite.

„Bist du bereit? Wir müssen los. Ich habe alles besorgt, was du verlangt hast.“

„Ja, lass uns schnell aufbrechen.“

Olivia und Oscar stiegen in den Wagen. Hinter ihnen folgte ein weiteres Auto, das einen Sarg geladen hatte. Das Ganze war natürlich Teil von Olivias akribischem Plan.

„Wir werden ihre Hochzeitsfeier ordentlich aufmischen. Das wird gewiss super extravagant und das absolute Zentrum der Aufmerksamkeit im ganzen Land werden“, flüsterte Olivia.

In schwarze Kleidung gehüllt, mit einem großen Hut und einer Maske zur Unkenntlichkeit ihres Gesichts, musste Olivia leise lachen.

„Ich wurde zwar tief verletzt, aber ich kenne meine Mittel und Wege, mich zu rächen.“

Inzwischen hatten sie das luxuriöseste Restaurant der Stadt erreicht. Die beiden stiegen aus und sprachen den Sicherheitsdienst am Haupteingang an. Dank ihrer mitgebrachten Einladungskarten erhielten sie sofort Einlass.

Oscar steckte dem Pförtner diskret ein stattliches Bestechungsgeld zu, damit dieser den Sarg unbehelligt ins Restaurant passieren ließ – das persönliche Hochzeitsgeschenk für David und Bella. Olivia und Oscar betraten den Saal als ganz normale Gäste, wobei Olivia ihren großen Hut und die Maske trug, um nicht erkannt zu werden.

Die Dekoration der Hochzeitsfeier war von schierem Luxus geprägt. David stand in einem schicken schwarzen Hochzeitsanzug an der Seite von Bella, die ein wunderschönes Brautkleid trug. Gerade als sie die Gäste begrüßten, wurde plötzlich ein Sarg mit der Aufschrift „Olivia Levine“ in den Saal getragen. Sogar Polizeibeamte begleiteten die Lieferung.

„Was hat das hier zu suchen? Wer schickt zu meiner Hochzeit einen Sarg?“, rief David fassungslos.

„Guten Tag, sind Sie Herr David? Ich bringe den Leichnam in diesem Sarg hierher. Man sagte uns, Sie seien der Ehemann der Frau, die sich darin befindet. Diese Frau hatte einen Unfall, bei dem ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurde, und sie wurde gestern für tot erklärt“, erklärte der Polizist, der den Sarg überbrachte.

„Ich habe doch gerade erst geheiratet, das ist meine Frau. Es ist unmöglich, dass ich eine andere Frau geheiratet habe“, widersprach David vehement.

„Ist das etwa Olivia? David, kann es sein, dass Olivia gestorben ist?“, fragte Bella entsetzt.

„Sie ist nicht meine Frau. Aber diese Fotos hier beweisen eindeutig, dass diese Frau Ihre Ehefrau war und bisher in Ihrem Haus gelebt hat. Jeder kann sich die Bilder und Videoaufnahmen ansehen, die ich dabeihabe. Sie wurden zusammen mit den Ausweispapieren in der Tasche Ihrer Frau nach dem Unfall sichergestellt“, entgegnete der Polizeibeamter.

Sofort spielte der Polizist ein Video ab, das die Hochzeit von David und Olivia vor fünf Jahren zeigte – zu einer Zeit, als sie noch wunderschön und keineswegs so gezeichnet wie heute war.

Dazu gab es zahlreiche Video- und Fotobeweise, die belegten, dass Olivia jahrelang an der Seite von David gelebt hatte. Auch Dokumente über gemeinsame Nachkommen waren vorhanden.

„Wie kann ein Mann namens David noch einmal heiraten, obwohl er bereits eine rechtmäßige Frau hat?“, tuschelten einige der anwesenden Gäste fassungslos.

Plötzlich flimmerte ein Mitschnitt über die Leinwand, der ein privates Gespräch zwischen David und Olivia offenbarte. Die Anwesenden im Saal waren schockiert und begannen laut zu tuscheln und ihn zu verurteilen.

„Was? Er hat also seine hässliche Ehefrau verlassen, nur um seine eigene Sekretärin zu heiraten? Was für ein treuloser Ekel“, riefen mehrere Gäste empört.

„Schaltet dieses Video ab, sofort aufhören!“, brüllte David außer sich vor Zorn.

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